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| Freitag 15.12.2006 - 20:30 Uhr |
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| MARC COPLAND & DAVE LIEBMAN |
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| MARC COPLAND (Piano),
DAVE LIEBMAN (Tenor/Sopr.Sax) |
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Das
Schönste von Zweien zu sagen: Ein Dritter würde nicht stören, aber
vermisst wird er nicht. Die Kunst des Duos ähnele dem eines
Liebesaktes, schrieb Joachim-Ernst Berendt und lobte die "intensive
menschliche Beziehung als Grundvoraussetzung künstlerischen
improvisatorischen Duo-Spiels". Von Seelenverwandtschaften liest man
oft und vom harmonischen Refugium, das Zwiegespräch als Metapher darf
nicht fehlen und der Gedanke des musikalischen Voyeurismus. Man ist
also gewappnet, wenn das nächste Duo naht, und doch verschlägt es
einem unerwartet die Vergleiche, man hört einfach zu. Das DAVE
LIEBMAN - MARC COPLAND DUO existiert erst seit ein paar Jahren,
spielt, als habe es alle Zeiten der Welt, und platzt doch vor
Neugierde auf alles, was die beiden in den letzten Jahrzehnten
gemeinsam versäumt haben. Da erfüllen sie Standards wie *In Your Own
Sweet Way*, Kompositionen wie *Blue In Green* und *Maiden Voyage*, *Cry
Want* von Jimmy Giuffre oder eine tanzende Melodie wie *Bookends*, die
ihrer Doppel-CD auf HatOlogy den Namen gibt. Sie haben lange
gebraucht, um sich zu finden: MARC COPLAND (geboren 1948,
Philadelphia) sowie DAVID LIEBMAN (geboren 1946, Brooklyn) der bei
Miles Davis auf Klassikern wie *On the Corner* und *Get Up With It*
den Saxophonpart übernahm und seit 25 Jahren das Privileg geniesst,
sein eigener Kosmos zu sein, von Kollegen ebenso bewundert wie vom
Publikum oft übersehen. Er spielt auf komplizierte Weise ganz
einfach, als stülpe er sein grosses Vorbild John Coltrane nach innen,
als wende er dessen Intensität gegen sich selbst. *WTC* nennt er
seine Hommage an New Yorks implodiertes Symbol - weit entfernt vom
Betroffenheitskitsch anderer Jazzgrössen wie z.B. C. Haden - und dann
bleibt am Ende eine Saxophoncoda, die nach innen geht, als sauge er
den Schrei in sich hinein. Ideal dazu Marc Coplands sparsames
Klavierspiel, das Töne und Akkorde als Wegmarken setzt, den Raum
absteckt und die Atempausen vorgibt. "Unter den hundert CDs, die man
im Falle von Feuersbrunst und anderen Tiefschlägen als musikalische
Notration eingepackt haben sollte, werden diese beiden CDs sicherlich
stehen." (Die Zeit) |
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| Donnerstag 30.11.2006 - 20:30 Uhr |
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| DAERR / SIEVERTS / JÜTTE »Germany 12 Points« |
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| CARSTEN DAERR (Piano),
HENNING SIEVERTS (Bass), BASTIAN JÜTTE (Drums) |
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Ein
ganz neues und äusserst inspiriertes Trio ist auf der Gemsbühne zu
hören. Pianist CARSTEN DAERR, Bassist und Cellist HENNING SIEVERTS
und Schlagzeuger BASTIAN JÜTTE sind Musiker von enormer klanglicher
Phantasie - und jeder einer der grossen Könner in der jüngeren
Generation des bundesdeutschen Jazz. Nach dem Pianisten Michael
Wollny nun also mit CARSTEN DAERR eine weitere grosse Klavierjazz
Entdeckung. Die Idee zu den Aufnahmen »Germany 12 Points« (Act Music)
stammte vom Producer Sigi Loch, der damit seinem Freund Ralph Siegel,
Komponist unzähliger Schlager - viele dabei beim "Grand Prix
d'Eurovision de la Chanson" vertreten - eine besondere musikalische
Huldigung zukommen lassen wollte. Mit dem Trio wählte er die
geeignetsten Stücke aus, ging ins Studio und höchst kreativ ans Werk.
Viele Broadway-Schlager wurden erst durch Jazzinterpretationen zu
Standards, die scheinbar für alle Ewigkeit ins Great American
Songbook eingingen. Ob einige Siegel-Hits nun zu deutschen Jazz
Standards werden, wird sich zeigen. Doch das Ergebnis der Aufnahmen
dieses Trios spricht dafür. Siegel ist Kult. Das gilt auf jeden Fall
für die Welt des Eurovison Song Contest. DAERR, SIEVERTS und JÜTTE
tragen diesem Umstand mit ihren hoch inspirierten Versionen auf feine
Art Rechnung. HENNING SIEVERTS meint: "Eine Melodie wie *Dschingis
Khan*, *Ein bisschen Frieden* oder *Lass die Sonne in Dein Herz*, so
einfach sie auch sein mag, ist ebenso gut geeignet für Jazz-Versionen
wie manche Broadway-Melodie." SIEVERTS Worte dürften den
Gershwin-Verehrer Ralph Siegel begeistern - und diese in kunstvollen
Verfremdungen subtiles Eigenleben findenden Aufnahmen viele Fans des
zeitgenössischen Jazz überzeugen. Fazit? Germany 12 Points. |
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| Freitag 03.11.2006 - 20:30 Uhr |
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| MARILYN MAZUR »Percussion Paradise« |
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| MARILYN MAZUR /
BENITA HAASTRUP / LISBETH DIERS / BIRGIT LARSEN /
JOSEFINE CRONHOLM (Percussion) |
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Die
dänische Percussionistin MARILY MAZUR, die von 85-89 die Band von
Miles Davis zum Kochen brachte, zur Wayne Shorter Band gehörte und
seit 1990 Jan Garbarek zur Seite steht, hat parallel zu ihrem
langjährigen Ensemble *Future Song* im Jahr 2000 das Projekt »Percussion
Paradise« auf den Weg gebracht. MARILYN MAZUR liebt es, wenn Musik
telepathisch, überraschend, emotional , warm und lebhaft ist, wenn
sie sich vom sanftesten, lyrischen Hauch und mysteriösen Groove zur
kraftvollen, wilden Energieentladung spannt. Mehr als je zuvor ist
sie hier auf ihre Weise eine Weltmusikerin, eine musikalische
Streunerin, die perkussive Spielweisen vom ganzen Erdball, aber vor
allem zwei Stränge aufgreift. Da ist zum einen das Afrikanische, die
Polyrhythmik auf mit Fellen bespannten Trommeln, Klanghölzern und
anderen einheimischen Percussionsinstrumenten. Das bleibt recht nah
an den Wurzeln. Weitaus freier wirkt die Anmutung des Fernöstlichen,
Improvisationen auf einem umfänglichen Arsenal von Gongs und Becken.
