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Jazz Club Singen

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Freitag 05.12.2003 - 20:30 Uhr
 
SUSIE IBARRA Trio
 
SUSIE IBARRA (Percussion), JENNIFER CHOI (Geige), CRAIG TABORN (Piano, Keyb)
 
Die philippinisch-amerikanische New Yorker Percussionistin und Komponistin SUSIE IBARRA ist in den letzten Jahren unbestritten eine Exponentin einer aktuellen Musikszene, die gleichermassen der improvisierten Jazzmusik wie der neuen Musik zuzuschreiben ist und der Jazz Club Singen freut sich, diese aussergewöhnliche Schlagwerkerin und Musikerin zum ersten Mal in Singen präsentieren zu können. Auf ihrer aktuellen CD *Songbird Suite* auf dem Tzadik-Label des Musikers John Zorn, mit dem sie musikalisch sehr verbunden ist, wird sie begleitet von dem einfühlsamen Pianisten CRAIG TABORN, der bereits zum dritten Mal nach Singen kommt, und der chinesischen, ebenfalls in New York lebenden Geigerin JENNIFER CHOI. Eine wahrhaft aussergewöhnliche Besetzung, die ein spannendes Konzert erwarten lässt. Das Jazzpodium schreibt über ihre CD und ihre Musik: "Sie bewegt sich hier auf fröhlichem, wenn auch sehr poetischem Terrain. *Azul* führt in lateinamerikanische Gefilde, angetrieben von Taborns kräftigem Piano. Elegisch wird es dann mit dem Titelstück mit ausgedehnten unter die Haut gehenden Violinpassagen. Ibarras Hang zum musikalischen 'Übersinnlichen' wird deutlich durch dreimal Trance. *Trance No.1* bis *Trance No.3*. Titel auf denen sie ihre aussergwöhnlichen Fähigkeiten zeigt. Auffallend ist der intensive Gebrauch der grossen Bass-Trommeln und Becken, die dem ganzen einen beschwörenden Hintergrund verleihen. Blumen gibt es noch für John Zorn mit dem ihm gewidmeten Titel *Flower after Flower* bevor das Trio auf seine spannungsreiche Weise den vorbeiziehenden Wolken nachsieht (*Passing clouds*), was vor allem einem sehr einfühlsamen Pianisten Craig Taborn zuzuschreiben ist. Eine passende Situation für das Ende dieser Reise durch viele Gegenden, Bilder und Geschichten der aktuellen Improvisation." Begeben auch Sie sich, lieber Besucher, auf eine Entdeckungsreise zum Ausklang des Jazzjahres 2003 beim Jazz Club Singen.
 
 
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Freitag 28.11.2003 - 20:30 Uhr Gems-Studio
 
PETER KLEINDIENST
 
PETER KLEINDIENST (Gitarre, Banjo)
 
Premiere beim Jazz Club Singen. Zum ersten Mal gibt es am Freitag, 28. November ein Konzert im kleinen aber feinen GEMS-Studio, das ca. 50 Besuchern Platz in intimer und rein akustischer Atmosphäre bietet. Erster Gast ist der Freiburger Gitarrist PETER KLEINDIENST, der vor Jahren bereits mit seiner Gruppe *Zeitwärts* in Singen gastierte. Diesmal kommt er allein. In seinem Soloprogramm erweitert er das Klangspektrum der klassischen Gitarre durch Präparationen und mikrotonale Stimmungen, die in freien Improvisationen zum Ausdruck kommen. Einige Fragmente dieser Klangbilder sind inspiriert von der zeitgenössischen Malerei, andere haben ihre Wurzeln in Jazz, Blues und Latin. Hier werden vor allem die rhythmischen Aspekte der Gitarre hervorgehoben. Ergänzt wird das Programm durch Arrangements bekannter Jazzstandards von Thelonious Monk und John Coltrane.
Am nächsten Tag, Samstag 29. November gibt Peter Kleindienst wieder einen Workshop für alle Instrumente im Hegau-Gymnasium unter dem Titel *Vom Umgang mit der Zeit*. Der Workshop ist geeignet für Anfänger und Fortgeschrittene aller Altersgruppen - Teilnehmerzahl ist begrenzt. Interessierte können sich informieren und anmelden bei Jürgen Kiethe 07731/948988 oder Jürgen Bruder 07738/7252. Peter Kleindienst schreibt: "Ein wesentlicher Aspekt von Zeit ist im Jazz die musikalische Form. Diese Form kann man als einen verinnerlichten Zeitraum beschreiben, der von einem Jazzmusiker auf vielseitigste Weise durchschritten wird. Es geht also in erster Linie darum, wann man spielt und daraus ergibt sich dann, was man spielt. Es gilt dabei, eine flexible Spielhaltung zu entwickeln, die jeder Zeit nach allen Seiten offen ist."
 
