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Jazz Club Singen

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1995
 
| Marty CookMisha MengelbergAbraham BurtonJames NewtonTomasz Stanko Dresser/Dr.CaligariTurnaroundMahdi MillaCharlie HadenJoos//Hügle/WeissGeri AllenMyra MelfordInside Looking OutDon MoyeYamashita/LovanoSurendran ReddyCourvoisier/GodardBigBand StockachDave HollandKleindienst/StichBetty CarterTriocolorMichel BenitaStiefel/MarianoSchipper/HaslerJoachim KühnGoodman/Muthspiel |
 
 
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Donnerstag 07.12.1995 - 20:30 Uhr
 
MARTY COOK Quartet feat. ED SCHULLER / JOHN BETSCH
 
MARTY COOK (Posaune), RUDI MAHALL (BassKlarinette), ED SCHULLER (Bass), JOHN BETSCH (Drums)
 
wer jemals das grosse Glück hatte, den legendären von Indianern abstammenden amerikanischen Saxophonisten Jim Pepper live zu erleben, wird bestimmt an die Magie dieser Konzerte mit Wehmut zurückdenken. Wir können Jim Pepper leider nicht mehr präsentieren, da er bereits in Manitous musikalischen Jagdgründen mit all den anderen grossen Jazzern jamt. Wir freuen uns aber, dass wir sein hervorragendes Trio, mit dem er jahrelang spielte, jetzt endlich mal nach Singen zu bringen: das MARTY COOK Quartet. Der Posaunist/Komponist MARTY COOK bringt den bedeutenden Bassisten ED SCHULLER und den hervorragenden Schlagzeuger JOHN BETSCH mit. Ergänzt wird das Quartett durch den Bassklarinettisten RUDI MAHALL. Eine Zusammenstellung, die nicht alltäglich ist. Die Band wird in der Gems rein akustisch, nur mit einem kleinen Bassverstärker, spielen. Die Jazzthetik schreibt über seine letzte Platte: "Marty Cook zählt nicht zu den spektakulären Solisten, die mit Raffinement wuchern und sich emotional ungehemmt auswringen. Er muss auf ein funktionierendes Ensemble vertrauen können, um sein Bestes zu offenbaren. Mit dieser Band hat er es glücklich getroffen. Für eine Spanne zwischen komplexem Groove-Spiel, klassischem Balladenzuschnitt, strukturierten Free-Ausflügen und straightem Bop bedarf es vor allem einer ausserordentlichen Flexibilität, die jeder des Quartetts mitbringt. Einen wichtigen Part übernimmt Rudi Mahall, der sich mit diesen Aufnahmen definitiv für die 'Talent to Watch' Kategorie qualifiziert. Die Klavierlosigkeit des Quartetts verlangt von Hörer selbst an Stellen mit eher konventioneller Improvisationssprache gespitzte Ohren, wobei das Motiv des Swing als Grundqualität immer erhalten bleibt. Wir freuen uns auf ein spannenden Konzert mit Musikern, die hier in Singen noch zu entdecken sind. Wagen Sie einen Schritt ins Unbekannte und gehen Sie auf Entdeckungsreise. Wir garantieren Ihnen, dass Sie nicht enttäuscht werden.
 
 
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Freitag 24.11.1995 - 20:30 Uhr
 
MISHA MENGELBERG »ICP Orchestra«
 
MISHA MENGELBERG (Piano), MICHAEL MOORE (Sax/Cl), AB BAARS (Sax/Cl), WOLTER WIERBOS (Posaune), THOMAS HEBERER (Trompete), ERNST REIJSEGER (Cello), ERNST GLERUM (Bass), HAN BENNINK (Drums)
 
Der holländische Pianist MISHA MENGELBERG, geboren 1935, hat sich im Laufe seiner Entwicklung mit allen möglichen Spielweisen auseinandergesetzt. Jeder seiner Auftritte ist die Summe seiner Erfahrungen. Er weiss das Spannungsfeld von individueller Freiheit und kollektiver Gestaltung auf immer neue Art und Weise zu gestalten. Dabei kommt er der Idee greifbar nahe, das intellektuell Fordernde mit der alten Sinnlichkeit des Jazz zu versöhnen. Akademismusverdächtig ist Mengelberg keinesfalls. Dafür spricht aus seiner Musik zu deutlich ein feiner Humor, der die Plattheiten meidet, wie er auch das vordergründige Klischee listig umspielt. Die Musik von Misha Mengelbergs INSTANT COMPOSERS POOL, der seit seiner Gründung als offenes Forum, als Laboratorium für improvisierte Musik angelegt war, ist dem spontanen Augenblicksentwurf genauso verbunden wie der kalkulierten Form und dem ausgefeilten Arrangement und fordert ihren Platz irgendwo entlang jener Linie ein, die die Genres und Stile, Haltungen und Absichten voneinander trennen. Unterspült von einem Strom immer fliessender Ironie, die bereit ist, alles in Frage zu stellen, verbinden sich hier lyrische Phantasie und geschärter Intellekt auf nahezu ideale Weise. Hommage oder Persiflage? Verneigung vor der Tradition oder Neuerfindung ihrer Vergangenheit? Die Grenzen sind hier flieesend. Gleichermassen unschart lassen Mengelberg und der ICP, zu dem alte Bekannte wie HAN BENNINK, ERNST REIJSEGER und MICHAEL MOORE gehören, die Trennlinie zwischen Jazz-Feeling und kammermusikalischer Raffinesse erscheinen: Produktive Desorientierung als Strategie!
 
 
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Donnerstag 09.11.1995 - 20:30 Uhr
 
ABRAHAM BURTON Quartet
 
ABRAHAM BURTON (AltoSax), ALAN PALMER (Piano), BILLY JOHNSON (Bass), ERIC McPHERSON (Drums)
 
Wer kennt sie nicht, die junge New Yorker Jazzgeneration, die Young Lions. Einige von ihnen waren auch schon bei uns zu Gast. Ein weiterer Name in der Reihe dieser jungen Gipfelstürmer ist der Altsaxophonist ABRAHAM BURTON. Als der 24jährige Burton mit diesem seinem Quartett im Februar 1994 einen Auftritt im New Yorker Jazzclub 'Visions' hatte, wollte es der Zufall, dass der ENJA-Chef Winckelmann zugegen war. Nicht nur das Publikum, sondern auch er waren so begeistert, dass er die Jungs umgehend ins Studio schickte. Das Resultat ist auf der CD *Closest to the Sun* (Enja) zu hören. Sie war sofort der Renner der New Yorker Jazzradiostationen. Rechtzeitig zur Tournee erscheint bei Enja seine zweite CD. Das Jazzpodium schreibt zu seiner ersten CD: "Schon die ersten paar Töne des ersten Titels lassen nicht nur aufhorchen, sondern verblüfft die Ohren aufsperren. Es ist sicher kein Zufall, dass Burton ausgerechnet mit Jackie McLeans *Minor March* aufmacht, denn McLeans Einfluss ist deutlich, allzu deutlich. Was sicherlich kein Minuspunkt ist, denn Burtons Alt-Spiel bezieht vor allem seine erstaunliche Energie aus seinem Vorbild McLean, einem der bedeutendsten Altsaxophonisten der Jazzgeschichte, und das ist ja nichts Schlechtes. Aber Burton ist nicht einfach ein Epigone, sondern er ist schon jetzt dabei, einen sehr eigenen Ton zu entwickeln. Dabei wird er von einer äusserst glücklich gefügten Band unterstützt: ALAN PALMER am Piano, BILLY JOHNSON am Bass und ERIC McPHERSON am Schlagzeug. Der ist die zweite Persönlichkeit dieser Band, und man kann ihm, ohne sich zu überheben, eine grosse Karriere voraussagen." Die Musik - erdiger, souliger und bluesiger Neobop - unterscheidet sich von den elegant-anämischen 'Neoklassizismen' üblicher Boprevivals erfreulicherweise: durch Bodenhaftung nämlich. "Man sollte Newcomer nicht besinnungslos hochjubeln, der Absturz kann sonst zu hart sein. Aber ich müsste mich sehr irren, wenn von Burton und seiner Band nicht noch oft die Rede seine wird." (Jazzpodium). So wie einst Jackie McLean - von Charlie Parker inspiriert - dessen Musik weiterentwickelt hat, so ist es heute an Abraham Burton, die Message weiterzutragen.
 
