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| Donnerstag 11.12.1997 - 20:30 Uhr |
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| TRIO CLUSONE |
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| HAN BENNINK (Drums),
ERNST REIJSEGER (Cello),
MICHAEL MOORE (Sax) |
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Eines der wohl spannendsten Jazz-Ensembles unserer Zeit ist das in Amsterdam ansässige
TRIO CLUSONE, bestehend aus MICHAEL MOORE (Saxophon/Klarinette), HAN BENNINK
(Schlagzeug/Percussion) und ERNST REIJSEGER (Cello). Ihr Zusammenspiel hat telepathischen
Charakter, und wer die Band je live gehört hat, weiss was es heisst, auf eine
phantastische Reise entführt zu werden. Ein gutes Jazztrio hat etwas von einem
dreibeinigen Stuhl. Mit drei Beinen wackelt der nämlich nie, egal mit welcher unebenen
Unterlage. Vor ein paar Jahren taten sich die drei Musiker, die auch alle in Misha
Mengelbergs "Instant Composer's Pool" mitspielen, nur für einen Auftritt beim
norditalienischen Festival von Clusone zusammen, aber seitdem stürmen sie mit ihrem
schrulligen Humor vor allem europäische Bühnen. So auch vor drei Jahren die des Jazzclubs,
als sie bei einer SWF Jazzsession das Publikum zu Begeisterungsstürmen
hinrissen. *Love Henry* (Gramavision) ist die neueste CD des Clusone Trios. Da wird
auf Teufel komm raus spontan improvisiert, bis wieder einer der drei das besondere Aroma
einer Klamotte aus der untersten Schublade des Songrepertoires freisetzt. Neben
Eigenkompositionen verbindet das Trio Fremdkompositionen improvisatorisch in Medleys, die
Kompositionen von z.B. Irving Berlin, Johnny Mercer, Kurt Weill u.a. in völlig neues
Licht rücken. Das geht von *Cookoo in the Clock* bis zu *White Christmas*. Clownhafte
Tonakrobatik und Parodie verbinden sich mit einem sehr engagierten Spiel. Dabei steht
die unbändige Lust im Vordergrund und weniger die glatte Parodie, sich über
Populärklassiker herzumachen - die Freude - hinter Verstaubtem Neues zu
entdecken. "Manchmal liest du auf der Innenseite deiner Netzhaut schon Wochen, bevor
du den ersten Ton hörst, das Wort Festivalhit - Trio Clusone. Und dann hörst du den
ersten Ton und es wird einfach nur wahr. Die drei spielen einen Free Jump und alles was
dazu gehört Han Bennink ist nach drei Nummern vielleicht vorhersehbar, aber er spielt
trotzdem den schönsten Besen auf der schönsten Snare-Drum dieser Welt und das ist
Rhythmus, bei dem man einfach mitgehen muss. Wenn man seine Mutter, seine Erbtante oder
seinen Vermieter davon überzeugen möchte, dass Jazz die tollste Sache der Welt ist, dann
lädt man sie einfach zu einem Trio Clusone Konzert ein. Und jetzt wette ich fünf Mark,
dass auch Sie demnächst die Innenseite Ihrer Netzhaut lesen können."
(Jazzthetik) MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG BOTSCHAFT DES
KÖNIGREICHS DER NIEDERLANDE |
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| Sonntag 30.11.1997 - 20:30 Uhr |
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| LOUIS SCLAVIS Trio |
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| LOUIS SCLAVIS (Clarinet),
BRUNO CHEVILLON (Bass),
FRANCOIS MERVILLE (Drums) |
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Endlich! LOUIS SCLAVIS kommt! Seit Jahren steht dieser französische Ausnahmemusiker ganz
oben auf unserer Wunschliste und nun hat es auch Dank der Hilfe des Institut Francais,
Freiburg, geklappt, ihn mit seinem aktuellen Trio nach Singen zu holen. Der wohl führende
europäische Klarinettist und Erfinder der sog. "Folklore Imaginaire" bringt am Bass BRUNO
CHEVILLON und am Schlagzeug FRANCOIS MERVILLE mit. Mit diesem Trio hat er bereits eine
herausragende CD eingespielt: *Ceux Qui Veillent La Nuit* (Label Bleu LBLC 6596). Die
Zeitschrift Jazzthetik vergab hierfür die höchste Wertung: Fünf Sterne! Und das Jazz
Podium schreibt: "Es bleibt dabei: Keiner kann Louis Sclavis auch nur annähernd das
Wasser reichen, wenn es darum geht, mit geringstem Aufwand die grösstmögliche Wirkung zu
erzielen." Er gilt als die Lichtgestalt an der Klarinette im europäischen Jazz. Der
virile Franzose schwang sich in den zurückliegenden Jahren klammheimlich mit einer ganzen
Reihe exquisiter Veröffentlichungen in die Spitzengruppe der führenden Klarinettisten
unserer Zeit auf. Auf seiner CD *La Nuit ...* präsentiert er Minimalismus in Reinkultur
und Klangfarben ohne Ende; das Trio erweist sich als fluktuierender Energieleiter für
eine Vielzahl musikalischer Atome. Aus einer zerklüfteten Melodie formt sich eine
ostinate Bassfigur, fahriger Bop, treibender Funk und wellenförmige, orientalische
Tanzrhythmen wechseln urplötzlich in freie Passagen. Sclavis steht dabei symbolisch für
das Archaische im Jazz: keine Licks, keine Formalitäten, kein Repertoire- und
Bildungsballast. Dafür Ausdruck und Formstrenge. Er deutet an, was zu sagen ist, und
lässt weg, was verzichtbar erscheint. Sein dunkler, basslastiger Sound besitzt etwas
Warmes und doch Bedrohliches, so, als wolle er seine Hörerschaft vor dem musikalsichen
Urknall warnen, dem ultimativen Wurf, nach dem nichts mehr im Jazz neu zu erfinden ist.
Mit seiner letzten CD kommt er diesem Ziel näher. Ihn dabei zu beobachten, dürfte eine
der interessantesten Aufgaben der kommenden Jahre darstellen. MIT
FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG INSTITUT FRANCAIS FREIBURG |
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| Mitveranstalter: Wenner-Holzblasinstrumente, Singen |
| Mittwoch 19.11.1997 - 20:30 Uhr |
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| KÖLNER SAXOPHON MAFIA »Place for Lovers« |
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| ROGER HANSCHEL,
WOLLIE KAISER,
STEFFEN SCHORN,
JOACHIM ULLRICH,
GERHARD VEECK |
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Reine Spekulation bleibt die Antwort auf die Frage, warum in den achtziger Jahren
plötzlich die "a cappella" organisierten Saxophongruppen im Jazz überall aus dem Boden
schossen, Ensembles also, in denen keine Rhythmus- und Akkordinstrumente, sondern nur
Saxophone, allenfalls mal eine Flöte geduldet wurden. Neu erwachtes Zunftbewusstsein,
Lust auf die Herausforderung exponierter Stimmführungen ohne Pause und den beschönigenden
Kleister von Bässen und Schlagzeugen oder nur Faszination einer neuen Mode? Die KÖLNER
SAXOPHON MAFIA, die von allen vergleichbaren Gruppen am kontinuierlichsten arbeiten
konnte, besteht nunmehr seit 16 Jahren! Die Stossrichtung ihrer Klänge, die vom Jazz
kommend in diverse Stilrichtungen mündet, versteht sich schlicht als "zeitgenössische
Musik". Wie kaum ein anderes Ensemble hat sie stets neue Projekte entwickelt, die sich
Räume - auch Zeiträume - zur musikalischen Entwicklung vornehmen. Jazzpraxis und
europäisches Formbewusstsein sind ihre tragenden Säulen. In all den Jahren hat die Gruppe
bereits 10 Tonträger veröffentlcht. Die neue CD der Mafia trägt den Titel *PLACE FOR
LOVERS* (Jazzhausmusik CD82) genauso wie das in Singen zur Aufführung kommende Programm.
Mehr noch als in den vergangenen Programmen nutzt die Gruppe die vielfältigen
Möglichkeiten der Instrumentierung von Kontraaltklarinette bis Pikkoloflöte, von
Bassaxophon bis Sopraninosaxophon. So verschiedenartig die Liebe daherkommt, so
unterschiedlich dann auch die Musik: weiche, samtige Sounds, aber auch wilde, eruptive
Saxophonpassagen. Wie immer auch dieses Programm die Liebe in ihren Facetten auslotet
(inkl. der verschiedenen Seitensprünge), bleibt die Mafia sich selbst und ihrer Musik
treu und das Ganze unplugged, also rein akustisch. EINE VERANSTALTUNG IM
RAHMEN DER SAXOPHONTAGE WENNER - HOLZBLASINSTRUMENTE VOM 15.-22. NOV 97
INFO UND ANMELDUNG ZU VERSCHIEDENSTEN KURSEN TEL: 07731/64085 |
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| Mitveranstalter: Kulturzentrum Gems |
| Donnerstag 13.11.1997 - 20:30 Uhr |
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| RAY BROWN Trio |
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| RAY BROWN (Bass),
BENNIE GREEN (Piano),
GREG HUTCHINSON (Drums) |
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RAY BROWN, einer der ganz Grossen des Jazz, gilt als der moderne Jazzbassist schlechthin.
Geboren am 16. Oktober 1926 in Pittsburg, USA, begann er 1945 seine Karriere bei Dizzy
Gillespie und spielte danach mit allen Jazzgrössen der Welt, inklusive Charlie Parker.