 
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Donnerstag 20.11.2003 - 20:30 Uhr
 
RAMÓN VALLE Trio
 
RAMÓN VALLE (Piano), OMAR RODRIGUEZ (Bass), JULIO BARRETO (Drums)
 
RAMÓN VALLE, 1964 in Kuba geboren, gilt als eines der grössten kubanischen Klavier-Talente. Der ebenfalls klassisch ausgebildete Pianist begann mit sieben Jahren sein Klavierstudium an der Escuola Provincial de Arte. Seit 1998 lebt er in Amsterdam und hat sich auf zahlreichen Jazzfestivals weltweit einen Namen gemacht. Für ihn gibt es offensichtlich keine Grenzen: Klassik, Flamenco, Jazz und kubanische Musik gehen eine einzigartige Melange ein, die in dieser humorvollen Leichtigkeit und mit so unglaublichem Groove vielleicht noch nie zu hören war. Er verfügt über eine atemberaubende ausgefeilte Technik. Sein hochdifferenzierter Anschlag ist ungeheuer rhythmisch, aber voller Subtilität. Mal hämmert er die Rhythmen in die Tasten, mal gleitet er mühelos durch die Melodie, und immer überrascht er mit neuen Ideen. Seine Musik einer gängigen Richtung zuzuordnen fällt schwer. Er selber lehnt die Bezeichnung *Latin Jazz* für seine Musik als zu einengend ab, auch wenn vor allem die improvisierten Elemente seiner Stücke nicht selten von karibischen Wurzeln geprägt sind. Getragen von der virtuosen, swingenden Spielweise, weckt dieser Jazz aus Kuba grosse Begeisterung, die durch den optischen Genuss und die total körperhafte Verbindung mit dem Piano zusätzlich verstärkt wird. Er versteht es ähnlich gut wie McCoy Tyner, durch seine enorme Präsenz am Flügel alle musikalischen Abläufe unter Hochspannung zu halten, auch wenn es sich dabei nur um eine freundliche Ballade handeln sollte. Er ist einfach pure Energie und wird dabei von seinen beiden Mitmusikern, OMAR RODRIGUEZ am Bass und JULIO BARRETO am Schlagzeug, in kongenialer Weise unterstützt. Kein Wunder also, dass der Pianist Chucho Valdez (sein grosses Vorbild) von ihm als "bestem und aufregendstem Pianisten Kubas" schwärmt. Hinkommen, hinsetzen, zurücklehnen, geniessen und mitschwärmen - weitere Kommentare braucht diese Musik eigentlich nicht.
 
 
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Samstag 01.11.2003 - 20:30 Uhr
 
ABDULLAH IBRAHIM Trio
 
ABDULLAH IBRAHIM (Piano), BELDON BULLOCK (Bass), GEORGE GRAY (Drums)
 
Geprägt von der Musik des südlichen Afrika, in Kapstadt aufgewachsen, von Duke Ellington entdeckt und gefördert, bereits in den 60er Jahren in Europa und in den USA mit eigenen Formationen (seinerzeit noch unter dem Namen Dollar Brand) gefeiert, profilierte sich ABDULLAH IBRAHIM zu einem Pianisten, Bandleader Komponisten und Improvisateur von aussergewöhnlichem Format. Wie keinem zweiten gelang es ihm, aus der multikulturellen Vielfalt Südafrikas eine eigene, unverwechselbare Musik zu entwickeln. Er hat sich zu einem Klassiker entwickelt, der aus der Sparsamkeit und der Reduktion, der schlichten Melodie und der erhebenden Hymnik eine betörende Kunst macht, deren beseelte Zeitlosigkeit immer wieder fesselt. Seinemelodischen und rhythmischen Repetitionen, seine magisch beschwörenden Ostinati sind zu einem Markenzeichen geworden, auf dessen Wirkung der Musiker vertrauen darf. Auf seiner neusten CD AFRICAN MAGIC (ENJA) mit seinem aktuellen Trio, BELDON BULLOCK am Bass und GEORGE GRAY am Schlagzeug, reiht er in 24 kostbaren Miniaturen südafrikanische Folklore, Bolero und Samba, Klassiker wie *Solitude* und *In a Sentimental Mood* sowie Kompositionen, die er seinen Vorbildern Duke Ellington und John Coltrane widmet, naht und bruchlos aneinander. Ruhig und würdevoll sowie charismatisch, wie der Pianist selbst, ist auch seine Musik. Mal tastet er sich behutsam durch die Romantik, mal swingt er vehement im Hauptstrom des Jazz, mal versenkt er sich in die polyrhythmische und melodisch schlichte Musik seiner südafrikanischen Heimat. Eine Sternstunde afrikanischer Klangmagie - African Magic.
 
Für dieses aussergewöhnliche Konzert sollte man unbedingt den Vorverkauf beim Kulturamt Singen nutzen
 
 
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Donnerstag 23.10.2003 - 20:00 Uhr
 
GILAD ATZMON
 
GILAD ATZMON (Saxes/Clarinet/Flute), FRANK HARRISON (Piano), YARON STAVI (Bass), ASAF SIRKIS (Drums), ROMANO VIAZZANI (Accordion), MARCEL MAMALIGA (Violin)
 
Der Saxophonist/Klarinettist GILAD ATZMON, jüdischer Israeli aus Jerusalem, hat die täglichen Leiden der Palästinenser aus nächster Nähe erlebt und 20 Jahre lang versucht, für sich selbst mit den Widersprüchen seines Landes klarzukommen. Als er alle Illusionen verloren hatte, verliess er Israel, um in England Philosopie zu studieren. Dort aber traf er auf ASAF SIRKIS, einen palästinensischen Schlagzeuger aus seiner Heimat, und gewann neues Interesse an der Musik des Nahen Ostens, Nordafrikas und Osteuropas, die ihn jahrelang begleitet hatte. Mit dem englischen Pianisten FRANK HARRISON und dem israelischen Bassisten YARON STAVI gründete er daraufhin in London das ORIENT HOUSE ENSEMBLE (nominiert für die Kategorie Best Band BBC Jazz Award 2003) und begann seine kulturellen Wurzeln im Licht der Realität neu zu definieren. Er versteht sich heute als politischer Künstler. Seine Konzertauftritte, angeregt durch Cannonball Adderleys kraftvoller Performance, sind stets eine atemberaubende und überwältigende Erfahrung. Darüberhinaus hat er inzwischen eine weitere Karriere begonnen: als Romanautor. Aus seinem Roman *Anleitung für Zweifelnde* erschienen bei DTV, wird heute Abend vorgetragen. In Singen wird seine Gruppe um den Akkordeonisten ROMANO VIAZZANI und den Geiger MARCEL MAMALIGA zum Sextett erweitert. Seine Musik entwickelt sich immer mehr zum kulturellen Mix. Das neue für den BBC Jazz Award nominierte Album *EXILE* (Enja) präsentiert dies auf eindrückliche Weise. Wie können ausgerechnet die Juden, die selbst so viel gelitten haben, ihrem Nächsten soviel Leid zufügen? Mit dieser Frage im Kopf greift Gilad israelische Melodien auf und dreht sie absichtsvoll um. Eine jüdisch-arabische Grenzüberschreitung mit politischem Hintersinn.
 
