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Jazz Club Singen

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Donnerstag 10.12.2009 - 20:30 Uhr
 
MARCIN WASILEWSKI Trio
 
MARCIN WASILEWSKI (Piano), SLAWOMIR KURKIEWICZ (Bass), MICHAL MISKIEWICZ (Drums)
 
Im Januar 2007 spielte dieses Trio eins der herausragendsten Konzerte in der Geschichte des Jazzclub Singen. Vielleicht betitelten die drei daraufhin ihr zweites Album beim deutschen Vorzeigelabel ECM *JANUARY*, wer weiss? Man wird sie noch immer jung nennen dürfen, obwohl sie bereits seit mehr als zehn Jahren gemeinsam spielen: die drei Musiker aus Polen, die massgeblich zur Renaissance des Klaviertrios im europäischen Jazz beigetragen haben. In einem kontinuierlichen Arbeitsprozess erspielte sich die Band eine erstaunliche Souveränität im Umgang mit dem musikalischen Material, das zum Grossteil aus Eigenkompositionen besteht. Die Kommunikation untereinander funktioniert dabei im Blindflug, die Musiker benötigen nicht einmal Sichtkontakt um die abstraktesten musikalischen Ver- und Entflechtungen vorzunehmen. Einer der herausragenden Musiker des europäischen Jazz, der polnische Trompeter Tomasz Stanko, war von den dreien dermassen beeindruckt, dass er sich für eine langfristige Zusammenarbeit mit ihnen in seinem Quartett entschloss. Parallel dazu entwickelten der Pianist MARCIN WASILEWSKI (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen polnischen Fussballnationalspieler!), der Bassist SLAWOMIR KURKIEWICZ und der Schlagzeuger MICHAL MISKIEWICZ ihre Triokonzeption weiter, bei der alle gleichsam in einem sehr fein dynamischen Ensemblespiel die Musik mitgestalten. "Das lässt sich am besten auf der Morricone-Komposition *Cinema Paradiso* nachvollziehen. Es wird im Intro absolut 'polnisch' gespielt, so melancholisch, als sei es die Titelmusik zu einem Kieslowski- und nicht zu einem Tornatore-Film, öffnet sich in fast Jarrettscher Reduktion, indem mehr und mehr Noten einfach nicht gespielt werden, und endet in destilierten Tönen, die die Stille nicht mehr durchbrechen, sondern sie nur noch musikalisch beschreiben. Schlichtweg brilliant. Wer sich in der Flut der jungen europäischen Klavier-Trios nicht mehr zurechtfindet, der entscheidet sich einfach für dieses." (Jazzpodium) Einer der Gründe, weshalb der Jazzclub dieses Trio bereits nach kurzer Zeit wieder präsentiert!
 
IM RAHMEN DES JUBILÄUMSPROGRAMMS 20 JAHRE JAZZCLUB SINGEN
 
 
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Freitag 27.11.2009 - 20:30 Uhr - STADTHALLE SINGEN
 
LYAMBIKO
 
LYAMBIKO (Gesang), MARQUE LOWENTHAL (Piano), ROBIN DRAGANIC (Bass), HEINRICH KÖBBERLING (Drums)
 
Vor Jahren begeisterte sie beim Jazzclub Singen das Publikum in der ausverkauften GEMS und kommt nun endlich wieder zurück, diesmal aber in die Singener Stadthalle. Die Rede ist von der aussergewöhnlichen Sängerin LYAMBIKO, die über die Jahre zu einer Charaktersängerin mit souveräner Coolness gereift ist. Nach ihrem letzten Erfolgsalbum *Inner Sense*, auf dem sie einmal mehr ihre musikalische Vielseitigkeit mit Jazz-Klassikern und Pop-Hits unter Beweis stellte, erweist Lyambiko auf ihrem fünften Album *SAFFRONIA* (Sony Music) der amerikanischen Jazz-Ikone Nina Simone ihre Referenz. Unter den elf ausgewählten Songs, die sie mit ihren langjährigen Partnern MARQUE LOWENTHAL am Piano, ROBIN DRAGANIC am Bass und HEINRICH KÖBBERLING am Schlagzeug eingespielt hat, finden sich berühmte Simone-Ohrwürmer wie *My Baby just cares for me*, *Don't let me be misunderstood* und *Don't smoke in bed*. Doch nicht allein Nina Simones vokale Urwüchsigkeit, sondern auch ihr politisches Engagement fasziniert Lyambiko seit jeher. So hat sie mit *Four Women* genauso Simones bekannte Anti-Rassismus-Hymne aufgenommen, wie Lyambiko sich in *Mawe Mawe/I Sing just to know that I'm alive* zu ihren afrikanischen Wurzeln bekennt. Samtweich, honigsüss und verführerisch, aber auch kraftvoll, rauh und direkt - so beschreiben die Kritiker die Stimme von Lyambiko, Ausdruckskraft gepaart mit Überzeugung, eine gewisse Widerspenstigkeit und vor allem Leidenschaft. *Saffronia* bildet Musik ab, die weit über die Grenzen des Jazz hinausgeht und mit Elementen aus Blues, Pop, Folk, afrikanischer Musik und auch aus der Klassik spielt. "Dieses Album überzeugt gänzlich" (Jazz 'n' More).
 