 
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Freitag 20.10.1995 - 20:30 Uhr
 
JAMES NEWTON Trio
 
JAMES NEWTON (Flute), ANDREW CYRILLE (Drums), SANTI DEBRIANO (Bass)
 
Nachdem er in den achtziger Jahrer in verschiedensten Besetzungen auf India Navigation und Blue Note hervorragende Platten einspielte, häufig zu Gast auf allen Festivals mit seinen Bands und häufig auch als Solist zu hören war und bei den zahlreichen Umfragen regelmässig die Nummer 1 einheimste, wurde es Anfang der Neunziger um ihn zumindest in Europa still. Er stellte seine Tourneetätigkeit in den Hintergrund, um sich den verschiedensten Projekten auch im klassischen Bereich zu widmen. Die Rede ist von dem Ausnahmeflötisten JAMES NEWTON. Alle die ihn kennen werden froh sein, ihn endlich mal wieder live erleben zu können. Nach Singen kommt er mit seinem Trio direkt von den Leverkusener Jazztagen. Am Schlagzeug bringt er einen alten Freund mit: ANDREW CYRILLE, der das Singener Publikum im letzten Jahr im Oliver Lake Trio verzauberte. Wir sind froh, diesen 'Masterdrummer und Superstrukturalist' (Jazzthetik) wieder in Singen zu Gast zu haben. Am Bass wird der New Yorker Allrounder SANTI DEBRIANO das Ganze rhythmisch unterlegen. Über Ihre letzte CD *X-MAN* (Soul Note Records) schreibt die Jazzthetik: "Die Lion Kings Newton und Cyrille verschwenden schon lange keinen Gedanken mehr daran, sich für konservative Musik zu rechtfertigen. Das Trio improvisiert selbstverständlich auf der Grundlage schöner Melodien in die Bereiche hinein, die eben nicht mehr vorausrechenbar sind. Newton z.B. kann eine Querflöte auf selten gehörte Art aggressiv klingen lassen. Das ist wie der minutenlange, urgemütliche Blick in den Kamin, bis einem ein, zwei Verpuffungsexplosionen die Segelohren freilegen."
 
 
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Freitag 13.10.1995 - 20:30 Uhr
 
TOMASZ STANKO Quartett
 
TOMASZ STANKO (Trompete), BOBO STENSON (Piano), ANDERS JORMIN (Bass), TONY OXLEY (Schlagzeug)
 
Mit dem Quartet des polnischen Trompeters TOMASZ STANKO präsentieren wir Ihnen nicht nur einen der wichtigsten und kreativsten europäischen Trompeter, der die Jazzszene seit Jahrzehnten beeinflusst, sondern gleichzeitig auch eine der wichtigen heutigen Gruppen des modernen, europäischen Jazz. TOMASZ STANKO zählt zur ersten Generation europäischer Musiker, die als Antwort auf den amerikanischen Free Jazz der 60er Jahre neue Möglichkeiten eigenen musikalischen Ausdrucks gefunden haben und den Begriff 'Free Jazz' dahingehend interpretieren, dass sie sich eben 'frei' fühlen, alle musikalischen Strömungen und Richtungen, Melodik und Rhythmik, ruhige Momente und freie Ausbrüche etc. in ihrem Spiel zuzulassen - ein Konzept, das sich im Spannungsfeld zwischen freieren und traditionelleren Ausdrucksformen bewegt. Davon konnte man sich im letzten Herbst auf dem Züricher Jazzfestival ein Bild machen. Sein Auftritt wurde von Publikum und Presse als ein Paradebeispiel für die Kreativität heutiger Jazzmusik und hier besonders europäischer Musik gefeiert. Nachdem es Ende der 80er Jahre um ihn herum etwas ruhiger geworden war, ist er seit Beginn der 90er wieder stark aktiv, was nicht zuletzt dadurch ermöglicht wurde, dass inzwischen die Grenzen zum Osten fielen. Seitdem ist er auch wieder bei ECM unter Vertrag, wo zur Tournee 95 eine CD mit seinem Quartet erscheinen wird. Er bringt zwei alte Bekannte mit nach Singen. Der Pianist BOBO STENSON und der Bassist ANDERS JORMIN standen bereits im letzten Sommer bei uns auf der Bühne und begeisterten bei dem sensationellen Konzert des Saxophonisten Charles Lloyd. Ein wahrhaft traumwandlerisch gut eingespieltes Duo. Am Schlagzeug wird der Engländer TONY OXLEY sitzen, zu dem man eigentlich nicht mehr viel sagen muss, gehört er doch genauso wie Tomasz Stanko seit den sechziger Jahren zur Creme des europäischen Jazz.
 
 
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In Zusammenarbeit mit Kulturzentrum Gems, Kommunales Kino 'Weitwinkel'
Freitag 29.09.1995 - 20:30 Uhr
 
MARK DRESSER Trio plays Music
to the Silent Movie »Das Kabinett des Dr. Caligari«
 
MARK DRESSER (Bass), DENMAN MARONEY (Piano), MICHAEL MOORE (Saxophone)
 
»Das Kabinett des Dr. Caligari« (Deutschland 1919/20) gehört zu den Klassikern des Stummfilms und ist das wichtigste Werk expressionistischen Filmschaffens. Regisseur Robert Wine schuf eine abstrakte, dem damaligen Zeitgefühl entsprechende Filmsprache. CALIGARI ist ein ständiger Wandel zwischen Traum und Wirklichkeit. Die Geschichte um Mord, Wahnsinn und Liebe ist verstrickt mit zahlreichen Wendungen - bis hin zum überraschenden Ende. Dieser Film war von Anfang an ein Publikumserfolg und gilt heute noch als Klassiker der expressionistischen Phase. Beeindruckend war und ist vor allem das Dekor. Statt grosser Bauten wurden Theaterbauten erstellt. Es ist ein Labyrinth aus eckigen Wänden, spitzen Giebeln, schiefen Fensterrahmen und Kaminen, die die Innenwelt der Protagonisten wiedergeben. Alles ist verworren, undurchschaubar. Schatten schaffen eine geheimnisvolle Athmosphäre. Es ist gerade diese verdichtende Architektur, die den Film heute noch so faszinierend macht. Und es gibt kaum einen anderen Film, der die expressionistische Kunst in Form dieser Architektur dermassen in den Mittelpunkt gestellt hat wie »Dr. Caligari«.
 
Der New Yorker Bassist MARK DRESSER hat zum Film eine neue, höchst expressive Musik geschrieben, die auf die musikalische Sprache der Mitmusiker zugeschnitten ist - DENMAN MARONEY am präparierten Piano und der Saxophonist MICHAEL MOORE. Alles Musiker, die zur heutigen aktuellen New Yorker Improvisationsszene gehören. Der Film dauert ca. 50 Minuten. Anschliessend wird das Trio einen zweiten rein musikalischen Teil mit weiteren Kompositionen von Mark Dresser spielen.
 
 
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Sonntag 10.09.1995 Matinée - 11:00 Uhr - bei schönem Wetter im Biergarten
 
»TURNAROUND«
 
Die Band, die seit 1994 besteht zeichnet sich durch Vielfalt und Wandlungsfähigkeit im Klang und in der Auswahl der Stücke aus. Die jungen Jazzmusiker (alle Anfang 20) haben sich in Karlsruhe kennengelernt und seither auf vielen Konzerten spielen können. Am Schlagzeug sitzt Philippe Ohl, Sohn des Leiters der Jugendmusikschule Singen, am Bass bringt er Joachim Sendelbach und am Piano Ralph Abelein mit. Ergänzt wird dieses Trio durch den Trompeter Thomas Siffling und den Saxophonisten Gerit von Stockhausen. Wir sind gespannt, was diese junge Band, die übrigens rein akustisch bei uns auf der Sonntagsmatinee spielen wird, bereits zu bieten hat.
 
