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| Freitag 06.12.2002 - 20:30 Uhr |
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| ANDREAS WILLERS »Blue Collar 5tet« |
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| ANDREAS WILLERS (Gitarren),
DOMINIQUE PIFARÉLY (Geige), MATTHIAS SCHUBERT (TenorSax),
HORST NONNENMACHER (Bass), MICHAEL GRIENER (Drums) |
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Wenn man glaubt, dass alles gesagt ist, kommt eine neue
Platte von dem deutschen Gitarristen ANDREAS WILLERS: THE GROUND MUSIC auf dem Label ENJA
(Jazzthetik 5 Sterne). Eine wagemutige Tour de force, auf der alle Klippen der Avantgarde
- Langeweile, Unverständlichkeit, Redundanz - souverän umschifft werden. "Zärtliche, wilde
und gefährliche Musik, garantiert frei von akademischem Staub und kleinkarierten Jazzrock-,
Mainstream- oder Freejazz-Klischees." Andreas Willers tanzt der alten Frage "Was ist
Jazz?" gehörig auf der Nase herum. Seine unorthodoxen Projekte (z.B. Hendrix-Bearbeitungen
für 4 E-Gitarren) lassen sich mit dem Titel Jazz allein längst nicht mehr ausreichend
beschreiben. Willers schöpft aus Neuer Musik, verschiedenen Folklore-Musiken und Rock -
seine fliessende Kompositions- und Gitarrentechnik verschafft ihm eine lockere Distanz,
die es ihm bei aller Expressivität erlaubt, blitzschnell zwischen den Stilgrenzen zu
changieren und auch mit ironischen Brechungen virtuos zu jonglieren. Das BLUE COLLAR
QUINTET geht aus zwei verschiedenen Projekten hervor. Zunächst ist da die langjährige
Working Band mit Bassist HORST NONNENMACHER und Schlagzeuger MICHAEL GRIENER, mit
Sicherheit eine der interessantesten und eingespieltesten Rhythmusgruppen des Landes.
Sowohl virtuos mit Time und Grouve arbeitend als auch interaktiv, frei und mit ganz eigenen
Klangfarben improvisierend sprengt Blue Collar im Trio bereits um Längen das übliche Format
von Solist plus Rhythmusgruppe. Die beiden Musiker, die dies Trio zum Quintet aufrunden,
der französische Geiger DOMINIQUE PIFARÉLY und der Kölner Saxophonist MATTHIAS SCHUBERT,
sind herausragende Solisten von internationalem Ruf. MIT FREUNDLICHER
UNTERSTÜTZUNG REGIERUNGSPRÄSIDIUM FREIBURG |
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| Freitag 01.11.2002 - 20:30 Uhr |
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| RENAUD GARCIA-FONS »Navigatore« |
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| RENAUD GARCIA-FONS (Bass),
JEAN-LOUIS MATINIER (Akkordeon), NEGRITO TRASANTE (Percussion),
ANTONIO 'KIKO' RUIZ (Gitarre),BRUNO SANSALONE (Klarinette) |
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Bereits zum dritten Mal präsentiert der Jazz Club Singen
den französischen Bass-Virtuosen RENAUD GARCIA-FONS mit einer eigenen Gruppe. Das erste Mal
im Quartett, dann im Duo und nun im Quintett mit seiner aktuellen Gruppe *NAVIGATORE*, mit
der er auf dem Label ENJA eine hochgelobte CD eingespielt hat. Er gehört zu jener Gruppe
französischer Jazzmusiker, die unter Verwendung von Elementen aus Jazz, Neuer Musik, Rock
und unterschiedlichen Volksmusiken eine höchst eigenständige Form zeitgenössischer
Improvisationsmusik geschaffen haben, wobei er immer wieder wie kein anderer die
Vielstimmigkeit seines Instrumentes besonders eindrucksvoll und virtuos vorführt - er
schafft es, den Bass zum Singen zu bringen. Dabei verfügt er über eine phänomenale
Arco-Technik und sein Sound wird immer wieder zu Recht als bratschenähnlich gerühmt. Um
gute Musik zu sein braucht diese Virtuosität natürlich eine inhaltliche Entsprechung. Und
auch hier leistet er Aussergewöhnliches. Im Grenzland zwischen maurischer Melodietradition
und folkloristischen, zumeist rhythmischen Einflüssen vom Flamenco bis Indien wandelnd,
hat sich der Bassist eine Klangwelt von hohem Wiedererkennungswert erschlossen. Hier kommen
Technik und Tiefe zusammen. Mit *Navigatore* gelingt ihm erneut ein Stück emotional
ergreifender Musik: schwebend leichte Melodien, ein breites Spektrum an Rhythmen, fliessend
verzahnt durch eine an Soundtracks erinnernde Montagetechnik. Begleitet wird er dabei von
