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Jazz Club Singen

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2005
 
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Freitag 16.12.2005 - 20:30 Uhr
 
HANS FEIGENWINTER Trio
 
HANS FEIGENWINTER (Piano), BÄNZ OESTER (Bass), NORBERT PFAMMATER (Drums)
 
Eigentlich war das Programm des JAZZ CLUBS für 2005 komplett. Doch dann kam die CD *Because You Knew* (Universal Music CH) des Basler Pianisten HANS FEIGENWINTER und seines Trios ins Haus geflattert und ein zusätzliches Konzert war sofort gebucht. Seit ihren ersten Jams hat sich die Trio Musik von HANS FEIGENWINTER, dem Bassisten BÄNZ OESTER und dem Schlagzeuger NORBERT PFAMMATER ständig ausgedehnt. Begonnen hat alles im Jahr 96 und der Gruppe GAS, eben Great American Songs, einem Repertoire aus Standards, also kollektivem Material. Durch ihre ganz eigene Art des Improvisierens, die sie seit ihren ersten Treffen konstant weiterentwickelt haben, entdeckten die drei nach einer Tour mit Joe Lovano, dass sie sich noch so verschiedenes Material vornehmen können und es wird nach ihrem Trio klingen. Auf diese Weise hat sich der Horizont der Gruppe noch ein weiteres Mal vergrössert. Zum schon bestehenden Repertoire kamen nun auch Klassiker aus Brasilien und aus der Be-Bop Zeit. Genauso entdeckten sie für sich nun aber auch Riffs, binäre Beats, freie Improvisationen und - sich selbst als Komponisten. FEIGENWINTER schafft es wie kaum ein anderer, komplex rhythmisierte Harmoniestrukturen zum groovenden *Happy Sound* zu polieren. Seine Musik präsentiert sich glasklar und mit hinreissendem Drive. Im Herbst 2002 erschien oben erwähnte CD und rief bei Publikum und Kritik begeisterte Reaktionen hervor. "Mit welcher Fantasie, Sensibilität und mit welchem Geschmack sich dieses hervorragend eingespielte Trio hinter die Ohrwürmer macht beeindruckt selbst verwöhnte Jazzliebhaber - Interplay auf höchstem Niveau." (Facts) "Gäbe es in diesem Magazin eine Liste 'Beste europäische Pianotrio-Edition im tonalen Bereich' - die Auswahl wäre für mich sonnenklar: Because You Knew!" (Jazz 'n' More)
 
 
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Freitag 02.12.2005 - 20:30 Uhr
 
JAZZINDEED & MICHAEL SCHIEFEL
 
MICHAEL SCHIEFEL (Gesang), JAN VON KLEWITZ (Saxophone), BENE APERDANNIER (Piano), PAUL KLEBER (Bass), RAINER WINCH (Drums)
 
"Diese Platte ist ein Hit" so schreibt die Jazzthetik im April und verteilt 5 Sterne an die CD "Blaue Augen" (Act) der Berliner Gruppe JazzIndeed um den charismatischen Sänger MICHAEL SCHIEFEL. Sentimental? Auf gar keinen Fall! Naiv auch nicht, wie es die Neue Deutsche Welle damals war, Anfang der 80er. Eher ziemlich real! Und selbstbewusst! Die blauen Augen sind weit offen, blicken aufmerksam, offensiv und kritisch in die Welt. Ziemlich abgeklärt, dabei noch gar nicht so alt: jazzIndeed! Young German Jazz! *Deja Vu* - da war doch mal was, Pop made in Germany, NDW. "Der deutsche Soundtrack unserer Jugend," sagt MICHAEL SCHIEFEL dazu, der phantasmagorische Sänger mit dem doppelbödig-androgynen Touch in der Stimme. Der tummelt sich schon seit etlichen Jahren in der Berliner Musik-Szene und gilt als Stimmwunder und als eine der grossen Gesangshoffnungen deutscher Zunge. Neben einer Gesangsprofessur! In Weimar hat er auch satte Bühnenpräsenz zu bieten. Dazu kommen dann die lang erprobten Hauptstadt-Täter JAN VON KLEWITZ am Saxophon, BENE APERDANNIER an den Tasten, PAUL KLEBER am Bass und RAINER WINCH am Schlagzeug. Ein seit 92 bestehendes morbid-melancholisches Kreativkollektiv mit Groove und Sinnlichkeit. Berührungsängste und Denkbeulen - Lang genug hat´s gedauert, dass in Deutschland gewagt wird, was im Mutterland des Jazz schon immer selbstverständlich war. Selbst Coltranes erfolgreichste Platte bezog sich auf Popmusik: Standards eben - *My Favourite Things*. Muss ja kein Qualitätsverlust sein, wenn man den Traditionsbegriff um die eigene Erfahrungswelt erweitert. "Wir spielen Deutsch. Die 80er. Unsere Hits. In der Tat - Es gibt Geschichten zu erzählen..." Young German Jazz! Mehr davon! Solche Blaue Augen hören wir gern.
 
 
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Mittwoch 23.11.2005 - 20:30 Uhr
 
MISHA MENGELBERG'S ICP - ORCHESTRA
 
MISHA MENGELBERG (Piano/Vocals), HAN BENNINK (Drums), MARY OLIVER (Violin/Viola), TRISTAN HONSINGER (Cello), ERNST GLERUM (Bass), AB BAARS, TOBIAS DELIUS (Tenorsax/Cl.), MICHAEL MOORE (Altosax/Cl.), THOMAS HEBERER (Trumpet), WOLTER WIERBOS (Trombone)
 
Der holländische Pianist MISHA MENGELBERG, der Schlagwerker HAN BENNINK und ihr ICP ORCHESTRA bleiben sich seit nunmehr über 35! Jahren treu und schaffen auch mit ihrer neusten Einspielung *AAN & UIT* ein musikalisches Terrain, dessen Grenzen sich nicht festlegen lassen, das sich erstreckt von Resten barocker Tanzmusik, über Swing Memories à la Hoagy Carmichael hin zu rabenschwarzem niederländischem (absurdem) Theater. Und wen wundert es, wenn sich dann nach grellem Chaos der Blick des Instant Composers Pool plötzlich auf afrikanische, tänzerische Harmonien fokussiert, um sie sofort wieder in eine Vielzahl auseinanderfliegender Bilder aufzulösen, geleitet von Thelonious Monk Adaptionen. In Singen werden sie u.a. dieses Programm vorstellen. "Alles in allem eine wunderschöne CD, auf der alle Qualitäten dieses inzwischen in der aktuellen Musik einmaligen Ensembles zu erleben sind. Wie schön, dass es dieses Orchester noch gibt und dann und wann eine neue CD." (Jazz Podium). Der Kritiker der NZZ schrieb über ein Konzert in der Roten Fabrik: "Das ICP ORCHESTRA gestaltete einen glänzenden Konzertabend, der sich so spannend und so kurzweilig entwickelte wie ein guter Krimi. Die Ansprüche der beiden Leader an ihre Mitmusiker sind hoch. Umso bewunderungswürdiger, mit welcher Gelassenheit und Selbstverständlichkeit die acht Topmusiker auf allerhöchstem Niveau musizierten."
 
