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Jazz Club Singen

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2000
 
| Toto La MomposinaOregonChano DominguezManfred JunkerMasha BijlsmaMoscow Art TrioNicolas SimionJames CarterRay BrownCubanismoSchorn/PuntinJohn ScofieldDieter IlgJim HallThomas SilvestriWoods/Robert/BarronCécile VernyMike WestbrookHeinz SauerRavi ColtraneAbraham Burton Garcia-Fons/MatinierAkosh S.Uri CaineFun Horns |
 
 
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Donnerstag 07.12.2000 - 20:30 Uhr
 
TOTO LA MOMPOSINA & Orchestra
 
TOTO LA MOMPOSINA (Vocals), MARCO VINICIO OYAGA (TamborHembra/Bongos), RAFAEL RAMOS (Bombo/Guitar), DARIOS CASTRO (TamborHembra/Ilamador), JORGE AGUILAR GaitaMacho/Maracas/Chorus), FREDY ARRIETA (GaitaHembra/Ilamador), ANDRES NINO (Tiple), HECTOR BENITEZ (Bombardino), FREDY SOTO (Trumpet), EDUARDO BAENA (Bass), EURIDICE OYAGA (Chorus/Dancer)
 
Die Sängerin und Tänzerin TOTO LA MOMPOSINA und ihr elfköpfiges Orchester aus Columbien beeindrucken mit der Power und der Spontanität ihrer Performance ein weltweites Publikum. Ihre expressive Stimme und ihre dynamische Bühnenshow werden getragen und vorangetrieben durch ein reiches Arrangement traditioneller Drums, Gitarren, Percussion und einem Begleit-Chorus. "Die Musik, die ich spiele, hat ihre Wurzeln in einer gemischten ethnischen Kultur; wenn man Afrikaner und Indianer zugleich ist, schlägt das Herz der Musik perkussiv." In Musik und Tanz der kolumbianischen Karibik treffen sich indianische und afrikanische Ursprünge mit spanischen Elementen. Das Repertoire von Toto und ihrem Orchester umfasst Rhythmen wie Cumbia, Chalupa, Garabato sowie die kubanische Son, Rumba und Bolero. Die Cumbia mit ihrem kraftvollen und hypnotisierenden Rhythmus, ihren Tänzen und Kostümen steht hierbei im Vordergrund. Der Columbianer Gabriel Garcia Marquez, Autor von 100 Jahre Einsamkeit, erhielt 1982 den Nobelpreis für Literatur. Toto La Momposina begleitete mit ihrer Performance die feierliche Zeremonie und liess das honore Publikum "atemlos und wie betäubt zurück". Auf minutenlange Stille folgten schier endlose Ovationen. Seitdem ist sie endgültig auf der internationalen Bühne zuhause. EIN WEIHNACHTSGESCHENK DES JAZZ CLUB SINGEN
 
 
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Donnerstag 30.11.2000 - 20:30 Uhr
 
OREGON
 
RALPH TOWNER (Guitar/Piano), GLEN MOORE (Bass), PAUL McCANDLESS (Saxophone/Oboe), MARK WALKER (Percussion), P. TURNER (Techn.)
 
Es ist soweit. OREGON kommt nach acht Jahren endlich wieder einmal nach Singen. Damals war es ein bewegendes Konzert und natürlich ein ausverkauftes. Also sollte man sich dieses Mal unbedingt eine Karte im Vorverkauf besorgen oder einen Platz reservieren lassen, um Oregon, eine der dauerhaftesten und konstant interessanten akustischen Gruppen des Jazz und der Worldmusic, live zu erleben. Der Gitarrist und Pianist RALPH TOWNER gründete diese Band im Jahr 1970! Und hat mit ihr mittlerweile unzählige Konzerte gegeben und weit über 20 Platten eingespielt. Von Beginn an dabei sind der Bassist GLEN MOORE und der Saxophonist/Oboist PAUL McCANDLESS. Seit ein paar Jahren gehört nun auch der Schlaagzeuger und Percussionist MARK WALKER als festes Mitglied zu Oregon. Er bringt mit seiner Schlagwerkkunst den unvergleichlichen Oregon-Sound zurück - ein vortrefflicher Musiker, der gesegnet ist mit einem nahezu übernatürlichen Einfühlungsvermögen, welches ihm erlaubt, sich in das über Jahre hinweg gewachsene Spielgefühl des Kerntrios hineinzuspüren. Auf der letzten CD *Northwest Passage* lässt er Oregon klingen, als hätte es diese Band nie anders gegeben. Es ist eine unvergessliche Reise durch die musikalischen Welten zwischen Jazz, Klassik und ethnischer Musik. Begriffe wie Dynamik und Brillianz gewinnen hier neue Bedeutung. OREGON – eine kammermusikalisch spielende Gruppe, die zeitgenössische Konzertmusik und barocken Kontrapunkt, indische Ragas, Rock und modernen Jazz mit vergleichsloser Sensibilität verbindet. Ihr Geflecht aus Komposition und Improvisation ist unverwechselbar. Trotzt ihres langen Bestehens befinden sie sich immer noch und immer wieder auf Entdeckungsreisen in den musikalischen Gefilden dieser Welt. "Unsere Konzerte sind fast wie musikalisches Theater. We maintain the drama ... as if the whole thing were a massive play." (Ralph Towner)
 
 
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Freitag 10.11.2000 - 20:30 Uhr
 
CHANO DOMINGUEZ Ensemble
 
CHANO DOMINGUEZ (Piano), JAVIER COLLINA (Bass), GUILLERMO McGUILL (Drums)
 
"Dieser Musiker", sagt der spanische Autor Adolfo Montejo, "zieht das Blut des Flamenco durch die Venen des Jazz und fügt selbst dem Blues 'Olé' hinzu." Die Rede ist von dem spanischen Pianisten CHANO DOMINGUEZ, der bereits mit seiner letzten CD *Hecho a mano* (zu deutsch: handgemacht) hierzulande für Aufsehen sorgte und gerade eine atemberaubende Solo Live CD vorlegte. Der 39jährige Pianist gilt in der iberischen Musikszene längst als alter Hase. In Cádix geboren, wurde ihm die Leidenschaft für Musik vom flamencobegeisterten Vater in die Wiege gelegt. Nach einigen erfolgreichen Jahren im Rockbereich, wandte er sich dem Jazz zu und schlug vor rund sieben Jahren ein neues Kapitel in seiner musikalischen Vita auf. Mit einem eigenen Trio führte er die traditionellen Flamencorhythmen wie alegrías, soleás oder bulerías mit dem Jazz zusammen. Dies mutige Unterfangen wurde mit allerlei Kompositionsauszeichnungen bedacht. Nach Singen kommt er mit dem erstklassigen spanischen Musikerkollegen, dem Bassisten JAVIER COLINA und dem Schlagzeuger GUILLERMO McGILL. In einem Atemzug mit Bill Evans genannt zu werden, ist Chano nicht nur von spanischen Zeitungen gewohnt. Auch der Musikmarkt bezeichnet ihn als einen der grossen Stars der spanischen Jazz-Szene. Sein Trio Album *Hecho a mano* wurde u.a. zur CD des Monats in der Zeitschrift Stereoplay gekürt. Auf seiner neuen Solo CD legt er auf atemberaubende Weise Zeugnis ab von seinen schier unerschöpflichen Fähigkeiten als virtuoser Improvisator und Komponist.
 