Das ist ein stetes Wechselspiel, ein Pendeln, auch eines zwischen
rhythmisch angezogenen Passagen und entspannenden Momenten. In ihrem
Percussion Paradise, mit den interessantesten dänischen
Percussionistinnen, vereinigen sich virtuose Percussion und vokale
Improvisation mit theatralischen und tänzerischen Elementen zu einer
emotionalen, warmen, geheimnisvollen, zauberhaften und lebhaften
Klangvielfalt, die für die Musik der Jazzpar-Preisträgerin (sozusagen
der Jazz-Nobel-Preis) charakeristisch ist. Schon allein das
Bühnenbild mit seinen unzähligen verschiedenen
Percussionsinstrumenten ist den Eintritt wert. Ein Gesamtkunstwerk
aus vielfältigster Percussion, vokaler Akrobatik und harmonischer
Choreografie. Mit freundlicher Unterstützung der SPARKASSE SINGEN-RADOLFZELL |
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| Donnerstag 26.10.2006 - 20:30 Uhr |
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| ROBERTO RODRIGUEZ |
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| ROBERTO RODRIGUEZ (Drums/Perc),
GILAD HARREL (Altosax/Basscl.), CURTIS HASSELBRINK (Trombone),
URI SHARLIN (Accordion/Organ), MEG OKURA (Violin),
MARY WOOTEN (Cello), JENNIFER VINCENT (Bass) |
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Wie
oft dringt ein Klang an unser Ohr, von dem wir meinen, etwas
Derartiges noch nie gehört zu haben? Der in New York lebende Perkussionsit ROBERTO
RODRIGUEZ generierte mit seiner CD *El Danzon de Moises* (Tzadik) eine Musik,
wie es sie in der Tat noch nie
gegeben hat. Er unternimmt einen fiktiven Ausflug in die Traditionen
der jüdischen Klezmer-Musik. Mit seinem ungewöhnlich besetzten
Septett, alle Musiker kommen aus dem Big Apple New York, generiert er
auf der Basis kubanischer und osteuropäischer Musik (in der Lower
East Side von New York schlägt sowohl das jüdische als auch das
kubanische Herz) ein äusserst entspanntes Niemandsland, das uns die
Zeit vergessen lässt. Jede Beschreibung dieser geschmeidigen Klänge
und Rhythmen ist umsonst, solange man die Musik nicht selbst sprechen
lässt. RODRIGUEZ ging schon lange schwanger mit der Idee eine
kubanische Platte mit jüdischem Background einzuspielen, hatten doch
beide Richtungen starken Einfluss auf sein Melodiegefühl. Erstaunlich
ist jedoch, dass diese Begegnung niemals in Kuba stattgefunden hat,
obwohl viele Juden Anfang letzten Jahrhunderts nach Kuba kamen und
ihre Traditionen mitbrachten. Rodriguez Musik verkörpert also
imaginäre Musik einer ganz konkreten Zeit, die eigentlich hätte
stattfinden müssen. Er benutzt die Essenz von jüdischer und
kubanischer Musik. Der Schnittpunkt ist vielleicht klassische Musik,
denn beide Kulturen haben die Klassik verinnerlicht. Einfach
Umwerfend! |
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| Donnerstag 28.09.2006 - 20:30 Uhr |
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| PAGO LIBRE |
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| ARKADY SHILKLOPER (Flügelhorn),
JOHN WOLF BRENNAN (Piano), TSCHO THEISSING (Geige),
GEORG BREINSCHMID (Bass) |
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Der
irische, in der Schweiz lebende Pianist JOHN WOLF BRENNAN denkt und
arbeitet in parallel laufenden Projekten. Diese zeichnen sich durch
verschiedenartige stilistische Ansätze und Texturen und
unterschiedliche instrumentelle und musikalische Konstellationen aus.