seinem langjährigen Duopartner, dem Akkordeonisten JEAN-LOUIS MATINIER, dem Schlagwerker
NEGRITO TRASANTE, dem Gitarristen ANTONIO 'KIKO' RUIZ und dem Klarinettisten BRUNO
SANSALONE. "RENAUD GARCIA-FONS: EIN BASS BEKOMMT FLÜGEL UND DIE MENSCHEN UM
IHN HERUM GROSSE OHREN - EINE GLOBALE WELTMUSIK." MIT FREUNDLICHER
UNTERSTÜTZUNG REGIERUNGSPRÄSIDIUM FREIBURG |
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| Freitag 18.10.2002 - 20:30 Uhr |
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| TONY MARTINEZ & »The Cuban Power« |
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| TONY MARTINEZ (Alto/TenorSax/Vocals),
ARNALDO MARTINEZ (Lead Vocals), DUDU PENZ (Bass),
CESAR CORREA (Piano), ALBERTO STIVENS (Timbales/Congas),
RODRIGO RODRIGUEZ (Timbales/Congas), GENDRICKSON MENA (Trumpet/Flugelhorn),
EUGENIO SAMON (Trumpet), LEONARDO GOBIN (Trombone),
DANY MARTINEZ (Guitar) |
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| Mit TONY MARTINEZ & THE CUBAN POWER bringt der Jazz
Club Singen eine der ganz heissen jungen kubanischen Bands auf die Bühne der GEMS. Sie sind
zwar nicht die berühmtesten aber mit Herz und Seele in der traditionellen kubanischen Musik
verwurzelt, heben sich aber trotzdem deutlich vom alten Kolonialstil der Insel ab. Tony
Martinez und seine Band spielen einen schnellen, harten Cuban Jazz jenseits aller
Altherren-Gemütlichkeit, eine zwar geschliffene, aber mitreissende Musik, welche die
Virtuosität des Jazz und die schnörkellose Direktheit des Funks mit der knatternden
Rhythmusmaschinerie der aktuellen Salsa-Bands verbindet. Der Saxophonist Tony Martinez und
vor allem der fulminante Pianist Cesar Correa sind gut bei Kräften, changieren unbekümmert
zwischen Salsa, Funk und Jazz und das mit einer ansteckenden Spiel- und Tanzfreude.
"Hurra! Es gibt sie noch: die wilden, wirklich jungen Jazz-Musiker, die vor nichts
Respekt haben, voller Kraft und Energie sind und dieser Musik noch eine Zukunft verheissen,
die neue Wege gehen und junges Publikum begeistern können. Sie waren mit ihrem Auftritt einer
der Lichtblicke des Burhhauser Jaszzfestivals. Sie brannten ein wahres Feuerwerk ab. Eine
kraftvolle Musik, die keinen Besucher kalt liess." (Jazzpodium) Und genauso wird es auch beim
250! Jazz Club Konzert in der GEMS sein. "Don't forget your dancing shoes!" |
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| Mittwoch 09.10.2002 - 20:30 Uhr |
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| RICHIE BEIRACH & GREGOR HÜBNER |
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| RICHIE BEIRACH (Piano),
GREGOR HÜBNER (Geige), VEIT HÜBNER (Bass) |
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| Zusammen mit seinem Partner dem um 20 Jahre jüngeren
Geiger GREGOR HÜBNER hat RICHIE BEIRACH, der zu den kreativsten Pianisten im Jazz gezählt
wird, bereits zwei hochgelobte CDs auf dem deutschen Label "ACT” veröffentlicht: *ROUND
ABOUT BARTOK* und *ROUND ABOUT FEDERICO MOMPOU*. Auf beiden Einspielungen gehen sie aber
einen eigenständigen Weg. Beirach sieht in der europäischen Musik des 20. Jahrhunderts
ebenso wichtige Wurzeln für die zeitgenössische Improvisation wie in den amerikanischen
Standards. Mit diesem Ansatz nimmt sich das Trio (VEIT HÜBNER am Bass) der Musik moderner
Klassiker wie Scrjabin, Kodaly und eben Bartok und Mompou an und macht etwas Neues. Die
Stimmung der Originale wird erhalten, ausgeweitet und umgeformt. Beirach ist ein Pianist
der leisen und zurückhaltenden Töne geblieben. Zerbrechlich und filigran sind seine
Linien, aber immer mit der nötigen Bestimmtheit gesetzt, um Beliebigkeit zu vermeiden.
Am schönsten ist es, wie er sich blind auf Hübners einfühlsame Begleitungen verlassend,
immer tiefer in die Klangwelt der Originale hineintaucht, die Motive umdreht und
durchleuchtet, und letztlich doch an einem scheinbar vertrauten Punkt wieder herauskommt.
Gregor Hübner steht seinem Kollegen in nichts nach - pure melodische Schönheit prägen
alle Themen und Melodielinien, die die Geige vorstellt.