Ab 1948 spielte er mit seiner späteren Frau Ella Fitzgerald, und von 1951 bis 1966 war er
eine tragende Säule des weltberühmten Trios eines anderen Giganten - dem Oscar Peterson
Trio. Danach gab es unzählige Auftritte bei "Jazz at the Philharmonic". Nach Singen kommt
er mit zwei Topmusikern, mit denen er schon seit Jahren ein Trio bildet: Am Piano der
32jährige BENNIE GREEN, ehemaliger Jazzmessenger bei Art Blakey, und unter den jungen
Pianisten bereits einer der ganz Grossen. Am Schlagzeug sitzt der 27jährige GREG
HUTCHINSON, der als Referenzen das Trio der Sängerin Betty Carter und das Quintet des
Trompeters Roy Hargrove vorzuweisen hat. Zwei Ausnahmemusiker, die Ray Brown in sein Trio
integriert hat. Das Jazz Podium schreibt über seine CD *Don't Get Sassy* (Telarc
83368): "Pianotrios im Mainstreambereich werden am Oscar Peterson Trio gemessen,
besonders, wenn Ray Brown den Basspart übernimmt. Der Verglech fällt für Benny Green
nicht schlecht aus. Er spielt im allgemeinen "akkordischer" als Oscar, zeigt aber, dass
seine Finger auch laufen können. Ray Brown, der sich businessbewusst wie eh und je,
einmal mehr als Leader etabliert, glänzt mit seinem breiten, satten Wanderbass und Greg
Hutchinson trommelt ohne Effekthascherei, aber sicher und effektvoll mit stets zwingendem
Druck. Ray Browns Intonation ist sauber, seine Linien sind präzise, ökonomisch und
logisch, und er ist perfekt aufgenommen. Der Mann ist der am härtesten swingende Bassist,
und darüberhinaus hat er die beste Bass-Schule geschrieben, die ich kenne." Ray
Brown: "Ich liebe es nach wie vor 'Time' zu spielen. Rhythmus mit einem guten Sound ist
wie ein Herzschlag." Nutzen Sie diese einmalige! Gelegenheit, diesen grossen Künstler
beim Jazz Club live erleben zu dürfen. |
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| Sonntag 09.11.1997 - 20:30 Uhr |
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| IMMANUEL BROCKHAUS Trio & SANDY PATTON |
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| IMMANUEL BROCKHAUS (HammondOrgan/FenderRhodes),
STEFAN RADEMACHER (Bass),
HIRAM MUTSCHLER (Drums),
SANDY PATTON (Vocals) |
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SANDY PATTON: "Mein Cousin war ein Mitglied der Marvelettes. Die kamen alle von der
Inkster High School in Detroit - der Motor City - und so hatte ich die grosse Gelegenheit,
diesen Motown Sound in mich aufzusaugen und viele der grossen Künstler kennenzulernen:
The Temptations, Gladys Knight, Stevie Wonder, Marvin Gaye." Sie kennt sie alle und kann
davon "ein Lied singen". Wer könnte besser von Mo(tor)Town Detroit ein Lied singen als
Sandy Patton, dort aufgewachsen und gross geworden mit der Musik der Motown-Stars. Sandy
hat im Geiste wieder besucht - Motown Revisited - und mit ihren Jazz-Roots verschmolzen -
Motown goes Jazz. Dieses Projekt verarbeitet die Perlen der Motown-Klassiker zu
zeitgenössischen Jazz-Arrangements. Sandy Patton und Immanuel Brockhaus haben gemeinsam
die Idee entwickelt, die alten Gassenhauer wie *Dancing in the Streets* oder *Upside
Down* in ein neues Gewand schlüpfen zu lassen. Sandy Patton interpretiert, wie es zu
einer Vokalistin ihres Formats passt: eindringlich und seelenvoll. Die Band - IMMANUEL
BROCKHAUS (HammondOrgan/FenderRhodes), STEFAN RADEMACHER (Bass), HIRAM MUTSCHLER
(Drums) - erzeugt einen Puls zwischen Hardbop und Funkyness, zwischen Sphären und Soul.
Wir sind gespannt und freuen uns auf einen schönen Jazzvokalabend mit einer grossen
Sängerin. P.S.: Sandy Patton hat übrigens beim diesjährigen Jazzfestival Bern mit der
Basslegende Ray Brown und seinem Trio gespielt (siehe nächstes Konzert), was allein schon
Referenz genug sein sollte. |
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| Donnerstag 30.10.1997 - 20:30 Uhr |
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| RENAUD GARCIA-FONS Quartet »L'Alborea« |
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| RENAUD GARCIA-FONS (Bass),
YVES TORCHINSKY (Bass),
JEAN-LOUIS MATINIER (Akkordeon),
JACQUES MAHIEUX (Drums) |
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Immer wieder offeriert Musik wunderbares Neuland. Immer wieder finden Künstler Klangräume,
die zuvor noch keine musikalische Expedition vorgedrungen war. Als "Paganini des
Kontrabass" und "Intonationsgenie" gilt der Pariser Kontrabassist RENAUD GARCIA-FONS, ein
Franzose spanischer Abstammung. Er ist in der zeitgenössischen Musik genauso zuhause wie
in der arabisch-andalusischen und im Jazz und er ist ein solcher Expeditionsleiter wie
oben beschrieben. Als solcher muss er offen sein für Dinge, die sich unterwegs ereignen.
Reaktionen sind gefragt, Intuition, Erfahrung, Gefühl. Er kennt und liebt südeuropäische
Landschaften, er kennt und liebt deren kulturelle Wurzeln und Traditionen - in seiner
Musik schlagen sie sich nieder. Als Sideman von Michael Riessler und Rabih Abou-Khalil
(beide schon mit ihm bei uns zu Gast) floss diese Liebe eher unmerklich oder beiläufig
ein. Mit seinem eigenen Quartett aber kann sich die Seele des musikalischen Explorateurs
voll entfalten. Jazz und mediterrane Folklore verschmelzen so selbstverständlich, als
hätte es nie Unterschiede gegeben. Die vier exzellent aufeinander eingestimmten Musiker
haben eine phantastisch assoziationsreiche Musik geschaffen, in der Einflüsse aus New
Musette, Tango Nuevo, Flamenco oder Sirtaki zu einer neuen Einheit verarbeitet
wurden. Das Ungewöhnlichste an diesem Quartett, das rein akustisch im Gemssaal
aufspielen wird, aber ist die Besetzung: neben Renaud Garcia-Fons zupft und streicht
auch YVES TORCHINSKY einen Bass. Gestrichen weckt er Glücksgefühle. Dazu bedient
JEAN-LOUIS MATINIER das Akkordeon auf äusserst virtuose Weise, und JACQUES MAHIEUX setzt
am Schlagzeug feinfühlige Akzente. Von der sanften Ballade bis zum mitreissenden
Hochzeitslied, man lässt sich gerne entführen in die geheimnisvollen und unbekannten
Gefilde dieser leichten, beruhigenden, intensiven und immer fröhlichen
Musik. MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG INSTITUT FRANCAIS, FREIBURG |
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| Freitag 17.11.1997 - 20:30 Uhr |
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| RICHARD GALLIANO Trio |
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| RICHARD GALLIANO (Akkordeon),
PHILIPPE AERTS (Bass),
ROBERTO GALLO (Drums) |
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Wenn es um den 47-jährigen französischen Akkordeonisten RICHARD GALLIANO geht, dann sind
sich Publikum und Kritiker immer einig: Super, lautet der Kommentar in beiden Fällen. Am
17. Oktober haben Sie die Gelgenheit beim Jazz Club in der Gems diesem Ausnahmetalent
zuzujubeln, wenn er einen Parcours durch die besten Stücke seines aktuellen Repertoires
mit seinem Trio bietet: Am Bass PHILIPPE AERTS und am Schlagzeug ROBERTO
GATTO. Musette, Tango und Jazz gehen bei Galliano eine harmonische Verbindung ein.