 
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Freitag 01.09.1995 - 20:30 Uhr
 
MAHDI MILLA »Rhythm 'n' Jazz Company«
 
MAHDI MILLA (Drums/Percussion), OMRI HASON (Percussion), ANDIEH MERK (Percussion), NORBERT DEHMKE (Sax/Flute), BEAT WEIBEL (Sax), BETI LAMPERT (Sax), HEINER MERK (Bass)
 
Nach seiner klassischen Schlagzeugausbildung zog es Mahdi Milla wieder zur Jazzmusik und aussereuropäischer Rhythmik hin. Die zeit war nun reif, eine Band zu gründen. Eine Band, die eigenständige und lebendige Musik spielen sollte. Durch das Reisen in verschiedene Länder des Orients und Afrikas war er vom "Trommelfieber" angesteckt. So wuchs in ihm bald die Idee, ein Projekt mit drei Trommlern, drei Saxophonisten und einem Kontrabassisten zu gründen. Eine rein akustische Formation also, auch als Antwort auf die immer dominanter werdende Welt der Elektronik. Während er für diese Idee Musik komponierte, fand der gleichzeitig die geeigneten Musiker für das Septett. Persönlicher Ausdruck am Instrument sowie ein freundschaftliches und ernsthaftes Arbeiten waren die wichtigsten Kriterien. am 27.12.92 war es endlich soweit, sie trafen sich zur ersten Probe. Nun ist ihre erste CD erschienen, auf der sie in zwölf Stücken zeigen, wie sie Rhythm 'n' Jazz verstehen. Ihre Herkunft aus verschiedensten Ländern wie Israel, Syrien, Schweiz, Österreich und Deutschland, sowie die musikalischen Erfahrungen, bieten eine weite Bandbreite für ihre Musik. Das Grundgerüst bildet der Rhythmus und die Melodie, wohl die ursprünglichste Form des Musizierens auf der ganzen Welt. Die einzelnen Kompositionen geben sehr viel Raum zur Improvisation und Interaktion innerhalb der Band. Dies fördert das Zusammenspiel, das subtil und emotional sowie humorvoll und ehrlich zum Ausdruck kommt.
 
 
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Freitag 21.07.1995 - 20:30 Uhr
 
CHARLIE HADEN »Quartet West«
 
CHARLIE HADEN (Bass), ERNIE WATTS (TenorSax), ALAN BROADBENT (Piano), LARANCE MARABLE (Drums)
 
"Einmal im Jahr erschüttert ein Mann mit seiner Aufnahme den blauen Rest der Jazz-Welt: CHARLIE HADEN. Wenn der wie selbstverständlich einen Erfolg nach dem anderen lanciert, ob nun mit dem Liberation Music Orchestra oder mit seinem Quartet West, liegt die Messlatte für die CD-Einspielungen für die restlichen 364 Tage fast unerreichbar hoch. Nachdem sein 93er Album *Haunted Heart* die Schallplattenpreise nur so an sich gezogen hat, ist auch sein viertes Album *Always Say Goodbye* (beide auf Verve) eine einzigartige Tour de Coolness und wurde weltweit mit Lob und Ehrungen überschüttet." (Jazzthetik). Charlie Haden, Ausnahmebassist, Komponist und Bandleader begann seine Karriere als Part einer Jazzrevolution mit seinem treuen Ratgeber Ornette Coleman, den er 1957 in Los Angeles traf. Aufnahmen mit Coltrane, Shepp, Keith Jarrett, Carla Bley und Don Cherry, um nur ein paar der wichtigsten zu nennen, folgten seitdem. Sein Debüt mit der akustischen Gruppe 'Quartet West' fand im Jahre 1987 statt. Mit ERNIE WAATS am Saxophon, ALAN BROADBENT am Piano und LARANCE MARABLE an den Drums gab es unzählige Auftritte auf allen Festivals und Clubbühnen dieser Welt. Die Band spielt alles, von Pat Metheny über Ornette Coleman bis hin zu Charlie Parker und zu berühmten Filmmelodien aus Hollywoodschinken der fünfziger Jahre - Bogart lässt grüssen. Die Gruppe wurde von den Kritikern und den Lesern des Down Beat Magazins zur Akustischen Jazzgruppe des Jahres 1994 gewählt. Endlich ist es uns gelungen, diese Ausnahmeband nach Singen zu engagieren. Dank gebührt dabei natürlich den Damen und Herren der Jazzredaktion des Südwestfunks, die es sich nicht nehmen lassen, dieses Konzert im Rahmen einer SWF-Jazz-Session mitzuschneiden.
 
Mit freundlicher Unterstützung Ihres Mercedes-Benz Partners Bölle, Vollmer in Singen!
 
 
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Kulturtage der Sparkasse Singen / Jazz Club Singen präsentiert:
Freitag 07.07.1995 - 19:00 Uhr in der Sparkasse Singen
 
HERBERT JOOS Trio
HÜGLE / WEISS Quartett
JAZZ CLUB MEMBER BAND
 
Der JazzClub Singen präsentiert auf den diesjährigen Kulturtagen der Sparkasse Singen einen Jazzabend mit drei Gruppen aus Baden-Württemberg.
 
Beginnen wird um 19 Uhr im Open-Air-Innenhof die JAZZ CLUB MEMBER BAND um den Saxophonisten IRON WERTHER. Zu ihm gesellen sich noch der Bassist KARSTEN KOST, der Pianist MANFRED WANGERIN und der Schlagzeuger GERI GMEINWIESER; alles Mitglieder des JazzClub Singen. Die seit nun bereits drei Jahren bestehende Band spielt Jazzstandards verschiedener Epochen und Stilrichtungen, wobei sie mit Latinjazz auf der einen und wunderschönen Balladen auf der anderen Seite zwei gegensätzliche Schwerpunkte in ihrem Programm setzt.
 
Auch die zweite Gruppe des Abends besteht aus zwei Mitgliedern des JazzClubs, den beiden professionellen Musikern EWALD HÜGLE am Saxophon und GÜNTER WEISS an der Gitarre. Mit dem Schlagzeuger NORBERT PFAMMATTER und der Jazzpreisträgerin KARO HÖFLER am Bass bilden sie das HÜGLE / WEISS Quartett. Ihr Musizierideal ist in erster Linie eine Verschmelzung von Elementen des Jazz mit Kompositionstechniken und Klängen der modernen E-Musik. Als Ausgangsbasis dienen Kompositionen, die aus der Feder der Bandmitglieder stammen und Stücke, die sich als zeitgenössische Standards bezeichnen lassen, wobei immer grooviges, jazziges Spiel im Mittelpunkt steht.
 
Beschliessen wird den Abend das Trio des international bekannten Stuttgarter Trompeters/Flügelhornisten HERBERT JOOS. Mit ihm werden der Pianist PAUL SCHWARZ und der Schlagzeuger JOE KOINZER ein Programm aufführen, das zu einem grossen Teil aus Songs der berühmten Sängerin Billie Holiday besteht. Im Vordergrund steht dabei immer die Kommunikation in und durch Musik. Wer diese drei Jazzmusiker kennt, weiss, dass sie sich keineswegs damit begnügen, die personelle Dreiheit als Grundmass ihrer Musik spüren zu lassen. Sie lassen eine Klangdichte und Vielschichtigkeit entstehen, die in dieser Form selten von einem Trio zu hören ist. "Es war eines der schönsten Konzerte dieses Jahres: Intensiv und ohne Leerlauf. Jazz von heute, voll Lust und Laune." (Jazzpodium 94)
 
 
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Montag 03.07.1995 - 20:30 Uhr
 
GERI ALLEN Trio RON CARTER / LENNY WHITE
 
GERI ALLEN (Piano), RON CARTER (Bass), LENNY WHITE (Drums)
 