DAS KONZERT BEGINNT UM 20.00 UHR!! ANSCHLIESSEND FINDET EINE LESUNG STATT
 
 
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Samstag 11.10.2003 - 20:30 Uhr
 
CHRIS POTTER
 
CHRIS POTTER (Tenor/Sopr.Sax), KEVIN HAYS (Piano/Fender Rhodes), SCOTT COLLEY (Bass), BILL STEWART (Drums)
 
Nein, der amerikanische Saxophonist CHRIS POTTER hat nichts mit Harry Potter zu tun. Obwohl - zaubern kann der Multisaxophonist schon auch. Der 31-jährige Musiker aus Chicago kann jetzt schon auf ein bewegtes musikalisches Leben zurückblicken. Er spielte mit Dave Holland, Dave Douglas, Danilo Perez aber auch der Rockband Steely Dan. Beinahe plötzlich ist er in der vordersten Reihe der Jazzsaxophonisten aufgetaucht und spätestens seit Beginn dieses Jahrzehnts spricht man von Chris Potter als einem Musiker erster Wahl. In Kopenhagen wurde ihm im Jahr 2001 als jüngstem Musiker der begehrte Jazzpar-Preis, sozusagen der Jazz-Nobelpreis, verliehen. In den letzten Jahren hat er bereits elf Platten unter eigenem Namen veröffentlicht. TRAVELLING MERCIES heisst seine letzte CD auf dem Majorlabel Verve. Wer heute als Saxophonist erfolgreich sein will, muss die gesamte Geschichte seines Instruments kennen und verinnerlicht haben. Chris Potter weiss um die Tradition und hat aus allden Einflüssen etwas Eigenes entwickelt. Das macht seine Stärke aus und unterscheidet ihn von den Epigonen. Was wie ein Senkrechtstarter anmutet, erweist sich bei näherer Betrachtung als Resultat einer kontinuierlichen und zielstrebigen Entwicklung. Bei aller Vielseitigkeit, was die musikalischen Kontexte und Stilistiken anbelangt, fand er einen Konzentrationspunkt in der Arbeit mit der eigenen Band. Seit fünf Jahren spielt er in einer Quartettbesetzung - einer wahren DREAMBAND - mit dem Pianisten KEVIN HAYS, de Bassisten SCOTT COLLEY und dem Schlagzeuger, mit dem jeder spielen will, BILL STEWART. Die Zürcher Zeitung schrieb über ein Konzert in der Widder Bar: "Die Performance der Chris Potter Group wurde zum Meilenstein im bisherigen Konzertprogramm". Und das wird auch beim Jazz Club der Fall sein!
 
 
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Freitag 26.09.2003 - 20:30 Uhr
 
TRIO IVOIRE
 
HANS LÜDEMANN (Piano), ALY KEITA (Balaphon), STEVE ARGÜELLES (Drums)
 
Eine besonders interessante musikalische Begegnung - mit weitreichenden Folgen - fand im Jahr 1999 statt, als der Kölner Pianist HANS LÜDEMANN im Auftrag des Goethe Instituts durch West-Afrika tourte und bei seinem Besuch in Abidjan einen der ganz grossen Virtuosen auf dem Balfon ALY KEITA kennenlernte. Die schwarz-weissen Tasten des Klaviers und die hölzernen Klangplatten des Balafons fanden von Beginn an zueinander, so dass ihr erstes gemeinsames Konzert ein rauschender Erfolg wurde. Einige Monate später gründeten die beiden dann in Deutschland das *TRIO IVOIRE*. Anlass war eine Aufnahmesession für eine CD auf dem deutschen Label ENJA. Als dritten im Bunde wählten sie den in Paris lebenden anglo-katalanischen Schlagzeuger und Percussionisten STEVE ARGÜELLES. So haben sich drei virtuose Musiker zusammengefunden, die aus ihren ganz unterschiedlichen Rhythmus- und Klanvorstellungen eine bizarre europäisch-afrikanische Dreier-formation geschaffen haben. Dort, wo die Idee für dieses Musikprojekt geboren wurde, hatte das Trio Ivoire auch seinen ersten grossen Erfolg: Im Juni 2000 spielte es in Abidjan aus Anlass des 30jährigen Bestehens des Goethe-Instituts und wurde stürmisch gefeiert. "Das Trio findet eine kammermusikalische Intimität, die in der integrativen Verschränkung von afrikanischen, jazzigen und klassischen Elementen eine noch nicht vernommene Qualität erreicht. Sie zeigen, dass auch im 21. Jahrhundert noch Entdeckungen möglich sind. Hier hat die Globalisierung ihren ganzen Sinn bekommen." (Jazzpodium)
REIN AKUSTISCH
 
 
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Freitag 12.09.2003 - 20:30 Uhr
 