Stilrichtungen, die man nun nicht gerade auf Anhieb zusammenbringen würde, wenn man nicht
Gallianos Stücke kennen würde. Und dabei spielt natürlich seine Biographie eine nicht
unwichtige Rolle. 1950 zu Cannes geboren, lebt er seit ein paar Jahren in Paris. Und
irgendwo dazwischen hat er den argentinischen Bandoneonspieler und Komponisten Astor
Piazolla kennengelernt, der seit einigen Jahren leider nicht mehr unter uns ist, der aber
ein ganz enger Freund und Mentor von Richard Galliano gewesen ist. Er hat ihn auf seinem
Weg bestärkt, als ihm noch niemand zugejubelt hat. "Geh Deinen eigenen Weg", ist der
Ratschlag vom Meister gewesen, den der Schüler kompromisslos umgesetzt hat. Und so kommt
es, dass er in seiner Sparte heute praktisch konkurrenzlos dasteht. Der Piazolla von
Frankreich! Er macht mit der Musette, dem Akkordeon der französischen Volksmusik, was
Piazolla mit dem Tango anstellte: Er spielt sie liebevoll, aber nicht sentimental und
walzerselig, gewissermassen ohne Jean Gabins Gitane im Mundwinkel. Wohl aber gelegentlich
(einen weiteren Nachhall im Ohr, die grandios dichte und leichte Musik von Django
Reinhardt) mit einem zigeunerischen Schwung. Das Akkordeon (vom Bandoneon nicht zu reden)
verführt zu Nostalgie und Sentimentalität. Die lässt Galliano gelegentlich wie einen
ironischen sentimentalen Abglanz zu. Ansonsten bringt er seinen Balg véritablement zum
Sprühen, Funkeln, Glühen, und er hat sich dazu die richtigen Musiker ausgesucht. Er ist
unbestritten ein Jazzmusiker, obwohl in jedem Ton seine tänzerische Musette-Ader
mitschwingt und er dazu noch ein Instrument spielt, das so gar nicht zum zeitgenössischen
Jazz passen will - das Akkordeon. Er beherrscht eine musikalische Sprache, die
einzigartig ist: geprägt von der Tradition, aber offen für Neues. Vor allem aber ist er
neugierig und auf der Suche nach ungewöhnlichen musikalischen Begegnungen. Für seine
Verdienste um die Musik erhielt Richard Galliano 1992 den Prix Django Reinhardt der
Academie du Jazz, die höchste Auszeichnung, die in Frankreich an Jazzmusiker verliehen
wird. MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG INSTITUT FRANCAIS FREIBURG |
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| Mittwoch 08.10.1997 - 20:30 Uhr |
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| DIETER ILG Trio »Folk Songs« |
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| DIETER ILG (Bass),
WOLFGANG MUTHSPIEL (Gitarre),
STEVE ARGÜELLES (Drums) |
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Wie wichtig die erste Prägungsphase in der Kindheit für die weitere Entwicklung ist, kann
der Bassist DIETER ILG nur bestätigen: Er hat sich nämlich als Erwachsener an die Volks-
und Kinderlieder erinnert, di er vor vielen Jahren gehört und gelernt hat, wie z.B. *Der
Mond ist aufgegangen* und *Frère Jacques*. Dieses Liedgut hat er nun in einen
jazzmusikalischen Zusammenhang gebracht, so dass es zur Grundlage seiner neusten CD *Folk
Songs* (Jazzline) geworden ist. "Je mehr ich mich damit beschäftigte, desto mehr merkte
ich, dass es genau das ist, was ich brauche und was ich will, so der in Freiburg lebende
Kontrabassist, der nun seit mehr als einem Jahrzehnt national wie auch international mit
Abstand der beste Jazz-Kontrabassist ist, den die deutsche Szene zu bieten hat. Wir haben
ausserdem keine Jazzzeitschrift gefunden, die seine neuste CD nicht als hervorragendes
Werk eingestuft hätte. "Dieter Ilg setzt zusammen mit Gitarrist WOLFGANG MUTHSPIEL und
Drummer STEVE ARGUELLES sein Konzept von Folk Songs um, wobei er sich neben Frankreich
und Korea hauptsächlich der Tradition deutschen Liedguts verschreibt. Herausgekommen ist
dabei eine der erstaunlichsten und entspanntesten neuen Jazz Produktionen der letzten
Zeit." Auf der Suche nach interessantem Material nahm Ilg auch das in Freiburg
ansässige Deutsche Volksliedarchiv in Anspruch, wo er weitere Volksweisen für sein
Projekt entdeckte. Bei der musikalischen Bearbeitung verliess er sich hauptsächlich auf
seine Intuition. Er betrachtet seine Folk Songs auch aus musikalischer Sicht als ein
politisches Bekenntnis: "Wenn Du bei vielen Jazz-Standards die Melodien von den Harmonien
trennst, dann hast Du oftmals eine öde Leere. Die Volkslieder hingegen sind ganz einfach;
sie können gesungen werden und haben dennoch eine Bedeutung." Er entdeckte Melodien, die
vielen von uns nicht einmal die Grossmutter am Bett gesungen hat. Wie schön ist doch das
Thema von *Es tagt der Sonne Morgenstrahl*. Und wie magisch kann der *Frère Jacques*
gedehnt werden! Mit Wolfgang Muthspiel, der nun bereits zum dritten Mal zum Jazz Club
kommt und sich zu einem der interessantesten Gitarristen auf der internationalen
Jazzszene gemausert hat, entstanden unter anderem ein bluesig groovendes *Maienzeit
bannet Leid* und eine herrlich freie Improvisation über der *Mond ist aufgegangen*. Das
alles hat aber überhaupt nichts mit Volkstümelei zu tun. Das Trio spielt die alten Stücke
denn auch so wohlüberlegt und souverän, wie es grossartigen Melodien gebührt. Appetit
bekommen? Lassen Sie sich überraschen! DIESES REIN AKUSTISCHE KONZERT WIRD
GEFÖRDERT DURCH DEN GENOSSENSCHAFTSVERBAND 'MIGROS' WINTERTHUR-SCHAFFHAUSEN - VIELEN
DANK! |
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| Donnerstag 25.09.1997 - 20:30 Uhr |
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| CECIL McBEE Quintet |
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| CECIL McBEE (Bass),
JAMES ZOLLAR (Trumpet),
RANDALL CONNERS (AltoSax),
DAVID BERKMAN (Piano),
MATT WILSON (Drums) |
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CECIL MCBEE (Bass, Comp.), *19.05.1935 Tulsa, Oklahoma. In den sechziger Jahren
wesentlich am Aufbruch des Neuen Jazz beteiligt, vereinigt er in seiner Arbeit schlüssig
beide Pole moderner Bass-Stilistik: den von Ray Brown (zu hören beim Jazz Club im
November) repräsentierten "Fundamentalismus" wie auch die von Oscar Pettiford
angestossene, von Scott LaFaro und anderen weiterverfolgte Tendenz zum "solistischen
Konzept". Das erklärt die Wertschätzung McBees im Lager der Modernisten und zugleich bei
Hardbop-Musikern. Cecil McBee ist heute ohne Frage eine der Hauptsäulen des modernen
Basses. Als Leader eigener Gruppen und bevorzugter Partner von unzähligen Jazzgrössen
bemüht er sich auch um das Erbe John Coltranes, der vor dreissig Jahren im Juli 1967 viel
zu früh verstorben ist und heute mehr denn je von vielen Musikern als der Jazzmusiker des
modernen Jazz verehrt und verarbeitet wird. McBees Discographie ist endlos. Nur wenige
Jazzmusiker sind auf so vielen und auch stilistisch so unterschiedlichen Platten zu hören
wie er. Er ist im Bop genauso zuhause wie im Modalen und im Free Jazz. Er ist u.a.
Mitglied des phantastischen New York Jazz Trio mit Yosuke Yamashita, mit dem er vor zwei
Jahren in Singen beim Jazz Club konzertierte und eines der Konzerte ablieferte, die uns
am stärlsten in Erinnerung blieben. Aber allen ist dieser grossartige Bassist nur als
Sideman bekannt. Jetzt will er sich verstärkt um seine eigene Musik kümmern und mit
eigenen Formationen touren. Im August 96 fand die erste im September 97 mit einer
Einladung zum Jazzfestival in Viersen die zweite Tour mit seinem eigenen Quintet
statt. JAMES DELANO ZOLLAR, Trompete, konnten wir dieses Jahr bereits bei der Don
Byron Group bewundern. Ein junger Trompeter, der auf Grund seiner technischen und
improvisatorischen Fähigkeiten bestimmt seinen Weg gehen wird. Mit dem Altsaxophonisten
RANDALL LEONARD CONNERS, dem Pianisten DAVID BERKMAN und dem Schlagzeuger MATT WILSON
kommen drei Musiker nach Singen, die es auch für uns noch zu entdecken gilt. Aber was
gibt es Spannenderes, als Neues zu entdecken. Wir sind jedenfalls sicher, dass Cecil
McBee nur erstklassige Mitmusiker in seine Gruppen holt, um seine eigenen Stücke und die
anderer Kollegen aufzuführen Dabei bewegt sich das Ganze im Modern Bop Bereich, mit
starken Anklängen an das afro-amerikanische Erbe. So heisst auch eine seiner Platten *The
Source* - die Quelle, und die befindet sich für ihn in Afrika. Für alle die, die ihn
nicht kennen, hier eine unvollständige Liste der Grössen des Jazz, mit denen er im Laufe
der Jahre intensiver zusammenarbeitete: Elvin Jones, Alice Coltrane, McCoy Tyner, Miles
Davis, Jack DeJohnette, Keith Jarrett, Wayne Shorter, Pharoah Sanders, Freddie Hubbard,
Charles Lloyd, Sonny Rollins, James Newton, Joe Henderson, Lester Bowie, Arthur Blythe,
Chico Freeman, Joe Lovano etc. etc. |
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| Mittwoch 27.08.1997 - 20:30 Uhr |
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| EHRLICH / CYRILLE / DRESSER |
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| MARTY EHRLICH (Saxophone/Clarinet),
ANDREW CYRILLE (Drums),
MARK DRESSER (Bass) |
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Seit nun über 25 Jahren wird im schweizerischen Willisau eines der interessantesten
Jazzfestivals für modernen Jazz in Europa durchgeführt. Und wie jedes Jahr ist es uns
auch diesmal gelungen, eine der Bands, die in Willisau auftreten, für ein Konzert nach
Singen zu buchen. Allein die Tatsache, dass dieses Trio in Willisau spielen wird, sollte
Grund genug sein, an diesem Abend zum Jazz Club zu kommen. Mit den drei Musikern
kommen alte Freunde des Jazz Clubs mal wieder nach Singen, haben sie doch alle bereits
zweimal hier in den verschiedensten Formationen gespielt (z.B. mit Myra Melford, Oliver
Lake, James Newton, dem Arcado String Trio und ihren eigenen Bands). Als wir gehört
haben, dass diese drei Meister Ihres Instruments ein Trio gebildet haben, haben wir blind
gebucht in der Gewissheit, dass sie eine wunderschöne, rein akustische Musik ausserhalb
ausgelatschter Mainstream- oder Freejazzpfade in den Gemssaal zaubern werden. "MARTY
EHRLICH ist ein Saxophonist, dessen Spiel enorm viel Seele hat. Diese leidenschaftliche
Sanglichkeit, lyrisch oder rigoros drängend, gibt seinen Statements Gewicht. Ein Guter."