Genau vor drei Jahren war die Pianistin GERI ALLEN schon einmal bei uns zu Gast und hinterliess mit ihrem Quartett einen äusserst starken Eindruck bei allen Zuhörern und auch bei uns. Wir wussten damals, dass auch sie wieder nach Singen kommen muss. Nun ist es endlich wieder soweit. Diesmal präsentiert sie ihr aktuelles Trio, mit dem sie bereits eine vielbeachtete und hochgelobte (Jazzthetik 5 Sterne) CD unter dem Titel *Twenty One* auf Blue Note einspielte. Begleiten wird sie der weltberühmte Bassist RON CARTER, der in den sechziger Jahren zum legendären Miles Davis Quartett gehörte aund seitdem mit nun wirklich allen Grössen des Jazz zusammengespielt hat und unzählige Einspielungen unter eigenem Namen veröffentlichte. Am Schlagzeug sitzt ein Musiker, der etwas später als Ron Carter bei Miles u.a. die Platte Bitches Brew einspielte und dann in der von Chick Corea geleiteten Band *Return to Forever* zu Weltruhm gelangte: LENNY WHITE. Mittendrin im Jazz-Ring agiert die Chefin GERI ALLEN, die wohl eigenständigste schwarze Jazzpianistin der heutigen Szene. Sie legt aber ihren Mitstreitern keineswegs ein Korsett an, denn eine solch famose Gruppe lebt natürlich davon, dass jeder seine eigenen Freiräume hat und auch nutzt. Aber ihr Impetus koordiniert eine Pace, die sie in riesigen Läufen durch geschickt gesetzte Ritardandi schwankend gestaltet und somit ihren Mitmusikern immer wieder auch eine Ruhepause anbietet. "Das eigentliche Wunder zeigt Allen aber mit ihrem überzogenen Staccato-Spiel, das sie in ihrer Ausprägung aus Repetitionsfulminanz und akkordischen Phalanxen zum grobgeschliffenen Impressionismus moduliert, der lodert. Die Sängerin Betty Carter wusste genau, warum sie Allens Komposition *Feed the Fire* zum Titelstück ihrer aktuellen CD machte." (Jazzthetik 2/95)
 
 
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Donnerstag 29.06.1995 - 20:30 Uhr
 
MYRA MELFORD »Extended Ensemble«
 
MYRA MELFORD (Piano), LINDSEY HORNER (Hass), REGGIE NICHOLSON (Drums), HERB ROBERTSON (Trumpet/Flugelhorn), MARTY EHRLICH (AltoSax/Clarinets)
 
Pianistin MYRA MELFORD zum zweiten Mal mit eigener Band bin JazzClub Singen? Es ist, wie wenn man auf Reisen einen Ort kennenlernt, und man beim Abschied intuitiv weiss, dass man nicht letzten Mal hier war. So erging es uns mit der Musikerin Myra Melford, als sie beim letzten Mal abreiste. Die Musikerpersönlichkeit gehört zu denjenigen Künstlern, die man in Auge und Ohr behält und darauf wartet, ein weiteres Engagement zustande zu bringen. Dazu kommt, dass man auf Melford und ihre Bands vertrauen kann, im Sinne, dass von jeder ihrer Formationen auch absolut hochqualifizierter Jazz zu hören ist. Fast mathematisch kann man die Regelmässigkeit nennen, mit der sie ihr Ensemble und damit ihre musikalischen Entfaltungsmöglichkeiten erweitert hat. Zumächst trat sie als Solopianistin in Erscheinung. Die folgende Zeit war dann gekennzeichnet durch eine sich ständig zu grösserer Homogenität, Komplexität und Dicht eentwickelnde Trioarbeit mit LINDSEY HORNER am Bass und REGGIE NICHOLSON am Schlagzeug. Ende '93 begegnete man dann erstmals dem Extended Ensemble, einem Quintett mit dem Trompeter HERB ROBERTSON und dem Saxophonisten MARTY EHRLICH, der auch schon mit seiner eigenen Gruppe bei uns war. Wer diese Entwicklung aufmerksam verfolgt, wird eine für den Bereich der improvisierten Musik ungewöhnliche Kontinuität und Geradlinigkeit erkennen, in der es neben vielen Variablen auch eine Reihe von Konstanten gibt. Betractet man die künstlerisce Evolution der Myra Melford vom gegenwärtigen Zustand rückblickend, dann erklärt sich leicht, warum die aktuelle Formation nicht M.M. Quintet heisst, sondern EXTENDED ENSEMBLE: nicht eine fünfköpfige Band in Abgrenzung zum Trio - sozusagen als Neuorientierung oder Neubeginn - vielmehr eine Erweiterung, die das Bestehende als Kern begreift. Um das einerseits zu gewährleisten und andererseits neue Wege und Ausdrucksformen entwickeln zu können, hat sie sich Musiker gesucht, die ihre künstlerischen Intentionen nicht nur nachvollziehen sondern in musikalischem Dialog erweitern können. Wer sich schon einmal von der Qualität dieses Ensembles vorab ein Bild machen möchte, dem sei die CD *Extended Ensemble - Even the Sounds Shine* (hatART 6161) empfohlen, ein weiteres Highlight in ihrer Diskographie.
 
 
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Sonntag 18.06.1995 Matinée - 11:00 Uhr
 
»INSIDE LOOKING OUT«
 
FLORIAN DAUNER (Drums), MARKUS KÖSSLER (Bass), RAINER APEL (Gitarre)
 
Gegründet haben die drei Musiker *Inside Looking Out* im Jahr 1992 aus einer spontanen Session heraus. Seitdem haben RAINER APEL (Gitarre), MARKUS KÖSSLER (Bass) und FLORIAN DAUNER - Sohn des legendären Pianisten und Komponisten Wolfgang Dauner - (Drums) auf vielen Konzerten ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Die Schaffhauser Nachrichten schrieben über ihr letztjähriges Konzert: "... zweifellos ein hochkarätiger musikalischer Wurf, der sowohl stilistisch als auch instrumental-technisch voll zu überzeugen vermöchte." Die Kompositionen von Rainer Apel, die speziell auf das Bandkonzept zugeschnitten sind, lassen den Musikern viel Freiraum für Spontaneität und intensives Reagieren aufeinander, wobei sich die drei sowohl traditioneller als auch zeitgenössischer Stilmittel bedienen.
 
 
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Freitag 09.06.1995 - 20:30 Uhr
 
FAMOUDOU DON MOYE's »Sun Percussion Summit«
 
Die Musiker: FAMOUDOU DON MOYE, ENOCH WILLIAMSON, P.C. COLLINS, SELAH ALLEN, ATTIBA, CARAMBA, CLIFTON ROBINSON, MISHACK SILAS
Die Instrumente: Delafon, Earth-Drums, Trap-Drums, Kotenoba, Gongs, Guitar, Bells, Flute, Djimde, Chekene, Timbales, Kalimba, Dun Dun, Donno, Bongos, Congas, Kenkene, Songba, Tympani, Vocals
 
Der 1946 in Rochester, New York, geborene Schlagzeuger und Percussionist 'FAMOUDOU' DON MOYE ist seit nunmehr über dreissig Jahren eine der führenden Kräfte der internationalen Jazz-Percussion-Szene und hat in dieser Zeit nun wirklich mit allen Grössen des Modern Jazz zusammengearbeitet. Besonders bekannt geworden ist er als Mitglied des Art Ensemble of Chicago, dem er er seit 1969 angehört., und dessen Verbindung zu den Wurzeln improvisierter Musik er auch in avatgardistischen Abenteuern mit unbeirrbarem Instinkt für 'time' noch garantiert. In seinem Spiel fasst Moye alle Errungenschaften amerikanischer und - betonter als andere Drummer - afrikanischer Perkussionistik zusammen. Er findet auch genügend Zeit für eigene Projekte und hat z.B. mit den Kollegen Kenny Clarke, Andrew Cyrille und Milford Graves eine reine Percussion-Platte mit dem vielsagenden Titel *Pieces of Time* aufgenommen (Soul Note SN 1078). Seit mehreren Jahren verfolgt er nun auch sein 'American-African' Sun Percussion Project, dem nicht weniger als acht 'Schlagwerker' angehören, die die verschiedenartigsten amerikanischen und afrikanischen Instrumente spielen. Nach ihrem Auftritt auf dem diesjährigen New Jazz Festival in Moers kommen die Musiker des 'Sun Percussion Ensemble' direkt nach Singen und werden hier ihr einziges Konzert im süddeutschen Raum geben.
 
