line

 

Jazz Club Singen

Archiv der Veranstaltungen

logo
 
2010 2009
2008 2007 2006 2005 2004
2003 2002 2001 2000 1999
1998 1997 1996 1995 1994
1993 1992 1991 1990 1989
 
 
2008
 
| Waters/NeffCécile VernyRudresh MahanthappaBennie WallaceJazz für KinderBojan Z.Araxi Karnusian Unart 4.0Erika StuckyYaron HermanOrchestre National de JazzRay AndersonJoachim KühnWolfgang PuschnigWolfert Brederode Jean-Marie MachadoCuong VuHeiri KänzigHugo SiegmethMichael AttiasGianluigi Trovesi |
 
 
line
 
 
Freitag 12.12.2008 - 20:30 Uhr
 
PETER WATERS & MICHAEL NEFF
 
PETER WATERS (Piano), MICHAEL NEFF (Trompete/Flügelhorn)
 
Mit der CD "Songs from the present" erleben wir den im australischen Broken Hill geborenen und in Diessenhofen lebenden Pianisten PETER WATERS und den Appenzeller Trompeter MICHAEL NEFF als instrumentale Geschichtenerzähler. Allein schon die Titelwahl weist auf ein Kaleidoskop hin, in dem sich individuelle und universelle Anekdoten, Makro- und Weitwinkel-Einstellungen in in schneller Folge mischen. Mit Spielfreude und einer Virtuosität, welche die Möglichkeiten ihrer Instrumente voll ausschöpft, zitieren sie aus der musikalischen Erinnerung ihrer Generation, erzählen von individuellen Begegnungen, Landschaftsidylle und Weltpolitik. Der Titel der phantastischen CD verweist auch auf die zahlreichen Fremdkompositionen , die sich wie ein roter Faden durch dieses Album ziehen. Sie stammen u.a. von Eros Ramazotti!, Lennon/McCartney, Carlos Santana, Joe Jackson und Stevie Wonder. Die Auswahl mag wie eine kleine Enzyklopädie des Populären erscheinen, die Interpretationen aber sind virtuos und komplex und haben nichts zu tun mit dem gängigen Begriff "Coverversion". Vor allem Ramazotti möchte man gönnen, dass er irgendwann und irgendwo eine seiner Kompositionen, gespielt von WATERS/NEFF zu hören bekommt. Er hätte seine Freude daran... Über alle Genre hinweg zaubernd und zitierend, gewürzt mit einer gesunden Prise Extrovertiertheit und Euphorie, trabt und gallopiert zuweilen das Pianospiel von PETER WATERS davon, um dann vom minimalistisch-lyrischen Trompetenspiel von MICHAEL NEFF wieder mit einem souveränen Lasso-Wurf eingefangen zu werden. Sanft, aber doch bestimmt.
 
 
line
 
 
Freitag 28.11.2008 - 20:30 Uhr - STADTHALLE SINGEN
 
CÉCILE VERNY
 
CÉCILE VERNY (Gesang), ANDREAS ERCHINGER (Piano), BERND HEITZLER (Bass), THORSTEN KRILL (Drums)
 
Leidenschaftlich, ehrlich, echt ,charmant, humorvoll – so beschreiben Fans und Journalisten die Auftritte des CECILE VERNY QUARTETS. Seit zwanzig Jahren begeistern die afrikanisch-französische Sängerin und ihre hochkarätige Band nicht nur die Plattenkäufer, sondern vor allem das Live-Publikum mit ihrem swingenden Mix aus Jazz, Poesie und afrikanischen Grooves. "Endlich mal eine, die nicht wie Ella klingt", lobte schon der Kritiker der Zeit und auch seine Kollegen fasziniert die eigene, originelle Art und Weise, wie die sanftmütige Powerfrau ihre Musik singt und swingt. Ihr neustes und damit sechstes Album hat sie schlicht und einfach "Amoureuse" betitelt. Schon in den Titelsong mit seinen coolen E-Piano-Akkorden, dem fegenden Rhythmus und der melancholisch-schönen Melodie kann man sich verlieben. Auch bei den anderen Stücken schliesst sich der musikalische und thematische Kreis immer wieder, ganz natürlich und elegant. Vom poetischen Swing des reminiszierenden "You will know when You get there" zur swingenden Poesie von "The Fly", von Spoken Word-Grooves wie "Ta Question" zu elegischen Balladen wie "Amber Tears" oder "J'aime l'idee", von den afrikanischen Klängen von "Kanakassi" und K'la", inspiriert von Auftritten in Uganda im letzten Jahr, zu den vielseitigsten jazzigen Zwischentönen. All das macht CECILE VERNY und ihr Trio – hervorragend besetzt mit BERND HEITZLER am Bass, THORSTEN KRILL am Schlagzeug und Percusssion und ANDREAS ERCHINGER an allem, was Tasten hat – so besonders. Live und im Konzert geben diese fantastischen Vier ihren elf nagelneuen Originals natürlich auch etliche der Ausnahmestücke ihrer vorhergehenden Alben dazu. "Ich singe, rede, lache gern. Wir als Band haben das grosse Glück, machen zu können, was wir wollen. Und dann muss man das auch mit Freude nach Aussen tragen. Es gibt Momente in dieser komplizierten Welt, in denen man die Augen schliessen und einfach nur dankbar sein sollte", so CECILE VERNY.
 
Die Musik dazu können alle Musikliebhaber bei ihrem Liveauftritt in der Singener Stadthalle erleben.
 
 
line
 
 
Mittwoch 12.11.2008 - 20:30 Uhr
 
RUDRESH MAHANTHAPPA
 
RUDRESH MAHANTHAPPA (AltoSax), VIJAR IYER (Piano), FRANCOIS MOUTIN (Bass), DAN WEISS (Drums)
 