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Donnerstag 12.11.2009 - 20:30 Uhr
 
SOMMER / SCHOOF / TROVESI / PHILLIPS
 
GÜNTHER 'BABY' SOMMER (Drums), MANFRED SCHOOF (Trompete), GIANLUIGI TROVESI (BassKlarinette), BARRE PHILLIPS (Bass)
 
Der "Schlagwerker" GÜNTHER 'BABY' SOMMER ist einer der bedeutendsten Vertreter des zeitgenössischen europäischen Jazz, der mit einem hoch individualisierten Schlaginstrument zugleich eine unverwechselbare musikalische Sprache entwickelt hat, bei der auch der Humor immer eine wichtige Rolle spielt. Sommer wurde 1943 in Dresden geboren und seine musikalischen Beiträge zu den wichtigsten Jazzgruppen der DDR wie dem Zentralquartett und der Ulrich Gumpert Band, die beide schon in Singen gastierten, ermöglichten ihm den Einstieg in die internationale Szene. Seine Diskografie umfasst mittlerweile über 90 Tonträger. Er lehrt an der Musikhochschule in Dresden und nimmt so Einfluss auf die Vermittlung des zeitgenössischen Jazz an die nachfolgende Generation. Nach Singen kommt er nun mit einem schon legendären Quartett. Vor fast 30 Jahren gab es dieses Quartett im Umfeld der Jazzwerkstatt Peitz in der ehemaligen DDR. Alle Beteiligten sind mittlerweile gestandene Grössen im internationalen Jazz-Business. Aus Deutschland an der Trompete MANFRED SCHOOF, aus Italien an der Bassklarinette GIANLUIGI TROVESI, der dem Singener Publikum durch verschiedene Auftritte bestens bekannt ist, und am Bass der Amerikaner BARRE PHILLIPS, den man fast schon als Legende des modernen Bassspiels bezeichnen kann. Fast 30 Jahre Jazzentwicklung und individuelle Musizierpraxis liegen hinter diesen vier Musikern. Günter 'Baby' Sommer hat sie wieder neu formiert und geht mit ihnen im Herbst 2009 auf Tour, u.a. wird er auch auf dem Berliner Jazzfestival spielen. Die geplante Veröffentlichung zweier CDs - die eine mit legendären Aufnahmen von 1981 aus Peitz und die zweite mit aktuellen Einspielungen - werden diese Tour begleiten. Man darf wirklich gespannt sein, was diese vier Herren musikalisch mitzuteilen haben.
 
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Mittwoch 28.10.2009 - 20:30 Uhr
 
DAVE LIEBMAN Quartet
 
DAVE LIEBMAN (TenorSax), ELLERY ESKELIN (TenorSax), TONY MARINO (Bass), JIM BLACK (Drums)
 