 
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Mittwoch 24.05.1995 - 20:30 Uhr
 
YOSUKE YAMASHITA »New York Trio« & JOE LOVANO
 
YOSUKE YAMASHITA (Piano), CECIL McBEE (Bass), PHEEROAN AkLAAF (Drums), JOE LOVANO (TenorSax)
 
"Die Japaner machen Jazz, wie sie Kameras oder Transistoren oder autos bauen: mit einer äussersten Konzentration auf eine - und jeweils nur eine - Sache, die tief in ihrer geistigen Tradition begründet ist." Das schrieb Joachim Ernst Berendt vor einigen Jahren in einem Artikel über Jazz in den USA, und heute sind sich Musiker, Kritiker und Kenner der Plattenszene einig, dass Japan zu den interessantesten Jazzländern dieser Welt gehört. Der japanische Jazz wird duch fünf Musiker der mittleren und älteren Generation geprägt und getragen. Einer von ihnen ist der 1942 geborene YOSUKE YAMASHITA, der in diesem Jahr gleich ein doppeltes Jubiläum feiert: Zum einen das seiner 25jährigen Bühnenpräsenz und zum anderen mit *Ways of Time* (Verve) sein 50. Album unter eigenem Namen. Als Kamikaze-Jazzer wurde der Pianist Mitte der 70er Jahre hierzulande bekannt, als er mit seinem Free-Jazz-Trio die Festivalbesucher zwischen Moers und Montreux in Erstaunen versetzte. Davon ist allerdings auf seinen fünf Platten, die er mit seinem New York Trio seit 1988 eingespielt hat, nur noch wenig zu spüren. Im Verlauf der 70er und 80er Jahre wurde in seinem Klavierstil immer mehr auch eine Affinität zu Pianistik von Monk und Waldron fühlbar. Seine Musik ist heutzutage sehr viel melodischer geworden, birst aber weiterhin vor Spannung und Intensität, die Yamashita mit dem Bassisten CECIL McBEE und dem Drummer PHEEROAN AkLAAF erzeugt. Dazu der Tenorist JOE LOVANO, der sich in dem für ihn ungewöhnlichen Umfeld sofort zurechtfindet, nicht nur mit Yamashita 'mitzugehen', sondern auch 'vorlegen' kann. "Vertrackte rhythmische Verschiebungen, Wechsel in der Dynamik und harmonische Halsbrechereien fügen sich in einen Gesamtspannungsbogen, der von dem einfachen tänzelnden Grundthema ausgeht und immer wieder darauf zurückfällt. Seine blitzschnellen Ausreisser ins Atonale werden genauso blitzschnell von McBee und AkLaaf auf harmonischen Grund geholt. Dann schlägt wieder die rhythmische Struktur des Grundthemas durch: die Musik strebt zentrifugal davon weg und wird doch immer wieder davon angezogen, bis sich das Thema im Ohr des Hörers unauslöschbar festgesetzt hat. Eine grandiose Gruppe, ein grandioser Wurf." (Jazzpodium über die Platte *Kurdish Dance* auf Verve). "Heutzutage ist Yosuke Yamashita als einer der komplettesten Jazzpianisten überhaupt zu bezeichnen." (Jörg Solothurnmann, Neues vom Jazz Radio DRS II)
 
 
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Sonntag 14.05.1995 Matinée - 11:00 Uhr
 
SURENDRAN REDDY »Solo Piano«
 
SURENDRAN REDDY ist eine einmalige Erscheinung auf der südafrikanischen Musikszene, schwer zu kategorisieren, aber ebenso schwer zu ignorieren. Er war eine Art Wunderkind, das mit 5 Jahren begann, Klavier zu spielen und mit 12 bereits seine ersten Tourneen als Solopianist in Südafrika unternahm. Mit 15 gewann er ein Stipendium für das Royal College of Music in London, wurde Student des Trinity College und graduierte dort im Alter von 18 Jahren. Seit '82 lebt er wieder in Südafrika, wo er intensiv als Donzent, Komponist und Pianist tätig ist. Er spielte als Konzertpianist mit seiner Fusion-Band *Channel 18* und als Solopianist mit klassischen oder Jazz-Recitals im ganzen südlichen Afrika. Sein Programm besticht durch seine Vielfalt: Jazz-Standards sthen neben jazzigen Improvisationen über Musik von Back, südafrikanischer Afro-Jazz neben eher avantgardistischer Fusion. Nicht zu vergessen natürlich eigene Stücke aus seiner kürzlich veröffentlichten und sehr erfolgreichen CD *Reddy, Steady, Go* oder *The Ill-Tempered Keyboard*. Surendrans brillante Technik, kombiniert mit seinem wunderbaren Improvisationsreichtum, seiner Energie und Intensität machen jedes seiner Konzerte zu einem sprudelnden musikalischen Feuerwerk - "You will never be the same afterwards." Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, Surendran Reddy, der sich für einige Monate in Konstanz aufhält, für unsere Sonntagsmatinée nach Singen zu holen.
 
 
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SFW-Jazz-Session im Rahmen des Bodenseefestivals 1995
Freitag 12.05.1995 - 20:30 Uhr
 
SYLVIE COURVOISIER Quintetto & MICHEL GODARD
 
SYLVIE COURVOISIER (Piano/Komp.), GUGLIELMO PAGNOZZI (Saxophon), LAURO ROSSI (Posaune), BÄNZ OESTER (Bass), PASCAL PORTNER (Schlagzeug), MICHEL GODARD (Tuba)
 
Kommt, spielt und verblüfft: Die Pianistin SYLVIE COURVOISIER ist wohl DIE Entdeckung der letzten Jahre. Wir sind froh, dass wir sie für Singen entdeckt haben und Ihnen im Rahmen des Bodenseefestivals auf einer SWF-Jazz-Session live präsentieren zu können. 26jährig überzeugt die Lausannerin durch ungebrochene Spiellust, ungebändigte Energie und musikalische Kompetenz. Dabei gibt sie bescheiden vor, nicht zu erfinden, allenfalls das, was sie bei den Meistern des Pianos interessant genug findet, zu adaptieren und auf ihre eigenen Hände zu übersetzen. Einen besonderen Ehrenplatz nimmt dabei Thelonious Monk ein, dessen revolutionärer Umgang mit Rhythmus und Harmonie auf Sylvie Courvoisier einen besonderen Einfluss ausübt. Die Affinität zu Monk, dem Magier des Bebop-Pianos, hat sie aber nicht zur Imitation eines wie auch immer gearteten monkschen Gestus verleitet. Zwar setzt sie wie dieser die Akzente mit einer etwas ruppigen Grazie haarscharf neben die harmonisch-rhythmischen Schnittpunkte, die kein Mainstream-Pianist zu verpassen wagt. Und wie Monk lässt sie sich Zeit, die Solisten ihres Quintetto mit neuen Impulsen dorthin zu lenken, wo sie sie haben will. Doch wer glaubt, bei Sylvie handle es sich eine bessere Epigonin, sieht sich druch ihre erste CD *Sauvagerie Courtoise* zu deutsch: 'liebenswürdige Roheit' oder 'höfliche Wildheit' (Unit Records 4066), arg getäuscht. Bekenntnisse zur Tradition des Pianos kann sich nur leisten, wer eine eigene Sprache gefunden hat. Das ist bei Sylvie zweifellos der Fall: Energische und klar strukturierte Musik, von parodistischen Elementen durchsetzt, Jazz, zweifelsfrei diesseits der Avantgarde, aber in jedem Augenblick neu, neuer als jener. Nicht zu unterschätzen der Beitrag der vier jungen Musiker aus der Schweiz und Italien, die ihr bei der Umsetzung dieser brodelnden musikalischen Lava helfen: der Saxophonist Guglielmo Pagnozzi, der Bassist Bänz Oester und der Drummer Pascal Portner. Als Special Guest ist Michel Godard mit von der Partie, der seiner Tuba ihre natürliche Schwere nimmt und mit seiner Experimentierlust beim Quintetto auf fruchtbaren Boden stösst.
 