Ende 2007 beim 38. Deutschen Jazzfestival Frankfurt war der New Yorker Saxophonist RUDRESH MAHANTHAPPA zum ersten Mal mit eigener Band in Deutschland zu sehen und zu hören und wird jetzt schon beim JAZZ CLUB Singen, der sich immer bemüht seinem Publikum neue Musiker zu präsentieren, auf der Bühne stehen. Wie der Pianist VIJAR IYER ist der indisch-amerikanische Altsaxophonist MAHANTHAPPA Mitte 30. Beide stehen für einen neuen Musikertypus, der möglichst unabhängig von europäischen Festivalengagements ein produktives Künstlerleben in der Jazzmetropole New York organisisert. Er arbeitet nicht nur in sieben! Bandprojekten gleichzeitig, er kümmert sich auch um Stiftungsgelder und Auftragskompositionen. Von den drei Cds, die in 2007 unter seinem Namen erschienen, ist die CD "Codebook" (PI Recordings) eine der besten Jazzplatten des Jahres mit hoher instrumentaler Kunst und einer Musik, die sich mit Kommunikation, Symbolik, Systematik, Codes, Chiffrierungen, Dechiffrierungen, Entwurzelung und der Suche nach kultureller Identität auseinander setzt. Mahanthappa transportiert die enorme rhythmische Komplexität klassischer indischer Musik in ein zeitgenössisches Jazz-Klangbild und lässt damit all die notorisch schwirrenden Weltmusik-Verschmelzungsversuche weit hinter sich. Von Drumset, DAN WEISS, und Kontrabass, FRANCOIS MOUTIN, ertönt ein Stakkato kompliziertester asymmetrischer rhythmischer Perioden, vom Klavier flirrend ins Unendliche ziehende Linien, und all das ist lässig gespielt und ausdrucksreich angerichtet mit vierteltönigen Skalen am Altsaxophon, die voller Energien stecken, ohne je zu bersten. Wie von allein entstehen Bilder, die niemand projiziert. So beschreibt der Kritiker H.J. Linke das Konzert beim Festival. Mit RUDRESH MAHANTHAPPA ist ein Künstler auf der Szene erschienen, mit dem man in Zukunft rechnen muss – eine wichtige, innovative Kraft im Jazz.
 
 
line
 
 
Freitag 24.10.2008 - 20:30 Uhr
 
BENNIE WALLACE
 
BENNIE WALLACE (TenorSax), ADAM RAFFERTY (Guitar), ELIAS BAILEY (Bass), WILLIE JONES III (Drums)
 
Seit vielen Jahren steht der in Chattanooga/Tennessee geborene Tenorsaxophonist BENNIE WALLACE ganz oben auf der Wunschliste des JAZZ CLUB Singen. Nun kommt er endlich mit seinem aktuellen Quartet, dem Gitarristen ADAM RAFFERTY, dem Bassisten ELIAS BAILEY und dem Schlagzeuger WILLIE JONES III, mit dem er schon seit vielen Jahren spielt. Mit seiner preisgekrönten Debütplatte "The Fourteen Bar Blues" hatte BENNIE WALLACE 1979 seinen internationalen Durchbruch. Dieses Album war ein Senkrechtstarter und glich einer wichtigen Wortmeldung auf dem Tenorsax. Er wurde von der Fachpresse gelobt, erfreute sich auf Anhieb grosser Beliebtheit beim Publikum, wurde mit vielen Preisen geehrt und als "New Sax Giant" oder "Meister des Meta-Bop" gefeiert, deM jüngsten Spross einer Traditionslinie, die Ben Webster, Coleman Hawkins, Albert Ayler und Sonny Rollins umfasst. Wenn man diese Namen liest, kann man sich schon eine Vorstellung machen, wohin die musikalische Reise bei diesem Quartet geht. Nach diesem vielversprechenden Erstling übernahm BENNIE WALLACE die Rolle des aufgeschlossenen, experimentierfreudigen Traditionalisten, spielte Alben ein für Enja und Blue Note, begleitet von Jazz-Grössen wie Tommy Flanagan, Chick Corea, Dave Holland, John Scofield, Elvin Jones. Nach vielen erfolgreichen Jahren in der Hollywood-Filmindustrie ist er nun endlich auf die Jazz-Bühne zurückgekehrt. Auf Enja nahm er seither wieder verschiedene Alben auf, u.a. ein aussergewöhnliches Gershwin-Tribut und ein erlesenes Balladenprogramm voll Raffinesse und Schönheit "The Nearness of You" (Enja Records). Über sein Konzert auf den Berliner Jazztagen schrieb die Presse: "Was für ein Konzert! Und was für ein Tenorist! Sein Ton ist voll und explosiv, rau und zärtlich, bissig und sanft. Ein Höhepunkt! Er ist schon jetzt ein Klassiker des zeitlosen Jazz und einer der letzten grossen individuellen Stimmen in der Tenorsaxwelt."
 
 
line
 
 
Samstag 18.10.2008 - 14:00 Uhr !!!
 
JAZZ FÜR KINDER »Hoppel Hoppel Rhythm Club« mit dem PETER LEHEL Quartett
 
PETER LEHEL (TenorSax), PETER SCHINDLER (Piano), MEINHARD "OBI" JENNE (Drums), MINI SCHULZ (Bass)
 
In der Jazzimprovisation dreht sich alles um die Spontaneität. Man kann nach Lust und Laune spielen, was einem ein- und gefällt. Gut ist, was Spass macht. Liebe Eltern, kommt Ihnen das bekannt vor? Wenn Kinder spielen, passiert ja dasselbe. Diese Parallele fiel auch den Mannen um PETER LEHEL auf und so gründetetn sie kurzerhand ihren »Hoppel Hoppel Rhythm Club« – das Jazzevent für Kinder. Die jungen Zuhörer (und natürlich auch die Eltern) erfahren allerhand über die Entwicklung des Jazz, die Instrumente, über Rhythmus, über den Unterschied zwischen Swing und Rhumba usw. anhand von eingängigen Musikbeispielen. Der Fuchs stiehlt die Gans im Reggae und der Reiter rockt auf seinem Pferd. Der Bär probiert es mit Swing und Gemütlichkeit und zum Schluss fangen alle den Tiger! So oder so hnlich. Jedenfalls hat die CD Hoppel 'Hoppel Rhythm Club' im Jahr 2006 den begehrten Preis der Deutschen Schallplattenkritik erhalten. Wer will, bringt ein Rhythmusinstrument mit. Wer keins hat, baut sich einfach eins: ein paar Reiskörner in eine kleine Blechdose, fertig! Auf der Bühne geht es dann richtig zur Sache: Laune und Energie, dass man es förmlich knistern hört. Übrigens: Papa und Mama dürfen natürlich auch mit rein und mitmachen und jeder ob klein oder gross zahlt nur 3 Euro Eintritt. Beginn ist um 14.00 Uhr und das ganze spektakel dauert rund anderthalb Stunden!
 