AKI TAKASE & »The Good Boys«
 
AKI TAKASE (Piano), RUDI MAHALL (BassClarinet), WALTER GAUCHEL (Tenor/sopr.Sax/Flute), JOHANNES FINK (Bass), HEINRICH KÖBERLING (Drums)
 
Vor vierzehn Jahren eröffnete die japanische Pianistin AKI TAKASE mit der Sängerin Maria Joao die Konzerttätigkeit des Jazz Club Singen, war zwischenzeitlich im Duo mit David Murray zu Gast und kommt nun zum 266! Abendkonzert mit einer ihrer aktuellen Gruppen, der Band *AKI & THE GOOD BOYS*. Aki Takase, die seit langem in Berlin wohnt und mittlerweile zu einer der 'Grand Dames' des Modern Jazz Pianos gezählt werden muss, hat mit dieser Band endlich die Musiker zusammen, mit denen sie ihre Vorstellung eines Neuen, swingenden Jazz realisieren kann. Sie spielen vorwiegend Kompositionen von Aki und ihrem langjährigen musikalischen Partner dem Bassklarinettisten RUDI MAHALL, der im Januar mit dem *Roten Bereich* bei uns zu Gast war. Ihre Musik ist "Neu und aufregend - um nicht zu sagen explosiv. Aki und ihre niveauvoll wie nett aufspielenden *Good Boys* schaffen das Unmögliche: Jedes Stück ein Schnelldurchlauf durch die Jazzgeschichte mit Daumenkino-Charme. Dazu kommen noch barockes Formspiel, impressionistische Harmonie-Fantasie, die hohe Hexenkunst paradoxer Verschmelzungen, grosses dadaistisches Performancetalent, wie Rudi Mahall es seit Jahren kultiviert. Und so kann es nur Hörerglück bringen, das gute (sprich: wertvolle) Kleeblatt, das die scharf kalkulierende Arrangeurin und ebenso scharf akzentuierende Pianistin mit hohem Entertainmentfaktor präsentiert. Und natürlich trommelt HEINRICH KÖBERLING ziemlich gute, weiche Übergänge (etwa vom Swing in den Ragtime über Funkanklänge in den Bebop). Oder zupft auch Basser JOHANNES FINK so gut wie groovig. Oder bläst WALTER GAUCHEL die Querflöte ebenso gut wie seine Saxofon-Familie. Dieses Tauchbad im goldenen Melodie-Becken eignet sich bestimmt zur Dauerkur."
 
 
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Mittwoch 27.08.2003 - 20:30 Uhr
 
MAGIC MALIK ORCHESTRA
 
MALIK MEZZADRI (Flute/Voice), DENIS GUIVARCH (Alto Sax), OR SOLOMON (Keyboards), SARAH MURCIA (Bass), MAXIME ZAMPIERI (Drums)
 
Dem Jazz Club Singen ist es wie jedes Jahr gelungen, einen der Top Acts der Augustfestivals nach Singen zu buchen - diesmal vom Festival *Le Gipfel* in Freiburg. Der in der Karibik aufgewachsene MALIK MEZZADRI alias MAGIC MALIK, Sohn einer italienisch-stämmigen Französin und eines Afrikaners aus Guinea und nun in Paris wohnhaft, hat kein Problem diverse Stilistiken schlüssig unter seine Flöte zu bekommen und ganz eigene Kreationen daraus zu gestalten. Ein einzigartiger Stilmix - 70s-Fusion, an Drum & Bass erinnernde Rhythmussprache, karibische, afrikanische oder arabische Elemente und natürlich und vor allem Jazz finden sich in seinen Kompositionen. Über der Musik des Orchestras tänzelt er leichtfüssig mit seiner Querflöte und setzt in langen Melodiebögen zu seinen Improvisationen an. Alles bleibt immer fein melodisch, warm und emotional. Ob bei einem Ausflug in fröhliche Latinmusik oder komplexen Klangwelten, die Mezzadri & Co. in den Westen überführen. Moderner Welt-Jazz beim Jazz Club Singen, der bestimmt auch tanzbar ist. Sein neustes Doppelalbum auf dem französichen *Label Bleu* ist ein Beweis für die ungeheure Kreativität des Pariser Flötisten. "Mit diesen 110 spannenden Minuten Musik ist das MAGIC MALIK ORCHESTRA nach dem schon fantastischen Debutalbum endgültig eine der interessantesten Stimmen nicht nur des Schmelztigels Paris geworden." (Jazzthetik 5 Sterne!!)
 
MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG REGIERUNGSPRÄSIDIUM FREIBURG
 
 
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Samstag 28.06.2003 - 20:30 Uhr
 
BIRÉLI LAGRÈNE »Gypsy Project«
 
BIRÉLI LAGRÈNE (Gitarre), THOMAS DUTRONC (Gitarre), HONO WINTERSTEIN (Gitarre), MARTIN WEISS (Geige), DIEGO IMBERT (Bass)
 