 
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Sonntag 05.11.2000 Matinée - 11:00 Uhr
 
MANFRED JUNKER Quartett
 
MANFRED JUNKER (Gitarre), CARLO SCHÖB (Saxophon), HEINER MERK (Bass), DOMINIK BURKHALTER (Drums)
 
Die Musik des Quartetts um den Konstanzer Gitarristen MANFRED JUNKER ist stark durch die Mischung aus Bop und zeitgenössischen Stilrichtungen geprägt, was man auch auf der zweiten CD-Produktion *Movin On...* hören kann. Obwohl vor allem Eigenkompositionen gespielt werden, garantieren entsprechend arrangierte Jazzstandards dem Publikum die wichtigen Aha-Erlebnisse auf der musikalischen Reise durchs Programm; schnelle, druckvolle Jazznummern, gefühlvolle Balladen sowie groovige Latinstücke versprechen seit Jahren abwechslungsreiche Konzerte der sehr gut eingespielten Band. Neben dem Leader Manfred Junker, der an der Jazzschule St. Gallen und dem Berklee College of Music in den USA studierte, ist der zweite Solist der aus der Ostschweiz stammende Saxophonist CARLO SCHÖB, der ua.a. auch schon mit Benny Bailey beim Jazz Club Singen zu Gast war. HEINER MERK am Kontrabass ist seit langer Zeit der herausragende Bassist des süddeutschen Raums und als gefragter Musiker mit grosser Erfahrung bekannt. DOMINIK BURKHALTER ist der Newcomer unter den jungen Schweizer Schlagzeugern; seine Vielseitigkeit und sein druckvolles, aber doch sensibles Spiel machen ihn zu einem gefragten Musiker. Merk und Burkhalter haben sich zu einem perfekt harmonierenden Team entwickelt – sie garantieren eine swingende Rhythmusgruppe, die den Funken schnell aufs Publikum überspringen lässt.
 
 
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Donnerstag 26.10.2000 - 20:30 Uhr
 
MASHA BIJLSMA Band
 
MASHA BIJLSMA (Gesang), ROB VAN DEN BROECK (Piano), DRIES BIJLSMA (Bass), GULLI GUDMUNDSSON (Drums), DICK DEGRAAF (TenorSax)
 
Der Jazz Club Singen setzt mit diesem Konzert seine Tradition fort, herausragende Sängerinnen des Modernen Jazz in Singen zu präsentieren. Eine weitere aussergewöhnliche Stimme ist die der holländischen Sängerin MASHA BIJLSMA. Sie wird auch als die europäische Stimme neben Grössen wie Dee Dee Bridgewater und Cassandra wilson genannt. Von ihren aussergewöhnlichen Qualitäten kann man sich auf ihrer letzten CD *PROFILE* (Jazzline/EFA) überzeugen. Masha Bijlsma, gerade mal siebenundzwanzig Jahre alt, lernte ihre Lektion von der Pike auf und brachte es in ihrem jungen Leben bereits zu einiger Meisterschaft. Geprägt von den Traditionen des weiblichen Jazzgesangs findet sie eine eigene Musiksprache, die zwar an herkömmliche Vokaltechnik (u.a. Scat) angelehnt ist, in ihrer Ausprägung jedoch persönliches Engagement beweist. Sie ist als Chansoninterpretin (La chanson des vieux amants von Jacques Brel) genauso stimmsicher wie bei der Gestaltung des Kate-Bush-Stückes The Man with the Child in His Eyes (wunderschön!). Ebenso singt sie locker Ballden, Swing Songs und beugt sich über den Groove des Jitterbug Waltz von Fats Waller. Grosszügig gewährt sie ihrer Band, die in Singen durch den herausragenden Tenorsaxophonisten DICK DEGRAAF ergänzt wird, breiten Raum, den die Musiker mit ausladenden Improvisationen füllen. Sie selber fungiert dann als begleitende Vokalistin, die summend und brabbelnd den akustisch geprägten, ohne Elektrik aufgepeppten Jazzteppich belebt. "Die gesamte CD steht für eine positive Entwicklung. 4 Sterne." (Jazzthetik). "Aus solchem Holz lassen sich echte Stars von Morgen schnitzen." (JazzThing). "Insgesamt ein sehr hörenswertes Album, das Auskunft gibt über die besondere Qualität des Vokal-Jazz in Europa." (Jazz Podium). Dieses Jahr wurde sie ausserdem für den "Edison Jazz Award" (Oscar im Jazz?!) auf dem holländischen North-Sea-Jazz-Festival nominiert. In Singen wird sie von ihrem langjährigen Trio begleitet: Dem Pianisten ROB VAN DEN BROECK, dem Bassisten DRIES BIJSLMA und dem Schlagzeuger GULLI GUDMUNDSSON.
 
MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG NIEDERLÄNDISCHE BOTSCHAFT BERLIN
 
 
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Freitag 06.10.2000 - 20:30 Uhr
 
MOSCOW ART TRIO & Guests
 
MIKHAIL ALPERIN (Piano/Melodica/Vocals), ARKADY SHILKLOPER (FrenchHorn/Vocals), SERGEY STAROSTIN (Clarinet/FolkReeds/Vocals), ELI KRISTIN HOVDSVEEN HAGEN (Vocals), ASLE KARSTADT (Sound)
 
Russisch bis in die Zehenspitzen, jazzig bis zum Haaransatz, folkig im Blut und kammermusikalisch-neutönerisch in den Hirnwindungen. Es sind märchenhafte, gleichzeitig angenehm vertraute und seltsam fremde Klangbilder, die der bessarabische Komponist und Pianospieler MIKHAIL ALPERIN entwirft. Im Trio mit dem virtuosen, gläsern intonierenden Waldhornspieler und Ex-Mitglied des Bolschoi-Orchesters ARKADY SHILKLOPER und dem stimmgewaltigen Sänger SERGEJ SAROSTIN entsteht beseelte Musik - erregend, ausgelassen, gelegentlich ironisch neckend oder theatralisch verspielt. Weltmusik voller Zauber und Flair. Als MOSCOW ART TRIO trumpfen die drei mit einem einzigartigen Mix aus Folklore, Neuer Musik und Jazz auf. Das tönt schräg, virtuos, humorvoll, manchmal überkandidelt und macht Spass. In ihr neustes Programm haben sie noch die norwegische "all round" Sängerin ELI KRISTIN HAGEN integriert. Man darf gespannt sein. Dixie-Dilettanten, Swing-Simulanten, Bebop-Banausen, Free-Faker - die Urteile über das Gros osteuropäischer Jazzer sind hart. Wahrscheinlich aber auch gerecht. Denn wer sich nur im Kopieren anderer Kulturen erschöpft, besitzt ganz offenbar wenig Zutrauen in die eigene Originalität. Kluge Vertreter der Zunft haben dies längst erkannt und den Begriff "Moderne Musik" mit Hilfe ihres Erbgutes definiert. Jazz bildet für Alperin und seine beiden Kumpanen zweifellos die Basis. Doch so konsequent wie das Moscow Art Trio hat noch niemand zuvor Folklore- und Klassikelemente in Bluesformen verwoben. Wenn die drei augenzwinkernd Grenzen niederreissen, wirkt dies nie konstruiert, sondern spontan, aufregend und irgendwie immer klug. Ihre Offensive aus Minimalismus, Volksliedern, jiddischen Weisen, Dorftratsch und unverschämt penetrant retardierenden Pianopatterns sorgt endlich für frischwürzigen Wind im europäischen Jazzeinerlei. "Den Höhepunkt bei den Jazztagen im Theaterhaus Stuttgart 1997 haben die Besucher mit dem grandiosen *Moscow-Art-Trio* erlebt. Sie leben Musik und diese ist höchst interessant, virtuos und zugleich gepflegt. Die Stücke wären auch bierernst gespielt ein Hochgenuss gewesen. Doch auf Museumsathmosphäre hatten die drei Musiker keine Lust. Mit Glöckchen wurden imaginäre Lämmer und Kälber angelockt, ein Streit über die richtigen Notenblätter kulminierte in einem A-Cappella-Stück der besonderen Art, und wie sich Alperin mit einer kleinen Melodie gegen alle Widerstände seinen höchst amüsanten Weg bahnte, das hatte clownesken Charme. Die Folge: Euphorische Beifallsstürme für Folk-Jazz, der zum Glück in keine Schublade passt." (Schwäbische Donauzeitung)
 
 
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Freitag 22.09.2000 - 20:30 Uhr
 