Nach seinem herausragenden Konzert im Dezember 2006 mit dem Pianisten Marc Copland beim Jazzclub war klar, dass der amerikanische Ausnahmesaxophonist DAVE LIEBMAN bald wiederkommen muss. Diesmal präsentiert er sein Quartet mit dem Saxophonisten ELLERY ESKELIN, dem Bassisten TONY MARINO und einem der Lieblingsdrummer des Singener Publikums JIM BLACK. Mit dieser Formation hat Liebman bereits zwei CDs auf dem renommierten Schweizer Label hatology veröffentlicht. "Das zweite Album *RENEWAL* ist vom ersten bis zum letzten Ton ein Jazzvergnügen erster Klasse. Die vier Musiker spielen hier mit einem Gefühl von Unmittelbarkeit und Dringlichkeit, die spürbar ist, wie Liebman in seinen kurzen Liner Notes festhält. Man höre sich die polychrom aufgebaute Eskelin-Komposition *The decider* und die anschliessende Interpretation von Eric Dolphy's *Out there* an. Da fliessen Spielfreude und Können ineinander, lösen die rasanten Improvisationen den historischen Referenzrahmen auf, ohne Dolphy's Melodie all zu sehr zu verfremden. Der Titelsong ist eine meditative Pause, fast schon ein Flashback in Form einer Moritat. Nichts an diesen neun Titeln wirkt überflüssig oder zerdehnt. Spannung und Interaktion bleiben stets auf hohem Niveau. Liebman und Eskelin, jeder für sich ein Ausnahmekönner auf dem Tenorsax, ergänzen sich mit fruchtbaren Dialogen, das Rhythmusduo spielt einen starken Part, vor allem der unberechenbare, mit grossartigen Einfällen glänzende Jim Black." (Jazz 'n' More, 5 Sterne) "Bedingungslose Solidarität zeichnet dieses Quartett aus. Es harmonisiert sowohl als Syndikat wie als Ansammlung gleichgesinnter Individuen und setzt gegen die manchmal abweisende Kälte des Freejazz eine wärmende Alternative aus expressiver Klangexplosion und kompromisslosem Verständnis." (Jazzthetik, fünf Sterne) Liebman und Eskelin, verlässlich, wie beide eben sind und bleiben - und gleichzeitig immer unterwegs zu neuen musikalischen Ufern.
 
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Sonntag 18.10.2009 - 11:30 Uhr
 
JAZZ FÜR KINDER III »Max & More Percussion Duo«
 
BERND SETTELMEYER (Percussion/Drums), UWE KÜHNER (Percussion/Drums)
 
Die beiden Percussionisten BERND SETTELMEYER und UWE KÜHNER entwickelten vor gut vier Jahren ein Konzept, um ihre Percussions-Musik und die Instrumente in Workshops interessierten Kindern vorzustellen. So entstand eine Mischung aus konzertantem Repertoire mit eigens für den Workshop komponierten Mitspiel- und Mitmachstücken. "Ich habe nur positive Reaktionen gehört. Den Kindern hat es unheimlich Spass gemacht, verschiedene Instrumente auszuprobieren und mit den mitgebrachten Gegenständen zu musizieren und in verschiedenen Rhythmen zusammen zu spielen. Auch das Gemeinschaftsgefühl war gefragt, weil jeder auf den anderen hören musste", so äusserte sich eine begeisterte Mutter nach einem Workshop.
Übrigens: Papa und Mama dürfen natürlich auch mit rein und mitmachen und jeder ob klein oder gross zahlt nur 3 Euro Eintritt. Beginn ist um 11.30 Uhr und das ganze Spektakel dauert rund eine Stunde!
 
In Zusammenarbeit mit Jugendmusikschule Singen & Kulturzentrum GEMS und gefördert durch den Jazzverband BW, die Landesbank BW & die Landesstiftung BW
 
 
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Freitag 09.10.2009 - 20:30 Uhr
 
HENRY TEXIER »Strada Sextet«
 
HENRY TEXIER (Bass), SEBASTIEN TEXIER (Clarinet/Sax), FRANCOIS CORNELOUP (BariSax), GEORGUI KORNAZOV (Trombone), MANU CODJIA (Guitar), CHRISTOPHE MARGUET (Drums)
 