Eines dieser Projekte, das nunmehr ins siebzehnte!! Jahr geht, ist
das Quartett PAGO LIBRE mit dem sensationellen russischen
Waldhornisten ARKADY SHILKLOPER (u.a. Moscow Art Trio und Vienna Art
Orchestra), dem österreichischen Geiger und Sänger TSCHO THEISSING
und dem österreichischen Bassisten GEORG BREINSCHMID. Ein wahrhaft
grenzenüberschreitendes Ensemble. Das mag einem eher
kammermusikalisch als jazzgemäss erscheinen. Aber keine Angst: Kam
die Musik des Quartetts in früheren Jahren eher in klangfarblicher
Delikatesse und Sinnlichkeit daher, erscheint sie nun regelrecht
entfesselt. PAGO LIBRE gibt sich als eine vor Spielfreude berstende
Live Band (*Wake up call*, Leo Records), die allen erdenklichen
Musiksparten zwischen Klassik, Folklore und Jazz wildert und
gleichzeitig kollektivistisch-demokratisch einen jeden zu Wort kommen
lässt. Ihr neues Programm heisst *Stepping out* und ist auf dem Label *Leo*
als CD erschienen. "Sie entwickeln eine fabulierende Zitierlust, eine
Freude an Parodie und Travestie quer durch die
russisch-alpenländisch-wienerisch-balkanische Musikgeografie, und
zwar so zwanglos locker und lustvoll, dass die Gefahr des
karnevalesken Sauglattismus, bei sochen Kostümfesten ja nie ganz von
der Hand zu weisen, sich nie zur Langeweile verdichtet: Wiener Schmäh
z.B. wird locker mal hingetupft, kaum hat man ihn wahrgenommmen, sind
die vier ein paar Schritte weiter. Witzig, komisch, anrührend und
immer überraschend." (Weltwoche).
Kurze Zitatensammlung zu PAGO LIBRE: "Ein mitreissendes Vergnügen", "Never
less than fascinating", "Virtuosität und unerhörte Verspieltheit", "Outstanding
masters of new jazz" und "PAGO LIBRE übertrifft jede Erwartung". |
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| Freitag 08.09.2006 - 20:30 Uhr |
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| ALEXANDER V. SCHLIPPENBACH »Monks Casino« |
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| ALEXANDER V. SCHLIPPENBACH (Piano),
AXEL DÖRNER (Trumpet), RUDI MAHALL (Bassklarinette),
JAN RÖDER (Bass), ULI JENNESSEN (Drums) |
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Der
Pianist ALEXANDER V. SCHLIPPENBACH schreibt zu diesem
aussergewöhnlichen Projekt: "Auf die Idee, das Gesamtkunstwerk von
Thelonious Monk (70 Kompositionen) zu erarbeiten und in eine für eine
Live Aufführung praktikable Form zu bringen, kamen wir in den Jahren
1996-97. Nach längerem Suchen und Finden (das Monk Fake Book gab es
damals noch nicht) hatten wir alles zusammen und die erste Aufführung
fand statt im Jazzhaus Treptov. Auf die Dauer ergab sich eine
Unterteilung in drei Sets von je 23 Stücken. Nach vielen Konzerten
gab es im Februar 2004 einen Livemitschnitt aus dem Berliner A-Trane
(Intakt Records 3 CDs 'Ein grosses Werk'). Weil die Kompositionen
hier das Wichtigste sind, haben wir bei manchen Stücken ganz auf
Improvisation verzichtet. Bei den Arrangements haben wir uns einige
Freiheiten erlaubt. Vieles ist während der Proben entstanden und hat
sich später beim Spielen ergeben. »Monks Casino« ist kein!
Enzyklopädisches Vorhaben, sondern eine Bearbeitung des Gesamtwerkes
von T.M. für eine Live Darbietung an einem Abend, bei dem es oft
schnell und manchmal auch recht turbulent zugeht. Es ist aber alles
gut organisiert und soweit unter Kontrolle! Also dann..." Das
umfangreiche Repertoire wird also nicht andächtig abgefeiert, sondern
in neue Abläufe gebracht. Nicht Perfektion, sondern Expression stehen
im Vordergrund. Die Soli des Bassklarinettisten RUDI MAHALL (ein
neuer Monk Sound) und des Trompeters AXEL DÖRNER (Träger des SWR
Jazzpreises 2006) geben dem Ganzen die Würze, Bassist JAN RÖDER und
Schlagzeuger ULI JENNESSEN tun ein Übriges. Das Marathon »Monks
Casino« ist Pioniertat, Würdigung und Retrospektive in einem. Das
muss man einfach gesehen, gehört und erlebt haben. |
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| Freitag 07.07.2006 - 20:30 Uhr |
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| PICASON »Timba Cubana« |
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Das
14 Musiker umfassende Orchester PICASON ist eine der wenigen
bekannten Bands ausserhalb Kubas, die sich voll und ganz der
modernsten Form der kubanischen Musik widmen: *Timba* steht für ein
fetziges Salsa-Feuerwerk mit 'funky' Bläsersätzen und einer
Extradosis afro-kubanischer Power-Rhythmen. Seit 1985 schreibt
Picason Salsa-Geschichte mit über 400 Konzerten in Europa und
Lateinamerika, darunter drei Tourneen in Kuba. Auch der kubanische
Ausnahme-Flötist Orlando 'Maraca' Valle wurde 1996 am Jazz Festival
Montreux vom PICASON-Fieber gepackt und schrieb eigens für die Band
einen Teil des aktuellen Programms. Timba bedient sich
verschiedenster musikalischer Einflüsse. Die 70er 'Funkjahre' halten