Im zarten Alter von 14 Jahren veröffentlichte BIRÉLI LAGRÈNE seine erste Platte *Routes to Django* und wurde als Wunderkind der Gitarre gefeiert. Mittlerweile hat er den Sprung vom Wunderkind zum reifen Musiker geschafft - was lange nicht jedem Hochbegabten gelingt. Erste Begegnungen mit dem Zigeunerjazz und der Musik der Jazzlegende Django Reinhardt hatte der Sohn eines Gitarristen bereits als Vierjähriger. Nach seinem kometenhaften Aufstieg ergaben sich Zusammenarbeiten mit Benny Goodman und der Geigenlegende Stephane Grapelli. Doch bloss als 'Neuer Django' mochte der Elsässer nicht betitelt werden. Auf der Suche nach seinem Stil entdeckte er auch die Welt des Jazzrock. Mit seinem *GYPSY PROJECT* kehrt Lagrène zu seinen Wurzeln zurück. Mit dieser Band hat er zwei hochgelobte CDs auf dem franz. Dreyfuss-Label eingespielt, auf denen er in die Gypsy Vollen greift - ein Ohrenschmaus, bei dem die Nostalgie wie aus einem Pfefferstreuer herausrieselt. Es wird mit 1001 Griffkombinationen über die Instrumente gefetzt und geschwelgt, dass einem wohlig ums Herz wird. Er erweist dem grossen Manouche seine Referenz - und darüber hinaus der Musik der Manouches, Sinti und Gitans als solcher. Wenn sich Lagrène und der Geiger MARTIN WEISS die Bälle zuwerfen oder sich ihre Linien verzahnen und umgarnen, dann sprühen die Funken bei diesem Projekt, das auch ansonsten bestens besetzt ist. (Jazzthetik 5 Sterne)
 
MIGROS KULTURPROZENT
 
 
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Sonntag 22.06.2003 - Matinée 11:00 Uhr
 
BIG BANDS Hegau-Gymnasium & Uni Konstanz
 
Seit elf Jahren jazzen und rocken im Durchschnitt 23 bis 25 SchülerInnen in dieser Big Band Formation des Hegau Gymnasiums unter Leitung des Musiklehrers, Posaunisten und Sängers Jürgen Bruder. Sein Ziel ist es, möglichst vielen Schülern die Gelegenheit zu bieten, den farbenreichen Sound und die ausgewogene Mischung aus Improvisation und Komposition kennenzulernen. Neben der traditionell instrumentalen Zusammensetzung wird die Big Band auch immer wieder mit unspezifischen Instrumenten und einer Gruppe von Vokalsolisten ergänzt. Ihr grosses Können hat die Big Band bereits auf vielen Veranstaltungen unter Beweis gestellt. Im zweiten Teil der Matinée wird dann die Big Band der Uni Konstanz unter Leitung von Jan Rasmus Böhnke auf der Bühne stehen. Diese Band ist vor drei Jahren aus einer Mangelsituation heraus entstanden: Fähige Musiker waren zu Inaktivität verurteilt, voll von angestauter Energie und nach Entfaltung dürstend. Man darf gespannt sein. Nebenbei bemerkt: Mit ihrem Eintrittsgeld unterstützen Sie, liebes Publikum, die zukünftige Arbeit dieser beiden Bands, denn ein Grossteil der Einnahmen fliesst direkt an die Big Bands weiter.
 
 
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Mittwoch 21.05.2003 - 20:30 Uhr
 
DAVID MURRAY
 
DAVID MURRAY (TenorSax/BassClarinet), LAFAYETTE GILCHRIST (Piano), JARIBU SHAHID (Bass), HAMID DRAKE (Drums)
 
Nach vielen Jahren kommt der grosse Tenorsaxophonist/Bassklarinettist DAVID MURRAY mal wieder zum Jazzclub und präsentiert diesmal sein aktuelles *POWER QUARTET*, mit dem er die Post-Bop Tradition aufs Feinste auslotet. Am Piano spielt der junge LAFAYETTE CHRIST, am Bass Murrays langjähriger Weggefährte der grosse JARIBU SHAHID und am Schlagzeug ein Musiker, auf den der Jazz Club schon lange wartet, der phantastische HAMID DRAKE. Mit dieser Band hat Murray auf dem Label Justin Time die CD *LIKE A KISS THAT NEVER ENDS* aufgenommen über die das Jazzpodium schreibt: "Das raffinierteste Kalkül ist die Einfachheit. Murray spielt ganz einfach sieben Titel ein und das Ergebnis ist eine perfekte Jazz-CD. Was immer dabei an schönen Hybriden entstanden ist, die Wurzeln sind purer Jazz: rau, swingend, schmutzig und schräg. Nur werden die Wurzeln jetzt mit aller musikalischer Erfahrung genährt, was nach über 200 Einspielungen Murrays in den verschiedensten Stilbereichen nicht verwunderlich ist. Sein Tenorsaxophon hat die ganze Autorität, das Volumen und die Präsenz, die nur grosse Tenoristen haben. Wenn er 'klassisch' spielt hat das nichts mit 'Retro' zu tun oder mit Klassizismus, sondern es entspricht dem musikalischen Material. Und wenn er an die unteren und oberen tonalen Grenzen seines Instruments geht, dann zitiert er eben nicht die Aufbruchs- und Experimentalstimmung des 'New Thing', sondern bewegt sich souverän in diesem seit damals gesteckten weiten Rahmen. Und immer domieren die Jazz-Wurzeln Phrasierung, Stimmung und Gestus. Wie gesagt: Eine perfekte Jazz-CD." Und es wird ein perfekter Abend mit Great Black Music in Singen.
 