In Zusammenarbeit mit Jugendmusikschule Singen + Kulturzentrum GEMS und gefördert durch den Jazzverband BW, die Landesbank BW + die Landesstiftung BW
 
 
line
 
 
Donnerstag 09.10.2008 - 20:30 Uhr
 
BOJAN Z. »Xenophenia«
 
BOJAN ZULFIKARPASIC (Piano), THOMAS BRAMERIE (Bass), MARTIJN VINK (Drums)
 
BOJAN Z., der aussergewöhnliche Pianist des Balkans, einst von dem französischen Bassisten Henri Texier, der selber im Nov. 09 zum 20jährigen Jubiläum des JAZZ CLUBS mit seinem Strada Sextet endlich nach Singen kommt, entdeckt und 2005 mit dem European Jazzprice ausgezeichnet, präsentiert sich auf der Bühne mit seinem neuen Trio bestehend aus THOMAS BRAMERIE am Bass und MARTIJN VINK am Schlagzeug. Ihre CD "Xenophonia" (Label Bleu) wurde mit dem Jahrespreis "Les Victoires du Jazz 2007" in Paris ausgezeichnet. Musikalisch basiert das Trio auf dieser CD. Jedoch wachsen und verändern sich die Stücke laufend, da BOJAN Z. insbesondere in Frankreich, Italien und auf internationalen Festivals enorm viel spielt. Die Neue Zürcher Zeitung schreibt: "BOJAN ZULFIKARPASIC ist vor allem ein Denker, ein Kreativer und kein handwerklicher Blender wie so viele seiner Instrumentalkollege. Seine Virtuosität an den Tasten und im Flügel (wo er mit einer erstaunlichen Treffsicherheit die Saiten zupft), erlaubt ihm die Umsetzung all seiner Ideen, steht aber immer im Dienst der musikalsischen Aussage. Diese Tiefsinnigkeit, verbunden mit einem ausgeprägten Sinn für Humor und Poesie, überzeugt. BOJAN Z. darf als einer gelten, der all die Qualitäten, die den Jazz so attraktiv und lebendig machen, in hohem Masse besitzt – als ein kompromissloser Künstler, dem man stundenlang mit Gewinn zuhören kann." Der serbische Pianist, der seit über 20 Jahren in Frankreich lebt, hat mittlerweile sechs CDs unter eigenem Namen aufgenommen. Auf allen spielt er mit einer Leichtigkeit an Emotionen und beweist vor allem Ausdrucksstärke. Im Jahre 2002 wurde BOJAN Z. von der französischen Regierung zum "Chevalier de l'ôrdre des Arts et des Lettres" ernannt und erhielt den "Django Reinhardt Preis" in der Kategorie Musiker des Jahres.
 
DIESES KONZERT WIRD UNTERSTÜTZT VOM "BUREAU EXPORT DE LA MUSIQUE FRANCAISE À BERLIN".
 
 
line
 
 
Freitag 26.09.2008 - 20:30 Uhr
 
ARAXI KARNUSIAN
 
ARAXI KARNUSIAN (TenorSax), RAFAEL SCHILT (TenorSax), COLIN VALLON (Piano), DANIEL SCHLÄPPI (Bass), DOMINIC EGLI (Drums), + Streichquartett
 
Das hervorragend besetzte, aus Streichquartett und Jazzquintett bestehende Ensemble der in Bern lebenden jungen Saxophonistin ARAXI KARNUSIAN mit dem Namen "Strange Sounds – Beautiful Music" verfolgt kompromisslos die Vision der Leaderin: eine eigenständige Musik, die sich jenseits stilistischer Schranken bewegt, die westliche E-Musik und afroamerikanischen Jazz, Komposition und Improvisation, treibende Beats und hymnische Klanglandschaften so wie Struktur und emotional dichtes, durchstrukturiertes Werk für neun emanzipierte InstrumentalistInnen vor, das aufhorchen lässt und die Einflüsse von Béla Bartok, Gustav Mahler, Dave Holland und Ornette Coleman zu einem fliessenden Ganzen vereint. Die Programmplaner des JAZZ CLUBS haben selten eine so hervorragende und vor allem gelungene "Fusion" von Jazz und Streichern gehört, wie von diesem Ensemble. "Eine hinreissende Musik, die unendliche Melancholie verströmt und durch treibende Beats und ungestüme Soli fesselt. ARAXI KARNUSIAN brachte mit ihren Musikern, zu denen u.a. der Jungstar am Piano COLIN VALLON gehört, ihre Suite "interrupted" (Label YVP) mit Verve und mitreissender emotionaler Kraft zur Aufführung" lobte die BaZ nach der Aufführung am Basler Festival "Strings". Die Violinisten SIMON HEGGENDORN und Tobias PREISIG, der Bratschist DAVID SCHNEEBELI und der Cellist BRUNO FISCHER sind erfahrene, flexible und hervorragende EnsemblespielerInnen mit der Fähigkeit zur individuellen solistischen Gestaltung. Als Vertreter der jüngeren Streichergeneration sind sie bekannt für ihre Arbeit in diversen Crossover-Projekten, nicht zuletzt dank Ausbildungen an Konservatorien und Jazzschulen.
 
 
line
 
 
Freitag 12.09.2008 - 20:30 Uhr
 
»UNART 4.0«
 
URS RÖLLIN (Gitarre), EWALD HÜGLE (Saxophon), DIETER ULRICH (Drums), ROBERT MORGENTHALER (Posaune)
 
Mit der zweiten CD nehmen die vier aus unterschiedlichsten Ecken des Jazz kommenden Musiker der Newjazz-Gruppe UNART 4.0 den roten Faden konsequent dort auf, wo sie ihn bei ihrem durch die internationale Presse hoch gelobten Erstling verliessen. Wiederum sind in drei Suiten die Kompositionen elegant zusammengeführt, nun homogen von jeweils einem der drei Musiker zusammengestellt. Die ästhetische Vorstellung jedes einzelnen wird so streng und klar hörbar. Gleichzeitig beeindruckt, wie das authentisch entwickelte Spiel und die unverwechselbare Klangkultur von UNART 4.0 die unterschiedlichen Autoren leicht wieder unter einem Hut zu vereinen vermag. Ein gelungenes Stück Musik, das zeitgenössische Komposition und Improvisation mit traumwandlerischer Sicherheit verbindet und die Hörerinnen und Hörer immer wieder in neue und überraschende Klangwelten führt. URS RÖLLIN, künstlerischer Leiter des Schaffhauser Jazzfestivals - eigentliches Schweizer Jazz-Schaufenster -, Lehrer an der Luzerner Hochschule für Musik (Jazzschule), spielt die Gitarre manchmal als Bass, manchmal ganz klangmalerisch, dann melodiös, schräg und schrill. Der aus Gottmadingen stammende Saxophonist EWALD HÜGLE setzte sich schon früh mit der Jazztradition auseinander, bevor er eine klassische Ausbildung bei Ivan Roth abschloss. Vom Sopran- bis hinunter zum Baritonsaxophon beherrscht er jede Stimmung und gibt damit dem Bandsound seine charakteristische Breite. Der Posaunist ROBERT MORGENTHALER bringt mit seiner warmen, bluesigen und jazzigen Spielweise die Band immer wieder sicher auf den Boden zurück. Seine immense Erfahrung macht ihn als Komponist wie auch als Instrumentalist unersetzlich. Und schliesslich DIETER ULRICH, der Ausnahmeschlagzeuger, prägte an der Seite von Urs Blöchlinger das Gesicht des Schweizer Jazz der 80er und 90er Jahre. Durch seine Fähigkeit, sich schnell verändernden Situationen anzupassen, funktioniert er nicht nur als "time-keeper", sondern des öfteren auch als Steuermann.
 