genauso Einzug wie Hip-Hop und ein bischen Rap. Die Grooves sind
polyrhythmischer und ein wenig härter als bei der traditionellen
Salsa. Die dreifach besetzte Rhythm-Section hat mehr Freiräume für
Improvisation und Bass und Piano spielen druckvollere und komplexere
'Tumbaos'. Die Bläser Riffs der beiden Saxophonisten und der drei
Trompeter sind schneller und die Texte der vier Sänger unter Leitung
des kubanischen Leadsängers ERNESTO MANUITT sind frecher geworden. Er
ist sozusagen die "extra-scharfe Chilischote". Als jüngstes
Bandmitglied ist er ein Garant für die Authentizität und hohe
Qualität sowie für die erfrischende Energie der beiden letzten
PICASON Alben *Timba* und *Que Felicidad*. "Picason hat sich mal
wieder als eine überragende Salsa-Band profilieren können und ist
seit Jahren ein heisser Tip für Salsa erster Güte." (Basler Zeitung) |
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| Donnerstag 29.06.2006 - 20:30 Uhr |
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| YURI HONING Trio |
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| YURI HONING (Tenorsax),
TONY OVERWATER (Bass), JOOST LIJBAART (Drums) |
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Die Spezialisten wissen seit langem, dass der Holländer YURI HONING zu den
besten Saxophonisten Europas gehört. Sie kennen auch sein Trio mit dem
herausragenden Bassisten TONY OVERWATER und dem Schlagzeuger JOOST
LIJBAART, das seit 15 Jahren in zunehmender Intensität an der Klangwirkung
der kargen, herausfordernden Besetzung feilt. Die drei machen
ausschliesslich ihr eigenes Ding und das besonders richtig gut, wenn sie
vor Publikum spielen. Die CD *Alive* (SunnyMoon) dokumentiert einen
solchen magischen Moment der kreativen Intensität. Im Juni 2004 im Bimhuis,
dem berühmten Club der Jazzstadt Amsterdam aufgenommen, gelingt den
Musikern ein grosser Spannungsbogen über das gesamte Set hinweg, der in
den einzelnen Songs seine Entsprechung hat. Egal ob eigene Lieder oder
Adaptionen z.B. von Björk, das Trio agiert begeisterd kommunikativ,
strukturell offen, inhaltlich souverän und vielseitig. Hinzu kommt der
Song *Afras de porta* von Chico Buarque, der gleichsam als Eingangstor zur
brasilianischen Musik diente. Insgesamt eine Tour de force in Richtung
dessen, was YURI HONING schon früher als 'Heart of Things' bezeichnete,
als eine Art 'Kernanliegen': Musik, die aus dem Herzen kommt und in die
Herzen der Zuhörer findet, mit den sanften Gewichten von Lyrik, Rhythmus
und Transparenz. "Dies ist dem YURI HONING TRIO trefflich gelungen und es
wird Zeit, dass das bekannt wird." (Jazzpodium) "YURI HONING kümmert sich
nicht um Mainstream-Rezepte, sondern folgt dem holländischen Mutterwitz.
Wer einen Abba-Hit spielt, als wäre er vom späten Coltrane, ist nicht mit
Standardmass zu messen. Eine Überraschung jagt die andere. Ungestüm,
grell, dann wieder auf hinreissend karge Art lyrisch ist der sinnlich
aufregende Jazz dieser Band... Eine Entdeckung!" (H.J. Schaal, Jazzthing) |
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| Mittwoch 07.06.2006 - 20:30 Uhr |
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| VIBRATANGHISSIMO |
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| ARNULF BALLHORN (Bass),
OLI BOTT (Vibraphone), TUYET PHAM (Piano),
JUAN L. AISEMBERG (Viola) |
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Vier
erfolgreiche junge Musiker sind in der Jazzstadt Berlin
zusammengekommen, um die Gruppe VIBRATANGHISSIMO zu gründen. Eine
formation, die die musik des grossen argentinischen Komponisten Astor
Piazollas und des Vibraphonisten Oli Bott auf eine ganz neue Art
präsentiert. Dank der originellen und faszinierenden, für eine
Tangogruppe gar nicht üblichen besetzung - Viola, Vibraphon!, Bass
und Klavier (wo ist das Bandoneon?) - und der vom Jazz und der
Improvisation geprägten eigenen Arrangements bekommt Vibratanghissimo
einen aufregenden und unverwechselbaren Klang. Die argentinischen
Wurzeln des Bratschisten JUAN L. AISEMBERG, die Kreativität OLI BOTTS
am Vibraphon, die Virtuosität ARNULF BALLHORNS am Kontrabass (er
kommt ausserdem aus Steisslingen) und der sensible Charme der
Pianistin TUYET PHAM vollenden die einmalige Physiognomie dieses
Ensembles. Anhören kann man das alles auf ihrer ersten CD "Tango
meets Jazz", für die sie den Studiopreis 2005 des Berliner Senats
bekommen haben.
"Mit VIBRATANGHISSIMO kommt der Tango zu einem neuen Höhepunkt. Und
ob die Musik nun verträumt, vertrackt oder eruptiv daherkommt - stets
verkörpert sie die sanfte Rebellion des Tangos. Ein Besessener mit
vier Schlegeln, der so schnell auf die Platten seines Vibraphons
eintrommelt, dass man ihn kaum noch sieht, was sein Publikum zu
Begeisterungsstürmen hinreisst." (Der Berliner Tagesspiegel).
