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| Donnerstag 02.12.1999 - 20:30 Uhr |
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| STOCKHAUSEN / ANDERSEN / HERAL |
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| MARKUS STOCKHAUSEN (Trompete),
ARILD ANDERSEN (Bass), PATRICE HERAL (Percussion) |
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Es liegt in der Luft, so könnte man sagen, dass sich Musiker jenseits aller musikalischen
und aller Landesgrenzen zusammenfinden, um eine ganz eigene Musik entstehen zu lassen,
die dem Zeitgeist Ausdruck verleiht. Der deutsche Trompeter MARKUS STOCKHAUSEN, der
norwegische Bassist ARILD ANDERSEN, u.a. bekannt durch seine Zugehörigkeit zum Jan
Garbarek Quartet, und der südfranzösische Perkussionist PATRICE HERAL, der gerade durch
sein Spiel in verschiedenen Kunstrichtungen grosse Kreativität und Flexibilität erlangte.
TRIO POSSIBLE WORLD nennt sich dieser Freundeskreis in Sachen improvisatorischer
Neulanderkundung. Work in Progress - aber nein, Work ist kein passender Ausdruck für
etwas, das den dreien so viel Spass macht. Alles was Heral anfasst wird Musik. Gebt ihm
einen Nikolaussack, und er kann ihn sicher so ausschütten, dass eine weitere "mögliche
Welt" entsteht, in die sich Stockhausen und Andersen subtil und doch bestimmt einbringen
werden. "Die drei boten ein Feuerwerk vorzüglicher Instrumentaltechnik. Die
Kommunikation zwischen den Musikern war ungewöhnlich dicht, so dass eine gegenseitige
Steigerung zu verzeichnen war. Wenn sich die Spielweisen einmal voneinander entfernten,
kam irgendwann rondoartig auch wieder die Kraft der Einstimmigkeit als Schönheit der
musikalischen Übereinstimmung zum Tragen. Die technischen Hilfsmittel, die anfangs
unpassend schienen, offenbarten sehr bald ihren Wert, weil sich elektronisch gestützte
Effekte hervorragend in das Geschehen einfügten. Und wenn es nur das Vergnügen gewesen
wäre, einen Kontrabassisten mit sich selbst im Dialog zu erleben. Es war zeitgenössische
Musik der besonderen Art, Ein Ballspiel wandernder Ideen, manchmal von triumphaler
Schönheit, mit Spass bei den Musikern und beim Publikum, das seinen Augen und Ohren kaum
trauen mochte." (Sächsische Zeitung) |
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| Freitag 19.11.1999 - 20:30 Uhr |
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| RIESSLER / CLASTRIER / RIZZO |
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| MICHAEL RIESSLER (Klarinetten/Saxophon),
VALENTIN CLASTRIER (Drehleier), CARLO RIZZO (Tambourin) |
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Auf vielfachen Wunsch kommt nach langer Zeit der Klarinettist und Saxophonist MICHAEL
RIESSLER wieder zum Jazz Club Singen. Diesmal bringt er sein Trio mit. Man kennt im Jazz
ja einige ungewöhnliche Besetzungen, aber die Kombination von Saxophon/Klarinette mit
Drehleier (VALENTIN CLASTRIER) und Tambourin (CARLO RIZZO) ist bestimmt einzigartig.
Ein faszinierendes Kaleidoskop aus zeitgenössischem Jazz, mittelalterlicher
Jahrmarktsmusik und französischer Folklore - das ist die Musik des Trios. Riessler
versteht es wie derzeit wohl kein zweiter Musiker in Deutschland, eine eigenständige,
ganz in der europäischen Musik verwurzelte Musik zu schaffen, die auf spielerische Weise
Komposition und Improvisation miteinander verbindet. Der persönliche Stil jedes
Einzelnen, der sich aus dem jeweiligen musikalisch-kulturellen Hintergrund
(Italien/Frankreich/Deutschland) entwickelt hat, ermöglicht es, in präzisester Fixierung
grösstmögliche Freiheit zu entfalten. Die Traditionen der italienischen Tarantella, der
französischen Folklore, des neuen Jazz und der zeitgenössischen Musik dienen dabei nicht
als oberflächliche oder nostalgische Klischees, sondern sie sind das Fundament, von dem
aus neue Entdeckungen möglich werden: In jedem Moment solistisch und gleichzeitig in den
Gesamtklang integriert; europäisch, indem die eigene Identität mit der der anderen
kommuniziert. "Als wären da Musiker aus dem Mittelalter durch einen Zeittunnel in die
Gegenwart gerutscht und zeigten nun den staunenden Zeitgenossen, wie selbstverständlich
es für sie ist, mit den heutigen musikalischen Mitteln zu jonglieren." |
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| Donnerstag 04.11.1999 - 20:30 Uhr |
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| CHRISTOF LAUER Group »Fragile Network« |
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| CHRISTOF LAUER (TenorSax),
MARC DUCRET (Guitar), ANTHONY COX (Bass),
GENE JACKSON (Drums) |
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Mit der CD *Fragile Network* (ACT 9266) hat der Frankfurter Saxophonist CHRISTOF LAUER
ein weiteres Meisterwerk seinen bisher erschienenen CDs zur Seite gestellt. Für diese
Aufnahmen erhielt er den Preis der deutschen Schallplattenkritik und die Jazzkritiker
waren sich alle einig in ihrem Urteil, stellvertretend hierfür die Zeitschriften Stereo,
Stereoplay und Audio, die Fragile Network zur CD des Monats gewählt haben. Fragile: zart,
zerbrechlich; Network: Maschenwerk, Geflecht, Netz. Ein zartes Geflecht stellt uns Lauer
mit seiner Musik vor und hoffentlich gelingt ihm ja jetzt endlich der lange verdiente
Durchbruch. Zu wünschen wäre es ihm schon lange, denn an dieser Musik gibt es nichts
auszusetzen. Angefangen bei der herausragenden Besetzung: an der Gitarre der vitale
Franzose MARC DUCRET, der ungeahnte Räume auf der Gitarre öffnet und über eine völlig
eigene Stilistik verfügt; Am Bass der Amerikaner ANTHONY COX und am Schlagzeug einer der
Grossen der Szene und aktuelles Mitglied der Gruppe von Herbie Hancock! GENE JACKSON.