 
line
 
 
Freitag 29.08.2008 - 20:30 Uhr
 
ERIKA STUCKY »Suicidal Yodels«
 
ERIKA STUCKY (Gesang/Yodels/Gitarre/Akkordeon/andere Klangerzeuger)
 
Vor einigen Jahren hinterliess die Sängerin ERIKA STUCKY mit ihrem Trio beim JAZZ CLUB Singen in der GEMS sowohl beim Publikum als auch bei den Kritikern einen nachhaltigen Eindruck. Nun ist sie wieder zurück und zwar besser und bekannter denn je. Also willkommen in der Wohnstube von ERIKA STUCKY. Nehmen Sie mit ihr Platz im Lehnstuhl oder Sofa (das immer auf der Bühne stehen muss). Und los geht die Reise durch Erikas Welt und Welten. Denn STUCKY lebt nicht nur in einer Welt. Aufgewachsen in San Francisco zog ihre Familie alsbald ins Walliser Dorf Mörel. Die Weltstadt hier, das Bergdorf da. Hippies und Flower-Power hier. Bergbauern und Trachtenverein da. Solche Kulturbrüche prägen. Und aus diesen Gegensätzen zieht ERIKA STUCKY die Inhalte ihrer Programme. In Ihrem neuen Soloprogramm geht sie dem scheinbar typischen Schweizer Kulturerlebnis auf den Grund. Doch schon bald merkt der Zuhörer, dass das Jodeln nicht etwas urtypisch schweizerisches ist, sondern urtypisch menschliches, ausgeprägt in den verschiedensten Kulturen rund um den Globus. Und die Jodel bringen nicht immer nur "Heile, heile Segen", sondern können auch durchaus selbstmörderisch sein. Dann wird das "Zäuerli" zum "Swiss Voodoo" oder zum Alpen-Blues. In Tat und Wahrheit sind die Jodels auf Ihrer CD "Suicidal Yodels" (Traumton) "Verzweiflungsjodler, Trotzjodler, Melancholiejodler oder Wiederauferstehungsjodler" und das sind z.B. Dylans "All I really want to do" oder die "Gazolinepolka" und eine haarsträubend herzergreifende Interpretation von "Blueberry Hill". Aufgenommen hat sie diese CD nicht im Studio, sondern mitten im Leben: In Scheunen und Treppenhäusern, auf einem Hotelbalkon, in der Küche, am Zürcher Bahnhof Enge. Grenzen überschreitet STUCKY nicht nur bei der Live-Gestaltung ihres Programms. Keine Grenzen kennt sie auch, wenn es darum geht tradierte Musikformen oder Kompositionen in ihre Welt zu holen. Das ist immerzu spannend, überraschend und witzig – auch wenn der Witz einem manchmal im Halse stecken bleibt.
 
 
line
 
 
Freitag 04.07.2008 - 20:30 Uhr
 
YARON HERMAN
 
YARON HERMAN (Piano), MATT BREWER (Bass), GERALD CLEAVER (Drums)
 
Wer war im Jahr 2007 auf vielen Festivals z.B. in Villingen und Zürich der Überraschungshöhepunkt und verdrehte einigen Kollegen die Ohren? Richtig: der 1981 in Tel Aviv geborene und heute in Paris lebende Pianist YARON HERMAN, der nun auch zum JAZZ CLUB Singen kommt, aber nicht solo, sondern mit seinem aktuellen Trio, zu dem der Schlagzeuger GERALD CLEAVER, bekannt durch seine Arbeit mit Miroslav Vitous und Jacky Terrasson, und der junge, nicht minder begabte Bassist MATT BREWER, der sich schon durch seine bemerkenswerte Performance mit Greg Osby und im neuen Gonzalo Rubalcaba Quintet einen Namen gemacht hat, kurz gesagt also mit einem Top-Rhythmus Gespann. Wenn von talentierten Jungspunden die Rede ist, darf vor allem der Pianist YARON HERMAN nicht fehlen. Als 16jähriger war er noch für eine Profikarriere als Basketballer vorgesehen. Eine Verletzung zwang ihn zu einer Pause, in der er sich einmal an ein Klavier setzte. Seither zittern weder seine Gegner noch die Maschen des Netzes bei seinen Einwürfen. Unter der Anleitung von Professor Opher Breyer und seiner auf Philosophie, Mathematik und Psychologie basierenden Methode lernte YARON quasi im Überschallflieger Klavier spielen. Mit 19 merkte er, dass er auch am renommierten Berklee College of Music in Boston nichts mehr zu lernen hatte und er begab sich auf die Rückreise nach Tel Aviv. Und hier kommt der einzige Hänger in dieser Raketenkarriere ins Spiel, den leistete er sich in Paris, wo er nämlich hängenblieb und mit 27 immer noch lebt und ja darf man sagen arbeitet? Nach Arbeit klingt nämlich nichts, was uns da aus dem Klavier entgegenkommt. Der Fluss der Ideen und die Überraschungen, die an jeder Ecke lauern, sind die reine Freude. Hier entfaltet sich ein musikalisches Universum, welches nicht mit Parametern wie Dekonstruktion oder Rehamonisierung erfasst werden kann. Und das nicht völlig losgelöst von ausgewählten Themen, sondern einfach parallel dazu. Als Beispiel dafür A. Scriabins "Prelude No2 in B flat Major, Opus 35", Stings "Message in a bottle" und schliesslich der Standard "In the wee small hours of the morning". "A Time for everything" heisst die aussergewöhnliche CD, die der israelische Pianist auf dem französischen Label "Laborie" veröffentlicht hat und die in unserem westlichen Nachbarland in verschiedenen Magazinen zu einer der Platten des Jahres 2007 auserkoren wurde.
 