Beide CDs wurden in verschiedenen Zeitschriften zur CD des Monats gewählt. "Ungeheure
Intensität und Leidenschaft, kreative Verschmelzung von Jaszzelementen und klassischer
Moderne". "Dass das Ergebnis sich hören lassen kann, bewiesen die geradezu
enthusiastischen Reaktionen des Publikums beim Montreux Jazz Festival. Beirachs
Leidenschaft, Neuland zu betreten und Frisches zu kreieren, hat sich wieder einmal
bewährt." |
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| Donnerstag 26.09.2002 - 20:30 Uhr |
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| DHAFER YOUSSEF »Electric Sufi« |
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| DHAFER YOUSSEF (Oud/Vocals),
BOJAN Z. (Piano), DIETER ILG (Bass),
PHILIPP 'PIPON' GARCIA (Drums/Perc) |
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*Electric Sufi* heisst das neue Album (Enja-Records) des
tunesischen Weltmusikers DHAFER YOUSSEF. Diese Bezeichnung ist Programm für die Musik des
seit zehn Jahren in Europa lenbenden Oud Spielers und Sängers. Obschon tief in der Kultur
seiner Heimat Tunesien verwurzelt, hat Youssef ein Flair für internationale aktuelle
Strömungen entwickelt und in sein musikalisches Konzept integriert. Der Brückenschlag
zwischen den so verschiedenen Kulturen glückt ihm vorzüglich, selten hat man eine derart
harmonische Version dieser schwierigen Mélange gehört. Youssefs eindringliche Stimme und
der für die arabische Musik so typische Klang seiner Oud-Laute bilden das Rückgrat seiner
Stücke, um die herum er behutsam faszinierende Klanglandschaften aufbaut. Begleitet wird
er dabei von dem bosnischen Pianisten (endlich mal in Singen zu hören) BOJAN Z., dem
deutschen Bassisten DIETER ILG und dem französischen Schlagzeuger und Percussionisten
PHILIPP 'PIPON' GARCIA. "Sein Projekt besticht durch musikalische Geradlinigkeit und
visionäre Offenheit, die nichts mit trendiger Beliebigkeit zu tun haben. *Electric Sufi*
ist vielmehr wegweisende Weltmusik, ohne nach einem schon oft strapazierten Etikett zu
schielen. All die verschiedenen Einflüsse verschmelzen in diesem musikalischen Meltingpot
zu filigranen Klanggeweben von lyrischer Tiefe." (Jazz Podium) MIT
FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG MIGROS OSTSCHWEIZ |
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| Freitag 20.09.2002 - 20:30 Uhr |
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| MICHELE ROSEWOMAN »Quintessence« |
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| MICHELE ROSEWOMAN (Piano),
STEVE WILSON (AltoSax), MARK SHIM (TenorSax),
LONNIE PLAXICO (Bass), GENE JACKSON (Drums) |
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| Wie viele der grossen Jazzidole der Vergangenheit so ist
auch die in Oakland, Kalifornien geborene Pianistin und Komponistin MICHELE ROSEWOMAN
energisch dabei, neue Pforten zu öffnen und in neue Dimensionen der Musik vorzustossen.
Seit gut 15 Jahren leitet sie eigene Bands. Ihre bisher sechs Platten erhielten fast
ausnahmslos berauschende Kritiken, ihre Konzerte werden euphorisch besprochen. Trotzdem
ist sie noch immer eine Art stiller Geheimtip. Ihre letzte CD *GUARDIAN OF THE LIGHT*
(ENJA) ist mit ihrer Band QUINTESSENCE (seit Jahren ihr Markenzeichen) live in New York
im Frühjahr 99 aufgenommen. Konzept dieses Quintetts sind zwei Saxophonisten, in Singen
werden das sein MARK SHIM und STEVE WILSON. Hinzu kommen die Alleskönner in der
Rhythmsection: am Schlagzeug der grosse GENE JACKSON und am Bass LONNIE PLAXICO
(Besetzungsänderungen vorbehalten). Rosewomans Kompositionen bewegen sich im
Spannungsfeld von Monk und M-Base und beeindrucken besonders in ihrer Klarheit. Ihr
emphatisches Ordnungsprinzip unterstreicht die Vielschichtigkeit der Band. Hier gibt es
keinen zwanghaft zelebrierten Mainstream, Individualität und Stilistik gehen Hand in Hand,
erforschen in freiheitlicher Geschlossenheit musikalische Töne und räumliche Momente,
geben Impulse (in Blues) und ziehen deutlich hörbare Parallelen zwischen den
afrikanischen Wurzeln ihrer Urgrosseltern und knalligem Funk heutiger Prägung. "Ein
Beispiel für zukunftsweisende Musik mit dem wachen Bewusstsein für die restaurierende
Kraft der Tradition." (Jazz Podium) |
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| Sonntag 07.07.2002 - 20:30 Uhr |
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| DAVID KRAKAUER »Klezmer Madness« |
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| DAVID KRAKAUER (Clarinet),
KEVIN O'NEIL (Guitar), WILL HOLSHOUSER (Accordion),
NICKI PARROT (Bass), KEVIN NORTON (Drums) |
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| Wir alle haben längst herausgefunden, dass Klezmer einen
entscheidenden Einfluss auf unser Musikverständnis hat, und gelernt diese Musik zu lieben.