NICOLAS SIMION Quartet »Transsylvanian Dance«
 
NICOLAS SIMION (Tenor/SopranSax), CHRISTOPHER DELL (Vibraphone), ANDRE NENDZA (Bass), UWE ECKER (Drums)
 
Neue Impulse aus der Kraft der Folklore zu gewinnen - für den aktuellen Jazz in Europa ist es geradezu ein Segen. Eine echte Chance, um dem europäischen Jazz ein eigenes Gesicht zu gewinnen, eine gute Möglichkeit, um herauszukommen aus dem Fahrwasser des Immergleichen, aus der amerikanischen Traditionspflege vor allem. In der alten Welt haben es die Jazzmusiker längst erkannt, dass die Besinnung auf nationale musikalsiche Wurzeln die improvisierte Musik weit voranbringt, dass es darüber hinaus Parallelen gibt zwischen Improvisationsmodellen der Folklore und des Jazz. Auf diese Parallelität baut eine ganze Reihe von Jaszzmusikern - im Mittelmeerraum vor allem. Und sie entdecken die Kraft und Schönheit der Folklore neu. Einer von Ihnen ist der seit über zehn Jahren in Deutschland lebende rumänische Saxophonist NICOLAS SIMION, der sich besonders stark mit den folkloristischen Wurzeln seiner Heimat beschäftigt. Und daneben hat er den reichen melodischen Fundus studiert, den Bela Bartók in Transsylvanien gesammelt hat. Folkloristische Motive entwickelt und variiert Simion mit hymnischem Ton auf dem Tenorsaxophon und der Bassklarinette, immer wieder eingebunden in freie Improvisationen. In diesen Klängen, Naturtönen, Trillern vernimmt man gleichfalls die grosse Ruhe der rumänischen Bergwelt, ihre Unberührtheit und tiefe Mystik. Und gleichfalls ist der Blick fürs Urbane nicht verstellt, wie man z.B. in Simions dunkel brodelndem, funk-geladenem *Q-Base* spüren kann. In Singen wird er rein akustisch! mit dem Vibraphonisten CHIRSTOPHER DELL, dem Bassisten ANDRE NENDZA und dem Schlagzeuger UWE ECKER musizieren. "Es lohnt sich diesem grossen Musiker zuzuhören." (Jazz Podium)
 
 
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Freitag 01.09.2000 - 20:30 Uhr
 
JAMES CARTER »New Quintet«
 
JAMES CARTER (Saxophones), KELVYN BELL (Guitar), CRAIG TABORN (Keyboards), JAMAALADEEN TACUMA (Bass), CALVIN WESTON (Drums)
 
Jazzfans wissen, dass alle Jahre wieder Ende August in Willisau eins der bedeutendsten Jazzfestivals Europas stattfindet. Auch dieses Jahr ist es dem Jazz Club Singen wieder gelungen, einen der Höhepunkte dieses Festivals nach Singen zu buchen: Das JAMES CARTER NEW QUINTET. Nach Joshua Redman macht sich ein weiterer junger Saxophonist auf, die Bühnen der Welt zu erobern. Vom legendären Rolling Stone Magazine wird er als der aufregendste Saxophonist der letzten Jahre bezeichnet. Keiner der jungen Saxophonisten vermag Tradition und Moderne so überzeugend zu verschmelzen wie James Carter. Der Jazzkritiker des Zürcher Tagesanzeigers schrieb: "Der Mann kann auf seinem Tenorsax röhren wie ein brünstiger Elch. Der Shooting Star aus Detroit demonstrierte bei seinem Konzert, wie mächtig sein Ton ist." Dabei demonstriert er immer verinnerlichte Jazzgeschichte und er verzettelt sich nicht einmal, obwohl er Sopran-, Alt-, Tenor-, Baritonsax, Bassflöte und Bassklarinette spielt. Nun kommt er endlich zum Jazz Club nach Singen und zwar mit seinem neuen Quintett und einer Traumbesetzung. Der Schlagzeuger der Gruppe Lounge Lizard CALVIN WESTON und der Bassist JAMAALADEEN TACUMA sorgen im Hintergrund für den richtigen Groove und als weitere Solisten brimgt er den Gitarristen KELVYN BELL und den Keyboarder CRAIG TABORN. Auf dem Majorlabel Atlantic hat er gerade mit derselben Besetzung seine neuste CD *Layin' in the cut* veröffentlicht. Ein Funk Album in bester Black Music Tradition... when the music makes you move!!!
 
 
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Donnerstag 06.07.2000 - 20:30 Uhr
 
RAY BROWN Trio
 
RAY BROWN (Bass), LARRY FULLER (Piano), KARRIEM RIGGINS (Drums)
 
RAY BROWN, einer der ganz grossen des Jazz, gilt als der moderne Jazzbassist schlechthin. Geboren am 16. Oktober 1926 in Pittsburg, USA, begann er 1945 seine Karriere bei Dizzy Gillespie und spielte danach mit allen Jazzgrössen der Welt, inklusive Charlie Parker. Ab 1948 spielte er mit seiner späteren Frau Ella Fitzgerald, und von 1951 bis 1966 war er eine tragende Säule des weltberühmten Trios eines anderen Giganten - dem Oscar Peterson Trio. Danach gab es unzählige Auftritte bei "Jazz at the Philharmonic". Nach Singen kommt er mit zwei Topmusikern, mit denen er schon seit einiger Zeit ein Trio bildet: Am Piano den jungen aus Toledo, Ohio stammenden LARRY FULLER, ehemaliger Pianist bei Ernestine Anderson, und unter den jungen Pianisten bereits einer der ganz Grossen. Am Schlagzeug sitzt der 26jährige KARRIEM RIGGINS, der als Referenzen das Trio der Sängerin Betty Carter und das Quintet des Trompeters Roy Hargrove vorzuweisen hat. Zwei Ausnahmemusiker, die Ray Brown in sein Trio integriert hat. Das Jazz Podium schreibt über seine CD *Don`t Get Sassy* (Telarc 83368): "Pianotrios im Mainstreambereich werden am Oscar Peterson Trio gemessen, besonders, wenn Ray Brown den Basspart übernimmt. Der Vergleich fällt für den Pianisten nicht schlecht aus. Er spielt im allgemeinen "akkordischer" als Oscar, zeigt aber, dass seine Finger auch laufen können. Ray Brown, der sich businessbewusst wie eh und je, einmal mehr als Leader etabliert, glänzt mit seinem breiten, satten Wanderbass und der Schlagzeuger trommelt ohne Effekthascherei, aber sicher und effektvoll mit stets zwingendem Druck. Ray Browns Intonation ist sauber, seine Linien sind präzise, ökonomisch und logisch, und er ist perfekt aufgenommen. Der Mann ist der am härtesten swingende Bassist, und darüberhinaus hat er die beste Bass-Schule geschrieben, die ich kenne." Ray Brown: "Ich liebe es nach wie vor 'Time' zu spielen. Rhythmus mit einem guten Sound ist wie ein Herzschlag." Nutzen Sie diese einmalige! Gelegenheit, diesen grossen Künstler beim Jazz Club live erleben zu dürfen.
 