 
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Freitag 09.05.2003 - 20:30 Uhr
 
»TUBA TUBA«
 
MICHEL GODARD (Tuba), DAVE BARGERON (Tuba), JOE BARBATO (Accordion), KENWOOD DENNARD (Drums)
 
Eigentlich seltsam, dass bisher niemand darauf gekommen ist. Dabei ist die Idee überaus reizvoll. Seit die Tuba ihre heimliche Renaissance im Jazz zeitigt hat es kaum Versuche gegeben, die Melodie- und Rhythmuskompetenzen des grossen Blechhorns im Duo zu kombinieren. Also musste der Zufall heran. Die beiden Tubavirtuosen DAVE BARGERON und MICHEL GODARD trafen sich bei den Aufnahmen zu Rabih Abou-Khalils letzter CD, und spontan wurde die Idee einer Zusammenarbeit geboren. Erzmusikantisch wie beide sind, war jedoch von vornherein klar, dass es weniger um experimentelle Klangforschung gehen sollte, als um die selbstverständliche Nutzung des enormen Klang- und Ausdrucksspektrums des Instrumentes. Die zunächst absonderlich erscheinende Kombination zweier Tubas mit dem Akkordeon von JOE BARBATO und dem Schlagzeug von KENWOOD DENNARD überzeugt beim Hören ihrer CD mit einer verblüffenden Leichtigkeit. In den überwiegend von Dave Bargeron stammenden, melodietrunkenen Stücken werfen sich die Tubas die Bälle zu: Die Melodieführung der einen, in ihrer behänden Geschwindigkeit an Posaunenspiel erinnernd, unterlegt die andere mit der Basslinie. Das geht auch wunderbar unbegleitet wie in *Bass Bees*, aber meistens jagen sich die Tubas mid- und uptempo mit ihren warmen, runden Klangfarben z.B. auch durch Coltranes *Giant Steps* und Miles Davis *Donna Lee*. Das musikalische Spektrum reicht von funkigen Brassgrooves bis zur freien Improvisation, von schönen Melodien mit mediterranem Einschlag bis eben zu aussergewöhnlichen Versionen von Bebop Standards. "Dass die Tuba tanzen kann, wissen wir schon länger. Jetzt mit *Tuba Tuba* hat sie ihre Schrulligkeit und Exotik abgelegt, ist sie endgültig etabliert und tritt dabei äusserst symphatisch und selbstverständlich auf: *To Be Tuba*, ganz einfach." !!Fünf Sterne!! Jazzthetik.
 
 
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Freitag 25.04.2003 - 20:30 Uhr
 
PAOLO FRESU »P.A.F. Trio«
 
PAOLO FRESU (Trumpet/Flugelhorn), ANTONELLO SALIS (Piano/Accordion), FURIO DI CASTRI (Bass)
 
Der mit nationalen und internationalen Preisen geradezu überhäufte Trompeter und Flügelhornist PAOLO FRESU ist in kometenhaftem Tempo zum Star am europäischen Jazzhimmel avanciert. Mit seinen sehr verschiedenen Projekten ist er derzeit so aktiv und so präsent wie kaum ein anderer Musiker Italiens. Dabei wird seine Karriere durch einen 'Dämpfer' bestimmt, der im Trichter seiner Trompete steckt. Der Gestus von Fresus an Miles Davis und Chet Baker orientiertem Spiel erzeugt diesen melancholischen Ton, der aus der Entfernung zu einem zu dringen scheint. Sein Trio nennt sich schlicht *PAF*. Vor mehr als 10 Jahren entwickelte Fresu gemeinsam mit dem Bassisten FURIO DI CASTRI ein hervorragendes Duo. Der Multi-Instrumentalist und eigenwillige sardische Akkordeonvirtuose ANTONELLO SALIS stiess 1995 hinzu und blieb. Mit ihren akustischen Instrumenten loten sie ebenso konsequent wie kreativ die klanglichen Möglichkeiten elektronischer Effekte aus. Ihr eigenes Repertoire aus Eigenkompositionen, Standards und Improvisationen erhält dabei stets neue 'Farben'. Auch PAF hat mediterranes Flair. Zwischen freien Improvisationspassagen und dem Verweilen und Umspielen von Standards und Evergreens Italiens balancieren die drei Musiker mit seiltänzerischer Leichtigkeit und in unglaublich harmonischem Zusammenspiel. Das rhythmische Herz des Trios schlägt der Bassist Furio di Castri. Salis Akkordeon führt von vulkanartigen Ausbrüchen bis zur versunkensten Hingabe und klingt in den höchsten Lagen wie ein in Musik verwandeltes gleissendes Licht. Fresus kraftvoll transparenter Ton geleitet ihn souverän durch hardbopping schnelle Passagen und lässt ihn zugleich in balladenhaften Momenten zum lyrischen Feingeist werden. PAF hat Beat und Bilder.
 
 
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Donnerstag 27.03.2003 - 20:30 Uhr
 
SUSI HYLDGAARD
 
SUSI HYLDGAARD (Vocals/Piano/Accordion), GUNNAR HALLE (Trumpet), JOHANNES LUNDBERG (Bass), LISBETH DIERS (Percussion)
 
"Es gibt viele grosse Sängerinnen im zeitgenössischen Jazz, aber nur wenige vermögen die Jazz-Tradition mit so viel unbefangener Leichtigkeit im Zeitgeist aufzufangen wie die Dänin SUSI HYLDGAARD." (Jazz Thing). Manche sehen in ihr eine neue Ricky Lee Jones, andere vergelichen ihre Songs mit denen von Joni Mitchell. Auch der Name Björk fällt immer wieder, um die Musik der dänischen Sängerin zu beschreiben. Auf *Home Sweet Home*, ihrer neusten CD auf Enja, brilliert sie mit starkem Songwriting und Stücken, die sich im Spannungsfeld zwischen Jazz, Pop und Soul bewegen. Dem Charme und der Persönlichkleit der Sängerin kann man sich schwer entziehen - ihre wandlungsfähige, intensive Stimme bringt die Texte eindringlich und enthusiastisch an den Hörer. Erwähnt sei hier auch noch ihr multiinstrumentales Können - neben ihrem Gesang bedient sie alle Tasteninstrumente wie Klavier, Synthesizer, und Akkordeon. Die Themen der Lyrics drehen sich alle um die Wägbarkeiten und Unwägbarkeiten des Lebens. Unterstützung in einer Form, die einen guten Gruppenzusammenhalt verdeutlicht, findet sie in der Schlagzeugerin und Percussionsitin LISBETH DIERS, dem Bassisten JOHANNES LUNDBERG und dem Trompeter GUNNAR HALLE. Dass sie sich dabei bis ins völlig schräge Gebiet sphärischer Elektronik-Sounds vorwagt, um dann wieder stilistisch in die Nähe einer Schellackaufnahme aus den 40er, 50er Jahren zurückzukehren macht einen Reiz ihres Programms aus. Mögen Vergleiche mit anderen Sängerinnen noch so verwegen erscheinen - "Sie ist ganz dicht dran. Ein phantastisches Album" (Jazz Podium). "Home Sweet Home - ist ein Konzeptalbum über die Ideologie der eigenen vier Wände. Unser Zuhause ist der einzige Zeuge für eine breite Palette an Gefühlen. Freude, Trauer, Angst und Hass, alle Farben der Welt und der Wunsch nach einem vollkommenen Leben bündeln sich da, wo wir am verwundbarsten sind, zu Hause eben." (Susi Hyldgaard)
 