Und doch gelingt es uns selten nachzuvollziehen, welche Verzückung der Tanz der Klarinette
bei jenen auslöst, die unmittelbar Teil an der jüdischen Kultur haben. Es sei denn, DAVID
KRAKAUER spielt auf. Er ist der Derwisch, der die bislang überzeugendste Mischung von
Klezmer, Punk, Jazz und allen anderen uns täglich umgebenden Musikrichtungen gefunden hat.
Die Ursache ist ganz einfach. Krakauer hat nie den Versuch unternommen, Klezmer in eine
der genannten Richtungen zu verbiegen. Mit Feingefühl reichert er an, wo andere
fusionieren. Auf seiner letzten CD "A NEW HOT ONE" geht er nun in Sachen Wildheit,
Ekstase und Entfesselung noch ein Stück weiter als man von ihm bereits gewohnt ist. Sein
Klarinettenfeuer auf den schneidend scharfen Gitarrenriffs von KEVIN O'NEILL, den dicht
geknüpften Akkordeon-Teppichen seines treuen Gefolgsmannes WILL HOLSHOUSER und den
gewollt holperigen Beats des stets abenteuerlustigen Schlagzeugers KEVIN NORTON und der
Bassistin NICKI PARROT sind Schwindel erregend. Beim Spielen überkommt alle geradezu eine
diabolische Lust, die sie ungefiltert an den Hörer weitergeben. "Krakauer reisst uns
hinab in einen Strudel, in den wir immer und immer wieder freiwillig hinein wollen. Er
steht nicht nur in spielerischer Hinsicht, sondern auch als Visionär allein auf weiter
Flur." Jazzthetik 5 Sterne!!! (Besetzungsänderungen vorbehalten) |
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| Donnerstag 06.06.2002 - 20:30 Uhr |
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| SCHNYDER / DREW / TAYLOR |
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| DANIEL SCHNYDER (Saxophone),
KENNY DREW JR. (Piano), DAVE TAYLOR (BassTrombone) |
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| Der Griff in die Musikgeschichte liegt im Trend. Die
einen bedienen sich beim afroamerikanischen Bodensatz und schwelgen im akustischen
Glücksgefühl der Baumwollfelder. Die anderen entdecken die innere Kraft der Gregorianik
als Katalysator der eigenen Ausdruckslosogkeit. Manch einer verbeugt sich vor der Romantik,
und immer wieder muss auch der alte Thomaskantor herhalten, wenn Inspiration und klare
Analytik gefragt sind. Alles schön , weil irgendwie bekannt.. Und vieles öde, weil nur der
Neuaufguss bewährter Kreativitätsrezepte. Der Schweizer Saxophonist und Komponist
DANIEL SCHNYDER ist sich der populistischen Fallgruben des Crossovers bewusst und versucht
gar nicht erst, Gefühlsduselei oder Laudatien zu produzieren. Sein Blick auf die
Überlieferung ist ehrfurchtsvoll, aber nüchtern, zuweilen auch ironisch verschmitzt.
Seine CD *WORDS WITHIN MUSIC* packt Bachs Matthäus-Passion in Suiten-Form, renoviert sie
anhand offener harmonischer Muster, die der Pianist KENNY DREW JR. werkdienlich erfinden
darf, und verschafft ihr mit dem Zusammenklang von Sopransaxophon, Klavier und der
Bassposaune von DAVE TAYLOR (u.a. Duke Ellington, Gil Evans und einfach genial) ein
eigentümlich schillerndes akustisches Gewand. Eingebettet in ein Wechselbad dissonanter
Tonsalven und versöhnlicher Andeutungen werden Bach und Vivaldi, aber auch Wagner und
Gershwin und natürlich eigene Kompositionen zum musikalischen Material, das sich
effektvoll kombinieren und zu einem wertungsfreien Programm kompilieren lässt. "Denn
Musik ist Musik. Die normativen Unterscheidungen entstehen erst in den Köpfen der
Kanonisten - Schnyder, Drew und Taylor führen den Beweis." (Jazzthetik 4 ½ Sterne). "Der
Struktur nach herrscht klassische Kompositionsmusik vor, der Sound kommt vornehmlich aus
dem Jazz; doch auch das Gegenteil ist nicht falsch." (Jazzpodium) REIN AKUSTISCH!! |
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| Donnerstag 16.05.2002 - 20:30 Uhr |
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| BOBBY PREVITE »Bump Band« |
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| BOBBY PREVITE (Drums),
MARTY EHRLICH (TenorSax), CURTIS FOWLKES (Trombone),
WAYNE HORVITZ (Piano), STEVE SWALLOW (Bass) |
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Schon länger hat man nichts mehr von dem
Schlagzeugtausendsassa BOBBY PREVITE gehört und dann eine solches Comeback mit seiner
neuesten CD *JUST ADD WATER*, eingespielt mit einem Superquintett. Nicht nur der Drummer
selbst ruft sich in Erinnerung, sondern er kommt mit seiner Band oder besser dem Konzept
*Bump the Renaissance*, heute kurz nur noch *BUMP*, mit dem er 1985 nicht unwesentlich
dazu beitrug, den legendären Ruf der damals neuen Downtown-Szene in der Jazzwelt zu
etablieren. Er vermag seiner Gruppe eine einzigartige Geschmeidigkeit einzuhauchen.