 
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Samstag 05.11.2005 - 20:30 Uhr
 
THE TIN HAT QUARTET
 
CARLA KIHLSTEDT (Geige), MARK ORTON (Gitarre/Debro), BEN GOLDBERG (Klarinetten), ARA ANDERSON (Trompete/Piano/Harmonium)
 
Fast genau vor vier Jahren präsentierte der JAZZ CLUB das aus San Francisco stammende TIN HAT TRIO. Damals gab es viel Applaus vom Publikum und vom Kritiker des Südkuriers: "Mit das Beeindruckendste war die Natürlichkeit, mit der die drei Musiker spielten. Wie von selbst schienen sie sich in die Stücke zu begeben, ohne Aufsehen, ohne Aufregung. Was dabei herauskam, war eine höchst entspannte und anregende Mischung - ein postmoderner Melting Pot." Nun haben 2/3 des Trios die Gruppe zum Quartet erweitert um neue Möglichkeiten auszuloten. Neben den Gründungsmitgliedern, der Geigerin CARLA KIHLSTEDT und dem Gitarristen MARK ORTON, musizieren nun noch der aussergewöhnliche Klarinettist BEN GOLDBERG (Mitglied des NewKlezmer Trios) und der Trompeter, Pianist und Akkordeonist ARA ANDERSON. Auch sie beide stammen aus der San Francisco Szene und spielen bereits seit langem immer wieder als Gast mit dem TIN HAT TRIO zusammen, sei es live bei Konzerten oder auf eine ihrer mittlerweile vier CDs, z.B. der letzten *Book of Silk* auf Ropeadope Records (Jazzthetik 5 Sterne). Beim TIN HAT QUARTET handelt es sich um eine jener Bands, die den Faden der frühen Oregon aufnehmen und ihrerseits eine zeitgemässe Symbiose aus der Offenheit des Jazz, der Disziplin der klassischen Musik und der Weltläufigkeit einer auf Synthes diverser Einzelkulturen beruhenden World Music schaffen; eine bemerkenswerte musikalische Kreuzung, in der alles Mögliche und alles Unvermutete zusammenfliessen - eine erfrischende Melange aus Jazz, Bossa Nova, Bluegrass, Klezmer, Tango, Wiener Kaffeehausmusik, Avantgarde und wer weiss was noch allem.
 
 
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Freitag 21.10.2005 - 20:30 Uhr
 
PIERRE FAVRE NEW ENSEMBLE
 
PIERRE FAVRE (Drums/Perc), PHILIPP SCHAUFELBERGER (Gitarre), FRANK KROLL (Sopr.Sax/Bassclar.), MICHEL GODARD (Tuba/Serpent), BÄNZ ÖESTER (Bass), WOLFGANG ZWIAUER (Bassgitarre)
 
Nach den *Singing Drums*, der Arbeit mit Kenny Wheeler/Steve Swallow und zuletzt dem *European Chamber Ensemble* präsentiert der Percussionsmeister PIERRE FAVRE nun sein neustes Ensemble-Projekt. Favres Ensemblemusik, teils komponiert, teils improvisiert, geht von seinem Solospiel aus, das für seine orchestral wirkenden Klangfarben bekannt ist. Die Perkussion wird allerdings nicht als blosses Rhythmusinstrument eingesetzt, sondern beeinflusst das Spiel auch mit der Vielfalt seiner melodiösen Konzeption, seinen individuellen Ausdrucksmöglichkeiten und seiner reichen Dynamik. Andererseits funktioniert das Zusammenspiel von Schlagzeug, Gitarre (PHILIPP SCHAUFELBERGER) und zwei Bässen (BÄNZ ÖESTER und WOLFGANG ZWIAUER) wie eine Rhythmusgruppe, in welcher ständig musikalische Ideen ausgetauscht werden. Zu diesen klanglich und funktionell verwandten Klangkörpern stossen zwei eher traditionelle Instrumente, Sopransax/Bassclarinette (FRANK KROLL) und Tuba/Serpent MICHEL GODARD), die aber auf sehr unkonventionelle und äusserst eigenständige Art gespielt werden. Wie im alten New-Orleans-Jazz verlaufen alle sechs Stimmen kontrapunktisch zueinander, werden hier jedoch mit ganz anderen Mitteln geführt und erzielen deshalb überraschende neue Wirkungen. "Das anspruchsvolle Konzept verlangte auch dem Publikum hohe Konzentration ab und bescherte ihm eine Sternstunde. FAVRE - ein wahrer Meister, nicht nur als Musiker, Arrangeur und Bandleader, sondern auch als Mensch." (Salzburger Nachrichten)
 
 
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Mittwoch 12.10.2005 - 20:30 Uhr
 
BENNY GOLSON & Group
 
BENNY GOLSON (Saxophone), ANTONIO CIACCA (Piano), NICOLA MURESCU (Bass), NICOLA ANGELUI (Drums)
 