(Jazzthetik). "MARK DRESSER ist ein grossartiger, kraftvoller Timespieler mit
wundervoll tragendem Ton und ein Solist, der die subtilsten Nuancen seines Klangkörpers
Kontrabass auslotet." (Jazzpodium). "ANDREW CYRILLE - was soll man über diesen
Ausnahmedrummer noch schreiben? Ein wahrer Masterdrummer und Superstrukturalist"
(Jazzthetik) |
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| Freitag 04.07.1997 - 20:30 Uhr |
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| MARIA JOAO & »Fabula« |
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| MARIA JOAO (Vocals),
MARIO LAGINHA (Piano),
KAI ECKHARDT DE CAMARGO (Bass),
MARTIN FRANCE (Drums/Perc) |
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Im Dezember '89 war sie es, die die Jazzclubkonzerte eröffnete im Duo mit Aki Takase,
drei Jahre später war sie dann mit ihrem Trio da und nun kommt sie mit ihre neuesten
Gruppe *FABULA* nach Singen. Die Rede ist von einer der führenden europäischen
Jazzsängerinnen, die eine einzigartige Karriere in den letzten Jahren gemacht hat, der
Portugiesin MARIA JOAO, die nun schon ihre zweite Platte auf dem renommierten
amerikanischen Label Verve herausgebracht hat und die von allen Kritikern, egal welcher
Couleur, nur in den höchsten Tönen gelobt wurde. Befragt, mit welchem Attribut sie ihr
zweites Album *Fabula* beschreiben würde, antwortet sie ohne zu zögern:
"Leidenschaftlichkeit". Und dies ist tatsächlich in jedem Ton von dieser schönen CD zu
spüren. "Es gibt Menschen, deren Fähigkeiten, Talente, Gaben, als Geschenke für den
Rest der Menschheit zu sehen sind, die Vokalistin Maria Joao gehört dazu", schwärmte das
Jazz Podium. "Zwar gibt es inzwischen im Jazz einige Sängerinnen jüngerer Generation, die
in der Lage sind, ihre Stimme wie ein Instrument einzusetzen, doch unter diesen ragt die
Joao aufgrund ihrer künstlerischen Reife und der Sicherheit ihres musikalischen
Geschmacks heraus. Ihre Vokalartistik dient nicht zum Selbstzweck, sondern ist allzeit
mit Leichtigkeit beherrschtes musikalisches Ausdrucksmittel. Hinzu kommen der charme und
die menschliche Wärme der Joao, die ihre Anziehungskraft letztendlich unwiderstehlich
machen." Zu ihrer phantastischen Gruppe Fabula gehören der Pianist Mario Laginha, der
Bassist Kai Eckhardt de Camargo, der Schlagzeuger Martin France und J. Thiele
(Techn). "SINGEN IST WIE TANZEN FÜR MICH. ICH TANZE MIT KLANG, MIT RHYTHMEN, MIT DEM
ATEM. JA, EIGENTLICH ATME ICH DADURCH MIT DEN ANDEREN MUSIKERN." Ein grosser Jazzabend
steht dem Jazzclub Singen mal wieder ins Haus. Darum unbedingt Vorverkauf nutzen. |
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| Freitag 20.06.1997 - 20:30 Uhr |
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| »FRA FRA SOUND« Afro-Carribean Jazz |
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| ANDRO BISWANE (Gitarre),
VINCENT HENAR (E-Bass/Vocals),
EFRAIM TRUJILLO (TenorSax),
MICHAEL VAREKAMP (Trompete),
GUNO KRAMER (Drums),
CARLO ULRICHI (Congas/Perc),
MARK MILAN (Piano) |
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Seit über 15 Jahren gibt es diese afro-karibische Jazzband bereits. In dieser Zeit hat
sie sich zu einer der besten und interessantesten Jazzformationen Europas entwickelt.
Ihre innovative Fusion von Jazz mit Elementen der traditionellen surinamischen, aber auch
anderer karibischer Musik und modernem Funk macht die Musik zu einem unvergesslichen
Erlebnis. Mit 'Balance' oder 'Präzision# kann man am ehesten den eigentlich
unübersetzbaren surinamischen Ausdruck "Fra Fra" umschreiben. Doch diese beiden
Übersetzungen beschreiben das Konzept der Band absolut treffend. FRA FRA SOUND strebt mit
ihrem musikalischen Konzept ein Gleichgewicht zwischen verschiedenen Kulturen an. Fra Fra
Sound wurde 1980 von jungen karibischen Musiker - vor allem aus Surinam, der ehemaligen
holländischen Kolonie im Nordosten Lateinamerikas - in Amsterdam gegründet. Die
Auseinandersetzung mit der eigenen afro-karibischen Kultur, aber auch der Afrikas,
Europas und der USA führten schliesslich zu einer ungewöhnlichen Musikform. Traditionelle
Musikstile Surinams wie Kaseko und Winti werden verbunden mit bebop- und funkorientierten
Jazzimprovisationen. Ergänzt wird diese Musik durch afrikanische Perkussionsinstrumente
und einer Rhytmusgruppe aus Bass, Gitarre und Piano. ZU DIESEM SOUND LÄSST ES SICH AUCH
VORZÜGLICH TANZEN... Das Jazz Podium schreibt: "Fra Fra Sound hat mittlerweile einen
derart eigenen Duktus und Ton entwickelt, dass man die Band nach zehn Sekunden
identifiziert hat. Sie ist und bleibt die Formation der atemberaubenden Breaks, der
sinnvoll waltenden Kraft, der polyrhythmischen Exkursionen.Und dann plötzlich: Break und
sie lassen knappe, knochentrockene Statements in bester Funk-Manier hören. Sie setzen mehr
auf Klangfarben und -schattierungen denn auf allzu exzessive Soloauftritte. Der Fra Fra
Sound ist zu einer ganz wichtigen Stimme geworden." MIT FREUNDLICHER
UNTERSTÜTZUNG BOTSCHAFT DES KÖNIGREICHS DER NIEDERLANDE |
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| Freitag 06.06.1997 - 20:30 Uhr |
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| MARDI GRAS BRASS BAND |
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| THE TWISTER (Sousaphone),
ERWIN DITZNER (SnareDrum),
JERICHO HOBOKEN (Trumpet),
ALBERTO MENENDEZ (TenorSax),
CHRISTL MORLEY (BaritoneSax),
SUGARLIP (Trombone),
ROB SOLOMON (Trombone),
CHRIS BISHOP (Trumpet),
MATTELINO (TenorSax),
LUARENT LEROI (BassDrum),
LE DOCTEUR (Vocals) |
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Elf Typen wie aus einem U-Comic oder einem David Lynch Film - energetisch und
provozierend, stets bereit für ihr Publikum zu bluten. Das Konzept ist ebenso griffig wie
spektakulär: In der klassischen Besetzung einer New Orleans-Marching Band vollführt die
MARDI GRAS BRASS BAND einen respektlosen Ritt durch die Musikkultur. Soul, Funk, Rap,
Acid-Jazz und Latino werden auf ihre Groovetauglichkeit geprüft, neu gemischt, ein
bisschen scharfe Würze hinzugefügt und dann gehts ab - direkt in den
Magen! Unbarmherzig und respektlos spielen sich die Musiker aus dem Mannheimer Raum
quer durch die Karibik, nach Mexiko und über die Salsa-Musik zurück. Sie zeigen, was man
aus ursprünglichem New Orleans Jazz machen kann und blasen eine feurige und völlig
neuartige Mischung aus Jazzigem, Kreolischem und Bluesigem. Das Ganze ergibt ein
hochgradig tanzbares, multikulturelles Musikspektakel, das auch beim Mardi Gras in
New-Orleans Aufsehen erregen würde. Das Jazz Podium schreibt: "Power wie einstmals die
Blues Brothers, ein Auftreten genauso verrückt wie die Leningrad Cowboys, musikalisch
irgendwo zwischen Kufstein und New Orleans beheimatet, ist diese Band die lang ersehnte
Kultband aus Deutschland! MUSICAL SOUL FOOD AT ITS VERY BEST - DON'T FORGET YOUR
DANCING-SHOES MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG DEUTSCHE BANK SINGEN |
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| Montag 26.05.1997 - 20:30 Uhr |
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| VIENNA ART ORCHESTRA '97 »20th Anniversary Tour« |
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| URSZULA DUDZIAK (Vocals),
MATTHIEU MICHEL (Trumpet),
HERBERT JOOS (Trumpet),
BUMI FIAN (Trumpet),
KLAUS DICKBAUER (Sax),
FLORIAN BRAMBÖCK (Sax),
ANDY SCHERRER (Sax),
CLAUDIO PONTIGGIA (Horn),
CHRISTIAN MUTHSPIEL (Trombone),
FRANCK TORTILLER (Vibes),
ULI SCHERER (Piano),
INGRID OBERKANINS (Perc),
ROBERT RIEGLER (Bass),
GREGOR HILBE (Drums),
MATHIAS RÜEGG (Leader) |
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Ein Traum, den wir seit Gründung des Jazz Club Singen träumen, geht endlich in Erfüllung.
DIE europäische, moderne Jazzgrossformation - das VIENNA ART ORCHESTRA 97 unter Leitung
von MATHIAS RÜEGG - kommt auf seiner 20jährigen Jubiläumstournee nach Singen und wird
sein brandneues Programm *An Echo from Europe* zur Aufführung bringen. "Tatsache ist
und bleibt, dass Jazz zurecht eine amerikanisch dominierte Musik ist, und dass es nur
wenigen Europäern gelang, stilbildend zu wirken, wobei diese meist in die USA
auswanderten, um dort Impulse zu setzen. Trotzdem hat sich in den letzten 40 Jahren auch
in Europa einiges getan. Nach dem reinen Imitieren der Jahrzehnte davor hat sich ein
Bewusstsein in der europäischen Szene gebildet, wobei nicht jene Szene gemeint ist, die
kategorisch alles, was aus den USA kommt ablehnt und auch nicht jene, die alles sklavisch
kopiert. Es geht um jene Musiker, die sich mit allen Musikformen aus den USA
auseinandersetzen und sie mit ihren eigenen Roots kombinieren, entweder der europäischen
Kunstmusik oder Volksmusik. Diesen Musikern ist also unser neues Programm *An Echo from
Europe* gewidmet, wobei zwei Musikern eine ganz besondere Bedeutung zukommt, nämlich
Django Reinhardt und Albert Mangelsdorff, die beide als Instrumentalisten von Europa aus
weltweite Standards gesetzt haben. Ebenso Michel Legrand, der als Komponist in die
Phalanx der Great American Songwriters dringen konnte. Als gewiefte Individualisten etwa
gelten Michel Portal, Hans Koller und Jasper van't Hof, die die europäische Szene während
Jahrzehnten bereichert haben. Mit Jan Garbarek hat Europa auch einen echten Star, einen
Publikumsmagneten, der die Massen in Tausenden anzieht und trotzdem seinen eigenen Stil,
der aus der Weite und Kühle des Nordens stammt, treu bleibt. Schliesslich wollen wir auch
jene jüngeren Musiker wie Louis Sclavis, Django Bates und Wolfgang Muthspiel
berücksichtigen, die allesamt für Furore in den letzten Jahren sorgten. Das VAO, das sich
zu einem Sammelbecken für junge und unbekannte (oft auch unerkannte) europäische Talente
entwickelt hat, garantiert für die notwendige stilistische Offenheit, um so ein Projekt
realisieren zu können und die unterschiedlichen Kompositionen zu einem Ganzen zu
vereinen. Die Arrangements von Mathias Rüegg werden mit ausgeklügelter Dramaturgie, dem
bestmöglichen Sound und der entsprechenden optischen Umsetzung dargeboten." |
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| Donnerstag 15.05.1997 - 20:30 Uhr |
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| TONY LAKATOS Quartet starring JOANNE BRACKEEN |
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| TONY LAKATOS (TenorSax),
JOANNE BRACKEEN (Piano),
MARC ABRAMS (Bass),
KEITH COPELAND (Drums) |
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Er ist seit vielen Jahren einer der grossen europäischen Saxophonisten - der 1958 in
Budapest geborene TONY LAKATOS. Seit Jahren spielt er auch immer wieder mit einer der
führenden Pianistinnen der internationalen Jazzszene - der Amerikanerin JOANNE BRACKEEN -
zusammen Am Bass werden die beiden von MARC ABRAMS und am Schlagzeug von KEITH COPELAND
begleitet. Tony Lakatos letzte Platte ist betitelt *The News* (Jazzline Records).