Seine Arbeit lässt sich nur schwer kategorisieren: Blues, Rock, Jazz, Fusion, World
Music, Freie Improvisation und alles dazwischen. Wo immer das Energiebündel hinter den
Drums sitzt geht die Post ab: Was aus seiner Küche kommt pulsiert und swingt und groovt,
dass es eine helle Freude ist! Jeder der Mitmusiker (ein wahres who's who des Modern
Jazz) kennt sich in der Geografie von Prevites Farb-Palette bestens aus. Die Stimmung
seiner Musik ist von einer Art fröhlicher Melancholie getragen. Sie lebt von den
ornamentalen Verschachtelungen, die längst zu Prevites Markenzeichen geworden sind. Er
trägt dick auf, mag es pathetisch, liebt ostinative Steigerungen. Die Namen der
beteiligten Musiker stehen dafür, dass jedes Solo Hand und Fuss hat, ja mehr noch, von
einer Philosohie geprägt ist, in der die einzelne Stimme eine feste Funktion im Ensemble
hat. Zum ersten Mal in Singen zu sehen und zu hören der Pianist WAYNE HORVITZ und der
Jazz-Passengers Posaunist CURTIS FOWLKES, man darf gespannt sein. "Ein Jazz-Album,
dessen kollektiver Geist zwischen Rock-Band, Dixieland-Kapelle und Kammer-Ensemble
aufgehängt ist." Jazzthetik 4 ½ Sterne!! !! DIESES KONZERT WIRD VON DER
JAZZREDAKTION DES SWR 2 LIVE MITGESCHNITTEN UND ZU SPÄTEREM ZEITPUNKT IM RADIO GESENDET !! |
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| Donnerstag 02.05.2002 - 20:30 Uhr |
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| ERIK FRIEDLANDER Quartet »Topaz« |
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| ERIK FRIEDLANDER (Cello),
ANDY LASTER (AltoSax), STOMU TAKEISHI (E-Bass),
SATOSHI TAKEISHI(Percussion) |
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| Es gibt im modernen Jazz und in der improvisierten
Musik bis dato nur wenige herausragende Cellisten. In den Bebop Zeiten war das eigentlich
nur der Bassist Oscar Pettiford, der immer wieder auch zum Cello griff. Heutzutage fallen
einem Namen ein wie Ernst Reijsegger und Hank Roberts, beide schon beim Jazz Club Singen
zu Gast, ein. Nun kommt endlich der dritte im Bunde, der amerikanische Cellist ERIK
FRIEDLANDER; mit seiner Formation *TOPAZ* nach Singen. Zu dieser Band gehören der mit
allen Wassern gewaschene Altsaxophonist ANDY LASTER und die japanischen Brüder SATOSHI
TAKEISHI am Schlagzeug und STOMU TAKEISHI am Elektrobass. Mit diesem seit Jahren
eingespielten Quartett hat Friedlander bereits zwei hochgelobte Cds eingespielt. Die
meisten der Stücke stammen von ihm selber, wobei es ihm gelingt eine Melange zwischen
exotischen und eingängigen Melodien, treibenden Grooves und den Farben und der Percussion
von Sounds aus Japan, Iran und New York City zu verschmelzen. Er verarbeitet aber auch
Stücke von Eric Dolphy und Miles Davis. "Erik Friedlander ist einer der dynamischsten
Stimmen der zeitgenössischen Musik und gleichzeitig ein Trendsetter. Sein letztes Album
*SKIN* ist schlichtweg sensationell. Er ist bestimmt einer der 'Star Performer' auf seinem
Instrument." (Jazzthetik). Lassen wir uns alle überraschen. |
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| Freitag 26.04.2002 - 20:30 Uhr |
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| KURT ROSENWINKEL |
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| KURT ROSENWINKEL (Guitar),
MARK TURNER (TenorSax), BEN STREET (Bass),
JEFF BALLARD (Drums) |
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| KURT ROSENWINKEL - längst schon bürgt dieser Name für
Qualität. Ob als Mitglied der Bands von Paul Motian oder Brian Blade, stets wartet der
amerikanische Gitarrist mit einem feinsinnigen, kontextbezogenen Konzept auf. Nun hat er
bereits sein zweites Album *The Next Step* auf dem Major-Label Verve unter eigenem Namen
veröffentlicht. Ein hochinteressantes Album ist da entstanden: abwechslungsreiche und doch
zum Teil sehr eingängige Kompositionen mit unzähligen solistischen Höhepunkten, an denen
der Saxophonist MARK TURNER (ein Name, den man sich unbedingt merken muss) grossen Anteil
hat. Was beide Solisten im Duo praktizieren, ist inspirierte Improvisationskunst, die zu
verfolgen ein grosses Vergnügen für Kopf und Bauch ist. Einerseits unüberhörbar der
Klangästhetik eines Pat Metheny verpflichtet, hat sich Rosenwinkel doch von seinen
Vorbildern befreit und seinem Spiel eine unverwechselbar erdige Dimension gegeben, wobei
er sein Spiel auf der Gitarre häufig durch wortlosen Gesang unterstützt. "Ein rundum
gelungenes Album eines der interessantesten Gitarristen seiner Generation."