Mit dem Saxophonisten und vor allem auch Komponisten BENNY GOLSON, am 25.1. 1929 in Philadelphia geboren, kommt einer der ganz grossen der Jazzgeschichte zum JAZZ CLUB nach Singen. Er ist noch ein Vertreter der 'alten und berühmten Jazzszene des vergangenen Jahrhunderts'. Eine 'lebende Legende' wie der Bassist Ron Carter, der im Juni beim CLUB gastierte. Der heute 76-jährige spielte mit allen grossen der damaligen Zeit. Seinen grössten Erfolg hatte er aber als musikalischer Leiter der Jazz Messengers von Art Blakey und als Co-Leader der Art Farmer-Benny Golson Group. Der eigentliche Architekt der erfolgreichsten Jazz Messengers aller Zeiten hat als Solist, Komponist und Arrangeur vor allem das romantische Potenzial des Hardbop ausgelotet. Sein Stil auf dem Tenorsax ist bestimmt durch einen warmen, zarten Ton, ähnlich dem von Ben Webster, melodische und harmonische Ideen sowie einem beherrschenden Lyrismus. Überragende Bedeutung aber hat der vielseitige Musiker BENNY GOLSON durch die Komposition unzähliger zeitloser Themen, die jeder Jazzbegeisterte kennt. *I remember Clifford*, *Whisper Not*, *Five Spot after Dark*, *Along came Betty*, *Blues March*, *Killer Joe*, *Fair Wheather*, *Just by Myself* um nur ein paar von den bekanntesten zu nennen. "Wann", fragte Art Farmer, "war es das letzte Mal, dass jemand ein langsames Stück mit Tiefgang geschrieben hat? Ich denke, da muss man zu BENNY GOLSON zurückgehen." Nach Singen bringt BENNY GOLSON, der mittlerweile die Hälfte des Jahres am Bodensee in Friedrichshafen! sein zuhause hat, sein europäisches Trio, mit dem er schon seit Jahren zusammenspielt, mit: am Piano ANTONIO CIACCA, am Bass NICOLA MURESCU und am Schlagzeug NICOLA ANGELUI. Seine aktuellste CD auf dem Label Concord trägt den Titel *Terminal One* nach dem gleichnamigen Film von Steven Spielberg, in dem Benny in einer Nebenrolle als Saxophonist auf dem Flughafenterminal zu sehen und zu hören ist.
 
 
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Freitag 30.09.2005 - 20:30 Uhr
 
TOMASZ STANKO Quartet
 
TOMASZ STANKO (Trumpet), MARCIN WASILEWSKI (Piano), SLAWOMIR KURKIEWICZ (Bass), MICHAL MISKIEWICZ (Drums)
 
Diese Trompete - knochig und gleichzeitig warm und einschmeichelnd, scharf in den Höhen und dann wieder gehaucht und rauchig, zart und brüchig oder schmetternd voller Schrunden - TOMASZ STANKOS Sound zieht immer einen Schweif an unaufgelöstem Eindruck hinter sich her und unterstreicht noch in der simpelsten Phrase jenen Grat, der angelernte Technik, blosse Kunstfertigkeit von grosser Musik unterscheidet. Auf seiner letzten CD, die eine der besten des Jahrgangs 2004 war, *Suspended Night* (ECM) spielt Stanko, der grosse Überlebende der einstmals ertragreichen polnischen Jazzszene, mit drei jungen polnischen Musikern, mit denen er seit Jahren fast ausschliesslich spielt. Am Piano sitzt MARCIN WASILEWSKI, Bass spielt SLAWOMIR KURKIEWICZ und am Schlagzeug tut sich MICHAL MISKIEWICZ hervor. Mit den dreien hat STANKO bereits vor zwei Jahren die CD *Soul of Things* eingespielt und man hört, dass die jungen Männer immer erwachsener werden, merklich selbstsicherer, fordernder spielen und die Freiräume nutzen, die ihnen STANKOS Kompositionen einräumen. Die drei, die unter dem Namen *Trio* eine erste CD auf ECM veröffentlicht haben, werden ihren Weg gehen. Doch letztendlich bleibt als Krone auf diesem wunderbaren Zusammenspiel dann wieder die Trompete stehen, STANKOS Klang, in dem man Lebensgeschichte zu hören meint, eine tiefe Weisheit. Nach langen Jahren des Suchens und Wanderns scheint er zu Hause angekommen zu sein. "Packende, hoch emotionale Musik, welche im Zuhörer unweigerlich Assoziationen weckt und zum Allerbesten gehört, was die europäische Jazz-szene heute zu bieten hat." (NZZ)
 
 
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Freitag 02.09.2005 - 20:30 Uhr
 
LUCAS NIGGLI'S »Big Zoom«
 
LUCAS NIGGLI (Drums/Perc), STEFFEN SCHORN (B.Klarinette/Tuba), CLAUDIO PUNTIN (Klarinette), PETER HERBERT (Bass), PHILIPP SCHAUFELBERGER (Gitarre)
 
Die Schweiz ist bekannt für ihre grosse Zahl an aussergewöhnlichen Schlagzeugern. Einer von ihnen ist LUCAS NIGGLI, der sich in den letzten Jahren international einen hervorragenden Ruf ertrommelt hat. Mit seinem Trio Zoom hat er u.a. das Festivalpublikum in Moers und Saalfelden zu Begeisterungstürmen hingerissen. Die CD dieses Trios mit dem Titel *Rough Ride* (Intakt Records) wurde von der internationalen Jazzpresse als Meisterwerk gefeiert. Nun hat Niggli sein Trio bestehend aus STEFFEN SCHORN an der Bassklarinette und verschiedenen Saxophonen und PHILIPP SCHAUFELBERGER an der Gitarre um den Bassisten PETER HERBERT und den Klarinettisten CLAUDIO PUNTIN erweitert. Big Zoom bleibt auch im Quintett Jazzcombo, Kammermusikensemble und Rockband in einem. Dementsprechend rast die Musik durch die Höhen und Abgründe der heutigen Musik, macht hier eine Verbeugung vor der Tradition, dort einen Sprung ins Ungewisse. NIGGLIS Kompositionen haben eine ganz eigene Machart, die den 'Interpreten' auf den Leib geschrieben ist oder aber ihnen als Improvisatoren viele Freiheiten erlauben. Festgelegtes wird von unerwarteten Interventionen überrumpelt, dynamisiert, Formen aufgebrochen und auf Risiko gespielt. Es findet sich Heftigkeit neben Elegie, Dichte gepaart mit Ruhe, Wesentlichkeit entleert sich im Überschwang, Komplexität kombiniert sich mit intensivem Interplay... Big Zoom wird so zu einer der aufregendsten Bands im Bereich des aktuellen Jazz. "Hier ist ein Schlagzeuger, der in Musik denkt und als Komponist zu den interessanten Vertretern der Post-Moderne zählt. Komplexität und Sinnlichkeit kommen hier auf beglückende Weise zusammen." (Winterthurer Landbote)
 