Laura Esacalada Piazzolla war begeistert von der Musik der vier und
meinte: "Der Bratschist JUAN LUCAS AISEMBERG und seine Mitmusiker
interpretieren mit ihrem gefühlvollen Spiel die Musik meines Mannes
mit Romantik und grosser Inspiration." Dem ist nichts mehr
hinzuzufügen! Mit freundlicher Unterstützung MIGROS Kulturprozent |
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| Freitag 26.05.2006 - 20:30 Uhr |
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| PETER APFELBAUM & The New York
Hieroglyphics |
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| PETER APFELBAUM (Piano/Tenorsax),
PECK ALMOND (Trumpet/Flute), JOSH ROSEMAN (Trombone),
CRAIG HANDY (Altosax), DAVID PHELBS (Guitar),
PATRICE BLANCHARD (Bass), DAFNIS PRIETO (Drums) |
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Die
Grossformation HIEROGLYPHICS ENSEMBLE, die vom Saxophonisten,
Pianisten und Schlagzeuger PETER APFELBAUM 1977 im Alter von 17
Jahren gegründet wurde, strahlt einen ungewöhnlichen community sense
aus und repräsentiert wie kaum eine andere Gruppe die
Melting-Pot-Gesellschaft. Pulsierende Rhythmen aus Westafrika, und
der Karibik, Klangfarben aus Indien und der ganzen Welt vereinen sich
mit Elementen aus Jazz, Rock oder Reggae zu einem homogenen Ganzen,
das sich ungestraft World Music nennen darf. Als er dann 1998 nach
New York zog, löste sich die Band erst mal auf, um Anfang 2003 wieder
gegründet zu werden und endlich das neue Album *It is written* (Act
Music) herauszubringen. Zur aktuellen Ausgabe gehören der
Multi-Instrumentalist PECK ALMOND, das Posaunenass JOSH ROSEMAN, der
kubanische Wunder-Trommler DAFNIS PRIETO, der Altsaxophonist CRAIG
HANDY, der Gitarrist DAVID PHELBS und der Bassist PATRICE BLANCHARD,
wow - was für eine Besetzung! Nach wie vor schafft das Ensemble einen
brodelnden Klang-Kosmos. Die Musik fluktuiert zwischen beinahe
auskomponierten Sequenzen und ganz offenen Stücken. Das Ensemble ist
der Star und deshalb werden die Soli kurz und die Ansprüche hoch
gehalten. Aufbauend auf einer hochkomplexern rhythmischen Basis schuf
Apfelbaum Werke von monumentaler Kraft mit opulenten Klangflächen,
wuchtigen Melodie-Motiven, Kolorierungen, die aus afroamerikanischer
Kultur, vom schwarzen Kontinent, aus Indien, aus dem Herzen der
brodelnden Jazzcity New York stammen und auch die Einflüsse der
Westküste nicht vergessen. |
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| Donnerstag 18.05.2006 - 20:30 Uhr |
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| WOLLNY/KRUSE/SCHAEFER |
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| MICHAEL WOLLNY (Piano),
EVA KRUSE (Bass), ERIC SCHAEFER (Drums) |
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Wenn
*Young German Jazz* (so der Titel der Reihe des Labels ACT) das
bezeichnet, was [em] auf die Bühne bringen - dann muss es einem
wirklich nicht bange werden um die deutsche musikalische Zukunft. Die
Musik des Pianisten MICHAEL WOLLNY, des Schlagwerkers ERIC SCHAEFER
und der Bassistin EVA KRUSE wird manchmal als "unkonventionell"
bezeichnet. Was - mit Verlaub - nur dann wirklich treffend ist, wenn
man eine ziemlich vertrocknete Vorstellung von musikalischen
Konventionen hat. Was zudem überhaupt nicht stimmt, wenn man die
genannten Konventionen an Instrumentenbeherrschung oder ähnlichem
festmachen wollte. Die drei jungen Spitzenmusiker vertonen
musikalische Vorstellungen, deren Wurzeln bei weitem nicht nur in den
Jazz reichen, sondern in alle denkbaren Richtungen der Musikwelt und
brechen schon alleine damit mit Traditionen. [em] bewegen sich, wie
sie selbst sagen, auf "Nebenwegen" und auf einem "groove-orientierten
Trip weg vom Mainstream". Vielleicht ist es gerade das Bekenntnis, es
nicht immer allen recht machen zu wollen, das einen derart
emotionalen Eindruck in der Musik von [em] hinterlässt. Es kommt
nicht von ungefähr, dass (em) des öfteren mit dem Esbjörn Svenson
Trio verglichen werden. Einem ebenfalls eigenwilligen
Könner-Dreigestirn, das seinen Weg geht. Die CD von [em] wurde im
Stereoplay zur CD des Monats gekürt, erhielt im Fonoforum 5 Sterne
und die Süddeutsche schreibt: "Der 26-jährige Pianist spielt bereits
in der ersten Liga der europäischen Jazzmusiker. Jung, unverbraucht,
aufregend, hip eigenwillig, frisch und frech: Mit call it [em] ist
dem Münchner Label Act ein Volltreffer gelungen." |
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| Donnerstag 27.04.2006 - 20:30 Uhr |
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| STEVEN BERNSTEIN |
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| STEVEN BERNSTEIN (Trumpet),
PABLO CALOGERO (Sax/Flutes), D.J. BONEBRAKE (Vibraphon),
DAVID PITCH (Bass), DANNY FRANKEL (Drums) |
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Seit
Jahren steht er ganz oben auf der Wunschliste der Programmmacher des
JAZZ CLUB Singen und nun ist es endlich soweit. Der musikalische
Tausendsassa und Zugtrompete! spielende New Yorker STEVEN BERNSTEIN
(bekannt geworden als Mitglied der Lounge Lizzards) kommt mit eine
seiner zahlreichen Formationen *Diaspora Hollywood* nach Singen, um
seine Art von *New radical jewish jazz-music* zu präsentieren.
Begleitet wird er dabei von dem Saxofonisten PABLO CALOGERO, dem
Vibraphonisten D.J. BONEBRAKE, dem Bassisten DAVID PITCH und dem
Drummer DANNY FRANKEL. Eine wahrlich auserlesene Truppe von New York
Cats, mit denen er unter dem Titel Diaspora Hollywood auf dem John
Zorn Label Tzadik eine vielbeachtete CD vorgelegt hat. Auf diesem
Label ist die CD in der Reihe *New radical jewish music* erschienen.