(Jazz Podium). Hier kann man erkennen, dass der junge Amerikaner über ein phänomenales
Vorstellungsvermögen verfügen muss. Alle acht Stücke sind Eigenkompositionen: vertrackt,
quirlig, kontrapunktisch, und die Gitarre erscheint schon fast schizophren in ihren
Melodielinien und Akkordbegleitungen. Seine Gruppe ist seit acht Jahren eine feste Band.
Neben dem Saxophonisten Mark Turner gehören der Bassist BEN STREET und der Schlagzeuger
JEFF BALLARD (aktuelles Mitglied des Chick Corea Trios!!) dazu. Sie bilden eine
traumwandlerische Rhythmusgruppe. Die Zeitschrift Jazzthetik verlieh 4 ½ Sterne! |
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| Freitag 05.04.2002 - 20:30 Uhr |
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| ANTONIO HART Quintet |
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| ANTONIO HART (Saxophone/Flute),
KEVIN HAYES (Piano), RICHIE GOODS (Bass),
NASHEET WAITS (Drums), RENATO THOMAS (Percussion) |
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| Mit der etwas abgedroschen klingenden Begriffsfolge
"Jazz meets Latin meets Africa meets Arabia" könnte es einem gerade gelingen, den Inhalt
der neusten CD *AMA TU SONRISA* (Enja Records) des amerikanischen Saxophonisten und
Flötisten ANTONIO HART zusammenzufassen. Denn Hart hat in den letzten Jahren Eindrücke
von Musikrichtungen, Gefühls- und Lebenswelten gesammelt wie andere kostbare Münzen - und
er hat sie auf seinem neusten Werk mit traditionellem Jazz verbunden. Eine groovende Musik
voll Swing und Funk, aber auch voll lyrischer Saxophonpassagen und heissen Trommelrhythmen.
Hart steckt z.B. den alten Cannonball Adderley Titel "Forward Motion" in ein Latin Gewand
mit alternierenden Rhythmen, die aber so dicht fliessen, dass daraus ein einziger,
durchgängiger Groove zu werden scheint. Ein besonderes Hihglight ist der Titeltrack
*Peace, love and light* bei dem Hart mit dunklem Ton die Flöte spielt und geradezu in der
wunderschönen Musik badet. "Alle Musiker seines Quintetts, der Pianist KEVIN HAYES, der
Bassist RICHIE GOODS und die beiden Schlagwerker NASHEET WAITS und RENATO THOMAS, stehen
im Dienste einer Musik, die voller wohltuender Wärme ist und pures Leben reflektiert.
Antonio Hart hat seinen Weg gefunden." (Jazzthetik 4 Sterne). "Hier ist es die positive
Ausstrahlung der Songs, die uns auf einer 'Ozeanwelle gen Sonnenlicht' schleudert - viel
wärmer, frischer, aufregender und fundierter kann Musik kaum sein." (Jazzpodium) |
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| Donnerstag 14.03.2002 - 20:30 Uhr |
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| MARTY EHRLICH Group »Song« |
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| MARTY EHRLICH (Saxophone/Clarinet),
URI CAINE (Piano), MIKE FORMANEK (Bass),
BILLY DRUMMOND (Drums), TIM BARNES (Percussion) |
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| Die jüngste CD des amerikanischen
Saxophonisten/Klarinettisten MARTY EHRLICH, der schon mehrmals in verschiedenen Besetzungen
beim Jazz Club auftrat, trägt den einfachen Titel *SONG*, und eben darum geht es, um das
Schwierigste, nämlich das Einfache. Dazu greift er zu einem Song von Robin Holcomb, einem
von Bob Dylan und einer impressionistischen Petitesse eines weiteren seiner Lehrer dem
Pianoschrat Jaki Byard. Der grössere Teil seiner Vorlagen aber stammt von ihm. Sie klingen,
als hätte es sie immer schon gegeben, als wären sie seit je Bestandteil des "Great American
Songbooks", wie das Kompendium des musikalischen amerikanischen kollektiven Unbewussten
heisst. Ehrlich schreibt Melodien, die das Zeug zum Hit hätten, würde er sie nicht so
bescheiden auf seiner beim Label ENJA erschienenen Off-Off-Broadway Scheibe verstecken.