Genau genommen ist dieser Titel irreführend, denn *The News* ist lediglich die
Wiederentdeckung eines klassisch gewordenen Bebop. Nichts Neues also, aber
nichtsdestoweniger eine erfrischende Musik im breiten Mainstream. die geprägt wird
durch das Saxophonspiel von Lakatos, einem beseelten Musiker in der Balladenkultur von
Coleman Hawkins und Ben Webster. Sein bewegter und singender Ton kann hinab in growlende
Tiefen und hinauf in expressive Höhen steigen, um immer wieder zu impressionistischen
Klangfarben zurückzukehren. Bei ihm gibt es keine Schubladen oder Dogmen. Wie es ihm in
den Sinn kommt, spielt er mal coolen Swing, Shuffle oder auch Neobop. Und dabei kann er
auch noch ungeheuer gut komponieren. "Jazz zum Mitfühlen, Mitswingen, Anhören. Schade,
dass es nicht viel mehr Jazzer vom Schlage eines Tony Lakatos gibt." (Jazz Podium). Am
Piano sitzt die 1938 in Kalifornien geborene JOANNA BRACKEEN, der es als erster
weiblicher Instrumentalistin gelungen ist, Ende der 60er Jahre Messenger bei Art Blakey!
zu werden. Heute stellt sie einen begehrten Anlaufpunkt für andere prominente Kollegen
dar, die von ihrer ungeheuren Kreativität profitieren wollen. "Sie hat mit Charme, Anmut
und Seele einen Klavierstil kreiert, der ohne Zweifel als ungewöhnlich bezeichnet werden
darf, bringt eingefahrene Schemata gehörig ins wanken und setzt obendrein noch Masstäbe
für sämtliche Pianisten des Neo-Klassizismus. Sie ist wahrhaft eine der FIRST LADIES DES
JAZZ." (Jazz Podium) |
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| Freitag 09.05.1997 - 20:30 Uhr |
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| GONZALO RUBALCABA Cuban Group |
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| GONZALO RUBALCABA (Piano),
REYNALDO MELIAN (Trumpet),
FELIPE CABRERA (Bass),
JUL BARETO (Drums),
JOSE FORTEZA (Perc) |
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Vor fast genau vier Jahren, am 7. Juli 93, war der kubanische Pianist GONZALO RUBALCABA
das erste mal zu Gast beim Jazz Club Singen und der Kritiker des Südkurier schrieb
damals: "Der Auftritt dieser kubanischen Band im ausverkauften Gems-Saal war einer der
Höhepunkte der bisherigen Konzerte des Singener Jazzclubs." Auch dies ist für uns ein
Grund diesen Ausnamhepianisten mit seinem heissen Quartett wieder einmal einzuladen. Er
ist ein Musiker, der die traditionelle Verbindung von Jazz und lateinamerikanischer Musik
in virtuoser Manier fortführt. Mit seiner schier unglaublichen, in der Jazzwelt längst
berühmnten technischen Brillanz hat er damals alle Zuhörer in seinen Bann gezogen, die,
die kamen um die Fröhlichkeit kubanischer Rythmen zu geniessen, und auch die, die kamen
um zeitgenössischen Jazz zu hören. Anders als viele Kollegen von der Castro-Insel, die
sich dem Salsa verschrieben haben, gefällt sich Rubalcaba in der Rolle des
Experimentierers. Für ihn ist das Klavier auch ein Schlagzeug mit schwarzen und weissen
Tasten. Mal tanzen seine Hände über das Instrument, mal schleichen sie. Dann wieder
vergraben sie sich förmlich in die Tasten und zaubern Klänge hervor, die sich zwischen
versponnener Romantik, Blues, Bop und einem Schuss Folk bewegen. Beeindruckend auch seine
Kreativität: Er verschmilzt karibische Rythmen mit europäischer Tanzmusik und modernen
Jazzharmonien. Eher nebenbei, ohne jedes Gehabe, beherrscht er auch die hohe Kunst des
Standardspiels. "Ich kann nicht ohne Jazz leben - aber ich möchte nicht als Jazzmusiker
eingestuft werden, sondern als Schöpfer und Interpret kubanischer Musik. Ich wollte immer
meine eigene Musik und die Musik meines Landes spielen. Ich habe immer in zwei parallelen
Welten gearbeitet - der klassischen und kubanischen Musik - um dabei die
Berührungsmöglichkeiten zwischen den beiden zu finden." Soweit Gonzalo Rubalcaba, der bis
heuite wohl ungewöhnlichste karibische Beitrag in die "Jazz Piano Hall of Fame". Kein
Geringerer als Dizzy Gillespie nannte ihn vor ein paar Jahren den "besten Pianisten, den
ich seit langem gehört habe." Nach Singen kommt er mit seiner kongenial eingespielten
"Cuban Band", dem Trompeter REYNALDO MELIAN, dem Schlagzeuger JULIO BARRETTO, dem
Bassisten FELIPE CABRERA und dem Percussionsiten JOSE FORTEZA. Wir sind gespannt, wohin
der musikalische Weg dieser Ausnahmemusiker in den letzten vier Jahren gegangen
ist. BÖSENDORFER-PIANO SPONSORED BY KLAVIERHAUS RALF FAUST, KONSTANZ |
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| Freitag 25.04.1997 - 20:30 Uhr |
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| ARTHUR BLYTHE Quartet |
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| ARTHUR BLYTHE (AltoSax),
SIMON NABATOV (Piano),
DWAYNE DOLPHIN (Bass),
BOBBY BATTLE (Drums) |
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Endlich ist es soweit. Nachdem er bereits auf unserem Landesjazzfest '93 in der Gruppe
Roots gastierte, kommt er nun mit seinem hochkarätig besetzten eigenen Quartet nach
Singen. Die Rede ist von einem der grossen Altsaxophonisten des modernen Jazz und von
denen gibt es wahrhaftig nicht allzu viele: 'BIG BLACK' ARTHUR BLYTHE!, der u.a. auch
Mitglied des World Saxophon Quartets ist. Sein Repertoire reicht von Johnny Hodges über
Charlie Parker und Cannonball Adderley bis hin zur äussersten Avantgarde. Aus all diesen
Stilen bedient sich dieser vielbewunderte Supertechniker, ohne dabei epigonal zu wirken.
Vor allem aber hat Arthur Blythe eine neue Dimension der Ton-Flexibilität erreicht. Der
deutsche Kritiker U.Olshausen spricht von einem süssen Ton zwischen Johnny Hodges und
Benny Carter. In der Höhe kann dieser Ton vor Strahlkraft fast pfeifen oder in die Nähe
von Sopransaxophonen kommen, wie Zirkusclowns sie spielen. In der Tiefe dagegen bekommt
er Körper und die für Ornette Coleman typische Kernigkeit. Der Poet Amiri Baraka widmete
Blythe einst ein langes Gedicht, in dem es um die Verarbeitung traditioneller Momente im
Jazz des Augenblicks ging - ich spreche absichtlich nicht von 'zeitgenössischem' Jazz,
einem Begriff, der inhaltlich so stark belegt ist, dass er auf die traditionsverbundene
Musik Blythes sicher kaum anwendbar wäre. Sein Repertoire umfasst neben vielen eigenen
Kompositionen auch Themen von Monk, Fats Waller und Don Pullen. Ob in Balladen oder
Up-Tempo-Nummern: Bei Blythe scheint vor allem immer der BLUES durch - in seinem Sound,
seiner Intonation, seiner funk/soul- beeinflussten Spielhaltung. Sein eigener Song
*Odessa* belegt das, was die Amerikaner 'Spirit' nennen und wofür es im Deutschen keinen
adäquaten Begriff gibt (Spiritualität klingt immer gleich so römisch-katholisch). Nach
Singen kommt er mit seinem eingespielten Quartett. Am Piano bringt er den in allen
Belangen grossen SIMON NABATOV, am Bass den bei uns durch Konzerte mit Geri Allen und
Maceo Parker bekannt gewordenen DWAYNE DOLPHIN und am Schlagzeug seinen langjährigen
Freund BOBBY BATTLE mit. Mit fast gleicher Besetzung hat Blythe im Village Vanguard live
zwei CDs eingespielt, *Calling Card* und *Retroflection* (beide auf Enja erschienen).