Zugegeben, es ist nicht ganz leicht, auf Anhieb eine Verbindung
zwischen den Arrangements STEVEN BERNSTEINīS und dem zu ziehen, was
man landläufig unter jüdischer Musik oder Klezmer versteht. Man
stellt sich zu Recht die Frage, was daran jüdisch ist. Aber darum
geht es der Reihe nicht, sondern sie will dem Künstler freie Hand
lassen, sein jüdisches Empfinden individuell auszudrücken. STEVEN
BERNSTEIN schreibt, dass es für ihn, der musikalisch eigentlich aus
einer ganz anderen Ecke kommt, nicht ganz leicht war, als John Zorn
auf ihn zukam und ihn ermunterte, sich seiner jüdischen Wurzeln zu
erinnern und eine Platte zur erwähnten Serie beizutragen.
Mittlerweile sind daraus zum Glück drei CDs geworden, mit vor allem
Eigenkompositionen aber auch Bearbeitungen alter traditioneller
jüdischer Themen. |
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| Donnerstag 13.04.2006 - 20:30 Uhr |
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| ORCHESTRE NATIONAL DE JAZZ |
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| FRANK TORTILLER (Vibraphon/Leitung),
JEAN GOBINET (Trompete), ERIC SEVA (Saxes),
MICHEL MARRE (Tuba/Horn), JEAN-LOUIS POMMIER (Posaune),
VINCENT LIMOUZIN (Keyboards), XAVIER GARCIA (Keyboards),
PATRICE HERAL (Percussion), YVES TORCHINSKY (Bass),
DAVID DUTEIL (Drums) |
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Das
französische ORCHESTRE NATIONAL DE JAZZ, vor Jahren vom ehemaligen
Kultusminister Jacques Lang ins Leben gerufen, steht seit Ende 2005
unter neuer Leitung: Der Vibraphonist und Percussionist FRANK
TORTILLER (auch Mitglied des Vienna Art Orchestras) wird nun für zwei
Jahre Frankreichs Jazz-'Nationalmannschaft' vorstehen. Seit langem
beschäftigt er sich mit der Musik der legendären Rockband *Led
Zeppelin*, jener mystischen Formation der 70er Jahre, die einen
ungeheuren Einfluss auf die Musik der nachfolgenden Generationen
ausübte. Diese Arbeit führt er jetzt mit dem ONJ weiter - freilich
nicht im Sinne eines blossen Nachspielens alter Led Zeppelin Stücke,
sondern einer speziellen Beschäftigung mit den Arrangements der
Londoner Gruppe. Die Orchestration erlaubt ein 'Surfen' auf einem
musikalischen Universum, das parallel zu dem von Led Zeppelin ist und
das Einflüsse aus Jazz und Klassik gleichermassen aufgreift. Im
Zentrum eines ständig brodelnden Sounds steht dabei der pulsierende
Rhythmus. Ein Programm also, das nach vielen Seiten hin offen ist,
bei dem sich ästhetische Teile mit kollektiven Annäherungen an die
Musik von Led Zeppelin verbinden, bei dem aber sicherlich auch ein
Hauch Nostalgie mitschwingt. |
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| Freitag 31.03.2006 - 20:30 Uhr |
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| JOEL HARRISON |
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| JOEL HARRISON (Guitars/Vocals),
DAVID BINNEY (Saxophone), STEPHEN CRUMP (Bass),
DANIEL WEISS (Drums) |
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Das
erste Album für Act-Music *Free Country* des aus San Francisco
stammenden Gitarristen, Sängers und Songwriters JOEL HARRISON wurde
unverzüglich mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik bedacht.
Es erschien wohl genau zur richtigen Zeit. Die eigentümliche Melange
aus dem *Blues des weissen Mannes*, der Country Music, der mit der
neuen alten Kultfigur Johnny Cash gerade eine Renaissance erlebte,
und jazzigen Improvisationen überzeugte Kritik und Publikum.
HARRISON, dessen Stimme für diese Musik wie gemacht ist, hat seinen
Weg gefunden, die beiden einflussreichsten amerikanischen Musikströme
des letzten Jahrhunderts unprätentiös authentisch miteinander zu
kreuzen. Das Resultat ist ein uramerikanischer Melting Pot,
intelligentes Singing/Songwriting, das durch die Jazzeinflüsse nicht
artistisch dekonstruiert, sondern behutsam erweitert wird. Auch seine
zweite CD *So long 2nd Street* beweist, dass dies eine Musik ist, auf
die kein Etikett passt. Und so sehr JOEL HARRISON zugleich von
Country und von Jazz ausgeht, so sehr lehnt er dennoch eine Schublade
wie *Country-Jazz* ab. Und wenn man ihn hört wird auch klar warum.