Song ist mit Ehrlichs neu formierter Gruppe mit seinem langjährigen Weggefährten MICHAEL
FORMANEK am Bass, des weiteren mit dem phantastischen Pianisten URI CAINE und dem
Schlagzeuger BILLY DRUMMOND aufgenommen worden. Hinter dem Titel Song verbirgt sich der
gemeinsame Bezug aller Stücke zum (gesungenen) Wort. Damit wird Song zu einem
konzeptionellen Ganzen, in dem der wahrhaftige Ausdruck des Liedes mit der komplexen
Ausdrucksvielfalt des improvisierten Jazz eine dynamische Verbindung eingeht. "Was
sonst vermag den Hörer auf die unendliche Reise assoziativer grenzenloser Erkundung zu
schicken? Ein grosses Vergnügen - hintergründiger, als es nach dem ersten Anhören
erscheint." (Jazzthetik 5 Sterne!) |
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| Freitag 01.03.2002 - 20:30 Uhr |
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| DAVE DOUGLAS & MISHA MENGELBERG |
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| DAVE DOUGLAS (Trumpet),
MISHA MENGELBERG (Piano), BRAD JONES (Bass),
HAN BENNINK (Drums) |
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| Was soll man zu dieser Traumformation eigentlich
schreiben... Jedem Fan improvisierter Musik sollte das Wasser im Munde zusammenlaufen,
wenn er nur einen dieser Namen hört. Und jetzt haben sie auch noch ein Quartett gebildet.
Zwei Holländer der älteren Generation: Die zentrale Figur der holländischen improvisierten
Musik, der Pianist und Komponist MISHA MENGELBERG und der Schlagzeugtausendsassa und
Allrounder HAN BENNINK, der übrigens im April seinen 60. Geburtstag feiert. Zwei
Amerikaner der jüngeren Generation: Der New Yorker Trompetenstar DAVE DOUGLAS, der dem
Singener Publikum durch verschiedene Auftritte auch kein unbekannter mehr ist und der in
den letzten Jahren einen Preis nach dem anderen eingeheimst hat. Bestimmt einer der
interessantesten und abwechslungsreichsten Musiker der heutigen Jazzszene weltweit. Der
Bassist BRAD JONES, der für alle drei anderen die Wunschbesetzung an diesem Instrument
ist. Er hat u.a. gespielt mit Marc Ribot, Ornette Coleman, Elvin Jones und Muhal Richard
Abrams. Ein Projekt, in dem vielfältige Verknüpfungen und Herausforderungen möglich
sind. Eine Begegnung der besonderen und besonders spannenden Art. "Dave Douglas bezähmte
dank seines vitalen, kraftstrotzenden Trompetentons sogar einen notorischen Unruhegeist
wie Han Bennink; das Quartett swingte herzhaft durch Traditionsruinen, die jederzeit
einzustürzen drohten. Ein absolut stimulierendes, energiegeladenes Aufeinderprallen von
älterer und jüngerer Musikergeneration." (Jazzpodium). Und die Zeitschrift Jazzthetik
schreibt in ihrer Novemberausgabe über das Jazzfestival Saalfelden 2002: "Es war schwer,
die vielen guten bis sehr guten Acts, die bereits gespielt hatten, zu toppen. Aber Dave
Douglas und Kollegen vermochten es trotzdem. Es ist schwer, diese Musik zu beschreiben,
so sehr lebte sie im Augenblick. Aspekte von Tradition und Moderne, von Abstraktion und
Sinnlichkeit wurden kurzerhand eins in einer über allen Dingen stehenden Sonnenmusik." |
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| Freitag 15.02.2002 - 20:30 Uhr |
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| PETER WATERS »Treya« |
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| PETER WATERS (Piano),
PAOLO FRESU (Trumpet), TONY OVERWATER (Bass),
GILBERT PAEFFGEN (Drums), JOHN KLEIN (Percussion) |
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| Einer der Höhepunkte des letztjährigen Schaffhauser
Jazzfestivals war bestimmt die *TREYA GROUP* des Pianisten PETER WATERS - ein echtes
Highlight. Der im Appenzellerland lebende Australier, der sich vor allem als Pianist von
klassischer und Neuer Musik einen Namen gemacht hat, bewegt sich spielend zwischen Liedern
des französischen Romantikers Gabriel Fauré und dem gemässigten Jazz, zwischen dem späten
Bill Evans und dem frühen Herbie Hancock, wobei der Bassist TONY OVERWATER und der
Schlagzeuger GILBERT PAEFFGEN die glatte Oberfläche immer wieder aufrauen. Aber es ist vor
allem der fantastische italienische Trompeter und Flügelhornist PAOLO FRESU, dessen
glühende Hardbop-Linien und beseelten Balladentöne der Musik erdige Bodenhaftung
geben. Viele Stücke stammen von Gabriel Fauré (1845-1924), der musikalische "Vater" von
Ravel und Debussy. Er schrieb Lieder, die sich durch ihre offene Struktur und den
charakteristischen Klang impressionistischer Harmonien geradezu anbieten, mit Jazz
verbunden zu werden. Dies veranlasste die Treya-Group Faurés Lieder in einer klassischen
Jazz-Piano Besetzung umzusetzen bzw. weiterzuentwickeln, was ihnen grandios gelungen ist.