Das Jazz Podium schreibt zu diesen Aufnahmen: "Die Musik fasziniert im Live-Erlebnis
genauso wie auf CD - dieser Mitschnitt ist glänzendes Beispiel dafür. Im Mittelpunkt
steht immer Arthur Blythe auf dem Höhepunkt seines bisherigen Schaffens." Ein grosser
Jazzabend steht dem JazzClub ins Haus. |
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| Sonntag 20.04.1997 Matinée - 11:00 Uhr |
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| Trio HAGENLOCHER / MERK / FREUDENTHALER |
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| JÜRGEN HAGENLOCHER (Saxophon),
HEINER MERK (Bass),
ANDREAS FREUDENTHALER (Schlagzeug) |
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Bereits bei der ersten Session der drei Musiker, die sich an der Swiss Jazz School Bern
kennenlernten, klappte das Zusammenspiel, als würde man schon jahrelang zusammenarbeiten.
Die folgenden Auftritte versprachen ein hohes Potential an Kreativität und Spielfreude.
Die Musiker sind immer wieder imstande, das Publikum zu überraschen und zu
begeistern. Musikalisch lehnt sich das Trio an die Tradition des Tenorsaxophonisten
Joe Henderson an, das als einer der ersten das 'Saxophon-Trio' erschuf und prägte. So
besteht das Programm zum einen aus Jazz-Standards, die speziell für das Trio neu
arrangiert wurden, und zum anderen aus Eigenkompositionen der Musiker. |
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| Donnerstag 10.04.1997 - 20:30 Uhr |
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| DON BYRON »Music for Six Musicians« |
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| DON BYRON (Clarinet),
JAMES ZOLLAR (Trumpet),
HECTOR MARTINON (Piano),
LEO TRAVERSA (Bass),
MILTON CARDONA (Congas),
BEN WITTMAN (Drums) |
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"Mit einem lauten Paukenschlag hat das Jazzjahr 1995 begonnen. Der 1958 in der New Yorker
Bronx geborene Klarinettist DON BYRON, ein Mann der ungehinderten Zugriff zu den
unterschiedlichsten Musikwelten zu haben scheint, hat aus bisher unvereinbar scheinenden
Ingredienzen einen wahrhaft explosiven, ungewohnt mundenden, aber höchst attraktiven
Cocktail gemixt", so die Neue Zürcher Zeitung über Byrons Konzert. Das Ergebnis liegt nun
einerseits als CD vor (Label: Nonesuch) und wird andererseits beim JAZZ CLUB im
Kulturzentrum GEMS zur Degustation gereicht. Don Byron ist eine ungeheuer vielseitige,
faszinierende und auch geheimnisvolle Musikerpersönlichkeit, ein Innovator, der sich
ständig auf der Suche nach neuen Kombinationsmöglichkeiten befindet. Messiaen und
Schumann stehen auf seiner Liste gleichberechtigt neben David Murray und Marc Ribot,
Gunther Schuller und Duke Ellington sind für ihn ebenso wichtig wie Mickey Katz und der
grosse Mario Bauza. Und genau bei letzterem setzt sein Projekt *Music for Six Musicians*
an. Byron, der während seiner Lehrjahre auch in einigen Salsa-Bands (darunter in
derjenigen von Mario Bauza) mitgewirkt hat, verwendet für sein jüngstes Abenteuer
klassische afrokubanische bzw. afrokaribische Muster und Rhythmen. Die zehn Stücke seiner
CD sind zwar deutlich geprägt von inzwischen auch hierzulande sattsam vertrauten
Salsa-Klischees, nehmen diese aber nur als Ausgangs- und Orientierungspunkte für sich
kontrastierende Klangreisen. Ein nachdenklich, emotional intensiver Bolero erinnert
melodisch an Ravel, über Son-Rhythmen schichten sich dodekaphone Linien, aus
charakteristischen 'Tumbaos' entwickeln sich freie Improvisationen. Dazwischen
überraschen eine charmante, hochvirtuose Solo-Interpretation des Gassenhauers *La
Estrellita* oder eingängige, fetzige Calypso-Tunes. Auch die allerkomplexesten
Kompositionen entfalten sich mit einer unglaublichen Gelöstheit. Nicht einen Moment
lang entsteht der Eindruck einer gesuchten, verkrampften Synthese. Bemerkenswert sind
aber auch seine Mitmusiker. Den Trompetenpart übernimmt der begabte JAMES ZOLLAR, am
Klavier sitzt der Latino HECTOR MARTINON, am Schlagzeug der Amerikaner BEN WITTMAN, am
Bass LEO TRAVERSA und an den Congas der aus Puerto Rico stammende Grossmeister MILTON
CARDONA. "Music for Six Musicians ist Byrons neuestes Meisterwerk; wir verleihen Fünf
Sterne". (Jazzthetik) TRANSPORT-SPONSORING BY BÖLLE, VOLLMER GMBH SINGEN |
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| Donnerstag 20.03.1997 - 20:30 Uhr |
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| RAY ANDERSON's »Pocket Brass Band« |
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| RAY ANDERSON (Trombone/Vocals),
JACK WALRATH (Trumpet),
JON SASS (Tuba),
BOBBY PREVITE (Drums) |
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Ein alter Bekannter kommt nun bereits zum dritten Mal zum Jazz Club nach Singen. Nachdem
er zuerst sein Quartett, dann seine Alligatory Band hier vorgestellt hat, kommt RAY
ANDERSON nun mit seinem neusten Projekt der POCKET BRASS BAND, drei Blechbläser und ein
Drummer der Extraklasse. Wir sind sicher, dass auch dieses Konzert, das rein akustisch im
Gemssaal stattfinden wird, ebenso ein Hit in der Geschichte des Jazz Clubs wird wie seine
beiden Vorgänger. Ray Anderson gilt als der zur Zeit interessanteste, technisch
versierteste und vor allem auch musikalisch vielseitigste Posaunist der internationalen
Jazzszene. In den vergangenen Jahren hat er mehrmals den Kritiker-Poll des amerikanischen
Magazins Down-Beat gewonnen. Der staksige New Yorker lässt sein Horn röhren, plätschern,
blubbern, quietschen, rattern, krachen und knallen, dass es eine wahre 'Ohrenfreude' ist.
Er peppt, poppt, rappt und rollt so nebenbei die ganze Jazz-Geschichte von vorn und
hinten gleichzeitig auf. Und welcher Jazzmusiker kann nebenbei noch so schön singen und
röhren wie Anderson? Sein neues Projekt widmet er der New-Orleans-Tradition - aber
natürlich in Anderson'scher Manier. Die Pocket Brass Band stellt eine Miniausgabe der
traditionellen Marching-Bands dar. Doch 'mini' bezieht sich lediglich auf die Band
Grösse, nicht aber auf ihr Potential. Denn in der Pocket Brass Band treffen sich einige
der innovativsten und virtuosesten Musiker, die dafür sorgen, dass es nicht nur stampft
und dampft, sondern zwischendurch auch einmal dröhnt und kracht. Wir freuen uns endlich
einmal in Singen den Trompeter JACK WALRATH zu Gast zu haben. Er hat in seiner mehr als
dreissigjährigen Karriere mit den meisten Jazzgiants gespielt und sammelte seine
Erfahrungen in praktisch allen musikalischen Stilen. Einem breiteren Publikum bekannt
wurde er vor allem als langjähriger Trompeter verschiedener Bands des grossen Charles
Mingus - und der nahm nicht jeden, wie man weiss. Der Tubist JON SASS übernimmt den
Bass-Part und versteht es bestens, das typische New-Orleans-Feeling in die Band
einzubringen. Sass ist ausserdem seit Jahren bei der führenden europäischen
Grossformation - dem Vienna Art Orchestra - dabei. Und am Schlagzeug kein Geringerer als
BOBBY PREVITE, der nun wirklich alle Stile und Richtungen beherrscht und der Band von
hinten die richtige Power bringen wird. DIESES REIN AKUSTISCHE KONZERT WIRD
GEFÖRDERT DURCH DEN GENOSSENSCHAFTSVERBAND 'MIGROS' WINTERTHUR-SCHAFFHAUSEN |
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| Sonntag 16.03.1997 Matinée - 11:00 Uhr |
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| GABRIELE HASLER & ROGER HANSCHEL |
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| GABRIELE HASLER (Stimme),
ROGER HANSCHEL (Saxophon) |
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Den Versuch einer Symbiose von Lyrik und Jazz unternahm der Publizist Joachim Ernst
Berendt bereits Ende der Fünfziger, als er mit der Musik von Brubeck Gedichte von
Gottfried Benn untermalen liess. Ein bisschen unbeholfen klang es, und nicht sehr
symbiotisch - aber für damalige Zeit revolutionär. Mit der Produktion *GO IN GREEN* des
Duos GABRIELE HASLER (Stimme) und ROGER HANSCHEL (Saxophone)auf dem Kölner Label
Jazzhausmusik ist dieses Experiment ohne jeden Einwand geglückt. Erneuerung ist nicht nur
Sache der Jazzmusik, auch in Literatur und Sprache gab es Revolutionäres. Gertrude Stein
(1874-1946) zählt zu jenen, die Anfang des Jahrhunderts begannen, die moderne Literatur
mit ihren sprachlichen Experimenten nicht nur anzuregen, sondern regelrecht umzukrempeln.