 
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Freitag 23.06.2000 - 20:30 Uhr
 
»CUBANISMO«
 
JESUS ALEMANY (Trumpet), CARLOS BETANCOURT (Trumpet), JORGE MASA (Saxophone), ROLANDO PEREZ (Saxophone), CARLOS ALVAREZ (Trombone), NACHITO (Piano), EFRAIN RIOS (Tres), ROBERTO RIVERON (Bass), EMILIO DEL MONTE (Timbales), CARLOS GODINEZ (Guiro/Perc), ALBERTO HERNANDEZ (Bongos/Perc), PANGA (Congas), ROLO MARTINEZ (Vocals), RAFAEL DUANY (Vocals)
 
Der Jazz Club Singen hat zu seinem 200. Abendkonzert einen ganz besonderen Leckerbissen ins Kulturzentrum Gems eingeladen – die kubanische Grossformation des aus Havanna stammenden Trompeters JESUS ALEMANY "CUBANISMO". Mit altmodisch arrangierten Son, Danzones und Guarachas entdeckte nicht erst der Buena Vista Social Club das Potential kubanischer Traditionen. Es war vielmehr Jesus Alemany, der in Europa und den USA mit seiner Gruppe den Trend einleitete. Diese Band gehört zum besten, was die Zigarreninsel derzeit zu bieten hat. Hier kann man lernen, wie erfrischend es ist, wenn mehrere Generationen zusammen auf der Bühne stehen. Nicht immer werden westliche Kuba-Wellenreiter so viel Glück haben wie diesesmal. Cubanismo sind, was der Name verspricht. Sie sind es ohne im nachgespielten Traditionssumpf zu versinken. Sie brauchen aber auch keine neuen Soundeinflüsse, um frisch zu klingen. Innerhalb von ein paar Jahren ist die 14köpfige Band zu einem der besten modernen Ensembles der Insel geworden. Feurige Arrangements, eingespieltes Ensembleverständnis, dessen Intensität nicht nur den Atem raubt, weil sich die Beine rühren wollen. Sie verneigen sich vor dem Rhythmus der alten Meister, verlieren sich aber nicht darin. Hier gibt es keine "Melancholie" - der Herzschrittmacher ist nicht in Gefahr, weil tiefe Gefühle übermächtig werden. Hier wird die Geschwindigkeit des Blutes gefährlich, weil es die Bewegung des Körpers in Gang halten muss.
 
 
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14. Landes-Jazzfestival Baden-Württemberg
Samstag 13.05.2000 - 20:00 Uhr
 
SCHORN / PUNTIN
 
STEFFEN SCHORN (Bariton/BassSax, Bass/KontrabassKlarinette, BassFlöte), CLAUDIO PUNTIN (Klarinette/BassKlarinette/EsKlarinette, Blockette, Tarogato)
 
Was wäre das Baden-Württembergische Landesjazzfestival ohne den aktuelle Preisträger des Landesjazzpreises 1999? Diese Auszeichnung erhielt der aus Meersburg stammende Multiinstrumentalisten STEFFEN SCHORN, der seit einigen Jahren auch festes Mitglied der Kölner Saxophon Mafia ist. Mit seinem langjährigen Partner dem Klarinettisten CLAUDIO PUNTIN wird er die hohe Kunst des Duos zelebrieren. Hier haben sich zwei Meister in der Beherrschung der Improvisationskunst zu einem kongenialen Duo vereint, das in der internationalen Musikszene mittlerweile seinesgleichen sucht. "Die beiden sind musikalisch derart miteinander verwachsen, dass man schon nicht mehr von einem Dialog sprechen kann - eher ist es eine Symbiose." (Rheinische Post). So bezeichnete sie Werner Wunderlich (Ex-SWF-Redakteur) schlichtweg als "The Art of the Duo in höchster Vollendung", und Maestro Sergiu Celibidache bemerkte: "Was haben diese zwei Menschen, das heute so selten geworden ist? Diese unglaubliche Freiheit und Spontaneität im Ausdruck... und dann diese Virtuosität in der Beherrschung des Rhythmus! Ich hätte nicht gedacht, dass junge Menschen heute noch zu einer so eigenständigen Musik gelangen können." Beim weltweit grössten Festival für Klarinetten, dem Clarinet Fets 97 in Texas, wurde ihr Auftritt als "absolute favorite performance at the entire conference" gefeiert. Dabei haben sie sich ihre ursprüngliche Frische und Lebenslust bewahrt und kreieren auf den tiefen Vertretern der Holzblasinstrumente eine ureigene Musik, die geprägt ist von traumwandlerischem Zusammenspiel, exzessiver Experimentierfreude, fragiler Schönheit - immer spannend und nie vorhersehbar.
 
- Pause -
 
 
JOHN SCOFIELD Group
 
JOHN SCOFIELD (Guitar), AVI BORTNICK (Guitar), JESSE MURPHY (Bass), BEN PEROWSKY (Drums), PETER GRAY (Percussion)
 
Vor vier Jahren hat der amerikanische Gitarrist JOHN SCOFIELD ein denkwürdiges Konzert beim Jazz Club vor ausverkauftem Haus gegeben und ist den Veranstaltern auch vom Menschlichen her gesehen als eine herausragende Musikerpersönlichkeit in Erinnerung geblieben. Was lag also näher, als die erneute Gelegenheit zu ergreifen und ihn auf seiner Frühjahrstournee 2000 nach Singen zu buchen? Diesmal kommt er mit seiner neu formierten Group. Am Bass wird JESSE MURPHY für den richtigen Groove sorgen und am Schlagzeug wird ihn BEN PEROWSKY dabei tatkräftig unterstützen. Ein Novum in Sco's Gruppen ist ein zweiter Gitarrist, der junge AVI BORTNICK - man darf gespannt sein. Neben Pat Metheny und John McLaughlin gehört John Scofield seit nunmehr rund 25 Jahren zu den absoluten Jazzstars auf der Gitarre. Er hat unzählige Alben unter eigenem Namen aufgenommen und vor allem der Miles Davis Band der achtziger Jahre durch sein unverwechselbares Spiel und seinen eigenen Gitarrensound wichtige Impulse verliehen. Er wurde unzählige Male als bester Gitarrist und seine Bands als führende Jazzband im Down Beat Poll gewählt, und er hat vor allem Heerscharen von Gitarristen weltweit beeinflusst. Rechtzeitig zur Tour kommt sein neuestes Werk *BUMP* auf dem Majorlabel Verve heraus. Auch hier beweist er wieder, dass er kein Gitarrist ist, der in möglichst flinker Fingerfertigkeit seine Berufung sieht. Statt auf spieltechnische Kabinettstücke und bestaunenswerte Saitenakrobatik ohne Seele setzt er auf lange, singbare Melodielinien. auf förmliches Schweben von Note zu Note. Das verleiht seinen Improvisationen einen stetig fliessenden Charakter. Er besitzt ein stilistisch breitgefächertes Spektrum, das Bebop, R&B, Funk, Swing und diverse Frei- und Mischformen umspannt. JOHN SCOFIELD - BESTIMMT EIN WÜRDIGER ABSCHLUSS DES 14. LANDESJAZZFESTIVALS BADEN-WÜRTTEMBERG 2000.
 
 
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14. Landes-Jazzfestival Baden-Württemberg
Freitag 12.05.2000 - 20:00 Uhr
 
DIETER ILG Trio »Fieldwork«
 
DIETER ILG (Bass), WOLFGANG MUTHSPIEL (Gitarren), STEVE ARGÜELLES (Schlagzeug)
 
Der Bassist DIETER ILG steht beispielhaft für das gewachsene und verdiente Selbstbewusstsein des deutschen Jazz und ist als Sideman längst zu einem versierten Musiker gereift. Seit längerem profiliert er sich aber auch als Bandleader und Arrangeur. Sein Album *Folk Songs* wurde vom Billboard-Ableger Music & Media zum Jazzalbum des Jahres 97 gekürt. Daran knüpfte er nun im letzten Jahr an und legte die CD *FIELDWORKS* vor. Für dieses Projekt ging er auf Spurensuche mit *Des Knaben Wunderhorn* - und es hat sich gelohnt. Aus Volksliedern zaubert er feinnervige Jazzimprovisationen und beweist, dass er zu den Besten seines Faches gehört. Er präsentiert elf weitere europäische Volkslieder im jazzigen Gewand. Mit von der Partie sind der Gitarrist WOLFGANG MUTHSPIEL und der Schlagzeuger STEVE ARGÜELLES. Dieser CD stehen mindestens dieselben, wenn nicht gar noch üppigere Lorbeeren trefflich zu Gesicht. Ilgs gezielter Tabubruch mit der Überarbeitung teutonischer Stammesweisen wie *Guten Abend, Gute Nacht* oder *Schlaf Kindlein, Schlaf* besteht auch heute noch als Schlummerdroge für die lieben Kleinen jeden Härtetest, funkelt aber durch die Fixierung auf Muthspiels Gitarre und Violine als führende Stimme nunmher wesentlich entschlackter, prägnanter und frech-moderner. Der englische Schlagwerker Steve Argüelles steckt hinter der dezenten Drum&Bass-Bearbeitung von *Winter Ade* mit Loops aus einem Livemitschnitt. Der blitzgescheit verbindende/konstruierende Leader am Kontrabass achtet gleichzeitig im dezenten akustischen Kontext darauf, dass ein schottischer Traditional wie *Auld Lang Syne* seinen keltischen Zauber bewahrt. Die meisten der Bearbeitungen besitzen eine wertvolle, seltene Gabe: nämlich sich über den Gehörgang mitsamt der vielen instrumentalen Miniaturen im Gehirn festzusetzen. Ilg gelingt ein genuin deutscher Beitrag zum Kapitel *Weltmusik & Jazz*. Die Zeitschrift Jazzthetik vergab 4 Sterne! Und die Süddeutsche schrieb: "...eines der intensivsten und spannendsten Konzerte der jüngsten Zeit." Wir sind gespannt!
 