Die Melodien bestechen durchweg durch ihre Klarheit und Schlichtheit, gepaart mit zärtlich
perlenden Pianoklängen, geheimnisvollen Klangwelten, frechen rhythmischen Figuren, absolut
freien Passagen und stets überraschenden Momenten. Die Musik bleibt durchweg durchsichtig
und luftig, dabei ist sie so voll Wärme, Lebendigkeit und unbändiger Spielfreude, dass man
sie einfach geniessen muss. |
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| Donnerstag 24.01.2002 - 20:30 Uhr |
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| JIM BLACK's »Pachora« |
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| JIM BLACK (Drums),
CHRIS SPEED (Clarinet/TenorSax), BRAD SHEPIK (Portuguese Guitar/Saz),
SKULI SVERISSON (E-Bass) |
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| Die Gruppe PACHORA ist eine der aufregendsten Bands der
New Yorker 'Donwtown'-Szene. Ihre Mischung von Musik-Traditionen des Balkans, Bulgariens,
der Türkei und verschiedenen Nordafrikanischen Stilen mit der Ästhetik der
Avantgarde-Jazz-Improvisation ist äusserst beeindruckend und zwingend. Dabei haben sie
einen fast schon telepathischen Level von Kommunikation und Interaktion erreicht, der nur
durch regelmässiges Miteinanderspielen zustande kommt. Die Band hat ihre Wurzeln in
Seattle, woher drei der Musiker stammen, der Bassist SKULI SVERRISSON ist gebürtiger
Isländer. Alle haben in den Bands von Tim Berne, Human Feel, Dave Douglas, Myra Melford,
Paul Motian, Ellery Eskelin usw. gespielt und waren auch schon beim Jazz Club Singen zu
Gast: Der phantastische junge Schlagzeuger JIM BLACK, der Gitarrist BRAD SHEPIK und der
Saxophonist und Klarinettist CHRIS SPEED. Pachora ist ein Teil des aktuellen New Yorker
Trends, der traditionelle Musikformen und Jazzimprovisation verbindet. Die erste Welle
dieser Suche nach neuen Formen fand in den siebziger Jahren statt mit Künstlern wie Leo
Smith, Don Cherry und anderen, die für die sog. Stilrichtung 'Weltmusik' stehen. In den
neunziger Jahren wurde eine zweite, weitaus intensivere Welle dieser Entdeckungsfahrt in
Gang gesetzt, vor allem nun auch unter Einbezug jüdischer Klezmer und osteuropäischer
Musik- und Improvisationsstile. Die Musiker der Band Pachora haben sich intensiv mit den
Traditionen all dieser Musikstile befasst, bevor sie sie in Verbindung mit der Jazzästethik
gebracht haben. Sie kreieren aus einem mediterranen Fundament eine Art Balkan-Jazz. Ziel
dabei ist nicht, Jazz mit ein wenig ethnischen Einflüssen zu präsentieren, sondern sie
bringen die Ästhetik der Jazzimprovisation in diese musikalischen Traditionen (und
natürlich umgekehrt). Hierbei geht es nicht mehr um die Frage, ist dies noch Jazz oder
nicht, sondern einfach um eine musikalische Entdeckungsreise in neue Bereiche. "LOVE IT
- OR LEAVE IT"... "Fremd, anmutig und voller prächtiger Details, die sich manchmal
wunderbar kitschig geben. Keine sich in anspruch verlierende Weltmusik, sondern
musikalischer Eklektizismus auf höchstem Niveau." (Jazzpodium) |
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| Freitag 04.01.2002 - 20:30 Uhr |
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| SIMON NABATOV & NILS WOGRAM |
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| SIMON NABATOV (Piano),
NILS WOGRAM (Posaune) |
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| Zwei alte Bekannte des Jazz Club Singen eröffnen die
Saison 2002. Der in Köln lebende Posaunist NILS WOGRAM und der aus Russland stammende
Pianist SIMON NABATOV, "dem zur Zeit wohl interessantesten Pianisten überhaupt" (Aachener
Nachrichten). Diesmal kommen sie im Duo und werden ein rein akustisches Konzert
spielen. In diesem Duo werden die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe miteinander
fein verzahnt. Auf der gemeinsamen Basis der klassischen Ausbildung, die das Repetitiv
längst hinter sich gelassen und sich der freien Entfaltung von Musik zugewandt hat. Sie
verbinden kompositorische Elemente mit assoziierten, improvisierten Bildern, gegen den
Strich gebürstete melodische Linien mit dem berühmten 'sence of humor'. Freie und doch
transparente Zwiegespräche finden statt. Dem 26-jährigen Posaunisten scheint keine
stilistische Ausgefeiltheit fremd zu sein, besitzt er doch eine aussergewöhnliche
Sensibilität für formale Strukturen, greift er auf ein bewundernswertes Reservoir an
Klangnuancen zurück und schafft es, neue Aspekte der improvisierten Musik diesseits und
jenseits der neutönerischen Klangwelt vorzuführen. Und Nabatov allein ist schon eine
Sensation, als Pianist mit seinem musikalsichen Background natürlich ein 'Zweihänder',
der rauschende Romantizismen ebenso beherrscht wie rasende Parallelläufe. Und er ist
einer, der sich mit Intelligenz absichtlich ins Stolpern bringt, kurz bevor der Motor
der Beredsamkeit zu kochen droht. Bei aller virtuosen Präsenz ein grossartiger Partner
für seinen Mitspieler Nils Wogram ... EIN TRAUMPAAR!!! |
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Text: R. Kolmstetter
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