Dieses Konzert wird unterstützt vom "Bureau Export De La Musique Francaise à Berlin".
 
 
line
 
 
Donnerstag 05.06.2008 - 20:30 Uhr
 
ORCHESTRE NATIONAL DE JAZZ »Électrique«
 
FRANK TORTILLER (Vibraphone), VINCENT LIMOUZIN (Vibraphone/Marimba), PATRICE HERAL (Persussion/Voice), CLAUDE GOMEZ (Samples/Mix), YVES TORCHINSKY (Bass), JEAN GOBINET (Trumpet), JOEL CHAUSSE (Trumpet), ERIC SEVA (Saxophones), JEAN-LOUIS POMIER (Trombone), MICHEL MARRE (Tuba)
 
Das ORCHESTRE NATIONALE DE JAZZ wurde 1986 vom damaligen Kultusminister Serge Lang als Gegengewicht zum klassisch ausgerichteten Orchestre National gegründet. Nach "Close to Heaven – Tribute to Led Zeppelin" widmet sich das ONJ wiederum der Musik der 1970er Jahre. Diesmal freilich weniger im Rock- denn im Jazzbereich. Bandleader FRANCK TORTILLER erinnert an den Fusionjazz dieser Zeit. "Électrique" widmet sich einer Musik, die um 1970 entstanden ist und in genialer Weise populäre Elemente mit der Tradition des Jazz verband: Miles Davis (dessen Album Bitches Brew Massstäbe setzte), der kürzlich verstorbene Pianist Joe Zawinul mit seiner Band Weather Report, Herbie Hancock oder John McLaughlin mit seinem Mahavishnu Orchestra – sie stehen für diese Epoche des elektrifizierten Jazz, die sich durch eine rhythmische Frenetik und seine wagemutige formale Zwitterhaftigkeit auszeichnet. Bandleader TORTILLER steuert sein Orchester, das zupackend und präzise wie immer agiert, in eine lange rhythmische Odyssee, bei der ein ebenso humorvolles wie dezidiertes Eintauchen ins eruptive Herz dieser Musik im Vordergrund steht. Dabei spielt die Band zumeist Eigenkompositionen, die auf die bekannten Vorbilder zurückgreifen. "Électrique" ist ein absolutes Plädoyer für einen "offenen" Jazz, der andere Stilarten homogen integriert, genial interpretiert und weiterentwickelt von einem der faszinierendsten Orchester, die es derzeit in Europa zu hören gibt.
 
Dieses herausragende Konzert wird unterstützt vom "Bureau Export De La Musique Francaise à Berlin".
 
 
line
 
 
Freitag 30.05.2008 - 20:30 Uhr
 
RAY ANDERSON Quartet
 
RAY ANDERSON (Trombone/Vocals), LEW SOLOFF (Trumpet), LONNIE PLAXICO (Bass), BOBBY PREVITE (Drums)
 
Ein alter Bekannter kommt nun bereits zum fünften Mal zum Jazz Club nach Singen. Nachdem er zuerst sein Quartett, dann seine Alligatory Band, die Poket Brass Band und schliesslich die Lapis Lazuli Group hier vorgestellt hat, kommt der 1952 in Chicago geborene Posaunist und Sänger RAY ANDERSON nun mit seiner neusten Formation - dem RAY ANDERSON QUARTET. Er gilt als einer der interessantesten, technisch versiertesten und vor allem auch musikalisch vielseitigsten Posaunisten der internationalen Jazzszene. In den vergangenen Jahren hat er mehrmals den Kritiker-Poll des amerikanischen Magazins "Down-Beat" gewonnen. Der staksige New Yorker lässt sein Horn röhren, plätschern, blubbern, quietschen, rattern, krachen und knallen, dass es eine wahre "Ohrenfreude" ist. Er peppt, poppt, rappt und rollt so nebenbei die ganze Jazz-Geschichte von vorn und hinten gleichzeitig auf. Und welcher Jazzmusiker kann nebenbei noch so schön singen und röhren wie Anderson? Ausserdem ist er bekannt für seine witzigen Kompositionen und Soli. Dabei lotet er alle Möglichkeiten der Posaune aus, indem er auch auf Geräusche zurückgreift. In seinem Stück Rap for Nap, schafft er es z.B. seine Posaune so zu spielen, dass es wie das Scratchen einer Schallplatte klingt. In seiner aktuellen Band treffen sich einige der innovativsten und virtuosesten Musiker, die dafür sorgen, dass es nicht nur stampft und dampft, sondern zwischendurch auch einmal dröhnt und kracht. Wir freuen uns endlich wieder mal den Trompeter LEW SOLOFF in Singen zu Gast zu haben. Er hat in seiner mehr als dreissigjährigen Karriere mit den meisten Jazzgiants gespielt und sammelte seine Erfahrungen in praktisch allen musikalischen Stilen. Einem breiteren Publikum bekannt wurde er vor allem als langjähriger Trompeter verschiedener Bands z.B. Chicago. Den Bass-Part übernimmt einer der meistbeschäftigten Bassisten der amerikanischen Szene LONNIE PLAXICO. Und am Schlagzeug kein Geringerer als BOBBY PREVITE, der nun wirklich alle Stile und Richtungen beherrscht und der Band von hinten die richtige Power bringen wird.
 
Mit freundlicher Unterstützung Kulturzentrum GEMS
 
 
line
 
 
Mittwoch 07.05.2008 - 20:30 Uhr
 
JOACHIM KÜHN
 
JOACHIM KÜHN (Piano/Altosax), MAJID BEKKAS (Guembri/Oud/Vocals), RAMON LOPEZ (Drums)
 
Mit seinem Spiel, das sich über alle Kategorien hinwegsetzt, profilierte sich der Pianiast JOACHIM KÜHN zu einem Musiker von Weltklasse. Im zeitgenössischen Jazz hat er bereits markante Spuren hinterlassen und er hat neue Wege gewiesen. Der musikalische Weltbürger sieht sich in der Tradition des Jazz, wie auch verbunden mit der europäischen Konzertmusik, aber bei alledem unmittelbar einer Klangsprache der Gegenwart verpflichtet. Er offenbart Vehemenz und Sensibilität, virtuose Technik und Phantasie, eine unverwechselbare Anschlagskultur und einen untrüglichen Sinn für Dynamik. Ihm gelingt es immer wieder, in den verschiedensten Konstellationen Musik zum Ereignis werden zu lassen. Sein neustes Trio umschreibt er in seinem unnachahmlichen Hippie-Sprech: "Ein Marrokaner zwischen einem Ostdeutschen und einem Spanier – that's far out!." Für die, die mit der Späthippiesprache nicht vertraut sind: "far out" bedeutet nicht etwa "ganz weit draussen", sondern so etwas wie "abgedreht". Kühn und MAJID BEKKAS (der besagte Guembri und Oud spielende Marrokaner) haben sich vor Jahren schon kennen gelernt. Der Guembri ist eine bassähnliche Laute – die Vorfahren des Bluesbarden Willie Dixon stammen wahrscheinlich aus Marokko, mutmassen die Bluesspezialisten, denn der Blues ist hier zwar nicht zu hören, aber natürlich (wie immer bei guter Musik) allgegenwärtig. Dritter im Bunde ist der spanische Drummer und Percussionist RAMON LOPEZ. Der unwiderstehliche Drive, der diese drei auf ihrer CD "Kalimba" (Act-Music) erfasst hat, ergreift auch den Zuhörer. Ob man das ganze nun Weltmusik oder Jazz nennt, ist den drei Herren hoffentlich schnuppe. "Von Kühn erwartet sowieso niemand eine schlechte Platte. Kann der doch gar nicht. Sein Schaffen kreist um die pure Qualität der Musik." (Bert Noglik, Jazzthetik) Genau! Zu Majid Bekkas' vorwärtstreibenden Grooves und seinem eindringlichen Gesang und zu den teuflisch vertrackten, explodierenden Rhythmen von Ramon Lopez kann man wahrscheinlich gar nicht anders als lächeln und applaudieren. Orient, Afrika und westliche Musikwelt vereinen sich bei diesem Trio zu einem Kosmos voller berauschender Klänge. Grossartig.
 