- Pause -
 
 
JIM HALL Trio
 
JIM HALL (Guitar), SCOTT COLLEY (Bass), TERRY CLARKE (Drums)
 
Nur wenigen Jazzmusikern war es bisher vergönnt in die "Hall of Fame", die Ehrenhalle der besten Jazzmusiker aufgenommen zu werden und nur ganz wenige haben bisher den "JazzPar Preis", den Nobelpreis für Jazzmusiker, erhalten. Einer von Ihnen kommt nun bereits zum zweiten Mal nach Singen: Der am 4.12.1930 in Buffalo geborene James Stanley Hall – besser bekannt als JIM HALL. Und er kommt diesmal mit seinem Trio, seiner bestens, seit Jahren eingespielten Rhythmusgruppe am Bass SCOTT COLLEY und am Schlagzeug TERRY CLARKE. Mit seinem konzentrierten, lyrischen Spiel und dem klaren, warmen, bislang wohl natürlichsten Sound aller Gitarristen empfiehlt sich Jim Hall als ein "Bill Evans" der Gitarre. Barney Kessel hat die stets durchdachte, vor allem in bedeutsamen Duo-Aufnahmen dokumentierte Solo- und Begleitarbeit seines Kollegen so charakterisiert: "Es ist ein Stil, der sich nicht eindeutig in eine Richtung festlegt. Es ist mehr wie ein Arrangement von Feuerwerken, das delikate Harmonien, Melodie und Rhythmus zu einem brillianten Bild verschweisst." John Scofield vergleicht seine Art, dem Instrument Töne zu entlocken, mit der eines Sängers. Aber nicht nur Sco, sondern auch Pat Metheny oder Bill Frisell sind voll des Lobes, wenn die Rede auf Jim Hall kommt. Kaum ein Jazzgitarrist heutiger Tage, der ihn nicht als wichtiges Vorbild angibt, wobei es noch keinem gelungen ist, ihn zu kopieren. Vielleicht besteht ein grosser Teil seiner Vorbildfunktion gerade in der absoluten Individualiät seines Stils.
 
 
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14. Landes-Jazzfestival Baden-Württemberg
Samstag 06.05.2000 - 20:00 Uhr
 
THOMAS SILVESTRI Quintet
 
THOMAS SILVESTRI (Piano/Komp), MICHAEL GASSMANN (Trompete), EWALD HÜGLE (TenorSax), BÄNZ OESTER (Bass), TONY RENOLD (Drums)
 
Zugegeben, der 36-jährige Pianist, Komponist und Mathematiker spielte am 10. Schaffhauser Jazzfestival vor heimischem Publikum. Doch hätte der Auftritt nicht überzeugt, wären ihm am Ende Rosen zugeflogen? Hätte sich die Presse bei Halbbatzigkeiten so enthusiastisch geäussert wie Christian Rentsch vom Tagesanzeiger: "Da ist auf einen Schlag, fast aus dem Nichts, eine der besten Schweizer Jazzgruppen der letzten Jahre entstanden. Attraktive, originelle Themen, glänzende Solisten, eine swingende Rhythmusgruppe, die den Solisten durch die immer wieder anders angelegten Spannungsbögen folgt, THOMAS SILVESTRI hat mit seiner Gruppe und seinen Kompositionen einen Coup gelandet." Hiervon konnte sich mittlerweile auch das Publikum der Jazzfestivals von Montreux und Zürich überzeugen. Im Bereich des zeitgenössischen Acoustic Jazz sind Silvestris Kompositionen durch lyrische, offene Themen bestimmt, aber auch durch brodelnde Rhythmus-Passagen. Zu seinen wichtigsten Einflüssen zählt er "den Witz von Thelonious Monk" und "die Poesie eines Kenny Wheeler". Silvestri, der Trompeter MICHAEL GASSMANN und der aus Gottmadingen stammende Saxophonist EWALD HÜGLE sind technisch höchst virtuose, stilsichere Improvisatoren, welche die komplexen Spielzüge mit Temposteigerungen, Rhythmuswechseln und abrupten Brüchen, wie man sie vom berühmnten Miles Davis Quintett der sechziger Jahre kennt, spielerisch beherrschen. Der Bassist BÄNZ OESTER und der Schlagzeuger TONY RENOLD sind für diese Musik ein ideales Gespann, aufmerksam, quicklebendig, engagiert, keine braven Diener, sondern selbstsichere Begleiter, die sich einmischen, die mitmischen, mit den Solisten dialogisieren, aber auch eigene Akzente setzen. Die Schaffhauser AZ schrieb: "... und endlich fiel mir ein anderer Ausdruck für Mainstream ein: Die neue Leichtigkeit des Jazz. Selbstverständlich, schamfrei und herrlich lustvoll."
 
Mit freundlicher Unterstützung "PRO HELVETIA"
 
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WOODS / ROBERT / BARRON »The Summit«
 
PHIL WOODS (AltoSax/Clarinet), GEORGE ROBERT (AltoSax/Clarinet), KENNY BARRON (Piano), RUFUS REID (Bass), BILLY DRUMMOND (Drums)
 
"My dream team" bezeichnet der Altsaxophonist GEORGE ROBERT im Booklet seiner CD *THE SUMMIT* seine Rhythmusgruppe und PHIL WOODS doppelt nach: "They are, quite simply, the best". Wohl kaum übertrieben, denn was gäbe es Besseres als den Pianisten KENNY BARRON, den Bassisten RUFUS REID und den Schlagzeuger BILLY DRUMMOND. Dass Robert eine derartige Besetzung ins Studio und in den Konzertsaal bringt, beweist einerseits die musikalische Klasse, andererseits die grosse Beliebtheit des gebürtigen Genfers, der heute die Swiss Jazz School in Bern leitet. Robert steuert einen grossen Teil der Kompositionen selber bei, daneben werden auch Standards und Stücke von Phil Woods gespielt. Dieser, ein Gütesiegel für jede Plattensession, spielt sich trotz seiner schier unbeschränkten Möglichkeiten nie über Gebühr in den Vordergrund und lässt den Kollegen viel Raum. Liebhaber rasanter Bebopläufe kommen ebenso auf ihre Rechnung wie Balladenfans. Besonders reizvoll neben all den Altsaxophonphrasen wirkt der Klang der sich kunstvoll umrankenden Klarinetten in Stücken wie z.B. *Smoke Dreams* von Woods oder in einem wunderhübschen *Perdido*, das kaum wiederzuerkennen ist. "Alles in allem eine Produktion, die den Titel 'The Summit' voll verdient." (Jazzpodium) "THE SUMMIT - endlich hält ein Titel wieder mal, was er grossspurig verspricht." (Jazzthing)
 
 
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14. Landes-Jazzfestival Baden-Württemberg
Freitag 05.05.2000 - 20:00 Uhr
 