Seit Jahren steht er ganz oben auf der Wunschliste des Jazzclub Singen und jetzt endlich, nach verschiedenen Anläufen hat es geklappt. Der französische Grand Seigneur des Bass und Komponist HENRI TEXIER kommt mit seinem STRADA SEXTET nach Singen. Intensität, Perfektion, Emotionalität und eine geradezu archaische Kraft - das sind die auffälligsten Merkmale der Musik von Henri Texier und seiner Gruppe. Die Musiker durchforsten stilistische Randgebiete des zeitgenössischen Jazz, ohne sich in aufgesetzt wirkenden Modernismen und Manierismen zu verlieren. Unterschiedliche Klangessenzen lassen eine überaus vielfältige Musik entstehen: die kraftvollen Posaunenattacken des Bulgariers GEORGUI KORNAZOV und die rockigen, teils auch klangflächigen Akzente des Gitarristen MANU CODJIA beispielsweise. Zudem sorgen die mitreissenden Solo-Eskapaden der beiden Saxophonisten SEBASTIEN TEXIER und FRANCOIS CORNELOUP für dynamische Hochspannung - stets unterstützt von der motorischen Energie, die der Schlagzeuger CHRISTOPHE MARGUET liefert. Sein perkussives Feuer bildet zusammen mit dem wuchtig-erdigen und dennoch hochflexiblen Kontrabassspiel des Bandleaders das Fundament für den Zusammenhalt und den organischen Herzschlag der Musik des Strada Sextetts. Eine episch-illustrative Musik mit intensem Druck, wirbelnden Tutti und eleganten, serenen Basssoli sowie herzlicher Lyrik. Und so sorgte das Strada Sextet für einen der absoluten Höhepunkte des Berliner Jazzfestes 2008.
 
Dieses herausragende Konzert wird unterstützt vom "Bureau Export De La Musique Francaise à Berlin" und vom Kulturzentrum GEMS in Singen.
 
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Donnerstag 24.09.2009 - 20:30 Uhr
 
GIOVANNI MIRABASSI Trio
 
GIOVANNI MIRABASSI (Piano), GIANLUCA RENZI (Bass), LEON PARKER (Drums)
 
Als der italienische Pianist GIOVANNI MIRABASSI, der Bassist GIANLUCA RENZI und er amerikanische Schlagzeuger LEON PARKER, der wie die beiden anderen auch seit Jahren in Paris wohnt, im Frühsommer 2007 eher zufällig aufeinandertrafen, konnte keiner ahnen, dass aus der Impromptu-Begegnung schon bald eines der bedeutenden Trios der europäischen Jazzszene werden sollte. Doch genau so kam es. Beim ersten Rendezvous machte es 'klick', die Chemie (oder sollte man sagen Alchemie?) stimmte von Anfang an. Irgendetwas geschah an diesem Tag zwischen den Musikern, und aus dem 'irgendetwas' gingen kurz darauf das Album *TERRA FURIOSA* und eine ausgedehnte Europa-Tournee hervor. Nicht nur die Kritiker, sondern auch die Zuhörer waren begeistert. Jetzt melden sich die drei mit einer neuen CD *OUT OF TRACK* zurück. Aufgenommen wurde sie im Frühjahr 2008 zum Abschluss einer gemeinsamen Konzertreise und dokumentiert ohrenfällig, dass ihre Freundschaft und die kreative Partnerschaft inzwischen aufs schönste erblüht sind. Mirabassi hat mit Renzi und Parker die perfekte Rhythmusgruppe gefunden, um die ihm vorschwebende Fusion aus Lyrizismus und Swingleidenschaft zu verwirklichen. Angespornt von den beiden präsentiert er einmal mehr seine poetische Version zeitloser Jazzmusik. Zwei Drittel der Stücke hier sind Bearbeitungen von Fremdtiteln. Neben Jazzstandards wie *Alone together*, *Just one of those things* und *Impressions* interpretiert das Trio auch einige Vorlagen, die man im Jazzkontext nicht unbedingt erwarten würde. So z.B. Astor Piazollas Tango *Vuelvo al Sur*, das hier in eine Jazzballade verwandelt wird, oder Joan Baez *Here's to you*. Insgesamt wird Giovanni Mirabassi auf *Out of track* seinem Ruf als vielseitiger und stiloffener Pianist vollauf gerecht und wechselt ein ums andere Mal geschickt die Genres, Tempi und Stimmungen. "Die CD *Out of Track* macht 'süchtig'. Hört man das Album einmal, dann hört man es auch zweimal... und so kann es passieren, dass es gleich zehnmal hintereinander läuft." (Jazzpodium)
 
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Freitag 11.09.2009 - 20:30 Uhr
 
NILS WOGRAM »Roots 70«
 
NILS WOGRAM (Trombone), HAYDEN CHISHOLM (AltoSax/BassClarinet), MATT PENMAN (Bass), JOCHEN RÜCKERT (Drums)
 