Das Klavierhaus Faust aus Konstanz stellt mal wieder einen Bösendörfer Flügel für dieses aussergewöhnliche Musikererlebnis kostenlos zur Verfügung.
 
 
line
 
 
Donnerstag 24.04.2008 - 20:30 Uhr
 
WOLFGANG PUSCHNIG'S »Fulsome«
 
WOLFGANG PUSCHNIG (AltoSax/Flute), JON SASS (Tuba), JAMALADEEN TACUMA (E-Bass), REINHARDT WINKLER (Drums)
 
Als 1987 Steve Coleman, angelockt durch die "outesten" Licks, schliesslich den Saxophonisten, Flötisten und Komponisten WOLFGANG PUSCHNIG im Hotelzimmer vorfand, hatte dieser bereits beschlossen, sich vom virtuosen Saxophonspiel und vom Vienna Art Orchestra zu trennen. Mit seinem Bekenntnis zur einfachen Melodie und zu aussereuropäischen Grooves inspiriert der Österreicher Puschnig seit Jahren erfolgreich den internationalen Jazz-Zirkus. Betrachtet man die unterschiedlichen Aktivitäten dieses Ausnahmemusikers, dann kann man schon leicht den Überblick verlieren: Carla Bley, Saxofour, Pat Brothers, Samul Nori, Alpine Aspects, Duo mit Paul Bley, "Grey" mit Swallow und Hart und und und. Daneben gilt er noch als gefragter Pädagoge und als ebensolcher Gastsolist. Und nun noch ein ganz neues Projekt, und was für eins: "Fulsome", da groovts und brummts und funkts, das es eine wahre Freude ist. Dass er aber auch ein begnadeter Balladenspieler ist, wird er auch beweisen. "Für mich sind musikalische Interaktion der einzelnen Musiker sowie die Balance im Gesamtspektrum innerhalb einer Gruppe entscheidend, egal ob es sich dabei um tonale oder atonale Musik handelt. Musik ist Klang. Sei es nun das Rauschen eines Radios oder der Sound einer "schräg" klingenden Band – der Kontext, die Beziehung in der einzelne Elemente und Ereignisse zueinanderstehen ist massgeblich für daraus folgende Interpretationen. In erster Linie aber geht es mir um die Vermittlung von sich stets wandelnden Zuständen künstlerisch-musikalischer Energie." (W.P.) Unterstützt wird er dabei von seinem langjährigen amerikanischen Partner und Freund dem Elektrobassisten JAMALADEEN TACUMA, der weltweit zu den Besten seines Faches gehört und u.a. in Ornette Colemans Band spielte. Am Schlagzeug trommelt REINHARDT WINKLER und die Tuba bedient der in Wien lebende Amerikaner JON SASS, der vor einigen Jahren das Singener Publikum mit seinem Spiel begeistern konnte.
 
 
line
 
 
Freitag 04.04.2008 - 20:30 Uhr
 
WOLFERT BREDERODE
 
WOLFERT BREDERODE (Piano), CLAUDIO PUNTIN (Clarinet), MATS EILERTSEN (Bass), SAMUEL ROHRER (Drums)
 
Nachdem der JAZZ CLUB Singen in den letzten Jahren "Young Jazz" aus Deutschland, der Schweiz und Polen präsentiert hat, nun aus unserem nördlichen Nachbarland, den Niederlanden ein junger Pianist mit seinem Quartett: WOLFERT BREDERODE. Er hat es geschafft, den Produzenten des renommierten deutschen Jazzlabels ECM Manfred Eicher auf sich und seine Musik aufmerksam zu machen und die Möglichkeit bekommen, eine CD unter eigenem Namen zu veröffentlichen: "Currents". Die feinen pianistischen Bilder des 1974 geborenen Brederode haben auch eine tragende Rolle auf den beiden ECM-Alben der Sängerin Susanne Abbüehl gespielt. Seit einiger Zeit leitet er ein europäisch besetztes Quartett mit ebenso qualifizierten jungen Musikern, die ihre Improvisationskünste zu dieser lyrischen Musik beitragen. MATS EILERTSEN, einen der führenden norwegischen Bassisten kennt man bereits von weiteren ECM Produktionen. Er spielt eine zentrale Rolle im Interplay zwischen dem Spiel des in Berlin wohnenden gebürtigen Schweizer Schlagzeugers SAMUEL ROHERER (er war schon zu Gast beim JAZZ CLUB mit Colin Vallon und Malcolm Braff) und dem Klarinettisten CLAUDIO PUNTIN, der auch schon verschiedentlich in Singen zu hören war, und zu den führenden europäischen Vertretern seines Instruments gehört. Die Musik des Quartetts reflektiert einen lyrischen, gefühlsvollen Charakter und bewegt sich von bittersüssen Melodien zu mehr explosiven und abstrakten Formen. Der Gruppensound bleibt stets transparent und raffiniert, abwechselnd zwischen freier Improvisation und komponiertem Material. "Im Contemporary Jazz hat Brederode eine eigene Handschrift ... stimmig-kompakter zeitloser Jazz mit betont lyrischem Ton." (Neue Luzerner Zeitung)
 
 
line
 
 
Freitag 28.03.2008 - 20:30 Uhr
 
JEAN-MARIE MACHADO
 
JEAN-MARIE MACHADO (Piano), JACQUES MAHIEUX (Bass), JEAN-PHILIPPE VIRET (Drums)
 