CÉCILE VERNY Quartet »MÉTISSE«
 
CÉCILE VERNY (Gesang), ANDREAS ERCHINGER (Piano), BERND HEITZLER (Bass), MATTHIAS DANECK (Drums)
 
*MÉTISSE*, Mischling: so heisst die neue CD der von der Elfenbeinküste stammenden und in Freiburg lebenden farbigen Sängerin CÉCILE VERNY und ihrem Quartett. Métisse steht für das Verschmelzen verschiedener Kulturkreise und das Ineinandergreifen unterschiedlicher musikalischer Wurzeln. Vom Jazz und der klassischen Musik kommend, fand das Cécile Verny Quartett eine eigene Mischung aus lateinamerikanischen und afrikanischen Klängen sowie zeitgenössischer Popmusik. In den Eigenkompositionen werden Texte in Englisch und in der Muttersprache Cécile Vernys, dem Französischen, verwendet. Neben den vielen selbst verfassten Texten werden auch Gedichte von William Blake und Samuel Taylor Coleridge vertont. Das Quartett versteht die Kompositionen als Zusammenführung zweier künstlerischer Bereiche, der Lyrik und der Musik. Die Erfüllung seiner Träume zuzulassen und die eigenen Wünsche und Vorstellungen zu verwirklichen ist sozusagen Programm der Gruppe. Kompakt und doch differenziert agieren ANDREAS ERCHINGER an Klavier und sparsam eingesetztem Synthesizer, BERND HEITZLER am Kontrabass und MATTHIAS DANECK an den Drums, Percussion und Xylophon. Space gibt der Musik Raum zum Atmen, und trotzdem kann die Band auch ordentlich in den Solos zulegen und den Solisten Starthilfe geben. Cecile Vérny ist ausserdem eine der wenigen Sängerinnen, die es verstehen gut zu scatten. Die meisten Stücke der CD sind Eigenkompositionen. "Gute Musik entsteht eben nicht nur durch bekannte Namen, sondern durch kontinuierliche Arbeit und Entwicklung im Zusammenspiel." (Jazzthetik 4 sterne)
 
- Pause -
 
 
MIKE WESTBROOK & Company
 
MIKE WESTBROOK (Piano/Tuba/Voice), KATE WESTBROOK (Voice), WILLS MORGAN (Voice), KAREN STREET (Accordion/Voice), CHRIS ALLEN (Cello/Voice)
 
Ein besonders unterhaltsames Album ist *PLATTERBACK*, die aktuelle Produktion von MIKE & KATE WESTBROOK. Gleich einem "Jazzical" wird beinahe Musical-ähnlich eine Geschichte erzählt. Fünf sehr unterschiedliche Menschen treffen sich auf dem Bahnhof des kleinen Ortes Stiltsville und machen sich aus unterschiedlichen Motiven mit dem Zug auf den Weg in die Metropole Platterback. Und die Dauer dieser Reise und schliesslich die Ankunft im Zielort geben Raum für zahlreiche Gespräche und Erlebnisse der Akteure, als da sind: die Köchin (KATE WESTBROOK, Vocal), der Wehrpflichtige (WILLS MORGAN, Vocal), der Falschspieler (CHRIS ALLEN, Cello), der lesehungrige Punk (KAREN STREET, Accordion) sowie der Dichter (MIKE WESTBROOK, Piano, Tuba, Vocal). Verantwortlich für die spannende Story und die mit feinstem britischen Humor gespickten Lyrics zeichnet Kate Westbrook, während es Mike Westbrook gelingt, eine gleichzeitig melodiöse und rhythmisch ausgeprägte Musik zu schaffen, die sich aus verschiedensten Stilelementen (vom Blues und Jazz über Pop bis zur Country Music) speist. Nach der Uraufführung in Cambridge geriet die ehrwürdige 'Times' ins Schwärmen: "Das Stück ist packend wie ein Thriller ... ein triumphaler Erfolg." Und das kann man auch ruhig so stehen lassen. In Platterback gibt es einige der lustigsten, aber auch zwei der anrührendsten Songs, die Mike Westbrook je geschrieben hat und das heisst beim "führenden Jazzkomponisten Englands" (noch einmal die 'Times') doch einiges.
 
MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG "THE BRITISH COUNCIL"
 
 
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Donnerstag 13.04.2000 - 20:30 Uhr
 
HEINZ SAUER 4tet
 
HEINZ SAUER (Tenor/SopranoSax), MARKUS BECKER (Piano), STEPHAN SCHMOLCK (Bass/Soundprocessing), BERTRAM RITTER (Drums)
 
Da gibt es zum einem den Preis der Deutschen Schallplattenkritik - den hat er bekommen für seine letzte CD *Exchange 2* - und dann gibt es da auch noch den "Deutschen Jazzpreis" - den hat er im Jahr 99 bekommen für sein künstlerisches Gesamtschaffen und Werk. Die Rede ist von dem Saxophonisten HEINZ SAUER und die Verleihung dieser Preise schien dringend geboten. Diese Ehrungen haben den Nebeneffekt, ein wenig Rampenlicht auf den am konsequentesten übersehenen Jazzmusiker zu werfen. Der kantige, eigenwillige Hesse hat es in der Tat mehr als verdient. Einer wie er, der mit beharrlichen Experimenten den Beweis für eine längst vollzogene Emanzipation antritt, der dieser originär afroamerikanischen Kultur eine eigene Gegenwart in Deutschland gab, sich aber auch kategorisch allen Gesetzmässigkeiten des Business verweigert, kann in seiner Musik Stimmungen evozieren wie kein Zweiter (Wer bläst schon so schön *Lush Life* oder *Don't Explain* wie er?). Sauer produziert Töne abseits aller Klischees: Blues, Bebop, Neues, Altbekanntes, Vergeistigtes, Emotionales, Sonderbares, Wunderbares. In fernen Galaxien steigt, fällt oder trudelt er adjutiert von seinen Partnern, dem Pianisten MARKUS BECKER und dem Bassisten STEPHAN SCHMOLCK. Damit die Vertrautheit nicht zur stumpfen Gleichförmigkeit wird, erweitert er sein Trio um den Drummer BERTRAM RITTER, einen interessanten Musiker der alternativen Frankfurter Szene, die sich wohl dem Jazz verbunden fühlt, aber auch mit Hindemith, arabischer Musik und Freeausbrüchen jongliert. "Auf dieser CD entsteht eine neue Dimension von Ästehteik, frei von jedem Repertoire- und Bildungsballast. Heinz Sauers globale Vorstellungen von Jazz. In ihrer Tiefen- und Langzeitwirkung absolut konkurrenzlos. FÜNF STERNE." (Jazzthetik)
 
 
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Donnerstag 30.03.2000 - 20:30 Uhr
 
RAVI COLTRANE Group
 
RAVI COLTRANE (Tenor/SopranoSax), ANDY MILNE (Piano), JAMES GENUS (Bass), ERIC HARLAND (Drums), PETE TAYLOR (Perc)
 
Der Jazz Club Singen freut sich besonders, dass es gelungen, ist einen der jungen, aufstrebenden Saxophonisten des modernen Jazz, den 35jährigen amerikanischen Saxophonisten RAVI COLTRANE, für einen Termin auf seiner ausgedehnten Europatournee nach Singen buchen zu können. Er gehört bestimmt zu den Newcomern, Aufsteigern, Draufgängern und Stars von morgen, der Sohn des legendären, im Jahr 67 viel zu früh verstorbenen Mastermusician John Coltrane. Ravi, der zwei Jahre vor dem Tod seines Vaters geboren wurde, legte im letzten Jahr mit *Moving Pictures* (BMG) ein bemerkenswertes und längst überfälliges Debut Album vor. Bei vielen Grossen des Modern Jazz hat er sich seine Sporen verdient so z.B. bei Kenny Barron, Herbie Hancock und Dave Holland. Auf seiner CD (7 Eigenkompositionen und 4 Fremdtitel) spielt er modernen Hardbop. Die Kompositionen "geben Ravi Coltrane den Raum für bemerkenswerte Soli, die den Geist seines Vaters atmen, dies aber niemals aufgesetzt, sondern ganz natürlich daherkommend und mit grosser Reife und Ausdruck." (Jazz Podium). Dabei widersteht er beharrlich der Verlockung, seinen Vater zu kopieren. Er agiert melodisch souverän und ökonomisch, wobei er weniger Geschichtenerzähler denn Klangmaler ist. "Die meisterliche Reife aller Beteiligten verblüfft immer wieder aufs Neue. Ein ganzes Kaleidoskop an Stimmungen wird hier souverän präsentiert. eine Platte, die die ganze Aufmerksamkei fordert. Coltrane Senior hätte sich gefreut." (Jazzthetik 4 Sterne). Nach Singen kommt Ravi Coltrane mit seiner seit langem bestehenden Gruppe zu der auch der hervorragende Pianist ANDY MILNE gehört, der im letzten Jahr in der Gruppe der Sängerin Carla Cook bereits zu Gast in Singen war. Ein Abend mit 'Great Black Music' erwartet die Besucher beim Jazz Club Singen.
 