Die Klangfarben verschmelzen, mit Effekten wird sparsam umgegangen, die Kompositionen
zwingen zum Zuhören und über den teils zupackenden Grooves - vorangetrieben von dem
Tandem Jackson - Cox, teils sphärischen Soundlandschaften von Ducret, erhebt sich
Christof Lauers Saxophon. "Egal, ob am Tenor- oder Sopransaxophon, sein Sound ist
intensiv, und sein Soloaufbau mit seinen intelligenten Steigerungen und Spannungen ist
wirklich hörenswert" (Angela Ballhorn in Jazzthetik, 5 Sterne!) Für Lauer ist Jazz
Kommunikation und damit ist das Wichtigste gesagt. Für ihn bilden Freiheit und Schönheit
entgegen allen landläufigen Meinungen kein Widerspruchspaar, sondern gehören untrennbar
zusammen. die Freiheit im Ausdruck und der Fluss der Gedanken sind für ihn entscheidende
Kriterien für gute hörens- und spielenswerte Musik. Ein grosser Jazzabend steht dem
JazzClub und seinen Besuchern ins Haus. |
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| Donnerstag 21.10.1999 - 20:30 Uhr |
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| DAVE HOLLAND Quintet »Points of View« |
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| DAVE HOLLAND (Bass),
CHRIS POTTER (Soprano/TenorSax), ROBIN EUBANKS (Trombone),
STEVE NELSON (Vibraphone/Marimba), BILLY KILSON (Drums) |
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Bassist DAVE HOLLAND zum zweiten Mal mit eigener Band beim Jazz Club Singen! Es ist, wie
wenn man auf Reisen einen Ort kennenlernt, und man "weiss" beim Abschied intuitiv, dass
man nicht zum letzten Mal hier war. So geschehen mit dem Musiker Dave Holland, als er
nach einem aussergewöhnlich intensiven Konzert in Singen abreiste. Diese
Musikerpersönlichkeit gehört zu denjenigen Künstlern, die man im Auge (und im Ohr) behält
und darauf wartet, ein weiteres Engagement zustande zu bringen. Dazu kommt, dass man auf
Holland und seine Bands absolut vertrauen kann, im Sinne, dass von jeder seiner eigenen
Formationen auch absolut hochqualifizierter Jazz zu hören ist. So schreibt Peter Rüedi
in der Weltwoche über Hollands letzte CD *Points of View* (ECM): "Alle Jubelmonate einmal
erscheint die Novität, die noch besser ist als hervorragend. Die neue CD Dave Hollands
ist nicht weniger als vollkommen. Damit ist nicht die Perfektion gemeint, sondern eher
das Gegenteil: dass einer mit seinen Partnern trotz so viel Können noch etwas zu sagen
hat. Diese Musik überwältigt nicht, sie lädt ein. Der zwingend in den Sog der Musik
hineingezogene Hörer stösst auf traumwandlerisches Verständnis der Beteiligten
untereinander." Seine neueste Band gründete er im letzten Jahr. Die Mitglieder, alles
Amerikaner, sind meist wesentlich jünger als er selbst. Am Vibraphon und Marimbaphon der
in Pittsburgh aufgewachsene, schwarze Musiker STEVE NELSON, der die Tradition der grossen
Vibraphon-Stars, vor allem Bobby Hutcherson's, fortsetzt. Am Saxophon ein Musiker, der in
Singen nicht mehr vorgestellt werden muss, der grossartige CHRIS POTTER. ROBIN EUBANKS
(endlich mal in Singen) an der Posaune ist mal der explodierende, mal der fetzend suchend
Vortragende. Der Schlagzeuger BILLY KILSON, ein wahrer "Young Lion", weiss um Jack
DeJohnette und Gateway, kann aber auch mit einem Dave-Weckl-Beat punktgenau
zuschlagen. |
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| Mittwoch 06.10.1999 - 20:30 Uhr |
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| ANDREW CYRILLE |
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| ANDREW CYRILLE (Drums),
JAMES NEWTON (Flute), LISLE ATKINSON (Bass) |
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Mit dem "Masterdrummer und Superstrukturalisten" (Jazzthetik), dem Amerikaner ANDREW
CYRILLE kommt einer der Lieblingsschlagzeuger der Programmmacher des Jazz Club mal wieder
nach Singen und alle, die ihn schön öfters auf der GEMS-Bühne erlebt haben, werden sich
diesen Musiker und sein Trio nicht entgehen lassen. Zwei alte Freunde werden ihn
begleiten. An der Querflöte der grosse JAMES NEWTON. Man sollte mit Superlativen
vorsichtig umgehen, aber er ist ein absoluter Ausnahmemusiker und es gibt im modernen
Jazz keinen, der dieses Instrument dermassen perfekt beherrscht und einsetzt. Regelmässig
wird er bei den verschiedensten Kritikerumfragen als Flötist Nr. 1 gewählt. Am Bass
bringt Cyrille den New Yorker Allrounder LISLE ATKINSON mit, der das Ganze rhythmisch
unterlegen wird. Über Ihre letzte CD *X-MAN* (Soul Note Records) schreibt die
Jazzthetik: "Die Lion Kings Newton und Cyrille verschwenden schon lange keinen Gedanken
mehr daran, sich für konservative Musik zu rechtfertigen. Das Trio improvisiert
selbstverständlich auf der Grundlage schöner Melodien in die Bereiche hinein, die eben
nicht mehr vorausrechenbar sind. Newton z.B. kann eine Querflöte auf selten gehörte Art
aggressiv klingen lassen. Das ist wie der minutenlange, urgemütliche Blick in den Kamin,
bis einem ein, zwei Verpuffungsexplosionen die Segelohren freilegen." MIT
FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG WENNER HOLZBLASINSTRUMENTE, SINGEN |
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| Donnerstag 23.09.1999 - 20:30 Uhr |
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| CHARLIE MARIANO Group |
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| CHARLIE MARIANO (AltoSax),
VIC JURIS (Gitarre), JEFF HIRSHFIELD (Drums),
DIETER ILG (Bass) |
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Lange ist es her, dass der Altsaxophonist CHARLIE MARIANO das letzte Mal beim Jazz Club
in Singen zu Gast war. Ausschlaggebend für die neuerliche Verpflichtung dieses grossen
Musikers war seine neuste CD, die unter dem Titel *SAVANNAH SAMURAI* auf dem deutschen
Label Jazzline (1153-2) im letzten Jahr erschienen ist und auf der sich Mariano seiner
ursprünglichen Jazzquellen in ausserordentlich überzeugender Weise erinnert. Er kehrt zu
seinen musikalischen Wurzeln zurück: Anstatt ein weiteres Album mit ethnischem Jazz oder
Jazz-Fusion einzuspielen, hat er mit dieser Aufnahme eine lupenreine Modern-Mainstream-CD
veröffentlicht. Gemeinsam mit dem vielseitig und druckvoll spielenden DIETER ILG am
Kontrabass, JEFF HIRSHFIELD am Schlagzeug und VIC JURIS an der Gitarre bläst sich der
seit vielen Jahren in Köln lebende Saxophonist durch acht Original-Kompositionen, mit
denen er den Bogen spannt über von Ornette Coleman inspirierte, freitonale Klangkaskaden,
Rockfunk-Patterns bis hin zu swingendem Straight-Ahead. Dabei knüpft Mariano mit seinem
auch heute noch leichtfüssigen Spiel an seine legendäre Zeit zu Beginn der 60er Jahre bei
Charles Mingus an, ohne sich in Klischees und Selbstzitaten zu verfangen. Vor allem Vic
Juris ist sowohl elektrisch verstärkt - und da zeigt sich die Verwandtschaft zu John
Scofield - wie auch vor allem akustisch ein herausragender Partner. "Ein unerwartetes
Meisterwerk und ein wunderbares Geburtstagsgeschenk zu seinem 75., das sich nur ein
grosser Meister wie er leisten kann." (Jazzpodium) |
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| Mittwoch 15.09.1999 - 20:30 Uhr |
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| JOHN ABERCROMBIE Group |
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| JOHN ABERCROMBIE (Guitar),
DAN WALL (Hammond Organ), ADAM NUSSBAUM (Drums),
MARK FELDMAN (Violin) |
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Seit Jahren steht der Gitarrist JOHN ABERCROMBIE ganz oben auf der Wunschliste der Jazz