Der Pianist JEAN-MARIE MACHADO zählt zu den wichtigen französischen Jazzpianisten und Komponisten Vor allem seine Arbeiten mit Dave Liebman und Nana Vasconcelos machten ihn auch weit über die Landesgrenzen Frankreichs hinaus bekannt. Leider nicht in Deutschland, was sich aber zumindest nach dem heutigen Abend für die Region Singen ändern wird. Vor allem bei seinen Solo-Auftritten kommt seine Anschlagskultur, sein unfehlbarer Geschmack, seine nie enden wollende Imagination, seine technische Virtuosität, seine Lust an melodischer Gestaltung, seine wirbelnden und dann auch wieder sanften Rhythmen, seine Gefühlstiefe und poetische Ausdrucksvielfalt zur Geltung. Der 47-jährige französische Meisterpianist portugiesisch-italienischer Herkunft ist eine Ausnahmeerscheinung auf der europäischen Jazz-Szene. Denn er verbindet spielerisch seine intensive klassische Schulung mit der Unmittelbarkeit des Jazz, der Melancholie des Blues und Fado in seinen feinsinnigen und zugleich komplexen Gestaltungen. Die Geschichten, die er mit dem Bassisten JACQUES MAHIEUX und dem Schlagzeuger JEAN-PHILIPPE VIRET auf seiner aktuellen Doppel-CD "Soers de Sang" (Le Chant Du Monde), die den verwandten Seelen der Fado Sängerin Amalia Rodrigues und der Jazz- und Blues Sängerin Billie Holiday gewidmet ist, handeln von Traurigkeit, Leid und Schmerz, der Sehnsucht nach Zuwendung, der Hoffnung geliebt zu werden. Sie zeigen ihn solistisch als auch im Trio, genau wie bei seinem Auftritt beim JAZZ CLUB Singen. "Hier habe ich das Bild von zwei Frauen musikalisch gezeichnet, die ganz besondere Persönlichkeiten waren. Faszinierend war für mich ihr musikalisches Material, ihre Melodien, ihre Poetik, die ganz nah am menschlichen Erleben orientiret ist. Beide haben mir mit ihrer Musik geholfen, meine musikalische Persönlichkeit weiter zu entwickeln". (J.-M. MACHADO)
 
Dieses herausragende Konzert wird unterstützt vom "Bureau Export De La Musique Francaise à Berlin".
 
 
line
 
 
Donnerstag 06.03.2008 - 20:30 Uhr
 
CUONG VU »Vu-tet«
 
CUONG VU (Trumpet), CHRIS SPEED (Saxes), STOMU TAKEISHI (E-Bass), TED POOR (Drums)
 
"Es passiert nicht mehr allzu oft im Jazz oder in der Musik allgemein, dass wir auf eine Stimme stossen, von der wir der Meinung sind, etwas Vergleichbares haben wir noch nie gehört. Der seit seinem sechsten Lebensjahr in Brooklyn lebende vietnamesische Trompeter CUONG VU ist so eine Stimme." (Jazzthetik) Nach seinem Musikstudium am New England Konservatorium begann er sich stärker mit freier Musik zu beschäftigen. Seitdem arbeitet er hart an seinem Ton, strebt stets einen dunklen Sound an. Derart komplexe und kompakte Sounds hat man bislang auf der Trompete noch nicht gehört. Da ist auf einmal ein junger Trompeter, der uns sagen zu wollen scheint, dass ihm die Tradition zwar nicht egal wäre, dass er aber absolut eigene Wege zu beschreiten weiss. Dabei arbeitet er viel mit Effekten, die jedoch niemals den individuellen Charakter seines tiefen, nachdenklichen Tones verfremden. Und: Anknüpfungspunkte sind für ihn weniger die Jazztradition als vielmehr Pop, Rock und elektronische Musik. Auf seiner letzten CD "It's Mostly Residual" (Auand Records) dominieren verfremdete Klänge, die in einen vom Bassisten STOMU TAKEISHI bestimmten Klangkosmos eintauchen. Mal hallig und verhuscht klingt die Trompete, dann wieder scharf und stechend. Sie ist eng verzahnt mit dem dräuenden Umfeld des Bassisten und des Schlagzeugers TED POOR. Die beiden lösen die rhythmische Begleitung auf und konzentrieren sich auf die Ausformung melodischer Kürzel. Die ruhige Trompete steht stets im Gegensatz zu den aufgekratzten Akkorden des Saxophonisten CHRIS SPEED. "Mit CUONG VU, der sich in den letzten Jahren auch in den Gruppen von Dave Douglas und Pat Metheny einen Namen machen konnte, wäre ein würdiger Nachfolger von Miles Davis gefunden. Dieser hätte jedenfalls seine helle Freude gehabt." (Jazz'n'More)
 
 
line
 
 
Freitag 22.02.2008 - 20:30 Uhr
 
HEIRI KÄNZIG
 
DOMINIQUE PIFARELY (Geige), DOMINIQUE PIFARELY (Geige), CHRISTY DORAN (Gitarre), FABIAN KURATLI (Drums)
 
Es gibt Leute, die sind allergisch auf Saiten-Jazz. Gerade jene seien dringend gebeten, nun weiterzulesen und zum Konzert zu kommen. Denn dieser Hinweis gilt der Gruppe "Acoustic Strings" und ihrer gleichnamigen CD (Altrisuoni), auf der sie die Vielsaitigkeit des Jazz auf bezaubernde und überraschende Weise unter Beweis stellt. Bandleader ist kein Schmalzstreicher, sondern der Zürcher Kontrabassist HEIRI KÄNZIG, um den sich die Cracks des Eurojazz reissen und der immer wieder mit eigenen Projekten beglückt, z.B. "Depart". Nun hat er sein Trio mit Gitarrist CHRISTY DORAN und Drummer FABIAN KURATLI um die vier Saiten des französischen Geigers DOMINIQUE PIFARELY zu den "Acoustic Strings" erweitert. Und damit zu einem Quartett, das brandaktuellen Kammerjazz zwischen athmosphärischer Poesie und hochenergetischem Drive bietet. Hier wird ordentlich Energie frei gesetzt und europäisch basierter Jazzsound verschmilzt mit Einflüssen des treibenderen, experimentelleren amerikanischen Jazz und freien Improvisationspassagen. Die den Titeln innewohnenden Stichworte wie "Taschkent", "Oriental Oriented" oder "Escape Blues" deuten dabei durchaus die Richtung an, die dieser akustische Jazzexpress nimmt. "Acoustic Stirngs" nehmen den Hörer mit auf eine klanglich anspruchsvolle Reise und lassen Lust auf eine Live-Begegnung aufkommen." (Jazzpodium). "Beim Tessiner Klein-Label Altrisuoni ist eine der explosivsten CDs des Schweizer Jazzjahres 2007 erschienen. Das Ganze: ein loderndes Vergnügen, das niemand übersehen sollte." (Weltwoche)
 
 
line
 
 
Donnerstag 07.02.2008 - 20:30 Uhr
 
HUGO SIEGMETH
 
HUGO SIEGMETH (TenorSax/Clarinet), CARSTEN DAERR (Piano), HENNING SIEVERTS (Bass), BASTIAN JÜTTE (Drums)
 