 
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Freitag 17.03.2000 - 20:30 Uhr
 
ABRAHAM BURTON / ERIC McPHERSON »Forbidden Fruit«
 
ABRAHAM BURTON (Tenor/AltoSax), JAMES HURT (Piano), YOSUKE INOUE (Bass), ERIC McPHERSON (Drums), M. CLIVE (Perc)
 
Bereits im November 95 war ABRAHAM BURTON,ein Ausnahmetalent am Altsaxophon und mittlerweile auch am Tenorsaxophon, mit seiner Gruppe bei uns zu Gast und hat ein total begeistertes Publikum zurückgelassen. Das ist Grund genug für uns, Ihnen diesen "Magician" noch einmal zu präsentieren. Damals nannten wir Burton "die neue Hoffnung für das Altsaxophon". Diese Hoffnung hat sich mittlerweile mehr als bestätigt; erwähnt sei hier nur sein fulminanter Auftritt beim letztjährigen Jazzfestival in Moers, als er in allen Kritiken als einer der absoluten Höhepunkte gefeiert wurde. "Niemand, der diesen Auftritt erlebt hat, wird dieses Ereignis je vergessen. Es war als wäre man eines fernen Halles der Energie von John Coltrane teilhaftig geworden." (Jazzthetik). Abraham Burton wurde 1971 geboren und war insbesondere Schüler von Altsaxophonmeister Jackie McLean, dessen Einfluss bei ihm natürlich deutlich ist, was sicherlich kein Nachteil ist, denn von ihm bezieht er vor allem seine erstaunliche Energie. Aber Burton ist nicht einfach nur ein Epigone, sondern er ist schon jetzt dabei, einen sehr eigenen Ton, vor allem auch auf dem Tenorsaxophon, zu entwickeln. Seine Improvisationen sind durchzogen von bisweilen Coltranehaftem Feuer und frei von Höhenangst, wenn auch bereits wohldurchdacht und von gleichmässiger Schönheit. Selten findet sich der Zuhörer durch plötzliche Geniestreiche verblüfft, vielmehr scheinen die Töne aus einer beständigen ästhetischen Gesetzmässigkeit heraus aneinandergereiht. Die Musik - erdiger, souliger und bluesiger Neobop - unterscheidet sich von den elegant-anämischen "Neoklassizismen" üblicher Boprevivals erfreulicherweise: Durch Bodenhaftung nämlich. Aus der Abraham Burton Band ist mittlerweile die Band *FORBIDDEN FRUIT* hervorgegangen. Neben Burton fungiert als Co-Leader der herausragende Drummer ERIC McPHERSON, der ebenfalls Aspirant auf einen grossen Namen in der Zukunft ist. Begleitet werden sie von den kongenialen Partner am Bass YOSUKE INOUE und am Piano JAMES HURT. Genau in dieser Besetzung haben sie im letzten Jahr auf ENJA die CD *CAUSE AND EFFECT* herausgegegeben. "Sie lassen vor dem Ohr des Hörers ein Quartett wachsen. Vom ersten Ton an passiert etwas Bedeutendes, Schicksalhaftes. Hört auf dieses Quartett. Hallelujah, hier wird Jazz-Tradition weitab vom Lincoln Centre, aber auch mit deutlicher Distanz zum Neo Free Jazz gepflegt. Fünf Sterne." (Jazzthetik). "Bei dieser Musik brennt die Luft förmlich. Solche Musik braucht New York, um sein Image als Keimzelle der freien Geister nicht zu verlieren." (Jazzthing)
 
 
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Donnerstag 24.02.2000 - 20:30 Uhr
 
RENAUD GARCIA-FONS & JEAN-LOUIS MATINIER
 
RENAUD GARCIA-FONS (Bass), JEAN-LOUIS MATINIER (Akkordeon)
 
Bereits zum dritten Mal kommt der französische Bassvirtuose, der auch schon als "Paganini des Kontrabasses" bezeichnet wurde, RENAUD GARCIA-FONS nach Singen. Diesmal im Duo mit seinem langjährigen Freund und Partner dem Akkordeonisten JEAN-LOUIS MATINIER, auch kein Unbekannter mehr in Singen. Zusammen haben Sie im Jahr 99 eine herausragende CD unter dem Titel *FUERA* (ENJA) herausgegeben, die in sämtlichen Fachzeitschriften überschwenglich kritisiert wurde. Dies ist ein ganz besonderes Album: Weil es die Sinne fesselt, Klischees zerschlägt und Geheimnisse in sich trägt, die niemand im europäischen Jazz vermutete. Zwei Musiker produzieren mehr Klangfarbemn als ein ganzes Symphonie Orchester zusammen. Sie verzahnen endlich ihre beispiellose Virtuosität. Sie vertonen Leidenschaft, Trauer und Geschichte, bedienen sich dafür bei mediterraner Folklore und Flamenco, integrieren Elemente indischer Meister, zitieren syrische Kultur, nutzen Charles Mingus oder Thelonious Monk. Mit geschlossenen Augen wähnt man sich dabei inmitten eines Bienenschwarms, ist Ohrenzeuge atemberaubender Himmelssprünge, spürt den beissenden Fahrtwind der wilden Hatz im Gesicht oder glaubt, irgendwo am Horizont tanzende Irrlichter zu orten. Der fünfsaitige Kontrabass verwandelt sich in Stimme, Geige, Cello und Gitarre und bekommt elegische, melancholische, berserkerhafte vitale Qualitäten. Das Akkordeon wird zur Orgel, Mundharmonika, Flöte und umkreist die Melodien mit schlängelnden Linien und perkussiv abrupten Akkorden. "Alles zusammen vermischt sich zum aberwitzigen Gemenge der mitteleuropäischen und nordamerikanischen Kultureinflüsse, radikal in der Abkehr vom amerikanischen Stilkatalog und eigenständig in der kreativen Fusion zweier starker musikalischer Charaktere. Hervorragend - 5 Sterne!" (Jazzthetik)
 
IN ZUSAMMENARBEIT MIT DEM 'INSTITUT FRANCAIS, FREIBURG'
 
 
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Freitag 11.02.2000 - 20:30 Uhr
 
»AKOSH.S.UNIT«
 
AKOSH SZELEVENYI 'S.' (Tenor/SopranoSax/Flute), PHILIPPE FOCH (Bass), BERNARD MALANDAIN (Drums), JOE DOHERTY (Geige/Alto/BaritonSax)
 