Club Programmacher und nun endlich ist es gelungen ihn nach Singen zu buchen. Und mit was
für einer Gruppe: An der Hammond-Orgel DAN WALL, am Schlagzeug der exquisite
Drum-Künstler ADAM NUSSBAUM und an der Geige der Alleskönner MARK FELDMAN, der dem
Singener Publikum durch zahlreiche hochgelobte Auftritte wirklich nicht mehr unbekannt
ist. Bereits 1992 kam es zum ersten Meeting dieser Musiker (allerdings ohne Feldman)
und das überragende Ergebnis dieses Aufeinandertreffens von Abercrombies Gitarre mit der
ohne Fusspedal gespielten Hammond-Orgel Dan Walls und den Schlagzeugkünsten Adam
Nussbaums lautete seinerzeit "While We're Young". Das bereits dritte Album dieser Gruppe
wurde live eingespielt in New York und erschien unter dem Titel "Tactics" wie die anderen
beiden auf ECM. Es bringt mit zwei Ausnahmen Eigenkompositionen des Trios zu Gehör,
darunter einen überaus gewichtigen *Last Waltz*, in dem das Trio seine pastellfarbene
Melancholie, in einer so einzigartigen Klangfarbe auslebt, wie man sie wohl nur in dieser
beseelten und perfekten Verzahnung von Gitarre und Orgel - dazu ein Schlagwerk der
empfindsamen und filigransten Extraklasse - kolorieren und zueinanderbringen kann. Ein
funkiger Leckerbissen der Blues *Bo Diddy* (wirklich kein L), ein perkussiv federleichtes
Schlüsselerlebnis wenig später bei *You and the Night and the Music*, mystisch flirrende
Gitarren-Klangfarben - getragen und immer wieder zentriert vom Orgelspiel Dan Walls -,
dann in der Abercrombie Komposition *Dear Rain*. "Kurzum: Einer der Höhepunlkte der
Saison, garantiert von höchstem Wiedererkennungswert und mit absoluter Sicherheit schon
bald ein Klassiker dieses Genres." (Jazzthetik 4 Sterne) |
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| Freitag 27.08.1999 - 20:30 Uhr |
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| DAVE DOUGLAS »Charms of the Night Sky« |
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| DAVE DOUGLAS (Trumpet),
MARK FELDMAN (Violin), GUY KLUCEVSEK (Accordion),
GREG COHEN (Bass), PETER BELMAN (Perc) |
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Jazzfans wissen, dass alle Jahre wieder Ende August in Willisau und Saalfelden zwei der
bedeutendsten Jazzfestivals Europas stattfinden. Auch dieses Jahr ist es dem Jazz Club
Singen wieder gelungen, einen der Höhepunkte dieser zwei Festivals nach Singen zu buchen:
Den Trompeter DAVE DOUGLAS mit seiner Gruppe und seinem Programm *CHARMS OF THE NIGHT
SKY*. Am Bass der u.a. von John Zorns Masada her bekannte GREG COHEN, an der Geige, der
in Singen bestens eingeführte Alleskönner, MARK FELDMAN und am Akkordeon einer, den es in
Singen noch zu entdecken gilt, der aber in Insiderkreisen schon Berühmtheit erlangt hat,
GUY KLUCEVSEK. Mit genau dieser Besetzung hat Dave Douglas im letzten Jahr eine
herausragende CD eingespielt, eben unter dem Titel *Charms of the Night Sky* (Winter
& Winter). "Eines steht fest: Mit dieser CD ist Dave Douglas, dem kreativsten aller
lebenden Jazztrompeter, eine famose Umsetzung geballter slawischer Mentalität in dunkle
Töne gelungen. Niemand vermisst ein wohltemporiertes Piano oder bohrendes Drumming.
Statt dessen verwandelt ein Quartett in der klassischen kammermusikalischen Besetzung des
fahrenden Volkes Trauer in Leichtigkeit, Schmerz in Ironie, Melancholie in Sonne, Grau in
Gold, Muzak in Jazz. Mit verhallten fanfarenähnlichen Tönen schleppt sich Douglas wie auf
einem Leichenzug hinter Guy Klucevseks virtuosem Akkordeon her, springt frivol mit Mark
Feldman über den Polkatanzboden, formt pittoreske Lyrik rund um Greg Cohens einsam
wandelnden Bass oder erzählt einfach; mal aggressiv, dann wieder ruhig atmend,
träumerisch versunken, auf der Suche nach einer besseren Zeit. Er schafft es, ein Stück
von Herbie Hancock, *Little One*, das auf den ersten Blick überhaupt nicht in das Konzept
zu passen scheint, völlig umzukrempeln. Man stelle sich vor: Ein Trompeter aus
Montclair/New Jersey transportiert das Werk eines Jazzkomponisten aus Chicago in nur vier
Minuten mitten hinein in eine von brüchig-vergänglichem Zauber erfüllte Landschaft
irgendwo in der Taiga! Musik wie diese schafft es, jedes Dogma niederzureissen."
(Jazzthetik 5 Sterne!!!) Ein absolutes Muss ist dieser Termin für alle Freunde des Jazz
und moderner, zeitgenössischer Musik. |
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| Mittwoch 07.07.1999 - 20:30 Uhr |
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| DINO SALUZZI Family »Tango - Candombe« |
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| DINO SALUZZI (Bandoneon),
CELSO SALUZZI (Bandoneon), CUCHARA SALUZZI (Saxes/Clarinet),
HORIO LOPEZ (Guitar), MATIAS SALUZZI (Bass),
QUIQUE SINESI (Drums/Perc) |
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Der Jazz Club Singen freut sich ganz besonders endlich einen der führenden
Bandoneonspieler in Singen präsentieren zu können. Die Rede ist von dem 1935 in Campo
Santa, Argentinien, geborenen DINO SALUZZI, der mit seiner "Family" im wahrsten Sinne des
Wortes "Weltmusik" zaubert: Tango, Tango Nuevo, Folk, Candina Music, Jazz und Candombe
Music, die Musik der La Pampa-Provinz. Sie ist ein vitales Element in dieser "Kulturellen
Symbiose". Der Candombe Rhythmus hat seinen Ursprung in Afrika und wurde während der
Kolonialzeiten nach Süd-Amerika und hier vor allem nach Uruguay gebracht. Seine
Wiederentdeckung durch die "Tango-Nuevo" Musiker hat sie zu einer neuen Ausdrucksfreiheit
ermutigt und sein "offener" Rhythmus führt zu einem phantastischen "Drive". Zu seiner
Gruppe, die zurecht den Titel "Family" trägt, gehören seine Brüder CELSO SALUZZI am
Bandoneon und FELIX 'CUCHARA' SALUZZI an Saxophon und Klarinette, sein Sohn MATIAS
SALUZZI am Bass, HORIO LOPEZ an der Gitarre und QUIQUE SINESI am Schlagzeug und
verschiedenen Percussionsinstrumenten. Mit fast der gleichen Besetzung hat er eine
hervorragende und überall hochgelobte CD eingespielt: *MOJOTORO* (ECM 1447)
eingespielt. Wie immer bei Dino Saluzzi steht "Tango" dabei weniger für eine
festgeschriebene musikalische Form und Struktur (oder gar Klischee), sondern für einen
geheimnisvollen Sound, der sich aus verschiedenen musikalischen Quellen speist. "Ich will
hier nicht den alten Streit aufwärmen, ob der Tango Nuevo nun Jazz ist oder nicht Jazz -
oder was auch immer. Saluzzi phrasiert jedenfalls passagenweise wie ein Jazzmusiker.
Aber die Musik ist eher doch kein Jazz, weil sie kaum swingt. Dennoch ist sie dem Jazz
ganz nahe verwandt. Muss ich die Paradoxien noch weiter treiben? Kategorien werden
einfach ab einem gewissen Niveau irrelevant. Saluzzis Musik ist einfach wunderbare,
geniale und originelle Musik." (Jazzpodium) |
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| Donnerstag 01.07.1999 - 20:30 Uhr |
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| CORNELIUS CLAUDIO KREUSCH »BlackMudSound« |
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| CORNELIUS C. KREUSCH (Piano/Vocals),
ZAF ZAPHA (Bass/Vocals), CYRIL ATEF (Drums/Perc/Vocals) |
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"Jazz ist Zärtlichkeit und mächtige Gewalt" Das Motto seiner Karriere hat CORNELIUS
CLAUDIO KREUSCH von der Schriftstellerin Gertrude Stein. Der 30-jährige Pianist hat in
New York seine zweite Heimat gefunden. "Der Lärm New Yorks ist für mich der schönste
Klangteppich, der Dreck auf den Strassen Patina", sagt der geborene Münchner.