 
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Sonntag 23.04.1995 Matinée - 11:00 Uhr
 
Jugend Bigband Stockach
 
Die Jugend Bigband Stockach, bestehend aus Jungs und Mädchen im Alter von 14-19 Jahren, spielt in der klassischen Bigband-Besetzung mit Alt-, Tenor- und Baritonsaxophonen, Tenor/Bassposaunen, Trompeten, Gitarre, Piano, Bass, Schlagzeug und Percussion. Ziel der Bigband ist es, das klassische Repertoire mit Platz für zeitgemässe Kompositionen zu erarbeiten, in dem auch das wesentliche Element des Jazz der Improvisation einen festen Bestandteil bildet. Dieses breite Spektrum geinhaltet Kompositionen von Count Basie, Neal Hefti, Duke Ellington, Billy Strayhorn, George Gershwin, Henry Mancini, Tito Puente, Chick Corea, Herbie Hancock, Bood - Sweat & Tears, Earth - Wind & Fire, Joe Zawinul etc. Wir freuen uns, die Jugend Bigband unter ihrem Leiter Christian Kramer, Lehrer an den Musikschulen in Singen und Stockach, das erstemal auf einer Matinée beim JazzClub begrüssen zu dürfen.
 
 
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Donnerstag 13.04.1995 - 20:30 Uhr
 
DAVE HOLLAND Quartet
 
DAVE HOLLAND (Bass), ERIC PERSON (AltoSax), STEVE NELSON (Vibes), GENE JACKSON (Drums)
 
Es ist eher selten, dass Bassisten als Leader einer Band in Aktion treten. Umso mehr freut es uns, dass wir Ihnen nach dem französischen Bassisten Michel Benita nun wieder einen Bassisten mit seiner eigenen Frmation präsentieren können: DAVE HOLLAND. Amerikanische Jazzmusiker, die als sogenannte 'Expatriates' in Europa sesshaft wurden, stellen nicht Aussergewöhnliches mehr dar. Es gehören aber europäische Musiker, die in den USA leben und musikalisch aktiv sind, traditionell eher zu den Ausnahmen. Einer der ersten Europäer, die den Absprung auf die amerikanische Szene gewagt und erfolgreich überstanden haben, ist der englische Bassist DAVE HOLLAND. Mittlerweile darf er zu den ganz Grossen seines Fachs gezählt werden. 1968 wurde er von keinem Geringeren als Miles Davis in einem englischen Jazzclub 'entdeckt' und in seine Band verpflichtet, in der er von '68 bis '71 spielte. Seitdem hat er mit allen Grössen des Jazz zusammengearbeitet und selber verschiedene Gruppen geleitet. Dave Holland ist zweifellos einer der international anerkannten Meister seines Instruments, aber auch ein genialer Schöpfer homogenen, transparenten Gruppenklangs mit einer eigenen, unverwechselbaren Ästhetik. So versteht er es in faszinierender Weise, verschiedene Stile zeitgenössischer improvisierter Musik (Fusion, Neobop, freie Interaktion) zu einem Block zusammenzufügen. Dabei wird jedem Musiker grösstmögliche Spielfreiheit gewährt. Immer steht bei ihm der Gruppengeist und nicht sein Bassspiel im Vordergrund. Deshalb wurde auch seine Band, die er in den 80er und Anfang der 90er Jahre leitete, zu den besten Formationen des zeitgenössischen Jazz gezählt. Nun kommt er nach längerer Pause wieder mit einem neuen Quartett nach Europa. Am AltSax bringt er den jungen ERIC PERSON mit, der im letzten Jahr als neues Mitglied des World Saxophone Quartet für Aufsehen sorgte. Am Vibraphon wird er STEVE NELSON präsentieren, der bereits mehrere Male im amerikanischen Jazzmagazin Down Beat zum führenden Instrumentalisten seines Instruments gewählt wurde. Am Schlagzeug wird GENE 'Action' JACKSON sitzen, ein 'deep-swinging power drummer'. Wir sind sicher, dass dem JazzClub Singen ein grosses Konzert bevorsteht.
 
 
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Sonntag 02.04.1995 Matinée - 11:00 Uhr
 
PETER KLEINDIENST Trio & MATTHIAS STICH
 
PETER KLEINDIENST (Gitarre), FRANK BOCKIUS (Marimba/Drums), MARTIN KLEIN (Bass), MATTHIAS STICH (BassCl/AltoSax)
 
Die klassische Gitarre ist im Jazz eher ein ungewöhnliches Instrument. Als einer der wenigen Vertreter der deutschen Szene hat der Gitarrist PETER KLEINDIENST in seinen Kompositionen und Improvisationen eine eigene Klangsprache entwickelt. Dem kompositorischen Ansatz könnte man Begriffe wie Polyrhythmik, Polymetrik und Polytempik zuordnen. Die oft sehr komplexen Themen werden jedoch auch konsequent improvisatorisch weitergeführt. Was im ersten Moment als Post Free erscheien könnte, entpuppt sich bei genauerem Hören als eine Musik mit formalem Aufbau, in der jedem Instrument eine eigenständige thematische Funktion zufällt. Das gleichzeitige Erklingen dreier unterschiedlicher Tempi ist so kein Durcheinander, das wissen die drei glänzend aufeinander eingespielten Musiker zu verhindern. Der Swing des Trios entsteht nicht durch ein gleichzeitiges Miteinander, sondern durch ein Übereinander. Nach langjähriger musikalischer Zusammenarbeit haben neben Peter Kleindienst der Bassist MARTIN KLEIN und der Schlagzeuger und Marimbaspieler FRANK BOCKIUS ausgelotet, wer wann oben, in der Mitte oder unten spielt. Helfen wird ihnen dabei der Jazzpreisträger des Landes BW MATTHIAS STICH.
 
 
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In Zusammenarbeit mit dem Singener Wochenblatt
Donnerstag 23.03.1995 - 20:30 Uhr
 
BETTY CARTER and her Trio
 
BETTY CARTER (Vocals), XAVIER DAVIS (Piano), ERIC REVIS (Bass), WILLIE TERRILL (Drums)
 
"Wenn dein Singen kommerziell wird, dann hört es auf Jazz zu sein", sagte BETTY CARTER einst. Und sie machte nie Kompromisse. Seit den fünfziger Jahren wird sie von allen grossen Musikern des Jazz äusserst geschätzt, und trotzdem gelang ihr erst Anfang der achtziger Jahre auch der ganz grosse Durchbruch beim Publikum und auf allen Jazzbühnen dieser Welt. Sie gilt heute zurecht als die echteste und überzeugendste Jazzsängerin, und jede neu veröffentlichte CD übertrumpft die vorhergehende. Im Jahr '89 erhielt sie einen Grammy für ihre CD *Look What I've Got*. Sie wird seit Jahren als 'DIE Sängerin' bei den Down Beat Umfragen von Kritikern und Publikum gekürt. *It's not about the Melody* meint Betty Carter mit dem Titel einer weiteren CD. Es geht nicht nur um die Melodie, sondern auch um das, was damit ausgedrückt wird. Anders gesagt: Eine Melodie richtig zu singen oder zu spielen genügt allein nicht, sondern es geht um die Gefühle, die damit transportiert werden. Auch wenn sie Songs aus dem Great American Songbook präsentiert, ist für sie der Jazz Ausdruckskunst. "Sie setzt diesen Songs im Gegensatz zu vielen Anderen nicht von innen sondern von aussen zu, sie bemächtigt sich ihrer in einem instrumentalen Furor ohnegleichen, in einem dynamischen Orkan. Im Vergleich zu Bettys instrumentaler Vokalkunst ist der Scatgesang der grossen Ella rührend altmodisches Kunsthandwerk. Keine reisst ihre Improvisationen aus einem amorphen Murmeln in einem einzigen Takt zum schreienden Expressionismus hoch wie sie. Keine improvisiert rhythmisch so komplex, phrasiert so saxophonistisch wie die Carter." (Peter Rüedi, Weltwoche). "Sie ist eine der wenigen Sängerinnen, die Jazzgesang improvisieren können." (Jazzpodium). Ähnlich wie der grosse Schlagzeuger Art Blakey versteht es Betty Carter, hochtalentierte junge Musiker um sich zu scharen. XAVIER DAVIS am Piano, ERIC REVIS am Bass und WILLIE TERRILL am Schlagzeug werden das Feuer entfachen, das sich Betty Carter für jeden ihrer Auftritte wünscht.
 