Was seine Musik besonders auszeichnet ist ihre stilistische Offenheit
und Klischeelosigkeit bei dem gleichzeitigen Eindruck, dass hier
dennoch alles aus einem Guss ist. Flirrende Rasanz und die Schönheit
eines lyrischen Solos auf der National Steel Guitar, hymnischer
Gospel-Duktus und Country Lakonie, klassisch-moderner
Jazzklavier-Sound und kontrolliert-ekstatische Saxophon-Linien. All
das verbindet sich in seiner Musik bruchlos. Nicht Stil-Purismus
schwebt ihm vor, sondern eine Geschlossenheit der Intention und des
Gefühlsausbruchs. Unterstützt wird er dabei von dem phantastischen
Saxophonisten DAVID BINNEY, dem Bassisten STEPHEN CRUMP und dem
Drummer DANIEL WEISS, die mit ihm schon seit Jahren eine verschworene
Gemeinschaft bilden. |
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| Donnerstag, 16.03.2006 - 20:30 Uhr |
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| MYRA MELFORD »Be Bread Trio« |
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| MYRA MELFORD (Piano),
BRANDON ROSS (Guitar), STOMU TAKEISHI (Bass) |
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Die
amerikanische Pianistin MYRA MELFORD zum vierten Mal mit ihrer
brandaktuellen neuen Band beim JAZZ CLUB Singen. Es ist, wie wenn man
auf Reisen einen Ort kennenlernt und beim Abschied intuitiv weiss,
dass man nicht zum letzten mal hier war. So geschehen beim letzten
Konzert, als sie abreiste. Diese Musikerpersönlichkeit gehört zu
denjenigen Künstlern, die man in Auge und Ohr behält und darauf
wartet, ein weiteres Engagement zustande zu bringen. Sie macht Musik
über Musik. Grenzen verschwimmen. Komposition klingt
improvisiert, Improvisation komponiert. Ernst wird heiter. Heiterkeit
ernst. Melford will weg von den Kategorisierungen, die auch die Welt
des Jazz beherrschen. Sie kommentiert, reflektiert Stilistiken und
Einflüsse, bleibt dabei aber herausfordernd offen und zuweilen
schelmisch verspielt. Die zwei Musiker, die die Pianistin aus dem
Kreis der New Yorker Downtown Szene in ihrer neuen Gruppe "Be Bread
Trio" um sich versammelt hat, widersprechen ebenso wie sie selbst dem
Klischee der künstlerischen Eindimensionalität. Ihre kommunikativen
Fähigkeiten sind erstaunlich, reagiert doch jeder für sich
konzentriert auf die vielseitigen Angebote der anderen. Bei MYRA
MELFORD, dem Gitarristen BRANDON ROSS und dem Elektrobassisten STOMU
TAKEISHI (beide sind dem Singener Publikum durch verschiedene
Auftritte beim JAZZ CLUB bestens bekannt) steht immer der
Gruppenklang im Vordergrund, die Wirkung eines komplexen
Miteinanders, das das MYRA MELFORD TRIO souverän von vielen
selbstverliebten Avantgarde-Projekten unterscheidet. "Die Frau hat Power.
Ihre Musik vereint die Essenz von Souljazz und
Hard Bop, von Funk und Free Jazz mit Sprengseln von Keith Jarrett und
Cecil Taylor, einigen Häppchen von Monk und einer Portion Gospel."
(Jazzthetik). "Egal, ob aus Bauch, Herz oder Intellekt musiziert wird, immer ist
die Hingabe an die Musik total und risikobereit offen."
(Rondo). Der Südkurier schrieb nach ihrem letzten Auftritt in Singen: "Es
erstaunt nicht, dass sie auf dem Programm des JAZZ CLUBS Singen
stand. Ist sie doch eine der kreativsten Komponistinnen und
Improvisatorinnen des modernen Jazz und dazu eine Musikerin, die in
Singen bereits in unterschiedlichen Besetzungen herausragende
Auftritte absolvierte. Ob sie wohl wieder einmal vom JAZZ CLUB Singen
eingeladen wird?" Selbstverständlich - und auch diesmal wird es ein
besonderes Erlebnis werden. |
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| Freitag 03.03.2006 - 20:30 Uhr |
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| HR-BIG BAND Ltg. JIMMY HEATH |
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Der
mittlere der drei Heath Brothers, JIMMY ist nicht nur ein
herausragender Saxophonist und Flötist, sondern auch ein Komponist
und Arrangeur mit persönlicher Handschrift. Er verkörpert die
Jazzgeschichte wie derzeit nur noch wenige. 1926 in Philadelphia
geboren, gehörte er zur Dizzy Gillespie Big Band, die 1949 mit Titeln
wie *Things to Come* den Bebop ins Big-Band-Idiom überführte. Er
spielte mit Miles Davis und Kenny Dorham und schrieb für Chet Baker
und Art Blakey. Mit seinen Brüdern Percy, Bass und Albert, Drums
formierte er in den 70er Jahren die erfolgreichen *Heath Brothers*.
2003 wurde er mit dem American Jazz Master Fellowship für seine
Lebensleistung ausgezeichnet, eine Ehre, die er u.a. mit Ella
Fitzgerald, Count Basie und Dave Brubeck teilt. 60 Jahre gelebte
Jazzgeschichte werden einfliessen, wenn JIMMY HEATH die phantastische
18köpfige BIG BAND DES HESSISCHEN RUNDFUNKS als Dirigent durch seine
Kompositionen und Arrangements führt. Dieses Konzert ist ausser in
Singen nur noch einmal in Frankfurt live zu erleben und wird bestimmt
eins der Highlights in der siebzehnjährigen Geschichte des JAZZ
CLUBS, der sich darauf freut nach Benny Golson im Oktober 2005 mit
Jimmy Heath wieder eine lebende Jazzlegende präsentieren zu können. |
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| Freitag 10.02.2006 - 20:30 Uhr |
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| AMBASSADORS OF NEW ORLEANS |
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| BRENT ROSE (Saxophone),
MATT PERRINE (Sousaphone), ERIC LUCERO (Trumpet),
RICK TROLSEN (Trombone), TANIO HINGLE (Bass Drum),
KERRY HUNTER (Snare Drum) |
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Achtung:
Hier kommt keine verstaubte Oldtime-Jazzband! Die AMBASSADORS OF NEW
ORLEANS sorgen mit ihrer Mischung aus Jazz, Funk, Blues, Traditionals
und Cajun für frischen Wind in der Musikszene. Sie wurden für ein
Spezialprojekt des Basler Jazzpianisten George Gruntz im vergangenen
Januar geboren und der Sousaphonist MATT PERRINE (bekannt aus Ray
Anderson's Pocket Brass Band) stellte eine hochkarätige Marching Band
zusammen. Ihre Mitglieder gehören allesamt verschiedenen bekannten
Stammformationen in New Orleans an. Weil aber die Zusammenarbeit als
Ambassadors in Basel viel Spass gemacht hat, beschlossen die Musiker,
die Band weiterzuführen und nun sind sie auf erster grosser
Europatournee und natürlich beim Jazzclub Singen. Als
Botschafter aus New Orleans bringen die sechs Musiker die
Vielfalt des kulturellen Schmelztiegels Louisianas auf die Bühne. Im
Repertoire hat neben Jazz, Traditionals, Cajun noch vieles mehr Platz
- immer auf der Basis von deftigem Brassband-Funk: Funky Mardi Gras
heisst auch der Programmtitel, den sie gewählt haben. Rechtzeitig zur
Karnevalszeit lassen sie das Mardi-Gras-Fieber auf Europas Bühnen
überschwappen. Dass die Mischung groovt und die Zuschauer mitreisst,
zeigten sie am Berliner Jazzfestival 2004, wo sie vor und während der
Konzerte die Besucher im Foyer als Marchingband überraschten und
begeisterten. |
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| Donnerstag 26.01.2006 - 20:30 Uhr |
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| MARIO PAVONE'S »Orange Group« |
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| MARIO PAVONE (Bass),
PETER MADSEN (Piano), TONY MALABY (TenorSax),
STEVEN BERNSTEIN (Trumpet), GERALD CLEAVER (Drums) |
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Seit
40 Jahren ist der Bassist MARIO PAVONE in der New Yorker Szene mit
eigenen Gruppen oder als Partner anderer Musiker präsent. So hat er
mit vielen legendären Innovatoren als auch mit den am meisten
geschätzten jungen Musikern gespielt und dabei stets die Eckpfeiler
des Jazz neu definiert, u.a. in den Trios von Paul Bley, Bill Dixon,
Thomas Chapin und Anthony Braxton, um nur ein paar zu nennen.