 
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Freitag 08.07.2005 - 20:30 Uhr
 
SALSA PICANTE
 
Nach zehn Jahren ist es wieder soweit. Zum Abschluss unserer Jubiläumskonzerte kommt auf vielfachen Wunsch das Latin Mambo Orchestra SALSA PUCANTE wieder mal in den Gemssaal nach Singen und lädt zu einer *Hot Summer Salsa Dance Night*. Die zehn Musiker werden die GEMS wie vor zehn Jahren zum Kochen bringen. Es geschah hinter der Bühne, während der Tournee von SALSA PICANTE durch Cuba: Einige der begeisterten Zuhörer wollten enger ins Gespräch kommen und standen plötzlich einer, wie sie meinten, völlig verkehrten Welt gegenüber. Denn auf die eher höflich gemeinte Frage, wo kommt ihr her, hatten sie eine Antwort erwartet wie Puerto Rico oder Venezuela. Aber sie lautete Deutschland. Was war passiert? SALSA PICANTE hatte zu echt geklungen, war zu authentisch in Texten und Musik gewesen. SALSA PICANTE feiert im Jahr 2006 das 25jährige Bühnenjubiläum. Sie ist damit Deutschlands älteste und mit 6 CD´s auch erfolgreichste Salsaband. Die Sänger ROBERTO HERRADOR und JORGE ANCHIETA bieten zusammen mit einem fetzigen Bläsersatz (Trompete/Alto/Baritonsax und Posaune) und einer fünfköpfigen Rhythmusgruppe (Timbales/Congas/Bongo/Piano/Bass) eine gelungene Mischung afro-karibischer Musik und jazzigen Improvisationen. Die Stücke sind sowohl Originaltitel als auch Eigenkompositionen der beiden Arrangeure/Komponisten GEORGE CORMAN und THOMAS KUKULIES. Bei Mambo, ChaChaCha und Merengue werden die Zuhörer nicht lange auf den Stühlen bleiben. Aber auch für Nichttänzer ist diese Musik absolut spannend und hörenswert. "Don’t forget your dancing shoes"
 
 
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Freitag 24.06.2005 - 20:30 Uhr
 
ADAM PIERONCZYK Trio
 
ADAM PIERONCZYK (Tenor/Sopr.Sax), ADAM KOWALEWSKI (Bass), KRSYSZTOF DZIEDZIC (Drums)
 
Das ADAM MICKIEWICZ Institut, als kulturelle Institution der polnischen Regierung (vergleichbar mit dem deutschen Goethe Institut), hat für das Polnische Kulturjahr 2005 in Deutschland drei Jazzmusiker ausgewählt, die ihr Land als Kulturbotschafter repräsentieren werden. Zwei von Ihnen wird der JAZZ CLUB Singen präsentieren: im September Tomasz Stanko mit seinem Quartett und im Juni den 1970 geborenen und heute in Krakow lebenden Tenor- und Sopransaxophonisten ADAM PIERONCZYK mit seinem Trio. Er gehört zu den führenden jungen, aufstrebenden polnischen Jazzmusikern und ist zugleich einer ihrer kreativsten. In Singen gastierte er bereits vor einigen Jahren mit seinem langjährigen Partner am Piano Leszek Mozdzer. Nun kommt er mit seiner polnischen Workinggroup zu der der Schlagzeuger KRSYSZTOF DZIEDZIC und der Bassist ADAM KOWALEWSKI gehören. "Seine Auftritte bezeugen immer wieder, dass man sich bedenkenlos in die charakteristische Atmosphäre seiner Musik fallen lassen kann und seiner Sensibilität vertrauen soll. Musikalische Tranceelemente treffen auf eine intensive Selbstbespiegelung, ganz freie Ausdrucksmittel begleiten folkloristische Reminiszenzen und den spezifischen Klang seines Soprans: trocken, ursprünglich, steril und zu vergleichen mit den Tönen des arabischen Instruments Zoucra, das PIERONCZYK sehr gerne selber benutzt." (Jazz Podium). "Er ist eine Entdeckung, weil er einen warmen Ton, clevere Phantasie und grenzenlose Kraft besitzt. Wie kaum jemandem gelingt es ihm, Virtuosität, Präzision und Intellekt mit Emotionalität, die an Exhibitionismus grenzt, zu verbinden. PIERONCZYK verbrennt während seiner Improvisationen und das Publikum mit ihm zusammen." (Cadence, NY). Jazz im Stil und Geist der grossen Sax/Bass/Drum Trios der Jazzgeschichte. Let's get burned!
 
 
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Donnerstag 02.06.2005 - 20:30 Uhr
 
RON CARTER »Foursight«
 
RON CARTER (Bass), STEVEN SCOTT (Piano), STEVEN KROON (Percussion), PAYTON CROSSLEY (Drums), MIKE MUELLER (Techn.)
 
Seit dem Tode Ray Browns wandelt wohl kein Bassist über diesen Planeten, der mehr Jazzgeschichte geschrieben hat als der 1937 geborene RON CARTER. Nach ersten Erfahrungen mit Chico Hamilton und Cannonball Adderley war es vor allem der Einstieg bei Miles Davis, der seine Karriere voranbrachte. Dessen Rhythmusgruppe Hancock-Carter-Williams war vermutlich eine der einflussreichsten des Jazz überhaupt. Nachdem RON CARTER die Band 1968 verliess, war er aktiv wie kaum ein Zweiter. Mit über 3000! Aufnahmen ist er der meistaufgenommene Bassist der gesamten Jazzgeschichte. Seit 1991 ist er Blue-Note Artist, hat dort 5 Alben als Leader vorgelegt und ist immer noch regelmässig auf Tournee. RON CARTER steht in dem Ruf der technisch perfekteste Bassist der Jazzszene zu sein, was er sicher bei seinem JAZZ CLUB Konzert in vollendetem Zusammenspiel mit seinen hervorragenden Sidemen, dem Pianisten STEVEN SCOTT, dem einfühlsamen Schlagzeuger PAYTON CROSSLEY und dem Percussions-Tausendsassa STEVEN KROON unter Beweis stellen wird. "Ebenso wie RON CARTER mit einem grundsoliden, technischen Fundament ausgestattet, spielte der junge STEPHEN SCOTT sich ein um das andere Mal in Ekstase, ohne dabei jedoch die bedächtige Atmosphäre des Abends zu durchbrechen. Komplettiert durch die exakte, variantenreiche Schlagzeugarbeit und das schier unerschöpfliche Percussions- und Ideenarsenal eines STEVE KROON standen dem RON CARTER Quartett alle Türen offen und machten diesen Konzertabend zu einem Gesamtkunstwerk. Die Band ergab eine logische, harmonische Einheit. Technische Brillianz und Kreativität paarte sich mit menschlicher Tiefe. Da stand die Verwirklichung der Musik, der Idee im Vordergrund, statt der Selbstverwirklichung." (Gütersloher Zeitung)
 
MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG MIGROS KULTURPROZENT
 
 
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Donnerstag 12.05.2005 - 20:30 Uhr
 
JACKY TERRASSON »The Art of the Solo«
 
Im Mai ist er im Rahmen der *Jazz Nights Tour* als Gast der Gruppe von Herbie Hancock in Deutschland unterwegs und den Programmmachern des JAZZ CLUB Singen ist es gelungen, ihn für ein Solokonzert nach Singen zu locken. Die Rede ist von dem Pianisten JACKY TERRASSON, der spontan zusagte das 300. Konzert zu spielen, war doch der JAZZ CLUB Singen vor neun Jahren, als ihn kaum jemand kannte, einer seiner ersten Auftrittsorte in Deutschland. Mittlerweile kennt ihn die ganze Jazzwelt nicht zuletzt wegen seiner herausragenden Alben, die er für das Label Blue Note eingespielt hat, z.B. *Smile* oder *À Paris*. Der 1965 in Berlin als Sohn einer afroamerikanischen Mutter und eines französischen Vaters geborene TERRASSON hat etwas zu sagen und verschafft sich durch seinen ausgereiften Stil, seine brilliante Technik und unerschöpfliche Kreativität nachhaltig Gehör. Die verblüffendste Eigenschaft JACKY TERRASSONS ist immer noch seine hochvirtuose wie sensible Mischung sehr unterschiedlicher Einflüsse. Hat man gerade vermeintlich Keith Jarrett im Ohr, kann plötzlich Ahmad Jamal aus den Tasten spritzen oder Monk Ecken und Kanten einbauen oder... Inzwischen wirkt dieses Gemisch heterogener Auffassungen aber auch schon wie ein eigener, origineller Stil. Das Lyrische liegt ihm, doch im Quirligen und Witzigen erreicht er sein Höchstformat.
 
MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG KULTURZENTRUM GEMS UND KLAVIERHAUS FAUST, KONSTANZ/RAVENSBURG
 
 
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Freitag 29.04.2005 - 20:30 Uhr
 
NGUYÊN LÊ
 
NGUYÊN LÊ (Guitar), ART LANDE (Piano), PAUL MCCANDLESS (Oboe, Sopr. Sax, Horn), JAMEY HADDAD (Percussion, Drums)
 
Die eher überraschende Besetzung dieses Quartetts hat alte Wurzeln. Bereits 1986 hatte der vietnamesische, in Paris lebende Gitarrist NGUYÊN LÊ den amerikanischen Pianisten ART LANDE getroffen. Dessen offene Konzeption des Jazz prägte ihn enorm. Art Lande spielte auf den frühen Sets LÊ, lange bevor dieser seine elektrischen und ethnischen 'Vibes' für sich entdeckte. Jetzt hat LÊ seinen Mentor zusammen mit seinem alten Freund dem Oboisten und Saxophonisten PAUL MCCANDLESS (ja genau der von der Gruppe Oregon) in sein neues Quartett geholt, das vom Us-Perkussionisten mit libanesischen Wurzeln JAMEY HADDAD komplettiert wird. Weltoffener Jazz-Diskurs auf höchstem Niveau. "Mein erstes Zusammentreffen mit dem Pianisten Art Lande im Jahr 1986 war für mich ein einschneidender Punkt in meiner musikalischen Entwicklung. Mit den ersten Tönen lernte ich Wesentliches über die Essenz des Jazz: Eine Musik, die keine andere Bedeutung hat, als das Einbringen gemeinsamer Positionen und die Teilung einer gemeinsamen Leidenschaft auf der Basis gemeinsamer Improvisation, als Einheit von Kopf und Bauch, von Poesie und Verstand. Dies ist die Botschaft des Jazz: Alles ist möglich, wenn Du nur willst - vorausgesetzt, Du bist offen." PAUL McCANDLESS bringt seine eigenwilligen und unverkennbaren Soundvorstellungen sowie seine lyrische Spielweise in dieses Quartett mit ein. Er kann für sich in Anspruch nehmen, einer der wenigen Musiker zu sein, der die europäische klassische Tradition und die Geschichte des Jazz in perfekter Weise auf den im Jazz wenig gebrauchten Instrumenten wie Oboe, Sopran- und Sopraninosax und der Bassklarinette zusammenbringt. "In diesem Quartett möchte ich den 'Spirit' meiner Erfahrungen einbringen: Von den Kulturen Asiens, Afrikas und der modernen elektrischen Musik meiner letzten CD 'Purple - Celebrating Jimi Hendrix' und damit in neue Bereiche vordringen." Rechtzeitig zur Tournee wird auf dem Label Act die neue CD dieses phantastischen Quartetts erscheinen.
 