»BlackMudSound« heisst seine Band - und BlackMud, das ist der Ur-Schlamm des Nil, die
brodelnde Mixtur aus Funk, Jazz und Afrika im New Yorker Labyrith der Kulturen. "It is
the sound of dancing feet, clapping hands and singing voices. BlackMudSound is of all
colours and becomes one with all - people", beschreibt Kreusch es auf dem Cover seiner
CD *Scoop* (ACT Music - Jazzthetik 5 Sterne!). Man braucht mehr als nur Talent, um sich
in der Heimatstadt des Jazz durchzusetzen, sich vom Manager des legedären Jazz-Clubs
*Sweet Basil* nachsagen zu lassen: "Cornelius ist ein absolutes Phänomen." Kreusch plant
seine Projekte nicht umständlich, kauft sich nicht für teures Geld All-Star-Groups
zusammen, sondern geht impulsiv auf die Musiker zu. In Singen wird er begleitet von dem
Schlagzeuger und Percussionisten CYRIL ATEF und dem Bassisten ZAF ZAPHA, die beide wie
auch Kreusch selber die Stimme als zusätzliches Instrument einsetzen. Puristen seien
gleich gewarnt: Stilgrenzen empfindet der unverschämt begabte Pianist nur als einengende
Fesseln seiner übersprudelnden Kreativität. Seine Musik hat knackigen Groove und delikate
Sensibilität, ist mal nervös und aufgekratzt, mal elegant durchgestylt. Die Themen sind
durchweg fast "poppig" eingängig, die Rhythmen insistierend, packend. So schlägt Kreusch
Brücken zwischen Cool Jazz und Black Poetry, zwischen urbanem Funk und Afro-Pop - eine
durchaus elektrisierende Mixtur der Kulturen. |
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| Donnerstag 17.06.1999 - 20:30 Uhr |
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| NILS LANDGREN »Funk Unit« |
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| NILS LANDGREN (Trombone/Vocals),
MAGNUM COLTRANE PRICE (Bass/Vocals), ESBJÖRN SVENSSON (Keyboards),
PER 'RUSKTRÄSK' JOHANSSON (Saxophone), HENRIK JANSSON (Guitar),
AKE SUNDQVIST (Drums) |
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Es gibt diese magischen Momente. Die Musiker gehen auf die Bühne, zählen die erste Nummer
ein und mit einem Mal herrscht jene besondere Stimmung im Raum, die aus einem
Konzertabend ein unvergessliches Erlebnis macht. Gesellt sich zu der Spannung im Saal
auch noch ein erfahrener Produzent mit seiner Bandmaschine, so wird es möglich, dass das
flüchtige Ereignis sogar in die Jazz'n'Funk-Analen eingehen kann. "Wir hatten gar nicht
vor, aus der Aufnahme von NILS LANDGREN eine CD zu machen, aber dann war das Konzert so
unglaublich gut, dass wir gar nicht anders konnten." *Live in Montreux (ACT 9265-2)
ist in vieler Hinsicht eine ungewöhnliche Produktion. Sie vereinigt Perfektion und
Präzision, Spielfreude und Humor, Ausgelassenheit und arrangierte Disziplin in eleganter
Weise. Denn zahlreiche Konzerttermine im Anschluss an die mit dem Jazz Award '97
ausgezeichnete CD *Paint It Blue* haben aus dem Posaunisten Nils Landgren, der Anfang
der 80er erster Posaunist in der neuen Thad Jones Bigband war, und seiner Funk Unit eine
homogen agierende und sensibel kommunizierende Bandgemeinschaft gemacht. Für das
derzeit wohl schwärzeste Nordlicht bedeutete der Auftritt in der ehrwürdigen Mils Davis
Hall zu Montreux eine Traumerfüllung. Dem Hörer eröffnet sich ein ausgewogener
Querschnitt aus Coverversionen von Zawinul und Adderley, Landgrenschen
Eigenkompositionen, einem Stück aus der Feder des mittlerweile vielbeachteten Unit
Members, dem Keyboarder ESBJÖRN SVENSSON, und schwedischen Traditionals mit melodisch
klingenden Titeln. Trotz aller Affinität zum pechschwarzen Sound verleugnet der
Skandinavier seine Herkunft also beileibe nicht. Aber keine Frage, dass die beiden
grossen Inspirationen des Posaunisten allgegenwärtig und in jeder Minute zu verspüren
sind. *Cannonball* Adderley, der dem Jazz einst einen ungewohnten Entertainment-Faktor
und Funk verpasste, und natürlich auch Maceo Parker. Nils Landgren *Funk Unit* in der
Gems, very live!!! Jazzthetik vergab 4 Sterne für die Montreux CD! |
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| Donnerstag 03.06.1999 - 20:30 Uhr |
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| PAUL MOTIAN & »The Electric Bebop Band« |
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| PAUL MOTIAN (Drums),
PIETRO TONOLO (TenorSax), CHRIS CHEEK (TenorSax),
KURT ROSENWINKEL (Guitar), STEVE CARDENAS (Guitar),
STEVE SWALLOW (Bass) |
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Heute gilt der 65-jährige Schlagzeuger PAUL MOTIAN als einer der Väter der
Jazz-Avantgarde, was ihn zwar mit Stolz erfüllt, aber auch etwas verwirrt, gehört seine
wahre Liebe doch immer noch dem Bebop. Eines vorweg aber: wer jetzt dazu neigt
anzunehmen, Motian sei nun auf seine alten Tage noch in das Lager der Neo-Traditionalisten
übergelaufen, liegt natürlich völlig falsch. Schon ein Blick auf die Besetzung seiner
elektrischen Bebop Bande belehrt uns eines besseren. Neben STEVE SWALLOW am Bass hat sich
der Leader wieder eine betont junge Gruppe zusammengestellt: PIETRO TONOLO und CHRIS
CHEEK an den Saxophonen (Letzterer auch schon zu Gast in Singen) sowie STEVE CARDENAS und
KURT ROSENWINKEL an den elektrischen Gitarren stürzen sich mit Elan auf die Bebop-Themen,
als seien diese erst gestern geschrieben worden. Die musikalischen Ergebnisse sind alles
andere als dröge Wiederaufbereitung. Respekt vor der Tradition vereinigt sich unter
Motians Regie mit dem entschiedenen Willen zur zeitgemässen Interpretation. Vier
Melodieinstrumente nehmen sich also der Bebop-Themen an: Unisonopassagen gehen über in
kontrastive Wechsel, Themen werden umspielt, Saxophone solieren im Duo um dann das Feld
den elektrischen Gitarren zu überlassen - und erreichen dadurch eine lebendige
Traditionspflege, die erahnen lässt, wie kühn und wild diese Musik einst gewesen ist.