 
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Freitag 07.03.2003 - 20:30 Uhr
 
LYNNE ARRIALE Trio
 
LYNNE ARRIALE (Piano), JAY ANDERSON (Bass), STEVE DAVIS (Drums)
 
Wenn sich Kritiker darüber einig sind, dass ein neuer Stern am Horizont aufgeht, dann nimmt man als Musikkonsument automatisch Haltung an. Der Jazzpianistin und Gewinnerin der International Jazz Competititon von 1993 LYNNE ARRIALE widerfährt seit sechs Jahren genau dieses Phänomen. *INSPIRATION* heisst die bereits sechste Einspielung Amerikanerin. Die Titelauswahl mutet auf den ersten Blick etwas eklektisch an: Da tummeln sich neben dem Opener *America* aus Bernsteins West-Side-Story, Ellingtons *It don´t mean a thing*, Lennon/McCartneys *Blackbird* und Jarretts *So tender*. Was das alles zusammenhält ist Lynne Arriales vollends gereiftes Pianospiel, das sich hier der Quellen seiner Inspiration vergewissert. Weniger Eklektizismus als Weite des Blicks und offenes Hineinhören in den pianistischen Horizont zeichnet die CD aus. Monks behutsam tastend vorgetragener *Bemsha Swing* oder Washington/Carmichaels hauchzartes *The Nearness of You* stehen in trauter Gemeinschaft mit Abdullah Ibrahims *Mountain of the Night*, der nur so erstrahlt in freundlich verträumtem Mondlicht. Dabei ist sie gar keine Träumerin. Ihr Mit feinnervig entschiedenem Anschlag und erkennbar klassischem Hintergrund vorgetragenes kultiviertes Klavierspiel strahlt das disziplinierte Selbstbewusstsein einer Frau aus, die weiss, was sie will und die tut, was ihr richtig erscheint. Der Bassist JAY ANDERSON und der Schlagzeuger STEVE DAVIS bilden eine Rhythm Section, die in hervorragend ausbalancierter, zurückhaltender Zuordnung und differenziert vorgetragener Variabiltät unterstützt, ergänzt, abrundet, was Lynne Arriale ihrerseits an Inspiration weitergibt. "So schön kann ein Pianotrio im Mainstream sein." (Jazzpodium) CD *INSPIRATION* - Preis der Deutschen Schallplattenkritik 2002. Ein grosser Jazzpiano-Abend steht dem JazzClub ins Haus. Ein Muss!
 
 
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Freitag 07.02.2003 - 20:30 Uhr
 
PAGO LIBRE
 
JOHN WOLF BRENNAN (Piano), ARKADY SHILKLOPER (Flügelhorn), TSCHO THEISING (Geige/Gesang) DANIELE PATUMI (Bass)
 
Der irische, in der Schweiz lebende Pianist JOHN WOLF BRENNAN denkt und arbeitet in parallel laufenden Projekten. Diese zeichnen sich durch verschiedenartige stilistische Ansätze und Texturen und unterschiedliche instrumentelle und musikalische Konstellationen aus. Eines dieser Projekte, das nunmehr ins viezehnte!! Jahr geht, ist das Quartett PAGO LIBRE mit dem sensationellen russischen Waldhornisten ARKADY SHILKLOPER (u.a. Moscow Art Trio und Vienna Art Orchestra), dem österreichischen Geiger und Sänger TSCHO THEISSING und dem italienische Bassisten DANIELE PATUMI. Ein wahrhaft grenzenüberschreitendes Ensemble. Das mag einem eher kammermusikalisch als jazzgemäss erscheinen. Aber keine Angst: Kam die Musik des Quartetts in früheren Jahren eher in klangfarblicher Delikatesse und Sinnlichkeit daher, erscheint sie nun regelrecht entfesselt. Pago Libre gibt sich als eine vor Spielfreude berstende Live Band (*WAKE UP CALL*, LEO RECORDS), die allen erdenklichen Musiksparten zwischen Klassik, Folklore und Jazz wildert und gleichzeitig kollektivistisch-demokratisch einen jeden zu Wort kommen lässt. Ihr neues Programm heisst *CINEMAGIQUE* und ist bereits auf dem rührigen Schweizer Label TCB als CD erschienen. Eine höchst unterhaltsame Sammlung von Soundtracks zu imaginären Filmen. Alle Musiker treten auch als Komponisten in Erscheinung, was dieses Programm ausserordentlich vielseitig daherkommen lässt. Hier noch eine kurze Zitatensammlung zu dieser homogenen und optimal eingespielten Working Band: "Ein mitreissendes Vergnügen", "Never less than fascinating", "Virtuosität und unerhörte Verspieltheit", "Outstanding masters of new jazz" und "Pago Libre übertrifft jede Erwartung".
 