Kristallisationspunkte für die Kompositionen von Gabriele Hasler und Roger Hanschel sind
Gedichte von Gertrude Stein (Bee Time, and other Pieces; Arche Verlag). Die bizarre
Klanglichkeit der Steinschen Texte ('Kompositionen') führt zu einer sehr klar
strukturierten harmonischen Musik, 'Lieder' im besten zeitgenössischen Sinne. Stimme und
Saxophon, das bedeutet zwei lineare Instrumente fügen sich zusammen zu einem filigranen
kammermusikalischen Ensemble, Stimme und Saxophon bedeutet auch, beide übernehmen
gleichberechtigt die Verantwortung für Groove und Harmonik, für Melodie und
Improvisation, für Sound und Dynamik. Es ist kein Wunder, dass bei aller rhythmischen und
tonalen Komplexität der Eindruck der Leichtfüssigkeit entsteht. Dafür ist nicht zuletzt
die Bühnenpräsenz des Duos verantwortlich, die G. Hasler schon mehrmals mit eigenen
Projekten und R. Hanschel mit der Kölner Saxophon Mafia bei uns unter Beweis gestellt
haben. |
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| Freitag 07.03.1997 - 20:30 Uhr |
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| SHEILA JORDAN & CHRISTIAN STOCK Trio |
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| SHEILA JORDAN (Vocals),
CHRISTIAN STOCK (Bass),
DOUG BICKEL (Piano),
WALTER BITTNER (Drums) |
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Charlie Parker bescheinigte der damals nur Insidern bekannten Sängerin 'million dollar
ears', und George Russell erklärte: "Von SHEILA JORDAN habe ich das Beste gehört, was es
im Jazzgesang seit Billie Holiday gibt." Aber erst Ende der siebziger Jahre erfuhr Sheila
Jordan, die ihre instrumentale Stimmführung als Morse-Code und sich selbst als
Weiterführerin des Parker-Erbes bezeichnete, im Ansatz die ihr gebührende Anerkennung als
eine der kreativsten Improvisatorinnen der Jazzgeschichte. Charlie Parker wurde ihr
musikalischer Guru. Von ihm lernte die am 18.11.1928 in Detroit geborene Sängerin ihr
harmonisches Gespür. "Mir wurde seine Musik so vertraut, dass ich die Worte einfach dazu
sang. Ich hörte, wenn er eine Bridge reharmonisierte, oder wenn er Akkorde alterierte."
Das Jazz Podium schreibt über sie: "Sheila Jordans intime, ausdrucksstarke, manchmal
zarte, manchmal kräftige Stimme voll Eleganz, Intonationssicherheit, Zeitgefühl und
variabler Kreativität zählt mit Sicherheit zu den 'reinsten' Voices der traditionellen
Moderne - auffällig auch ihr eminentes Talent für den Blues." Nach Singen kommt sie mit
einem seit Jahren eingespielten Trio, mit dem sie schon oft zusammengearbeitet hat. Am
Bass Christian Stock, am Piano Doug Bickel und am Schlagzeug Walter Bittner. Mitmusiker,
die tatsächlich Begleitung im klassischen Sinne sind. Sie erledigen ihre Aufgabe
nüchtern, geschmackvoll und zurückhaltend. Die Kritik der Zeitschrift Jazzthetik über
ihre Platte *Portrait of Sheila* möchten wir hier ungekürzt wiedergeben: "Die Platte
steht einzig da im Blue Note Sortiment. Alfred Lion (Blue-Note-Besitzer) hat ausser
Sheila Jordan keinen zweiten Sangessolisten aufgenommen. Wozu auch, Sheila Jordan und
Billie Holiday sind der Jazzgesang, basta. Die CD ist DIE Platte der Typistin, die den
Gesang befreit und auf der die Stimme instrumental benutzt und emanzipiert wird. Sie
ist von Charlie Parker beeinflusst; ihre Phrasierung, ihr Timing, die Art, wie sie die
Melodie verlässt und mit erstaunlicher Kontrolle über Tonhöhe, flüssige, saxophonische
Linien singt, verhält sich zu anderen Sängern wie Charlie Parker zu David Sanborn. Ihre
Stimmungen reichen selbstverständlich von melancholischem Lyrizismus bis zu
kindlich-überschäumendem Singspiel. Sheila Jordan, mir bleibt nur der Griff nach der
grossen Pathostube und ich drücke sie beherzt, setzt sich zweifellos eine feste Nische
in der Jazzgeschichte mit dieser Aufnahme. die Platte ist ein Klassiker." |
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| Freitag 28.02.1997 - 20:30 Uhr |
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| IRENE SCHWEIZER & PIERRE FAVRE |
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| IRENE SCHWEIZER (Piano),
PIERRE FAVRE (Drums) |
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Würde die in Schaffhausen geborene Pianistin IRENE SCHWEIZER so oft gehört, wie sie
gepriesen wird - die Schweizer Musik (wenn es denn so etwas gibt) wäre um ein paar
entscheidende Kunsterlebnisse reicher. So können wir nur hoffen, dass eines fernen
Tages der Ruhm dieser erstaunlichen Pianistin und Komponistin auch jene erreicht, die
nicht gerade zum innersten Kreis gehören. In letzter Zeit ist bei der Powerfrau Schweizer
(so will sie das Klischee haben) doch eine schöne neue ENTSPANNTHEIT festzustellen. Auch
von ihr selbst: "Leistung zeigen, Ellbogen brauchen, ganz viele Töne ganz laut in ganz
kurzer Zeit spielen, das interessiert mich nicht mehr. Heute versuche ich meinen Stücken
mehr Raum zu geben, sie atmen zu lassen. Die Leute werden meine Musik konventioneller
nennen, aber vielleicht ist sie nur reifer geworden. Ich liebe das Klare, Transparente,
Durchsichtige, Schnörkellose. Alles, was ich anfasse, ist etwas ruhiger geworden. Die
Kunst des Auslassens der Töne, die strebe ich an. Weniger Töne, mehr Musik." Trotzdem
sollte sich niemand auf irgenwelchen restaurativen Traditions-Groove einstellen.
Schweizer ist Schweizer ist Schweizer. Nun kommt sie zum erstenmal nach Singen und zwar
mit ihrem langjährigen musikalischen Partner dem Schweizer Schlagzeuger und
Multipercussionsiten PIERRE FAVRE, der einer der herausragenden Musiker und
Konzeptionalisten der europäischen Jazzszene ist. Er ist ausserdem einer von fünf
Drummern, mit denen Irene Schweizer jeweils eine CD eingespielt hat. Wir hoffen in
Zukunft auch noch andere Duos z.B. mit Han Bennink vorstellen zu können. Die
Zeitschrift Jazzthetik schreibt über ihre CD mit Pierre Favre: "Ein überzeugendes
Prachtstück wilder und energievoll entfesselter Kommunikation von Meistern der
Improvisation... und so entwickelt sich zwischen dem poetisch-sensibel spielenden
Herrn und der entfesselten Dame jene energisch treibende Zwiesprache, zugleich intim und
radikal, die so schön über den Rücken saust und am Trommelfell nagt." Die beiden
Musiker werden im Gemssaal rein akustisch spielen. MIT FREUNDLICHER
UNTERSTÜTZUNG SCHWEIZER KULTURSTIFTUNG 'PRO HELVETIA' |
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| Donnerstag 13.02.1997 - 20:30 Uhr |
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| RUDY LINKA Guitar Trio »Czech It Out« |
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| RUDY LINKA (Guitar),
JOHN ABER (Bass),
KENNY WOLLESEN (Drums) |
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Wahrscheinlich liegt es an der Tradition böhmischen Musikantentums, dass tschechische
Jazzmusiker in New York ungleich erfolgreicher sind als deutsche. Musiker wie Miroslav
Vitous, Jan Hammer und George Mraz. Höchste Professionalität, aber auch Spielwitz und
eine gewisse Unbekümmertheit im Umgang mit verschiedenen Stilen zeichnen diese Musiker
ebenso aus, wie den Gitarristen RUDY LINKA, der seine Heimatstadt Prag 1981 Richtung
Schweden verliess, dort von Red Mitchell entdeckt wurde und in Boston und New York
studierte. Rudy Linka steht in der Tradition der klassischen Jazzgitaristen und swingt
so elegant wie einst Jim Hall oder Barney Kessel, ist aber offen für moderne Sounds im
Stil seiner Lehrer John Abercrombie und John Scofield. Das Wortspiel im Titel seiner
CD hat seine Berechtigung: Es lohnt sich Rudy Linka auszuchecken. "Mit dieser Scheibe
gelang dem 36jährigen der entscheidende Schritt, sich als einer der kommenden Grossen im
Bewusstein zu verankern", Stereozeitschrift Audio, die sie zur CD des Monats
kürte. Rudy Linka ist Ästhet. Zärtlich formt er seine Kompositionen zu
jazzmusikalischen Erzählungen, wohl bewusst, was er spielt, und doch nicht überfrachtet
verkopft. In den Fingern erstehen die ganz alten Meister des Instrumentes wieder. Die
Gelassenheit von Joe Pass, der moderate Swing von Jim Hall verbinden sich mit der
anarchischen Frische Mike Sterns und der intellektuellen Reflexion John Abercrombies.
Mühelos beerbt er seine Vorbilder, ohne sie zu kopieren, an der akustischen ebenso wie
an der elektrischen Gitarre, und konzentriert sich dabei nicht auf bei seinem Instrument
naheliegendes effektvoll-machistisches Blendwerk, sondern auf den Einbezug stilistischer
Errungenschaften in seine eigene entspannte Spielweise. Am Bass wird er dabei unterstützt
mit einfühlsam singendem Ton und mit sensiblem Feingefühl für solistische Melodienildung
und Motivbearbeitung von JOHN ABER. Der Dritte im Bunde ist einer der gefragten jungen
amerikanischen Schlagzeuger, die in der Lage sind in sämtlichen Kontexten voll zu
überzeugen: KENNY WOLLESEN. Er spielt u.a. in der von John Zorn geleiteten spektakulären
Band Masada mit und wird das Trio mit präzisem Ideenreichtum und ungewöhnlicher
musikalischer Kommunikationsfähigkeit zu einem rundum gelungenen, rein akustischen
Konzert abrunden. CD-Tip: Rudy Linka *Czech It Out* und *Always Double Czech!* beide
auf ENJA erschienen und ausschliesslich mit Eigenkompositionen. |
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| Sonntag 02.02.1997 - 20:30 Uhr |
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| »TAPSHOT« Jazz & Steptanz |
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| SEBASTIAN WEBER (Steptanz),
ROLF SUDMANN (Piano),
BARBARA BUCHHOLZ (Bass),
HENNING BRANDT (Drums) |
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Musik für Ohren und Augen präsentiert TAPSHOT, das Quartett des Jazzsteptänzers
SEBASTIAN WEBER. In seinen rasanten Improvisationen, präzisen musikalischen Ideen und
seinem tänzerischen Ausdruck zeigt Sebastian Weber einen innovativen und kraftvollen
Steptanz, der sich längst aus den Klischees vergangener Zeiten gelöst hat. Hier wird der
Tänzer zum 'Schlagzeuger mit den Füssen', zum 'steppenden Instrumentalisten', der mit den
Traumtänzern von der Statur eines Fred Astaire oder vom Format des kürzlich verstorbenen
Gene Kelly nun wirklich nichts gemein hat. An der Seite des Pianisten ROLF SUDMANN, der
Bassistin BARBARA BUCHHOLZ und des Schlagzeugers HENNING BRAND spielt er ein
abwechslungsreiches Programm zwischen Modern Jazz, Funk, Latin und rockigen Klängen.