All das begleitet von den beiden Mastermusicians Paul Motian und Steve Swallow, deren
Spiel auch dann noch charakteristisch klingt, wenn sie scheinbar "normal" und "straight"
begleiten. Die Zeitschrift Audio schrieb über Motians CD *Flight of the Blue Jay*
(Winter & Winter): "Sie übertragen den Geist des Bop ohne Kniefälle vor der
Vergangenheit auf die Moderne: Die Bebop-Interpretationen klingen, als seien sie nicht
fünfzig Jahre, sondern fünfzig Tage alt." |
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| Donnerstag 20.05.1999 - 20:30 Uhr |
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| NEW JAZZ TRIO feat. FERRIS / SCHÖB / PONTIGGIA |
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| MICHAEL ARBENZ (Piano),
FRIEDEMANN RABE (Bass), FLORIAN ARBENZ (Drums),
GLENN FERRIS (Posaune), CARLO SCHÖB (Saxophon),
CLAUDIO PONTIGGIA (Waldhorn) |
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Das Schweizer NEW JAZZ TRIO des Basler Pianisten MICHAEL ARBENZ existiert bereits seit
dem Herbst 1993. In einer Zeit von intensiver Zusammenarbeit gelang es der Gruppe, zu der
noch der Bassist FRIEDEMANN RABE und der Schlagzeuger FLORIAN ARBENZ gehören, die
verschiedenen Aspekte einer Trioformation hervorzuheben. Da alle Musiker ausgedehnte
Erfahrungen mit klassischer Musik haben, versuchen sie auch deren Elemente in ihre Musik
zu integrieren. Wichtig ist ihnen die Gleichheit der drei Musiker, was die Musik flexibel
und vielfältig macht und ihnen erlaubt, ihre Ideen spontan zu verwirklichen. So bleibt
die Musik eine, die stets im Moment entsteht und durch ihre Farb- und Stimmungswechsel
überrascht. Wichtig sind aber auch die Eigenkompositionen der drei Musiker, in denen der
Jazz durch andere Einflüsse erweitert und erneuert wird, obwohl die Musiker die
Jazztradition nie verleugnen. So steht das New Jazz Trio in der Tradition der
Klaviertrios von Bill Evans, Chick Corea oder Keith Jarrett. In all den Jahren haben
sie immer wieder Gastsolisten hinzugezogen. Nach Singen kommen sie nun gar mit drei
europäischen Spitzenmusikern, mit denen sie auch ihre neueste Cd eingespielt haben. An
der Posaune einer der besten seines Fachs, der in Paris lebende Amerikaner GLENN FERRIS,
an verschiedenen Saxophonen der aus dem Thurgau stammende CARLO SCHÖB und am Waldhorn
der in Singen bestens vom Vienna Art Orchestra bekannte CLAUDIO PONTIGGIA. |
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| Sonntag 16.05.1999 Matinée - 11:00 Uhr |
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| IRON WERTHER Jazz Quartet & CONFUSION |
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Zeitgleich mit dem 10jährigen Bestehen des Jazzclub Singen feiert auch eine Jazzcombo,
die eng mit der Geschichte des Clubs verbunden ist, ihr 10jähriges: Das IRON WERTHER
JAZZ QUARTET. Namensgeber ist der Saxophonist und Leiter der Combo IRON WERTHER, der in
diesem Jahr auch noch sein 25jähriges Bühnenjubiläum als Musiker feiert. In dieser
langen Zeit spielte er auch mit einigen Grossen des Jazz und gewann zahlreiche
Auszeichnungen. Auch die anderen Mitglieder des Quartetts können auf eine lange
musikalische Laufbahn zurückblicken. Der Pianist MANFRED WANGERIN, der Bassist KARSTEN
KOST und der Schlagzeuger GERI GEMEINWIESER, bekannt auch durch seine 10jährige
Trommelarbeit bei den Oberholz Cake Walkers. Dass sich auch immer wieder junge Leute
für die Jazzmusik und auch für den Jazzclub und seine Konzerte begeistern, zeigt das
Singener Quartett CONFUSION. Die junge Gruppe besteht in der aktuellen Besetzung zwar
erst seit einem knappen Jahr und kann bereits auf etliche erfolgreiche Auftritte und
auf den Gewinn eines Jazzwettbewerbs verweisen. Im Januar 99 wurde die erste eigene CD
eingespielt. Confusion, das sind FLORIAN BRÜTSCH am Schlagzeug, SIMON HARRER an der
Posaune, PASCAL NIGGENKEMPER am Bass und CHRISTIAN SCHILLER mit seiner Gitarre. Der
Jazz Club Singen freut sich darauf, neben einer schon traditionsreichen Band auch eine
junge, frische Formation präsentieren zu können. Beide Bands werden im Verlauf der
Matinee auch zu einer gemeinsamen Session zusammenfinden. |
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| Freitag 07.05.1999 - 20:30 Uhr |
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| DEWEY REDMAN Quartet |
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| DEWEY REDMAN (Saxophones),
RITA MARCOTULLI (Piano), JOHN MENAGON (Bass),
MATT WILSON (Drums) |
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Die renommierte deutsche Jazzzeitschrift "Jazzthetik" schreibt über DEWEY REDMAN's
letzte, live in London im Oktober 1996 eingespielte CD mit dem Titel *In London*
(Palmetto PM 2030/Efa): "Die Mechanismen von Medien und Markt gegenüber der Kunst haben
am Beispiel der Saxophonisten Dewey und Joshua Redman eine besondere Pikanterie gewonnen.
Dem hyperventilierten Erfolg von Joshua Anfang der 90er Jahre steht beim Vater Dewey
Redman zwar breite musikalische Anerkennung von Kollegen und (sogar) Kritikern gegenüber,
jedoch nur spärlichste Veröffentlichungspräsenz und das bei einem Mann mit
jazzhistorischer! Bedeutung, Mitglied im Ornette Coleman Quartet oder gleich darauf im
amerikanischen Quartett von Keith Jarrett, mit grossem Tenorton von saftiger texanischer
Qualität und, vor allem, Persönlichkeit. Jetzt liegt endlich mit o.g. CD wieder eine
hervorragende Aufnahme vor, eingespielt live im Ronnie Scotts Club in London. Wie
'the late great' George Adams oder Archie Shepp kehrt auch Dewey Redman mit
fortschreitendem Alter zu den Wurzeln zurück: Balladen von hoher Eindringlichkeit,
geradezu zwingender Ökonomie, lupenreiner Bop, mit swingendem Horn wie weiland Dexter
Gordon, umranken das erwartete, eher Freiere, das nunmehr wohldosiert und bei weitem
nicht mehr out erklingt. Damit wird diese CD zum Showcase der stilistischen Bandbreite
des Leaders, und wirkt so unterhaltsam wie authentisch. Bei soviel lockerer Qualität
fragt man sich wirklich, warum dieser Mann heute nicht mehr Aufmerksamkeit bekommt.