Wovon reden wir eigentlich, wenn wir über Jazz sprechen? Von einer improvisierten Musik, deren Tradition in durchgehender Schule von Jelly Roll Morton bis zu den Jungen Wilden unserer Tage reicht? Von einer Kunst, die langes Training und breite Kenntnisse der Genre-Geschichte voraussetzen? Oder von einer Musik, die, auf alltäglichen Erfahrungen basierend, auf der Strasse liegt und die jeder aufgreifen kann, der nur die nötige Leidenschaft dafür mitbringt? Die Gruppe des hungarofranzösischen Saxophonisten AKOSH SZELEVENYI steht unbestritten für die letzte Auffassung. Ihre Musik ist eine wilde Mixtur von Jazz, Punk, Estradenmusik, arabischer Folklore und Balkan-Klängen Die einzelnen Elemente verlaufen ineinander, ohne klare Schnittmengen zu ergeben. Die AKOSH S. UNIT ist eine Gruppe, die den Begriff "Ausdruck" wörtlich nimmt. Seit 13 Jahren lebt der Multiinstrumentalist Akosh S., dessen Hauptinstrumente Bassklarinette, Tenor-, Sopransaxophon und Flöten sind, in Paris. Dort hat sich der ungarische Emigrant jahrelang in Cafe- und Strassenbands ohne Papiere durchs Leben geschlagen. Später hat er die durch seine ethnischen Wurzeln und die Unterhaltungsmusik erworbene "street credibility" in einen rauhen, düsteren Jazz übersetzt, der in Europa seinesgleichen sucht. Tänzerische Formen von Mazurkas brechen sich Bahn neben harmonischen Kühnheiten, die an Bartok erinnern, fokussieren in afrikanischen Trommelrhythmen und von indischer Musik inspirierten Melodien. Auf traditionellen Instrumenten repetierte Motive reflektieren Beschwörungsformeln, über die expressive Schreie des Saxophons an die rufe Coltranes, Aylers und Shepps nach 'freedom' erinnern. "Die Cds *IMAFA* und *ELETTER* (Polygram/Barclay) sind ein faszinierendes Gebräu aus insistierender Rhythmik - am Bass PHILIPPE FOCH und am Schlagzeug BERNARD MALANDAIN - , dem fernen Gedächtnis an archaisches Pusztasentiment und expressver Jazzimprovisation, versehen mit einem verbalen Misstrauensantrag an politisch-ideologische Heilsversprechungen, hinter denen sich immer nur der alte Dreck verbirgt - ein absoluter Glücksfall, ein absolutes Muss." (Jazzpodium). Wenn Akosh S. Unit in Paris auftreten, ist der Teufel los. "Es ist die Hölle, die Leute tanzen auf den Tischen", erzählt der vierte Mann im Bunde der Geiger und Saxophonist JOHN DOHETRY begeistert. Und nun für Sie in Singen.
 
IN ZUSAMMENARBEIT MIT 'BUREAU MUSIQUE ALLEMAGNE'
 
 
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Donnerstag 27.01.2000 - 20:30 Uhr
 
URI CAINE »Blue Wail Trio«
 
URI CAINE (Piano), DREW GRESS (Bass), RALPH PETERSON (Drums)
 
Der amerikanische Pianist, der zum Umfeld der New Yorker Knitting Factory gezählt werden darf, gehört zu den vielseitigsten Musikern im neuen Jazz. Nach ambitionierten Projekten um die Musik von Gustav Mahler und Richard Wagner legte URI CAINE auf dem ungewöhnlichen Münchner Label Winter & Winter eine nur scheinbar unprätentiöse Klavierjazztrio-CD mit dem Titel *BLUE WAIL* vor, die vor Vitalität, Einfallsreichtum, Emotionalität und Swing nur so strotzt. In die Eigenkompositionen und Improvisationen fliesst Caines breiter Erfahrungshorizont ein: Salsa, Blues, westeuropäische Romantik und jüdische Folklore. Traditioneller und freier Jazz sind die Gewässer, in denen sich Caine, der Kontrabassist DREW GRESS und der Drummer RALPH PETERSON Jr. (endlich live in Singen) gewandt zu bewegen wissen. Der George-Crumb-Schüler ist ein unterschätzter Musiker, der einen überzeugenden Individualstil entwickelt hat. Besonders gelungen sind die beiden Improvisationen über Fats Wallers *Honeysuckle Rose* und die ergreifende Ballade *Poem for Shulamit*. Das Jazz Podium schreibt: "Pianistische Traditionen von Stride über Bebop bis Bill Evans und die Konventionen des Klaviertrios im Jazz spielen auch in den restlichen Stücken des Albums - sämtlich Eigenkompositionen - die wichtigste Rolle. Bei aller dichten Pianistik und Kommunikation aber swingt die CD von der ersten bis zur letzten Sekunde. Anders als in der Musik von Bill Evans greifen hier Klavier und Bass nur selten ineinander, wird die Einheit der Gruppe nicht so sehr durch eine musikalische Verzahnung erreicht, sondern vielmehr durch die klare Aufgabenverteilung, deren Ziel das Urziel fast jeder Jazzmusik ist: der Swing. Diese Musik ist höchst persönlich, höchst gekonnt und höchst empfohlen." Die Zeitschrift STEREO vergab 5 Sterne!
 
 
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Freitag 14.01.2000 - 20:30 Uhr
 
»FUN HORNS«
 
VOLKER SCHLOTT (Saxophone/Flöten), FALK BREITKREUZ (Saxophone/Klarinette), JÖRG HUKE (Posaune), RAINER BRENNECKE (Trompete)
 
Als sich die vier Bläser 1986 in Ost-Berlin trafen, um einen professionellen Bläsersatz für Studioproduktionen zu gründen, schlug die Geburtsstunde der FUN HORNS. Nach kurzer Zeit stellten sie fest, dass vier Bläser ohne jegliche Begleitung so viele Ausdrucksmöglichkeiten bieten, dass sie sich entschlossen, den Versuch eines eigenständigen Konzertprogramms zu wagen. Mittlerweile sind daraus 9 Cds geworden, eine neunwöchige Südamerikatournee auf Einladung des Goethe Institus, ein Preis beim H ennessy Jazzcontest und unzählige Club- und Festivalauftritte. FUN HORNS das ist frischer Wind aus vier unterschiedlich geformten Metallrohren. Der Staub von Jahrzehnten wird aufgewirbelt, ein Teil davon wird respektlos weggeblasen, ein anderer mit Neuem zu sinnfälliger Originalität verbunden. Das Jazzpodium schreibt über ihre bislang letzte CD *Der Mond ist aufgegangen* (Klangräume): "Und jetzt greifen sie sogar nach den Sternen, sowohl inhaltlich als auch stilistisch. Diese CD ist eine traumhafte Produktion, die den Preis der deutschen Schallplattenkritikt verdient. Der Begriff Jazz ist dabei viel zu ausgelaugt, viel zu ph-neutral, um die musikalische Sprache von VOLKER SCHLOTT, FALK BREITKREUZ, RAINER BRENNECKE und JÖRG HUKE in Worte zu fassen. Es sind wunderbar verwobene, lineare Klanggeflechte, was die musikalische Grundidee der Fun Horns wohl am treffendsten umschreibt, und was ausserdem das Kontinuum ihrer Arbeit ausmacht. Immer schwingen mit Facettenreichtum auch Gelassenheit, Humor und Ironie mit. Facettenreichtum darf jedoch keinesfalls mit 'Ad libitum' gleichgestzt werden. Nein mit ihrer Musik haben sie etwas mit dem Mond gemein: die Phosphoreszens. wie der Mond das Sonnenlicht reflektiert und von selbst zu strahlen scheint, lässt die Musik des Quartetts den Hörer innerlich phosphoreszieren. Was könnte man sich von einer Aufnahme mehr wünschen?" In Singen werden sie auch Stücke aus ihrem neuen Programm Fun Horns 2000 aufführen. "Was soll man mehr bewundern: die technische Perfektion, den musikalischen Ausdruck, die scheinbar grenzenlosen improvisatorischen Fähigkeiten jedes einzelnen oder schlichtweg die rein physische Leistungsfähigkeit des jungen Ensembles? Solange es so kreative Formationen wie die Fun Horns gibt, kann es im zeitgenössischen Jazz keinen Stillstand geben." (Wiesbadener Tagblatt)
 

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Text: R. Kolmstetter

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