Der JazzClub Singen dankt der Direktion des SINGENER WOCHENBLATTES für die grosszügige finanzielle Unterstützung.
 
 
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Sonntag 12.03.1995 Matinée - 11:00 Uhr
 
»TRIOCOLOR«
 
JENS THOMAS (Piano), STEFAN WEEKE (Bass), BJÖRN LÜCKER (Drums)
 
Mit TRIOCOLOR haben wir einen ganz besonderen Leckerbissen für unsere März-Sonntagsmatinée verpflichten können. Das Trio mit dem Pianisten JENS THOMAS, dem Bassisten STEFAN WEEKE und dem Schlagzeuger BJÖRN LÜCKER hat auf dem europäischen Jazz-Wettbewerb in Brüssel 1994 gleich zwei erste Preise eingeheimst - das Trio als beste Band und der Pianist als bester Solist! Sie sind alle drei Studenten an der Hamburger Musikhochschule. Doch wer in der Musik ihrer Debüt-CD Argumente gegen 'akademischen Jazz' sammeln will, dürfte es schwer haben. Denn alles andere als orthodox ist es, wie sich die drei des klassischen Mediums Klaviertrio bemächtigt haben: mit einer Offenheit, Spiel- und Experimentierfreude, die formale und stilistische Konventionen ignoriert, wenn es der Musik dient. Sind es die Kompositionen wie die virtuose Energie des Pianisten, die das Klangbild prägen, so ist dies dennoch eine ausgewogenen Gruppenmusik. Die bestechende Dynamik, die punktgenauen Tempowechsel und die sicheren Übergänge von freien Klangsondierungen zu time-gebundenem Spiel künden von einem Kollektivgeist, wie er nur durch intensives Zusammenspiel wächst. "Akademischer Jazz? Es lebe die Akademie!" (Jazzpodium)
 
 
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Freitag 03.03.1995 - 20:30 Uhr
 
MICHEL BENITA Quartett
 
MICHEL BENITA (Bass), ERWIN VANN (TenorSax), RITA MARCOTULLI (Piano), ALDO ROMANO (Drums)
 
Mit dem MICHEL BENITA Quartett präsentieren wir Ihnen eine europäische Formation, deren Mitglieder aus drei verschiedenen Ländern kommen. Der Bandleader, Bassist und Komponist MICHEL BENITA kommt aus Frankreich und lebt in Paris, wo er mit allen Grössen des französischen Jazz zusammenarbeitet. Im Jahre '86 war er der Bassist des 'Orchestre National de France' und hat seit 1990 sein eigenes Quartett, mit dem er zwei bemerkenswerte CDs auf dem französischen Label 'Label Bleu' eingespielt hat. "Ein grosses Quartett... Michel Benist ist der beste französische Bassist der Charlie Haden Schule." (Jazzpodium). Der Saxophonist ERWIN VANN kommt aus Belgien und ist auch für uns eine Neuentdeckung. Im Jahr '92 erhielt er die Auszeichnung als bester Solist des Jahres in Beldien. Aus Italien stammt die junge Pianistin RITA MARCOTULLI, die mit ihrem eindrucksvollen Spiel schon bei vielen europäischen Gruppen für die entsprechende Dynamik sorgte. Ebenfalls aus Italien kommt der Schlagzeuger ALDO ROMANO, den man eigentlich nicht mehr weiter vorstellen müsste. Seit Jahren gehört er zu den bedeutenden Drummern in Europa und hat bei unzähligen Formationen mitgespielt. Berühmt wurde er Anfang der siebziger Jahre als Mitglied des Jazzrock/Fusion Projektes 'Pork Pie'. Er kennt sich in allen Stilen des Jazz perfekt aus und wird auch diesem Quartett den nötigen Druck vom Schagzeug aus geben. Das Michel Benita Quartett wird hauptsächlich Kompositionen der Gruppenmitglieder, aber auch Stücke von Ornette Coleman und von Carole King, der grossen amerikanischen Sängerin, spielen. Wollte man den Stil dieser Formation beschreiben, so müsste man die Schublade 'Modern/PostBebop' aufziehen. Aber überzeugen Sie sich selbst von der Qualität dieser starken Gruppe und ziehen Sie Ihre eigene Schublade auf.
 
Dieses Konzert ist für alle Mitglieder des JazzClub Singen gratis - natürlich auch für die, die an diesem Abend Mitglied werden!
 
 
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Donnerstag 16.02.1995 - 20:30 Uhr
 
CHRISTOPH STIEFEL Quartett feat. CHARLIE MARIANO
 
CHRISTOPH STIEFEL (Piano/Synth), CHARLIE MARIANO (AltoSax), WOLFGANG HAFFNER (Drums), DIETER ILG (Bass)
 
*Between Moon and Sea* heisst die erste CD des CHRISTOPH STIEFEL Quartetts und genau dorthin trägt seine Musik die ZuhörerInnen. Auf welche Art sie das tut, ist mit Worten eigentlich gar nicht zu beschreiben. Obwohl der Bandleader selbst dafür in der Welt der Worte eine Anleihe macht: "Lyrischer Jazz" nennt er seinen Stil, und wie ein Gedicht erscheinen auch seine Kompositionen. Um einen solchen lyrischen Eindruck zu erzeugne - mit ruhiger Musik die Spannung zu bewahren, den Bogen weiterzuführen, ihn zu durchbrechen ohne ihn zu unterbrechen - um das zu erreichen, sind Musiker von höchster Qualität gefragt. Der Pianist CHRISTOPH STIEFEL hat sie gefunden in DIETER ILG am Bass und WOLFGANG HAFFNER am Schlagzeug. Vom Vierten im Bunde ganz zu schweigen: CHARLIE MARIANO, die 70jährige Saxophon-Legende. Charlie Mariano kann nicht nur die Kompositionen Stiefels auf seine zauberhafte, sehr persönliche Art zum Klingen bringen. Das Zusammentreffen einer jüngeren Jazzmusiker-Generation mit ihren eigenen, neuen Ideen - und eines der erfahrensten und bekanntesten Jazzmusiker Europas bedeutet für alle eine interessante Herausforderung, und hat schon anlässlich der letztjährigen Tour zu begeisterten Kritiken geführt. Charlie Mariano hat es nicht mehr nötig, sich in den Vordergrund zu drängen. Einfühlsam und sensibel ordnet er sich in die Band und die Kompositionen ein und lässt dafür in den Freiräumen der Stücke seine Klasse aufblitzen. "Eine wahre Ohrenweide war es, was das Christoph Stiefel Quartett auf die Bühne zauberte. Es war eine Musik wie aus Glas, durchsichtig und klar, sehr zerbrechlich und schwer zu erfassen." (Badische Zeitung '93) Christoph Stiefel, gross geworden bei Andreas Vollenweider, wird uns mitnehmen in eine andere Welt zwischen Mond und Meer.
 