 
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Freitag 15.04.2005 - 20:30 Uhr
 
JASON MORAN »The Bandwagon«
 
JASON MORAN (Piano), TARUS MATEEN (E-Bass), NASHEET WAITS (Drums), MARVIN SEWELL (Guitar)
 
Manche sehen in dem amerikanischen Pianisten JASON MORAN die Zukunft des Jazz. Die Jazz Journalist Association wählte ihn zum 'Up Coming Musician 2003'. Mit grossem Abstand kürten ihn die Kritiker des Downbeat Magazines zum 'Rising Star', und zwar in gleich drei Kategorien: als Jazz Artist, Pianist und Composer. Dennoch lässt sich Jason Moran nicht auf das Marketing-Etikett 'Young Lion' reduzieren. "Ich bin ein moderner Pianist, kein Pionier. Ich bin auch kein Avantgardist. Ich bringe nur alte Dinge mit neuen Ideen zusammen." Aus dieser Bescheidenheit hat er seinen individuellen Kurs entwickelt, den er selbstbewusst zwischen Neo-Traditionalismus und Zeitgeist hindurch steuert. Heute beherrscht er alle Stile vom Stride Piano, bis zum Free Jazz und weigert sich beharrlich, Schubladen und Vorgaben anzuerkennen. Mit seinem Trio *The Bandwagon* stellt er seit vier Jahren eigene Kompositionen überzeugend und selbstverständlich neben Ellington, Brahms oder die Musik seiner Generation, den Hip Hop. Der Bassist TARUS MATEEN arbeitete mit Betty Carter und Terence Blanchard genauso zusammen wie mit kalifornischen Rappern. Der Drummer NASHEET WAITS hat bereits mit allen Grössen des Jazz gespielt und ist mit allen Wassern gewaschen. Morans im legendären Village Vanguard mitgeschnittenes Album *The Bandwagon* (Blue Note) dokumentiert evident, warum das Trio als eines der innovativsten des zeitgenössischen Jazz gehandelt wird: Die Drei haben frische Ideen. Sie haben Überzeugungen und sie haben den Mut, beides konsequent auf die Bühne zu bringen. Bei Redaktionsschluss war noch nicht sicher, ob das Trio durch den Gitarristen MARVIN SEWELL, jahrelanges Mitglied der Band von Cassandra Wilson, ergänzt wird.
 
 
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Mittwoch 06.04.2005 - 20:30 Uhr
 
PAOLO FRESU & THIERRY LANG
 
PAOLO FRESU (Trumpet), THIERRY LANG (Piano), HEIRI KÄNZIG (Bass), PETER SCHMIDLIN (Drums)
 
Der Pianist THIERRY LANG ist seit einigen Jahren neben George Gruntz der erfolgreichste Schweizer Jazzexport und als einziger Schweizer bei der renommierten US-Plattenfirma Blue Note unter Vertrag, bei der er letztens drei hervorragende CDs mit jeweils unterschiedlichen Gästen unter dem Titel *REFLECTIONS Vol. I - III* veröffentlicht hat. Thierry Lang ist, wie viele frankophone Musiker, ein Melomane und befindet sich damit in bester Umgebung. Der sardische Trompeter PAOLO FRESU, der sein Trio ergänzen wird und in Singen wahrlich kein Unbekannter mehr ist, gehört ebenfalls zu dieser Spezies. Die Melodien, die sich Lang selber in die Finger schreibt, sind denn auch oft berückend schön und betonen vor allem die sinnlichen Seiten des Jazz ohne jemals kitschig oder schwülstig zu werden. Hochvirtuos und subtil verbindet er die europäische Klassik mit amerikanischem Jazz. Seit über sechs Jahren arbeitet Lang mit den selben Musikern zusammen, dem Bassisten HEIRI KÄNZIG und dem Schlagzeuger PETER SCHMIDLIN, wodurch diese Band enorm zusammen gewachsen ist. "Wir sind heute in der Lage, alles sofort zu realisieren. Ich kann die Tonart wechseln, den Rhythmus, ich kann frei spielen oder modal über ein Ostinato, meine Kollegen folgen mir blind." Die Zürcher Zeitung schrieb über ein Konzert von Lang/Fresu: "Der beste Jazz, so dachten wir wenigstens bis vor kurzem, reagiert wach und schnell auf gesellschaftliche und politische Veränderungen, hält uns einen kunstvoll geschliffenen Spiegel vor die Augen. Der Jazz, so denken wir nach diesem Konzert, ist offensichtlich zuweilen auch ein heilender Raum, in den man flüchten kann, wenn es das Leben nicht so gut mit einem meint." Einen solchen, bleibt zuzufügen, haben wir doch alle immer mal wieder nötig.
 
 
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Donnerstag 24.03.2005 - 20:30 Uhr
 
JOEY BARON »Killer Joey«
 
JOEY BARON (Drums), BRAD SHEPIK (Guitar), STEVE CARDENAS (Guitar), TONY SCHERR (Bass)
 
Was haben John Zorn und Cybill Shepherd gemeinsam? Wie steht es mit Tony Bennett und Jay Mc Shann? Wodurch sind die Los Angeles Philharmonic und Allen Ginsberg verbunden? Wodurch Lani Kazan und Laurie Anderson? Stve Allen und Bill Frisell? Was ist mit Big Joe Turner und Al Jarreau? Merv Griffin und David Sanborn? Chet Baker und Joe Williams? Dizzy Gillespie und Tim Berne? Verblüffend aber wahr: sie alle spielten mit JOEY BARON, auch bekannt als der 'verrückte Glatzkopf am Schlagzeug'. Und nun nach langer Lehrzeit und tausenden von Auftritten und nach weit über 100 CD-Aufnahmen - von Jim Hall über Herb Robertson und Carmen McRae - hat der junge Baron wieder einmal eine eigene Band, das Quartet *KILLER JOEY*, zusammengestellt. Und wieder sind alte Freunde aus der New Yorker Szene dabei. Diesmal zwei Gitarristen, die den Besuchern der Jazz Club Konzerte durch verschiedene Auftritte bestens bekannt sind, BRAD SHEPIK und STEVE CARDENAS und der E-Bassist TONY SCHERR. Dass Joey Baron ein grossartiger Drummer ist, braucht nicht näher ausgeführt zu werden, doch seine Qualitäten als Bandleader und als Komponist halten denen des Schlagzeugers zumindest die Waage. Seine Band *Killer Joey* (man sollte sich wirklich nicht von diesem Namen abschrecken lassen) führt Barons ausserordentlich rhythmisch betonte Kompositionen auf, wobei der typische Jazzswing aber auch Rhythm and Blues und Funk Grooves, 'Ton-Gedichte' und innovative Improvisation mit ausserordentlicher Sensibilität und Erfindungsreichtum gespielt werden. Musik, die einfach Spass machen soll, so Joey Baron über sein Projekt. Er ist ein Perkussions-Verrückter und kann einfach alles spielen, jedes Tempo gehen, aus dem Moment heraus und völlig unerwartet explodieren, wuchtig laut und expressiv 'zuschlagen' und ganz sanft Melodien mit den Fingerspitzen klopfen und das Schöne dabei ist, er strahlt immer mit einem zufriedenen Lächeln seine Mitmusiker und sein Publikum an. Eine, im wahrsten Sinne des Wortes, 'Lichtgestalt' der Jazzszene.
 