Attention must be paid - Man muss diesen Mann hören." (4 Sterne CD-Bewertung). Ausser
dem Bassisten JOHN MENAGON waren seine Begleitmusiker schon in Singen zu hören, die
junge italienische Pianistin RITA MARCOTULLI und der "neue Star am Schlagzeughimmel"
(Jazzpodium) MATT WILSON (1997 mit dem Cecil McBee Quintett). |
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BODENSEEFESTIVAL 1999 Montag 03.05.1999
- 20:30 Uhr Gems |
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| VIENNA ART ORCHESTRA »Duke Ellington's Sound
of Love« |
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| TROMPETE: THORSTEN BENKENSTEIN,
MATTHIEU MICHEL, THOMAS GANSCH |
| SAXOPHON: KLAUS DICKBAUER, FLORIAN
BRAMBÖCK, ANDY SCHERRER, HERWIG GRADISCHNIG, HARRY SOKAL |
| POSAUNE: ROBERT BACHNER, CHARLY WAGNER,
CHRISTIAN MUTHSPIEL |
| WALDHORN: ARKADY SHILKLOPER /
GITARRE: WOLFGANG MUTHSPIEL / BASS: GEORG BREINSCHMIED / DRUMS: MARIO
GONZI |
| LEITUNG: MATHIAS RÜEGG |
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| TEIL I: DER TRADITIONELLE ELLINGTON
(komponiert und arrangiert von Duke Ellington) |
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| TEIL II: DER MODERNE ELLINGTON
(komponiert von Duke Ellington / arrangiert von Mathias Rüegg) |
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| TEIL III: DER INTIME ELLINGTON
(komponiert von Duke Ellington / arrangiert von Mathias Rüegg) |
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Anlässlich des 100. Geburtstags von Duke Ellington widmet das VIENNA ART ORCHESTRA dem
grossen amerikanischen Jazzmusiker, Komponisten, Pianisten und Bandleader die vierte
Personale nach den Programmen für Erik Satie, Eric Dolphy und George Gershwin. Das
international besetzte Jazzorchester versucht vor allem drei Aspekte in Ellingtons
Schaffen zu beleuchten: Ellingtons Songs, von denen sich über 1000 in seinem Nachlass
finden, Ellingtons wegweisende Suiten sowie seine bekannten Kompositionen. Die Hälfte des
Programms wird nach Originalpartituren gespielt, die andere Hälfte in einer Bearbeitung
von MATHIAS RÜEGG. So ergibt sich eine Mischung aus dem Sound von Ellington und dem des
VAO, das auch im 22. Jahr seines Bestehens noch immer alle Register seines Könnens zieht
und bereits zum zweiten mal beim Jazz Club Singen mit neuen Musikern und neuem Programm
aufwarten wird. |
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| Donnerstag 29.04.1999 - 20:30 Uhr |
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| JIM HALL Group |
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| JIM HALL (Guitar),
CHRIS POTTER (TenorSax), SCOTT COLLEY (Bass),
TERRY CLARKE (Drums), SONNY BROWN (Perc) |
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Nur wenigen Jazzmusikern war es bisher vergönnt in die "Hall of Fame", die Ehrenhalle der
besten Jazzmusiker aufgenommen zu werden, und nur ganz wenige haben bisher den "JazzPar
Preis", den Nobelpreis für Jazzmusiker, erhalten. Einer von Ihnen kommt im Rahmen der
10jährigen-Jubiläumskonzerte zum Jazz Club Singen: Der am 4. 12. 1930 in Buffalo geborene
James Stanley Hall - besser bekannt als JIM HALL. Und er kommt mit seiner bestens, seit
Jahren eingespielten Rhythmusgruppe am Bass SCOTT COLLEY, am Schlagzeug TERRY CLARKE,
Percussion SONNY BROWN. Ergänzt wird die Band durch den jungen bereits äusserst
eigenständigen Tenorsaxophonisten CHRIS POTTER, der bereits mit Steve Swallow in Singen
zu bewundern war. Mit seinem konzentrierten, lyrischen Spiel und dem klaren, warmen,
bislang wohl natürlichsten elektrischen Sound aller Gitarristen empfiehlt sich Jim Hall
als ein "Bill Evans der Gitarre". Barney Kessel hat die stets durchdachte, vor allem in
bedeutsamen Duo-Aufnahmen dokumentierte Solo- und Begleitarbeit seines Kollegen so
charakterisiert: "Es ist ein Stil, der sich nicht eindeutig in eine Richtung festlegt.
Es ist mehr wie ein Arrangement von Feuerwerken, das delikate Harmonien, Melodie und
Rhythmus zu einem brillianten Bild verschweisst." John Scofield vergleicht seine Art,
dem Instrument Töne zu entlocken, mit der eines Sängers. Aber nicht nur Sco, sondern
auch Pat Metheny oder Bill Frisell sind voll des Lobes, wenn die Rede auf Jim Hall kommt.
Kaum ein Jazzgitarrist heutiger Tage, der ihn nicht als wichtiges Vorbild angibt, wobei
es noch keinem gelungen ist, ihn zu kopieren. Vielleicht besteht ein grosser Teil seiner
Vorbildfunktion gerade in der absoluten Individualität seines Stils. MIT
FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG SPARKASSE SINGEN-RADOLFZELL |
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| Freitag 09.04.1999 - 20:30 Uhr |
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| ENRICO RAVA »Plays Italian Composers« |
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| ENRICO RAVA (Trompete),
ROBERTO CECCHETTO (Gitarre), DOMENICO CALIRI (Gitarre),
GIOVANNI MAIER (Bass), U.T. GANDHI (Drums) |
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Der Trompeter ENRICO RAVA wurde am 20. August 1943 in Triest geboren und zählt heute zu
den führenden europäischen Jazzmusikern. In seiner langen Laufbahn hat er mit vielen
Grössen des modernen Jazz gespielt und hat immer wieder eigene Gruppen geleitet. Sein
neuestes Projekt: "Enrico Rava plays Italian Composers" ist eine Aufarbeitung von
Opernmelodien Puccinis, Filmmusik des Fellini Komponisten Nino Rota und anderer
italienischer Komponisten für eine Jazzband. "In Italien kann man der Oper nicht
entfliehen", meint Enrico Rava, "sie ist ständig präsent, nicht nur in den
Unterhaltungsmedien Radio und Fernsehen, sondern auch auf der Strasse. Die Oper ist Teil
unserer Alltagskultur." Rava war immer ein Fan von Miles Davis und Chet Baker, doch
später wurde ihm bewusst, dass er auch eine Vorliebe für die Callas besass. Nichts lag
daher näher, als beide Vorlieben miteinander zu verbinden. Vor allem die Kompositionen
von Puccini eigneten sich besonders gut, um sie 'jazzmässig' zu vertonen. "Ich musste
gleich an Gil Evans denken", so Rava, "an seine Zusammenarbeit mit Miles." Nachdem er
nun zwei CDs mit Opernmelodien (*Carmen*“ und *Rava l'Opera va* auf Label Bleu) und
grossem Ensemble vorgelegt hat, wollte er dieses Konzept auch live vorstellen. "15
Musiker auf der Bühne, dies übersteigt heutzutage die finanziellen Möglichkeiten der
meisten Veranstalter." So war es konsequent, die Musik umzuschreiben und zu versuchen,
die Kompositionen auch für kleinere Ensembles umzuarbeiten, ohne dass das "italienische
Flair" der Stücke verlorengeht. Sein weicher Trompetenton ist wie der zarte Schmelz
in der Stimme des Startenors in der Oper, Rava intoniert Arien, während seine
hervorragenen Mitmusiker gleichzeitig swingen und dramatische Opern-Klangfarben
produzieren. Zur Band gehören die Gitarristen ROBERTO CECCHETTO und DOMENICO CALIRI, der
Bassist GIOVANNI MAIER und der Drummer U.T. GANDHI. Sie werden das Publikum davon
überzeugen, dass europäische Musik noch so viel Neues zu entdecken bietet, was mit dem
Jazz zu einer zeitgemässen und spannenden Musik verschmolzen werden kann. |
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| Mittwoch 24.03.1999 - 20:30 Uhr |
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| RANDY WESTON »African Rhythms« |
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| RANDY WESTON (Piano),
TALIB KIBWE (Saxophone/Flute), ALEX BLAKE (Bass),
NEIL CLARKE (Percussion) |
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Unermüdlich reist der Pianist, Komponist und Bandleader RANDY WESTON von Land zu Land,
um seine Botschaft von der spirituellen Kraft der Musik in die Herzen seiner Zuhörer zu
tragen. Priester, Magier und Therapeut in einem, versetzt er sein Publikum mit Musik,
welche die Erdschwere des Augenblicks vergessen macht, in einen Zustand gleichzeitiger
körperlicher Entspanntheit und geistiger Schwerelosigkeit, nach dem man süchtig werden
kann. Musik als Therapeutikum für die im Hier und Jetzt befangene Seele und als
Medium, das Transzendentes in welcher Form auch immer unmittelbar zugänglich macht - für
die Dauer eines Konzertes, vielleicht auch länger. "Musik ist für mich die reine
Spiritualität. Das kann man auch daran ersehen, dass der geistigen Kraft der Musik in
allen Religionen eine wichtige Rolle zukommt. Und egal, welchen Glauben du hast, die
Musik verschafft dir den direkten Kontakt mit dem Schöpfer", so Weston in einem
Interview. Musik als Ausdruck einer universellen Spiritualität - ist es da nicht in einer
symbolischen Sicht bezeichnend, dass Westons musikalische Sprache von der Afrikas
durchtränkt ist, des Kontinents, von dem die ersten Menschen stammen sollen? Der 1926
in New York geborene Weston, der sich in früheren Jahren an einigen in die Legende
eingegangenen Tastenkünstlern gerieben hatte - am pianistischen Urgestein Monk, an Elmo
Hope und Herbie Nichols, sammelte auf mehreren Afrika-Reisen sowie einem fünfjährigen
Marokko-Aufenthalt all die Erfahrungen, welche zusammen mit seinem Jazzhintergrund (zum
Schatten Monks tritt dabei jener Dukes) seinen musikalischen Mikrokosmos abstecken: Ein
Raum voller Nischen, welche die Seele zum Verweilen einladen. Nach den beiden
aufsehenerregenden CD-Grossprojekten *The Spirits of Our Ancestors* und *Volcano Blues*
erschien im letzten Jahr auch auf dem Label Verve/Gitanes seine letzte CD
*Khepera*. "Die pure Essenz! Khepera - das Meisterwerk eines Jazzpiano-Giganten!"