Wenn der Posaunist NILS WOGRAM ein neues Album auf den Markt bringt, darf man immer gespannt sein und wird nie enttäuscht. In diesem Fall ist es eine neue CD mit seinem Quartett ROOT 70. Nach der CD *FAHRVERGNÜGEN*, die er im Jahr 2007 im Jazzclub präsentiert hat, ist es nun ein Ausflug auf die New Yorker *52nd STREET* (Preis der deutschen Schallplattenkritik, beide CDs auf Intuition). Was er hier produziert und in Singen aufführen wird, klingt zwar stark nach den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts, stammt aber tatsächlich alles aus dem Jahre 2008 und enthält keinerlei Klassiker des Genres Jazz. Für die Eigenkompositionen hat sich Wogram alte Broadway-Klassiker vorgenommen. Dies sei ja nicht wirklich neu, denn schon Charlie Parker hätte neue Themen über bekannte Akkordfolgen geschrieben, so Nils Wogram zur Idee für das Album. Er wollte ein Album machen, das vordergründig nach Straight Ahead Jazz klingt (und wie cool es swingt), aber im Detail voller Intonationsverschiebungen steckt. JOCHEN RÜCKERT rührt auf seiner Snare-Drum, dass es eine Freude ist. MATT PENMAN walkt seinen Bass, während sich HAYDEN CHISHOLM am Saxophon und Nils Wogram an der Posaune die Bälle sozusagen zu pusten. Dabei sind nicht nur die Melodien im Retro-Gewand zu haben, sondern auch der Sound klingt angenehm weich. Wogram bekennt sich offen zu seinen Wurzeln, aber: "Ich möchte die Tradition weiterführen, aber nicht in einer Sackgasse landen", sagt er bestimmt. Darum muss er nicht fürchten! Aus Swing wird plötzlich zeitgemässer Jazz. ROOT 70 sind auch hier wieder ein Stück Avantgarde, selbst wenn nicht alles neu daherkommt. So dicht, so eigenständig wie sorgfältig leuchtet jedes einzelne Stück fast wie ein geschliffener Diamant. Ein grosser Spass passionierter Jazznarren, bei dem man auf eine Fortsetzung gespannt ist". (Jazz Podium)
 
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Freitag 28.08.2009 - 20:30 Uhr
 
JOHN HOLLENBECK »The Claudia Quintet«
 
JOHN HOLLENBECK (Drums), JOHN HEBERT (Bass), MATT MORAN (Vibraphone), TED REICHMAN (Accordion), CHRIS SPEED (Clarinet/Sax)
 
Nach dem George Schuller und dem Drew Gress Quintet präsentiert der Jazzclub Singen mit dem *CLAUDIA QUINTET* des Schlagzeugers und Komponisten JOHN HOLLENBECK ein weiteres herausragendes Quintett der New Yorker Downtown Szene. Es ist vielleicht sogar das unverwechselbarste Ensemble, das diese Stadt derzeit zu bieten hat. Mit einer geradezu charismatischen Gratwanderung zwischen Jazz, Minimal Music, europäischer Moderne und afrikanisch-asiatischer Musik zeigt die Band um den begehrten Schlagzeuger wie Jazz abseits der Tradition klingen kann. Allein die ungewöhnliche Instrumentierung mit einer hochkarätigen Besetzung erlauben eine faszinierende Klangmischung. Der zarte Klang der Klarinette (CHRIS SPEED), das folkloristische Akkordeon (TED REICHMAN), der rockbetonte Jazzrhythmus des Schlagzeuges, der akustische Bass (JOHN HEBERT) und die Verspieltheit der Tonvariabilität des Vibraphons (MATT MORAN) sind in dieser Verbindung, diesen Arrangements, eine wirkliche in den Bann ziehende Eigenart. Was auf der letzten CD *FOR* (Cuneiform Records) mit den harmonischen Räumen und Wolken des Klanghypnotikers Morton Feldman beginnt, kann einer nachdenklichen Folk-Melodie weichen. Die Vielfalt an subtilen rhythmischen Mustern reicht vom Minimalismus eines Steve Reich bis zum satt swingenden Groove und wohlklingenden Melodien und Harmonien. Vielleicht ist THE CLAUDIA QUINTET (benannt nach dem ältesten weiblichen Fan) der dritte, überhaupt nicht steinige Weg zwischen Jazz und Pop, ein funkensprühendes Ensemble, das laut Chicago Tribune beweist, dass innovativer Jazz nicht "rau, wütend, laut, schrill oder knirschend" sein muss, sondern "filigran, geistreich, himmlisch und strahlend lyrisch" sein kann. Mit anderen Worten: John Hollenbeck's Small Ensemble - ganz gross! Nicht nur das Claudia Quintet wurde im Down Beat Kritiker Poll im Jahr 2008 auf Nummer Eins bei den Rising Star Jazz Groups gewählt, sondern auch Hollenbeck selber wurde Rising Star Composer und Rising Star Arranger Nummer Eins - was für Vorschusslorbeeren!
 