 
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Donnerstag 10.03.2005 - 20:30 Uhr
 
TRIO TÖYKEÄT
 
IIRO RANTALA (Piano), EERIK SIIKASAARI (Bass), RAMI ESKELINEN (Drums)
 
Die Hamburger Morgenpost schrieb über das Konzert des TÖYKEÄT TRIOS am 25.06.04 "Der Jazz der Zukunft: Finnlands Trio Töykeät wurde in der Fabrik gefeiert, lautstark, anhaltend, am Ende geradezu überschwänglich. Das Trio wurde auf Händen getragen, als sei da gerade so etwas wie eine Verheissung des Jazz über die Bühne gegangen. Und so war es ja auch. Die drei Nordmänner um den grandiosen Pianisten IIRO RANTALA bilden eines der erstaunlichsten Jazz-Ensembles dieser Tage: virtuos, sicher und respektlos im Umgang mit Konventionen, dazu Herz und Schmerz und abgründiger Witz. Dem guten alten Mozart z.B. sind die Etudes gewidmet und da grüsst von fern Jacques Loussier mit seinem Barock-Swing. Nur dass der sein Tun furchtbar ernst nimmt, während Rantalas Berserker-Spiel gern mal vom Drummer RAMI ESKELINEN akzentuiert wird, indem der herumstehende Stühle im Takt verrückt. Das Trio, zu dem noch der Bassist EERIK SIIKASAARI gehört, hat die Jazz Zukunft vor sich." Das hat auch schon das renommierte Label Blue Note bemerkt und die Finnen unter Vertrag genommen. Ihre letzte CD *High Standards* hat überall positivste Kritiken bekommen. "Finnen sind seltsame Leute. Dieser Satz hat ebenso Allgmeingültigkeit wie der folgende: Standards sind out. Ausser sie werden von Finnen gespielt, so wie das Trio Töykeät. Der Irrwitz beginnt schon mit der Auswahl der Standards: Stücke von Parker, Jobim, Golson, Powell oder Bernstein werden ergänzt durch solche von David Bowie oder Black Sabbath. Hierarchien oder unterschiedliche Herangehensweisen zwischen beiden Kategorien sind nicht auszumachen. Im Gegenteil, alle Stücke - egal welcher Herkunft - eint die konsequente Respektlosigkeit ihrer Umsetzung. Sie stürzen sich mit derart infantiler, mit atemberaubender Virtuosität gepaarter Spielfreude ins Klanggeschehen des letzten Säkulums, dass man einfach Lust aufs Mitmachen bekommt." (Jazzthetik, 5 Sterne) "Eine irre Mixtur aus Tradition, Virtuosität und eigenwilligen Kapriolen." (Jazzpodium). Ein absolutes Muss für alle Pianofreunde und sonstigen Jazzfans!!
 
 
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Freitag 25.02.2005 - 20:30 Uhr
 
VINCENT HERRING
 
VINCENT HERRING (Altosax), JOOST SWART (Piano), JESSE VAN RULLER (Guitar), ESSIET ESSIET (Bass), JORIS DUDLI (Drums)
 
Seit langem steht der amerikansiche Altsaxophonist VINCENT HERRING auf dem Wunschzettel des JazzClubs. Nun kommt er endlich mit seinem Quintett nach Singen. Dieses seit mehr als sechs Jahren bestehende und regelmässig in Europa tourende Quintett wird von einem Kritiker anlässlich eines Konzertes des Ausnahmemusikers treffend beschrieben: "Vincent Herring einer der massgebenden heutigen Altsaxophonisten, überzeugt mit unbedingtem Bekenntnis zu schwarzer Musik, basierend auf der Tradititon der Moderne. Der Pianist JOOST SWART und der Gitarrist JESSE VAN RULLER, beide aus Holland, der aus Nigeria stammende und in New York lebende Bassist ESSIET ESSIET und der in Wien lebende Drummer JORIS DUDLI (jahrelanges Mitglied des Vienna Art Orchestras) sind ihm Partner, die ihn nicht nur mit brodelnder Rhythmik unterstützen - genauso hörenswert sind auch ihre dynamischen Soli." Vincent Herring, der immer wieder als Nachfolger von Cannonball Adderley tituliert wird, und Essiet Essiet waren beide jahrelang Mitglieder von Art Blakey's Jazz Messengers und spielten mit allen Grössen des Modern Bop. Herring's Discographie schreibt mittlerweile Jazzgeschichte: Mehr als 14 CDs als Leader und weit über 100 als Sideman. Er begeistert sein Publikum immer wieder mit seiner teils funky-swingenden, teils kräftig boppenden, doch immer extrem souligen Mischung des heutigen Jazz. Seine Musik ist in ihrer Improvisationsfreude und in ihrem spontanen Erfindungsreichtum auch immer Musik des Augenblicks. Und überwiegend eine Musik der Energie, der Kraft und der Schnelligkeit.
 
 
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Donnerstag 10.02.2005 - 20:30 Uhr
 
CHRIS JARRETT TRIO
 
CHRIS JARRETT (Piano), KARIM OTHMAN HASSAN (Oud), SHAKIR ERTEK (Drums)
 