(Jazzthetik 11/98, Fünf Sterne). Nach seinem legendären Auftritt beim Singener
Jazzfestival 1993 nun wieder live beim Jazzclub. Mit dabei der Saxophonist TALIB KIBWE,
der Bassist ALEX BLAKE und der Percussionist NEIL CLARKE. MIT FREUNDLICHER
UNTERSTÜTZUNG SINGENER WOCHENBLATT |
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| Freitag 12.03.1999 - 20:30 Uhr |
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| ERIC WATSON Trio |
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| ERIC WATSON (Piano),
MARK DRESSER (Bass), ED THIGPEN (Drums) |
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Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Gelingt es, diese auch noch unter einen Hut zu
bringen, kann nur etwas Spannendes dabei herauskommen. Bestes Beispiel für einen solchen
Synergieeffekt ist das Trio des amerikanischen, in Paris lebenden Jazzpianisten ERIC
WATSON. Eine ausgeprägte romantische Ader, eine Vorliebe für ausladende,
klangmalerische Intros und Sinn für Humor machen den herausragenden Tastenkünstler aus.
Watson, Absolvent des Oberlin-Konservatoriums, geht unbestreitbar seinen eigenen Weg und
tut das überzeugend. Nichtsdestotrotz liegt dieser Weg nicht allzuweit des Mainstreams.
MARK DRESSERS 'Ding' ist das eigentlich gar nicht. Der Kontrabassist ist in der New
Yorker Avantgarde-Szene zuhause und alles andere als ein zahmer, solider Sideman. Doch
Watson degradiert seine Mitspieler auch nicht zur Rhythmusgruppe. Bereitwillig lässt er
sich auf ihre Ideenwelten ein und gewährt ihnen reichlich Entfaltungsmöglichkeiten. So
auch dem Dritten im Bunde, Swing-Koryphäe und ehemaliger Schlagzeuger im Oscar Peterson
Trio: ED THIGPEN. Seine fast 70 Jahre sieht man dem schwarzen Wahl-Dänen nicht nur nicht
an, man hört auch nichts davon - einmal abgesehen von dem unglaublichen Groove-Gefühl,
das seine jahrzehntelange Erfahrung unverkennbar "vor Ohren" führt. Seine Flexibilität
und Offenheit für unorthodoxe Ideen machen ihn zu einem absolut jungen Musiker. Alle
drei sind sich der Möglichkeiten ihrer Konstellation bewusst und schöpfen sie
entsprechend aus - nicht etwa rein intellektuell und ernst, sondern mit Humor und Mut zu
spontaner Verspieltheit. Von einem zum anderen Stück wechselt Watson von hypersensibler
Anschlagskunst zu brachialen Tastengewittern. Dresser, der sich gern in zarten
Flageolett-Klängen ergeht, schlägt plötzlich mit weiten Ausholbewegungen in die Saiten
und Thigpen legt die Besen zur Seite und macht an seinem eher sparsamen Drumset mächtig
Druck. MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG MIGROS OSTSCHWEIZ |
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| Donnerstag 25.02.1999 - 20:30 Uhr |
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| FELDMAN / PUSCHNIG / REIJSEGER |
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| MARK FELDMAN (Geige),
WOLFGANG PUSCHNIG (Saxophone), ERNST REIJSEGER (Cello) |
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Auf den ersten Blick glaubt man, es handelt sich um das hervorragende Stringtrio Arcado.
Aber nein, da fehlt der Bass. Dieser wird ersetzt durch den österreichischen
Altsaxophonisten, Komponisten und Tausendsassa auf allen Jazz und Improvisationsbühnen
dieser Welt WOLFGANG PUSCHNIG. Er ist ausserdem Mitbegründer des Vienna Art Orchestras,
dessen Stil er für viele Jahre entscheidend geprägt hat. Vor Jahren hat er mit Christof
Lauer ein überaus stimmiges Konzert in Singen abgeliefert. Die beiden anderen Musiker
gehören nun tatsächlich zum Arcado-Stringtrio. Zum einen der aus USA kommende
Geigenvirtuose und in allen Stilen (z.B. auch in der Country Music) bewanderte MARK
FELDMAN. Er ist einer der gefragtesten Musiker der New Yorker Szene und war schon
mehrfach Gast in Singen z.B. eben mit Arcado, dem Mark Helias Quartett und der Dave
Douglas String Group. Besucher dieser Konzerte schwärmen noch heute von diesem Musiker
und seinen Qualitäten. Last but not least ergänzt der holländische Cellist ERNST
REIJSEGER die beiden zum Trio. Auch ihn muss man nicht mehr vorstellen. Er war in Singen
zu hören mit dem Clusone Trio und dem ICP-Orchestra unter Leitung von Misha Mengelberg.
Er ist bestimmt einer der wichtigsten Erneuerer im weiten Feld der improvisierten Musik.