Mit freundlicher Unterstützung von PRO HELVETIA
 
 
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Sonntag 12.02.1995 Matinée - 11:00 Uhr
 
JÖRN SCHIPPERs »Blue Room Ensemble« feat. GABRIELE HASLER
 
GABRIELE HASLER (Vocals), WOLLIE KAISER (Saxophone), STEFAN LOTTERMANN (Posaune), DIETER MANDERSCHEID (Bass/Cello), JÖRN SCHIPPER (Drums/Tuba)
 
GABRIELE HASLER und JÖRN SCHIPPER sind alte Bekannte des JazzClub Singen, haben sie doch bereits dreimal hier bei uns mit jeweils verschiedenen Projekten gespielt. Diesmal kommt Jörn Schipper mit seinem aktuellen Quintett *Blue Room Ensemble*. Seine Bandmitglieder sind auch schon alle bei uns zu Gast gewesen. Der Saxophonist/BassKlarinettist WOLLIE KAISER mit der Kölner Saxophon Mafia, der Posaunist STEFAN LOTTERMANN mit Heinz Sauer und der Bassist DIETER MANDERSCHEID mit Amman Boutz. Das Blue Room Ensemble ist Schoppers derzeitige Wunschbesetzung. Der individuelle Stil, das hohe Mass an Virtuosität und die künstlerische Phantasie der MusikerInnen ermöglichen es ihm, eine grenzüberschreitende Musik zu konzipieren, die Tradition und Moderne miteinander verbindet. Rückgriffe auf die Tradition geben dem aktuellen Jazz ja derzeit ganz wesentliche Impulse. Das Kühne, Moderne, Erregende, das die Klassiker des Jazz einst entwickelten, ist bis heute brisant geblieben und hat nichts von seiner Wirkung verloren. Eben daran anzuknüpfen, diese moderne Wirkung auszuweiten, ist eine gute Chance, das Klangvokabular der aktuellen Spielformen aufzufrischen. Dabei bilden die vorwiegend älteren Kompositionen Duke Ellingtons den Rahmen für unkonventionelle Arrangements und eigene Kompositionen. "Seine Ellington-Arrangements bringen das Spezifische dieser Standards genau auf den Punkt, bündeln diese Momente und weiten sie gleichzeitig mit starker Phantasie aus. Schippers Ellington ist auf jeden Fall ein starkes, ein klangintensives und genussreiches Projekt." (Jazzpodium). Das Blue Room Ensemble wird ausserdem soweit wie möglich auf elektrische Verstärkung verzichten.
 
 
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Donnerstag 26.01.1995 - 20:30 Uhr
 
JOACHIM KÜHN »Famous Melodies« Solo Piano
 
Grenzen, ganz gleich ob geographischer oder musikalischer Natur - für den Pianisten JOACHIM KÜHN waren sie stets dazu da, überschritten zu werden. Grenzen zwischen Ost und West, Europa und Amerika, moderner Konzertmusik und Jazz sowie, innerhalb des Jazz, zwischen den verschiedenen Stilen - sie alle hat er im Laufe seiner Karriere überschritten und überschreitet sie noch. Klassik, Dixieland, Hardbop, FreeJazz, FreeRock, Fusion und konzertante europäische Improvisationsmusik sind die Etappen seiner künstlerischen Laufbahn. Auf der internationalen Jazzszene gilt der Tastenvirtuose schon lange als eine der herausragenden und eigenständigen Stimmen der europäischen Jazz. Seit Anfang der achtziger Jahre spielt er ausschliesslich akustisches Piano. In seiner aussergewöhnlichen Soloarbeit verbindet er Elemente von deutscher Spätromantik mit französischen Impressionismus mit jazzgerechter Improvisation. Im letzten Jahr erschien bei dem renommierten französischen Plattenlabel 'Label Bleu' seine letzte CD mit dem Titel *Famous Melodies*, eine Aufarbeitung bekannter Standards der letzten Jahrzehnte. Bei seinem Konzert wird er Kostproben aus dieser CD, die von der deutschen Schallplattenkritik 1994 eine Auszeichnung erhielt, darbieten. *Armer Gigolo*, *Dreh dich nicht um nach fremden Schatten*, *Lilli Marleen* - Joachim Kühn umspielt die Themen, improvisiert über ihre Harmonien, entfernt sich aber bei allen Stücken nie sehr weit von ihnen. Der Pianist protzt nicht mit seiner Technik, sondern nutzt sie zur künstlerischen Befreiung. Deshalb rutscht sein Spiel auch nie ab, obwohl die Themen dazu verleiten könnten. "Es sind vor allem seine subtile Behandlung der Vorbilder, sein filigranes Spiel, die abgestufte Dynamik des Anschlags, das Gespür für Stimmungen und seine Phantasie, die im Zusammenwirken sein Spiel so kurzweilig, weil originär, werden lassen." (Jazzpodium)
 
Das KLAVIERHAUS FAUST, Konstanz, stellt uns freundlicherweise für diesen Abend einen Bösendorfer-Flügel, den wir im Gems-Saal und nicht auf der Bühne postieren werden, gratis zur Verfügung. Die Genossenschaft MIGROS unterstützt dieses Konzert durch einen finanziellen Beitrag. Beiden Sponsoren ein herzliches Dankeschön!
 
 
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Donnerstag 05.01.1995 - 20:30 Uhr
 
GABRIELLE GOODMAN & WOLFGANG MUTHSPIEL Quartet feat. DON ALIAS / KENNY DAVIS
 
GABRIELLE GOODMAN (Vocals), WOLFGANG MUTHSPIEL (Guitar), DON ALIAS (Percussion), KENNY DAVIS (Bass)
 
"Ich habe die Zukunft des Jazzgesangs gehört und ihr Name ist GABRIELLE GOODMAN." (Stephen Israel, Times Herald) Und genau diese neue amerikanische Sängerin wird unsere kleine Reihe *Jazz made in Europe* eröffnen, denn mit ihr wird einer der Hoffnungsträger des europäischen Jazz, der österreichische Ausnahmegitarrist WOLFGANG MUTHSPIEL, auf der Bühne stehen. Er war auch dabei, als sie im Sommer '94 beim Montreux Jazz Festival ihre neuen Songs präsentierte und Publikum und Kritik gleichermassen überzeugte. In Singen wird sie von dem alten Hasen DON ALIAS (der nun wirklich schon mit allen Grössen des Jazz zusammenspielte) an den Percussions und von dem Young Lion KENNY DAVIS am Bass begleitet. Der Mensch sucht im Neuen das Vertraute: Hört sich das nicht manchmal nach Billie Holiday an, klingt nicht die eine oder andere Phrase wie von Ella Fitzgerald? Doch wer die neue CD *Until We Love* auf JMT von Gabrielle Goodman gehört hat, muss feststellen: hier ist eine neue Stimme im Jazz, die trotz einiger Parallelen mit niemandem zu vergleichen ist. Auffällig in tifen Lagen die stumpfe, belegte Intonation der Sängerin, die in höheren Registern an Dynamik und Flexibilität gewinnt. Und ein weiteres Merkmal: Sie setzt ihre Stimme sehr instrumental ein. In Balladen zeigt sich Gabrielle dank ihrer stimmlichen Vielfalt und der jazzigen Phrasierung besonders stark. Auf dem dünn besetzten Feld des weiblichen Jazzgesangs ist sie eine wertvolle Bereicherung mit grosser Zukunft. Mit von der Partie ist der österreichische Gitarrist Wolfgang Muthspiel, den Gabrielle vor allem bei Live-Auftritten nicht missen mag. Während sie oft zu festen Arrangements neigt, führt er die Songs in immer wieder neue Richtungen und sorgt so für stets irritierende Momente. Geboren 1965 in Judenburg, Ausbildung an der Grazer Hochschule für Musik, '83 und '85 Sieger im Wettbewerb 'Jugend musiziert', '86 Übersiedlung nach Boston/USA. Kein Geringerer als der Vibraphonist und Talentschmied Gary Burton holte ihn dann in sein Quartett, mit dem er auf weltweite Tournee ging. Muthspiel ist heute mit seinen 30 Jahren ein wunderbarer Gitarrist mit grosser Technik, ein guter Komponist und ein Improvisator, der eine wirklich erkennbare persönliche Note aufweist. Und nichts ist wichtiger im Jazz.
 

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Text: R. Kolmstetter

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