Als die Musiker des CHRIS JARRETT TRIOS zum ersten Mal miteinander musizierten, war es klar, dass etwas Neues daraus entstehen würde: *NEW WORLD MUSIC* - Kammermusik, Jazz und die Musik des vorderen Orients vereinen sich zu neuen Ausdrucksformen ohne schnulzige Vordergründigkeit. Die Ausdruckskraft und der Gestaltungssinn des Pianisten CHRIS JARRETT (jüngerer Bruder von Keith Jarrett), die feine Komplexität des in Deutschland lebenden türkischen Percussionisten SHAKIR ERTEK und die bodenständige Gesanglichkeit des aus dem Irak stammenden Oud-Spielers KARIM OTHMAN HASSAN sind die Zutaten eines anmutigen, aber völlig neuen 'Sounds'. Das Chris Jarrett Trio zeigt auch, dass eine interkulturelle Verschmelzung nicht nur den Weg der Selbstaufgabe gehen muss. Die kommunikative Konfrontation gehört ebenso dazu, wie der gemeinsame Gefühlsausdruck. New World Music ist Musik, die modernen Kontrapunkt mit arabischer Melodik verbindet, die farbenfroh ist, ohne kunterbunt zu werden; deren Intelligenz vom Herzen aus regiert wird - Musik, die uralt und hochmodern ist, die unterhaltsam ist, weil sie fasziniert. Hier geht es weit über das gewöhnliche 'Shake Hands' der Weltmusik hinaus. Die Musikstile werden nicht nur gegenüber gestellt, sondern verflechten sich in ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Die Stuttgarter Nachrichten schrieben: "Den Höhepunkt des Abends markierte das Chris Jarrett Trio. Jarrett schaffte mit seiner *New World Music* nicht nur die Balance zweier Instrumente aus unterschiedlichen Kulturen, des Klaviers und der arabischen Oud, sondern auch die musikalische Aussöhnung von Islam und Christentum: In der Zugabe zitierte er einen Bach-Choral, während Karim Othman Hassan auf der Oud orientalische Skalen spielte und Drummer Shakir Ertek, ein Schlagzeug-Schelm, den Schalk im Nacken und die vertracktesten Takte im Griff hatte. Wenn solche Leute der Jazz sind, dann steht Jazz für Offenheit, Toleranz und musikalische Meisterschaft."
 
 
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Mittwoch 26.01.2005 - 20:30 Uhr
 
DAVE LIEBMAN
 
DAVE LIEBMAN (Saxophone), JÜRGEN FRIEDRICH (Piano), JOHN HEBERT (Bass), TONY MORENO (Drums)
 
In Deutschland gibt es viele aussergewöhnlich gute Pianisten. Einer der besten unter Ihnen ist JÜRGEN FRIEDRICH, der im Jahr 98 in New York mit dem aus New Orleans stammenden Bassisten JOHN HEBERT und dem New Yorker Drummer TONY MORENO ein Trio gründete. Mittlerweile haben sie unzählige Konzerte in USA und Europa gegeben und drei CDs eingespielt. Vom ersten Tag an war klar, dass diese Konstellation ein echter Glücksfall ist. Traumwandlerisch kommunikativ und mit nahezu telepathischen Kräften navigiert das Trio im Spannungsfeld von Modern Jazz und Improvised Music. Auf ihrer letzten CD *Resistance* musizieren sie so sensibel und interaktionsreich, wie dies nur den wirklich guten Trios gelingt. Sei es eine Ballade oder das rasant pulsierende *Sonnet*: Stets kommunizieren drei gleichberechtigte Musiker miteinander. "Besser geht´s kaum. 5 Sterne" (Fonoforum 2003). Nach Singen bringen sie Verstärkung mit. Den renommierten US-Sopransaxophonisten DAVE LIEBMAN, der wahrlich einer der ganz, ganz Grossen ist und eine unverwechselbare Stimme hat. Auf dem letztjährigen Jazzfestival in Willisau sorgte er für "eine wahre Sternstunde, einer der grössten Könner am Saxophon" (NZZ und Tagesanzeiger). "Vier Instrumente sprachen mit einer Stimme. Auch in den schillerndsten Eskapaden ein bestens eingespieltes Team. Das fulminante Quartett hat nicht nur Spass an schriller Improvisation, sondern auch an wunderschönen Melodielinien. Auch wenn Liebman sein Saxophon gerne schreien liess und sich energetische Dispute mit den anderen Instrumenten lieferte: Der New Yorker formte ebenso viele zärtliche und melancholische Töne. Donnernder Applaus der Zuhörer dankte den vier grandiosen Musikern. Ein brillianter Auftritt." (Krefelder Zeitung 2003). Ein absolutes Muss für alle Jazzfans!
 
 
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Freitag 07.01.2005 - 20:30 Uhr
 
PARADOX TRIO
 
MATT DARRIAU (Saxophone/Clarinet), BRAD SHEPIK (Guitar), RUFUS CAPPADOCIA (E-Cello), SEIDO SALIFOSKI (Dumbek)
 
Es gibt wohl wenige Personen, die über eine so reichhaltige Schallplattensammlung aus Osteuropa verfügen wie der Saxophonist MATT DARRIAU, der zu einem der massgeblichen Musiker der Downtown Music Scene von Manhattan gezählt werden kann und der seine künstlerische Heimat im Dunstkreis der Knitting Factory hat. Beim Jazzfestival Berlin 2003 hatte er mit seinem PARADOX TRIO einen sensationellen Auftritt. Matt Darriau ist Amerikaner und stammt aus Bloomington/Indiana. Die Musik des Balkans kennt er schon seit seiner Kindheit. Ihr Klang beeinflusst Matts Amsatz und Spielweise auf Saxophon und Klarinette, sowie seine Kompositionstechnik wesentlich. Diverse ethnische Flöten und andere Blasinstrumente wecken sein Interesse, und er versteht sie auf meisterhafte Art und Weise zu spielen. Im Paradox Trio (das paradoxerweise aus vier Musikern besteht) verwirklicht er mit seinen Partnern seine Vorstellungen und Erfahrungen des Balkan aus dem Lebensgefühl eines in New York lebenden Jazzkünstlers. SEIDI SALIFOSKI ist New Yorks herausragender Dumbek-Spieler und stammt aus Mazedonien. BRAD SHEPIK (schon häufig zu Gast beim Jazz Club) spielt die Tanzmelodien auf der elektrischen Gitarre in atemberaubender Geschwindigkeit und Präzision. RUFUS CAPPADOCIA stammt aus Kanada und ist am elektrisch verstärkten Cello zu hören. Die reichhaltigen Traditionen aus dem Balkan, der Türkei, der Musik der Roma und des Klezmer bilden die Grundlage für das Paradox Trio. Man kann das Repertoire des Paradox Trios nur schwerlich einem bestimmten Genre zuordnen, entscheidend ist aber, dass hier einzelne Aspekte der vielfältigen Klezmer Musik beleuchtet werden. Ein wahrlich spannender Auftakt des Jazzjahres 2005 beim Jazz Club Singen.
 

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Text: R. Kolmstetter

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