Rein akustisch ohne Verstärkeranlage
 
 
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Freitag 24.01.2003 - 20:30 Uhr
 
RABIH ABOU-KHALIL
 
RABIH ABOU-KHALIL (Oud), MICHEL GODARD (Tuba), GABRIELE MIRABASSI (Clarinet), LUCIANO BIONDINI (Accordion), JARROD CAGWIN (Drums)
 
Seit vielen Jahren kommt der in München lebende libanesische Oudspieler RABIH ABOU-KHALIL mal wieder zum JazzClub in die Singener GEMS. Diesmal bringt er sein neustes Quintet *THE CACTUS OF KNOWLEDGE* auf die Bühne. Mit dieser Gruppe hat er eine furiose CD, voll rhythmisch treibender Dynamik, auf dem Label Enja eingespielt. Stacheln gibt es sinnbildlich jede Menge, der Opener *Lewinsky March* bringt sogar eine Spur New Orleans. Das neue Konzept ist eine äusserst gelungene Mixtur jazziger Phrasierung, improvisatorischer Funkenschläge und orientalischem Swing bis ins Tanzbare. Alle acht Eigenkompositionen des Libanesen vollführen häufige Wechsel von Metren und Tempi, die sich dramaturgisch trotz der komplexen Struktur stets zu leichtfüssigen Passagen verdichten. Eine besondere Note gewinnt die Rhythmussektion durch den Bass der Tuba von MICHEL GODARD in Verbindung mit dem Jazzschlagzeuger JARROD CADWIG. Der italienische Klarinettist GABRIELE MIRABASSI (eine echte Entdeckung) bringt einen Hauch Klezmer-Phrasierung in sein Spiel. Der ebenfalls aus Italien stammende Akkordeonist LUCIANO BIONDINI ergänzt den Kaktus zum Quintett. Und nich zuletzt legt Rabih Abou-Khalil selbst eine virtuose Spielfreude an den Tag ohne dabei das Konzept des interkontinentalen Ensembles aufzugeben. Seine ungebrochen hohe schöpferische Kompositionskraft ist dabei genauso bemerkenswert wie seine Arrangements zwischen den rhythmischen Welten, die er immerzu vereint. Dieser Kaktus weiss viel über quirlige Lebensfreude zu vermitteln und sticht - nicht bösartig, sondern heraus. Eine moderne Allianz aus zeitgenössichem Jazz und World Music, die eine Entdeckung wert ist. Schon wahr, was Dan Quelette im Fachblatt DOWN BEAT über Rabihs *Cactus* schreibt: "Es ist ein eigentliches Wunderwerk, dass die reflexartige Abwehr der Amerikaner gegenüber allem, was arabisch ist, den Jazz nicht berührt." Der Münchner Libanese, der libanesische Münchner kommt mit seiner jüngsten CD zur rechten Zeit.
 
MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG KULTURZENTRUM GEMS
 
 
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Samstag 11.01.2003 - 20:30 Uhr
 
»DER ROTE BEREICH«
 
FRANK MÖBUS (Gitarre), RUDI MAHALL (Bassklarinette), OLIVER B. STEIDLE (Drums)
 
Der ROTE BEREICH ist eine der eigenständigsten deutschen Jazzformationen und hat mittlerweile in Jazzkreisen so was ähnliches wie einen Kultstatus erreicht. Das hat neben deutschen Konzertbesuchern auch das Goethe-Institut festgestellt und die drei Herren auf Afrikatournee geschickt. Auch das amerikanische Publikum war begeistert von den *Krauts*, die u.a. auf dem Bell Atlantic Festival gespielt haben. Auf dem deutschen Label ACT haben sie bereits zwei hochbeachtete CDs eingespielt (*Love me Tender* und *Risky Business*). Der Gitarrist FRANK MÖBUS, der Bassklarinettist RUDI MAHALL und der Schlagzeuger OLIVER B. STEIDLE verblüffen mit ausufernd vielschichtigen, dabei aber niemals konstruierten, intensivsten Klangüberraschungen. Das ist originell und sprüht von erfrischendem Humor, wenn verschiedene Metren gegeneinander laufen. Da klingt mal der fühe Bill Frisell durch, mal werden rockige Parameter neu ausgelotet, das eigene Spiel mehrfach geloopt und schon gibt man sich im nächsten Moment einer fesselnd schrägen Ballade hin - alles stets überraschend und grandios. Kompromisslos sind die drei Männer mit den langen Koteletten und überkandidelten Anzügen in ihrer Musik, arbeiten vor allem an Gruppensound und Interaktion. Mal schimmert die Liebe zu Portugal durch, mal klingt es eher nach Dada. Da darf die Bassklarinette grummeln und quietschen, die Gitarre brettern und das Schlagzeug scheppern. Mannigfaltigkeit und verwegene Improvisation stehen bei den drei intelligenten Avantgardisten an erster Stelle. New Yorker Downtown Phantasien, aber aus Berlin. Rudi Mahall ist ein Meister im subversiv-ironischen Umdeuten des Jazz Erbes. Mit seinen doppelbödigen, von Pop und Rock geprägten Imporvisationen und mit seiner energiegeladenen Spielweise phrasiert der Berliner jenseits aller Klischees. "Vom Roten Bereich mit ihrer Liebe zum skurrilen Humor ist noch viel zu erwarten." (Jazzthetik 5 Sterne!)
 

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Text: R. Kolmstetter

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