Letztes Jahr hat er seine ersten Solo-CD auf dem deutschen Label Winter & Winter
unter dem Titel *Colla Parte* veröffentlicht. Eine Solo Cello CD, die einen von der
ersten bis zur letzten Sekunde fesselt, soweit man bereit ist, sich auf ein
Hörabenteuer besonderer Art einzulassen. Drei Solisten, drei Individualisten, drei
Könner auf ihren Instrumenten und ein neues Trio, das all diese Fähigkeiten bündelt und
sicher zu einem musikalischen Ganzen werden lässt. Bei der Qualität dieser drei Musiker
braucht man keine Angst haben, dass drei Solisten auf einem Egotrip nebeneinander
herspielen werden. Sie sind alle so erfahren und im Zusammenspiel mit anderen Musikern
geübt, dass sie bestimmt ein Konzert auf höchstem Niveau abliefern werden. |
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| Freitag 19.02.1999 - 20:30 Uhr |
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| JIM BLACK's »Pachora« |
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| JIM BLACK (Drums),
CHRIS SPEED (Clarinet/TenorSax), BRAD SHEPIK (Portuguese Guitar/Saz),
SKULI SVERISSON (E-Bass) |
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| Die Gruppe PACHORA ist eine der aufregendsten Bands der
New Yorker 'Donwtown'-Szene. Ihre Mischung von Musik-Traditionen des Balkans, Bulgariens,
der Türkei und verschiedenen Nordafrikanischen Stilen mit der Ästhetik der
Avantgarde-Jazz-Improvisation ist äusserst beeindruckend und zwingend. Dabei haben sie
einen fast schon telepathischen Level von Kommunikation und Interaktion erreicht, der nur
durch regelmässiges Miteinanderspielen zustande kommt. Die Band hat ihre Wurzeln in
Seattle, woher drei der Musiker stammen, der Bassist SKULI SVERRISSON ist gebürtiger
Isländer. Alle haben in den Bands von Tim Berne, Human Feel, Dave Douglas, Myra Melford,
Paul Motian, Ellery Eskelin usw. gespielt und waren auch schon beim Jazz Club Singen zu
Gast: Der phantastische junge Schlagzeuger JIM BLACK, der Gitarrist BRAD SHEPIK und der
Saxophonist und Klarinettist CHRIS SPEED. Pachora ist ein Teil des aktuellen New Yorker
Trends, der traditionelle Musikformen und Jazzimprovisation verbindet. Die erste Welle
dieser Suche nach neuen Formen fand in den siebziger Jahren statt mit Künstlern wie Leo
Smith, Don Cherry und anderen, die für die sog. Stilrichtung 'Weltmusik' stehen. In den
neunziger Jahren wurde eine zweite, weitaus intensivere Welle dieser Entdeckungsfahrt in
Gang gesetzt, vor allem nun auch unter Einbezug jüdischer Klezmer und osteuropäischer
Musik- und Improvisationsstile. Die Musiker der Band Pachora haben sich intensiv mit den
Traditionen all dieser Musikstile befasst, bevor sie sie in Verbindung mit der Jazzästethik
gebracht haben. Sie kreieren aus einem mediterranen Fundament eine Art Balkan-Jazz. Ziel
dabei ist nicht, Jazz mit ein wenig ethnischen Einflüssen zu präsentieren, sondern sie
bringen die Ästhetik der Jazzimprovisation in diese musikalischen Traditionen (und
natürlich umgekehrt). Hierbei geht es nicht mehr um die Frage, ist dies noch Jazz oder
nicht, sondern einfach um eine musikalische Entdeckungsreise in neue Bereiche. "LOVE IT
- OR LEAVE IT"... |
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| Donnerstag 28.01.1999 - 20:30 Uhr |
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| SIMON NABATOV Trio |
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| SIMON NABATOV (Piano),
MARK HELIAS (Bass), TOM RAINEY (Drums) |
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Letztes Jahr war er zweimal beim Jazz Club Singen zu Gast. Im Februar solo und im März
als Pianist des Nils Wogram Quartetts: SIMON NABATOV. Nach seinem fulminanten
Soloauftritt, von dem die Zuschauer heute noch schwärmen, kommt er nun mit seinem
eigenen Trio nach Singen. Am Bass wird er einen alten Bekannten des Jazz Club mitbringen,
den Allrounder auf allerhöchstem Niveau MARK HELIAS. Sein Bassspiel wird weniger durch
technische Virtuosität als vielmehr durch Präzision und Melodik geprägt. Am Schlagzeug
wird TOM RAINEY sitzen. Er besticht vor allem durch seine Präzision. Sein Spiel ist
unaufdringlich, bewegt sich im Hintergrund und baut den Boden für die komplexen Takt- und
Tempoverschiebungen. Mit diesen beiden Musikern spielt Nabatov seit Jahren zusammen und
hat auf dem Münchner Label ENJA eine starke CD unter dem Titel *TOUGH CUSTOMER*
veröffentlicht, wobei fast selbstverständlich ist, dass alle Kompositionen von ihm selber
geschrieben wurden. Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete, 1959 in Moskau geborene
und mittlerweile in Deutschland lebende, Pianist ist ein wahrer Alleskönner, dem keine
Passage zu schwer ist und der buchstäblich alle Jazzstile kennt, der sich in der alten
Welt des Ragtime genauso zu Hause fühlt wie in den luftigen Sphären des Free Jazz. Er
scheint sich oft in „normalen“ Jazzkontexten dermassen zu langweilen, dass er sich
ständig neuen selbstgebastelten Herausforderungen stellen zu müssen scheint. Seine
hyperkomplexen Eigenkompositionen stecken voller rhythmischer Gangwechsel, kaum gibt es
da einen Takt, der im gleichen Metrum angelegt ist wie sein Nachfolger. Dabei erinnern
die höchst durchdachten Werke hin und wieder an die genialen Stücke des legendären
Pianisten Herbie Nichols. Pressestimmen: "Simon Nabatovs Pianospiel ist schwer auf
einen Nenner zu bringen, da er so gut wie alles beherrscht, die Pianissimo-Passagen gehen
ihm genau so leicht von der Hand wie der rhythmisch harte Anschlag, romantische und
impressionistische Klaviertradition klingt bei dem klassisch geschulten Virtuosen immer
wieder durch und gibt dem Trio eine eigene Klangfarbe." (Badische Zeitung). "Simon
Nabatov wird viele Zuhörer durch die rhythmische Präzision, die Kraft, Dichte und
Sensibilität sowie durch seine an chamäleonhafte Wandlungsfähigkeit grenzende
stilistische Vielseitigkeit am nachhaltigsten beindruckt haben." (Südkurier, Carlo
Schultheiss) |
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| Freitag 08.01.1999 - 20:30 Uhr |
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| CÉCILE VERNY Quartet »Got a Ticket« |
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| CÉCILE VERNY (Gesang),
ANDREAS ERCHINGER (Piano), BERND HEITZLER (Bass),
MATTHIAS DANECK (Drums) |
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Eine musikalische Reise durch die Landschaften des Jazz und seiner Randgebiete. Mit
Träumen und Erwarten, Kofferpacken und Abschiednehmen. In unerwarteten Turbulenzen und
lang ersehnter Ruhe Fremdes und Bekanntes wiederentdecken. Jazz-Soul-Gospel und natürlich
auch der Hometown-Blues dürfen dabei nicht fehlen. Auf ihrer ersten CD *GOT A TICKET*
stellt dievon der Elfenbeinküste stammende schwarze Sängerin CÉCILE VERNY vornehmlich
Eigenkompositionen in einer stilistischen Vielfältigkeit vor, die den Vergleich mit oben
erwähnter Reise verständlich macht. Mal rhythmisch swingend, manchmal verträumt balladesk,
dann wieder latin-beeinflusster Bebop und traditioneller Jazz-Gesang. Das Quartett um
die ebenso brillante wie reizende Sängerin Cécile Verny entführt den Hörer auf eine
lustvolle Suche nach neuen Wegen, abseits der ausgetretenen Pfade, ohne Angst vor
sprachlichen und stilistischen Grenzüberschreitungen. So sind neben den glänzenden
Arrangements die Texte sehr emotional und stimmungsvoll. Verny hat das richtige Gefühl
für den Swing, trifft immer genau die verschiedenen Stimmungs-Eigenschaften und brilliert
vor allem druch ihre gesanglichen Improvisationen. Begleitet wird sie dabei von dem
Pianisten ANDREAS ERCHINGER, ein hervorragender Gesangs-Begleiter und Hauptkomponist der
Band, dem Bassisten BERND HEITZLER und dem Schlagzeuger MATTHIAS DANECK. "Die CD ist
etwas für Liebhaber des Jazzgesangs und des traditionellen Jazzquartetts" (Jazzthetik
4! Sterne) |
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Text: R. Kolmstetter
[ Jazz
Club Singen - aktuelles Programm | Jazz Club Singen ]
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