Bemerkenswert bei ihm ist auch, dass im Gegensatz zu vielen anderen
Musikern seine letzten CD Einspielungen, von mittlerweile immerhin
16, auch seine erfolgreichsten sind und er auf den Bestenlisten von
Allabout Jazz New York und anderen Jazzzeitschriften erscheint. Mit
seiner *Orange Group* hat er auf dem Label Playscape Recordings zwei
äusserst bemerkenswerte CDs mit topaktuellem Modern Jazz eingespielt,
kraftvolle und kreative Klänge, rhythmisch orientiert und mit
durchgehenden Strukturen. Es entstehen Bilder, die von dem kompakten
Sound der beiden Bläser immer wieder zusammengebunden werden.
Musikalische Kommunikation auf allerhöchstem Niveau. Auf beiden wurde
er von einer Band unterstützt, die er nun auch in Singen präsentieren
wird. Alle fünf Musiker geben ihr Debüt beim JAZZ CLUB Singen. Neben
Pavone kommt endlich der Trompeter STEVEN BERNSTEIN, der auch im
April mit seiner eigenen Gruppe *Diaspora Hollywood* in Singen
gastieren wird, zum JAZZ CLUB. Saxophon spielt TONY MALABY, am Piano
sitzt PETER MADSEN und Schlagzeug spielt GERALD CLEAVER, alles
Musiker die in der New Yorker Szene seit Jahren präsent sind und
unzähligen Projekten ihren Stempel aufgedrückt haben. Man kann
wirklich auf diese Band gespannt sein und auf musikalische
Entdeckungsreise gehen. |
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| Freitag 06.01.2006 - 20:30 Uhr |
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| YOUVAL MICENMACHER & Doumka Clarinet
Ensemble |
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| YOUVAL MICENMACHER (Arab. Percussion),
HERVE BOUCHARDY (Clarinet/Bassetthorn), FRANCK RENE (Clarinet),
ALEXIS CIESLA (Clarinet) |
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Was
ist schlimmer als eine Klarinette? Zwei Klarinetten. Von diesem
gehässigen Musikerwitz haben sich allerdings die drei klassisch
ausgebildeten Klarinettisten HERVE BOUCHARDY, FRANCK RENE und ALEXIS
CIESLA nicht abschrecken lassen. Zusammen mit YOUVAL MICENMACHER,
einem Percussionskünstler der Sonderklasse, haben sie vor vielen
Jahren das DOUMKA CLARINET ENSEMBLE gegründet und auf dem deutschen
Label ENJA eine bemerkenswerte CD *Cafe Rembrandt* veröffentlicht.
Hier gelingt es den Musikern vermeintlich traditionelle Klänge mit
einer mitreissenden Beseeltheit zu spielen und dabei die ganze
Bandbreite der Klarinette von Piccolo bis Bass mühelos in ihre Musik
zu integrieren. Auf seiner Reise durch die rhythmischen Welten von
Balkan, Klezmer und Mittelmeer trifft Micenmacher auf ein brilliantes
und originelles Trio aus Lyon. Sie verstehen es (sowohl als Gruppe
wie auch als Solisten) traumartige Stimmungen mit sensiblen Rhythmen
und einer gewaltigen improvisatorischen Phantasie zu verbinden. "Die
Musik, die wir schreiben, steckt natürlich voller eigener
Einflüsse,einerseits aus traditioneller Musik, aber auch aus Jazz
und Klassik. Das gibt ihr ungerade Takte, einen gebogenen Klang,
Ornamente und die Klangqualität von Kammermusik... und das alles
entsteht aus einer sehr persönlichen Herangehensweise." (A. Ciesla)
Ein französischer Kritiker schrieb über ihre CD: "Die Schönheit des
Klangs schafft eine fruchtbare Umgebung, in der sich die Musik nach
Belieben entfalten kann. Mit den oftmals vom Balkan gefärbten
Rhythmen und Melodien öffnet sich ein erfreulich verträumter Äther.
Besonders in den Eigenkompositionen geht die Musik richtig los,
streift alle Fesseln ab und entdeckt die freudigen Risiken der
Improvisation. Ein grosses Vergnügen". |
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Text: R. Kolmstetter
[ Jazz
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