Immer mehr mausert sich der 1970 in Rumänien geborene und in München aufgewachsene Saxophonist HUGO SIEGMETH vom regionalen Geheimtip zu einem der beachtenswertesten Saxophonisten hierzulande und brachte letztes Jahr eine hochgelobte CD auf dem renommierten Lable ACT heraus. Mit seiner Hommage an Sidney Bechet verbeugt er sich auf Tenorsax und Klarinette – ganz ohne Dixie-Flair und bewusst nicht auf dem Sopransax, obwohl er auch auf diesem Instrument einiges zu sagen hat – vor einem der grössten Jazzmusiker des vergangenen Jahrhunderts, ohne auch nur eine Sekunde lang den Verdacht des Epigonentums, der Rückwärtsgewandheit, des wohlfeilen Segelns unter fremdem Namen aufkommen zu lassen. Dazu ist sein Spiel zu sehr geprägt von dem, was nach Bechet kam, so dass die Stücke des Geehrten oder solche, die unmittelbar mit ihm assoziiert werden, im modernen Kontext neu zum Tragen kommen. Im Trio mit dem Pianisten CARSTEN DAERR, dem Bassisten HENNING SIEVERTS und dem Schlagzeuger BASTIAN JÜTTE gelingt Hugo Siegmeth eine Er-Inner-ung im Sinne des Wortes, dem nämlich, dass sich der Erinnernde das Erinnerte zu eigen macht, um den eigenen Ausdruck zu bereichern und zu beleben. "Von keiner Musik könnte ich sagen, sie ist meine Musikk. Sie gehört jedem, der sie fühlen kann. Man muss in der Sonne sein, um die Sonne zu spüren. Genau so ist es mit der Musik". (Sidney Bechet). HUGO SIEGMETH huldigt dem Ahnen Sidney Bechet und strahlt aus ganz eigener Kraft in dessen Sonne.
 
 
line
 
 
Donnerstag 24.01.2008 - 20:30 Uhr
 
MICHAEL ATTIAS TRIO »Renku«
 
MICHAEL ATTIAS (Saxes), JOHN HEBERT (Bass), SATOSHI TAKEISHI (Drums)
 
Wo schon auf dieser Welt gibt es einen so grossen und unerschöpflichen Fundus an herausragenden Jazzmusikern wie im Big Apple New York. Ein weiteres Mal präsentiert nun, der Jazzclub Singen eine Entdeckung aus Downtown New York: diesmal den Alt-, Sopran- und Baritonsaxophonisten MICHAEL ATTIAS mit seinem Trio "Renku", zu dem einer der meistgefragten Bassisten JOHN HEBERT und der Meister-Schlagwerker SATOSHI TAKEISHI (beide schon in verschiedenen Formationen beim JAZZ CLUB zu hören gewesen) gehören. Der Name Renku kommt aus dem japanischen und bezeichnet eine "Collaborative Form of Poetry", genau wie dieses Trio eine Zusammenarbeit von drei gleichberechtigten Musikern und nicht ein Soloding eines Saxophonisten ist. Trotzdem stammen alle Kompositionen der CD "Renku" vom Leader MICHAEL ATTIAS. Diese hervorragende Einspielung schaffte es letztes Jahr sogar für die Top 10 der besten Jazzalben des Jahres nominiert zu werden. MICHAEL ATTIAS bläst seine Saxophone mit grosser Autorität und Passion und bezeichnet seine Musik als "knottily vibrant compositions ... sharp angels and loose funky swing with a richness of timbre." Geboren wurde er 1968 in Haifa, Israel, seine Kindheit verbrachte er in Paris mit seinen marokkanischen Eltern und seine Jugend schliesslich im amerikanischen mittleren Westen bevor er sich dann in New York niederliss. All diese unterschiedlichen Einflüsse drücken sich auch in seiner Musik und in seinem Spiel aus. Freuen Sie sich auf einen Abend mit zeitgenössischem, modernem Jazz vom Feinsten.
 
 
line
 
 
Freitag 11.01.2008 - 20:30 Uhr
 
GIANLUIGI TROVESI
 
GIANLUIGI TROVESI (AltoClarinet), UMBERTO PETRIN (Piano), FULVIO MARAS (Percussion)
 
Einer einzigartigen Reise durch die westliche Kunstmusik mehrerer Jahrhunderte gleicht das neue Album des italienischen Klarinettisten GIANLUIGI TROVESI, für das er den Preis der deutschen Schallplattenkritik erhielt. "Vaghissimo Ritratto" (ECM) hat er im Trio mit dem Pianisten UMBERTO PETRIN und dem Percussionisten FULVIO MARAS aufgenommen. Das Repertoire enthält neben Eigenkompositionen der drei Musiker auch wundervolle Bearbeitungen von Stücken von Palestrina, Orlando di Lasso, Monteverdi, Josquin Des Prés, Jacques Brel und dem italienischen Popsänger Luigi Tenco, der sich 1967 das Leben nahm, nachdem eines seiner Lieder beim Songfestival in San Remo durchgefallen war. Die Aufnahmen machte Trovesi diesmal ausschliesslich mit seiner Altklarinette, die er mit Eleganz, Wärme und technischer Brillanz zu spielen versteht. Trovesi, der schon immer ein Meister des melodienseligen Spiels war und dabei nie sein italienisches Erbe verleugnete, übertrifft sich hier selbst. Umberto Petrin ist nicht nur ein ungemein poetischer Pianist, dessen Spiel vor allem von Skriabin und Monk beeinflusst wurde, sondern in seiner Heimat auch als Dichter bekannt. Sein Pianospiel evoziert die Poetik der unausgesprochenen Verse. Ob es dabei eine Rolle spielt, dass er selber Dichter ist? Fulvio Maras hat schon mit allen Grössen des italienischen Jazz und vielen internationalen Stars gespielt. MARAS beschränkt sich bei seiner Arbeit nicht allein auf den Jazz, sondern macht auch "Weltmusik", Theater- und Orchestermusik. Gefragt ist er dabei nicht nur als Schlagzeuger sondern auch als hervorragender Percussionist. MARAS schafft es, die Interaktionen von Klarinette und Klavier athmosphärisch zu umhüllen und Verbindungen zwischen den einzelnen Stücken des stilistisch weitgesteckten Repertoires anzudeuten. "TROVESI, PETRIN und MARAS spielen so melodiebewusst und klangschön, dass die Frage, wie Brel und die Renaissance unter einen Hut passen, sich gar nicht erst stellt." (Fono Forum). Ein wahrlich würdiger Beginn des Jazzjahres 2008 beim JAZZ CLUB Singen.
 

line

 

Text: R. Kolmstetter

[ Jazz Club Singen - aktuelles Programm | Jazz Club Singen ]