Das Mindener Tagblatt schrieb: "Er begeisterte mit wild gesteppten Schlagzeugsoli und
sanft getanzten Balladen. Er ist Musiker durch und durch, verinnerlicht Töne, lässt sie
durch seinen schlacksigen Körper wandern, um sie mit witzigen Improvisationen und
wirkungsvollen Choreographien zu Boden und damit zu Gehör zu bringen. Eine spannende und
kurzweilige Vorstellung, der nichts weiter hinzuzufügen ist, als das Wort
'grossartig'." |
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| Freitag 17.01.1997 - 20:30 Uhr |
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| BOBBY PREVITE »Latin for Travellers« |
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| BOBBY PREVITE (Drums/Composer),
MARC DUCRET (Guitar),
JAMES SAFT (Piano/Keyb),
JEROME HARRIS (Bass/Guitar) |
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Seit Jahren steht ein Musiker bei uns ganz oben auf der Hit- und Warteliste für ein
Konzert und nun ist es endlich soweit:Der New Yorker Schlagzeuger BOBBY PREVITE kommt
zum erstenmal nach Singen und zwar mit seiner neusten Band unter dem Titel *LATIN FOR
TRAVELLERS* (Latein für Reisende!?!) Lassen wir uns überraschen, was er diesmal aus
seiner Zaubertüte holt. Wir sind sicher, es wird ein Knüller, wie all seine anderen
Projekte auch, die er auf zahlreichen Europatourneen vorgestellt hat. Bobby Previte
leitet aber nicht nur seine eigenen verschiedenen Bands, sondern ist einer der
gefragtesten Drummer auf der New Yorker Modern Jazz Szene. Prevites Stärken liegen
nicht nur auf den Trommelfellen seines Schlagzeugs, sondern auch in der Fähigkeit immer
wieder Topensembles zusammenzustellen und für diese dann massgeschneidert zu komponieren.
Er ist also nicht ein Trommler mit Band, sondern ein Bandleader, der auch trommelt. Er
hat absoluten Sinn für Ensemblearbeit und einen ausgeprägten bewussten Gestaltungswillen,
mit einem Gefühl für Zeit und für Sound. Auch wir sind gespannt, was er für Kompositionen
und Sounds mit seiner neuen Band in Singen zum Klingen bringen wird. Ein Konzert, das
auch für uns eine Entdeckungsreise bedeutet - aber das ist ja sowieso immer am
Spannendsten. Nicht nur Bobby Previte selber, sondern auch seine hervorragenden
Musiker garantieren, dass diese Entdeckungsreise nicht zu einer Bauch- oder Bruchlandung
wird. An der Gitarre bringt er den seit einigen Jahren bei vielen Gitarreros auf der
Hitliste ganz oben angesiedelten MARC DUCRET mit, der schon in allen möglichen Jazz und
Improvisationskontexten überzeugt hat. JEROME HARRIS, Bass und Gitarre, ist der einzige
Musiker dieses Quartetts, der bei uns bereits zu Gast war - mit Ray Anderson und Ned
Rothenberg. Beide Male konnte er seine solistischen Qualitäten und aber auch seine
gruppendienlichen Fähigkeiten voll unter Beweis stellen. Am Klavier und den Keyboards
sitzt auch für uns ein völlig neuer Mann JAMES SAFT, der auf Bobby Prevites letzter CD
auf dem Label ENJA *Too Close To The Pole* zum erstenmal in Erscheinung tritt. Ein
spannender Abend mit Modern Jazz der Spitzenklasse ist angesagt, den sich kein
entdeckungsfreudiger Jazzfan und natürlich auch kein Drummer und Gitarrist (siehe Previte
und Ducret) entgehen lassen darf. |
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| Sonntag 12.01.1997 - 20:30 Uhr |
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| DEGEN / HEIDEPRIEM / SCHIPPER |
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| BOB DEGEN (Piano),
THOMAS HEIDEPRIEM (Bass),
JÖRN SCHIPPER (Drums) |
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Es gibt sie immer wieder, die sogenannten 'Musicians Musician', also solche Musiker, die
von ihren Kollegen aufs Höchste geschätzt werden, aber einem breiteren Publikum aus
welchen Gründen auch immer nicht bekannt sind. Sie haben so gesehen weniger Erfolg als
manche andere Kollegen, weil sie vielleicht am falschen Ort zur falschen Zeit gewesen
waren, weils sie sich nicht so gut verkaufen können oder wollen und weil sie
kompromisslos ihren eigenen Weg gegangen sind. Einer dieser Musiker, der seit Jahrzehnten
seinen eigenen musikalischen Weg geht, ist der in Frankfurt lebende amerikanische Pianist
BOB DEGEN, der mit seinem Pianotrio die Jazz Club Reihe *JAZZ ON A SUNDAY NIGHT*
einleiten wird. Am Bass wird er von einem der profiliertesten Musiker, dem aus Freiburg
stammenden THOMAS HEIDEPRIEM, kongenial begleitet. Am Schlagzeug sitzt der dem Jazz Club
Publikum durch mehrere Auftritte mit seinen eigenen Formationen bestens bekannte JÖRN
SCHIPPER. Die drei werden rein akustisch im Gemssaal spielen. Das elegante,
ausgewogene, etwas an Bill Evans und Paul Bley orientierte, dabei aber doch eigenständige
Klavierspiel Bob Degens weist feinste Anschlagsdifferenzierungen, enorme stilistische
Vielfalt und eine Diszipliniertheit auf, über die sich alle, die ihn gehört haben,
begeistert äussern. Seine Musik ist fein und hat trotzdem sehr viel Kraft. Die
Kommunikation unter den drei Musikern ist hochentwickelt und ermöglicht ihnen ein
traumwandlerisches Zusammenspiel. Die musikalische Bandbreite umfasst sowohl
kammermusikalische Differenziertheit als auch energetisches Powerplay. Spielfreude und
individuelle Interpretation des aus Standards und Originals bestehenden Materials prägen
die Konzerte diese Trios.Wir sind sicher, dass Sie an diesem Sonntagabend im Januar im
Gemssaal beim Jazz Club zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, um dieses
aussergewöhnliche Trio live zu erleben. |
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| Donnerstag 09.01.1997 - 20:30 Uhr |
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| ROMAN SCHWALLER / BERT JORIS Jazz Sextet starring JIMMY COBB |
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| ROMAN SCHWALLER (TenorSax),
BERT JORIS (Trumpet),
GEORGE ROBERT (AltoSax),
DADO MORONI (Piano),
THOMAS STABENOW (Bass),
JIMMY COBB (Drums) |
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Der Schweizer Tenorsaxophonist ROMAN SCHWALLER hat zusammen mit seinem langjährigen
Weggefährten, dem belgischen Trompeter und Flügelhornisten BERT JORIS, eine neue
international besetzte Band zusammengestellt. Die beiden kennen sich bereits seit 1983
und haben in vielen verschiedenen Formationen gemeinsam gespielt. Dass sie beide am 18.
Januar Geburtstag haben und also während dieser Tournee gemeinsam 40 Jahre alt werden,
erhöhte nur noch die Motivation, diese Band, die aus überragenden europäischen
Top-Solisten und einem berühmten Gaststar aus den USA besteht, aufzustellen. Mit von
der Partie sind der schweizerisch-kanadische Altsaxophonist GEORGE ROBERT, seit 1995
Direktor der Swiss Jazz School in Bern, der italienische Pianist DADO MORONI, auf den
unsere Pianofreaks schon lange warten, der deutsche Bassist und Jazzdozent THOMAS
STABENOW und - haben wir recht gehört? - am Schlagzeug sitzt der legendäre JIMMY COBB.
Doch, ja, gewiss, es ist derselbe Jimmy Cobb, den wir aus der *Kind of Blue*-Zeit von
Miles Davis und als Prototyp des geschmacksicheren Drummers im Trio mit Paul Chambers und
Wynton Kelly kennen. Ein Musiker, der mit seinen dosierten, genau auf dem Punkt sitzenden
Fills und seiner drivenden Beckenarbeit knisternde Spannung aufbaut. Das Sextet spielt
einen modernen, swingenden Jazz der neunziger Jahre, der seine Wurzeln tief im
traditionellen 'straight-ahead' Jazz der fünfziger und sechziger Jahre hat. Aufgeführt
werden Standards und Evergreens der vergangenen 60 Jahre Jazzgeschichte genauso wie
Eigenkompositionen aller Bandmitglieder. Präsentiert wird jede Komposition in einem
eigens für diese Band geschriebenen Sextet-Arrangement. Wie könnte man jazzmässig das
neue Jahr besser beginnen, als mit diesem Topsextet, das die Gems in einer kalten
Januarnacht zum Kochen bringen wird. MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG
SCHWEIZER KULTURSTIFTUNG 'PRO HELVETIA' |
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Text: R. Kolmstetter
[ Jazz
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