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Freitag 03.07.2009 - 20:30 Uhr
 
»GRUPA JANKE RANDALU«
 
BODEK JANKE (Percussion), KRISTJAN RANDALU (Piano)
 
Absolut enthusiastisch äusserte sich das Team des Plattenlabels Jazz'n'Arts nach dem Preisträgerkonzert des baden-württembergischen Jazzpreises 2007 zu diesem Piano-Percussion-Duo. Die Idee, dieses Konzert, das der SWR mitgeschnitten hatte, als CD zu veröffentlichen, war sofort da - und die Magie, die die Macher des Labels so infizierte, ist in der Aufnahme absolut greifbar. Sollte man meinen, dass die Besetzung ein unvollständiges Klaviertrio ist, wird man schnell eines Besseren belehrt. Den Bass vermisst man in keiner Sekunde, und das Zusammenspiel der beiden Musiker - des estnischstämmigen Pianisten KRISTJAN RANDALU und des aus Polen stammenden Percussionisten BODEK JANKE - ist absolut traumwandlerisch. Die beiden kennen sich aus ihren Kindertagen in Karlsruhe. Diese Vertrautheit spürt man im Zusammenspiel. Seither studierte RANDALU in New York und gewann schon den Solo-Pianisten-Preis in Montreux. JANKES Eltern sind beide Konzertpianisten, nach Klavier lernte er bald klassisches Schlagzeug, dann Drumset, Marimba und Saxophon lernte er ebenso. Beide waren Mitglieder des BuJazzOs. Schlafwandlerisch geht das Duo gemeinsam durch Tempo- und Groovewechsel, so farbig das Klavierspiel schon alleine ist, umso spannender wird es noch mit verschiedensten Trommeln, Mouth Percussion, Gesang und Flöten. Da klingt sogar ein alter Standard wie *All the Things You are* wieder frisch und unverbraucht (und selten wird er im 11/16-Takt gespielt.) Besonders das Schlussstück des Konzertes und natürlich auch der CD *Live* (Jazz'n'Arts), eine zauberhafte Bearbeitung eines estnischen Kinderliedes, das ganz einfach strukturiert ist, wird durch magische Klavierklänge auch direkt aus den Saiten und fast indianischem Gesang des Perkussionisten auf ein ganz spezielles Level gehoben. Davon kann der Jazz mehr gebrauchen.
 
 
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Freitag 19.06.2009 - 20:30 Uhr
 
ARBENZ TRIO »Vein«
 
MICHAEL ARBENZ (Piano), THOMAS LÄHNS (Bass), FLORIAN ARBENZ (Drums)
 
Mit dem Trio VEIN der Basler ARBENZ Brüder kommt mal wieder eine der vielen herausragenden Bands aus unserem Nachbarland Schweiz herüber zum Jazz Club nach Singen. Das Trio ist eine jahrelang eingespielte Formation und hat letztes Jahr eine hervorragende CD veröffentlicht: *Vein-Outstage* (Metarecords/Sunny Moon). Gegründet wurde das Trio von dem Basler Pianisten MICHAEL ARBENZ und seinem Bruder dem Schlagzeuger FLORIAN ARBENZ. Als dritter im Bunde gehört seit langem der Bassist THOMAS LÄHNS, der im Januar mit Christoph Stiefel in Singen gastierte, dazu. Wer Jazz liebt, wird kaum erwarten, dass sich ein Jazztrio ganz von der Tradition löst. So prägend der genetische Bezug aber auch ist, so einzigartig und vielfältig ist der Spielraum für Neues. Das Spannende und Frische an VEIN ist genau dieser Bezug: Zitate aus der Tradition werden so clever wie souverän eingesetzt, und eben auch sehr sparsam. Das Fundament prägt nicht, es inspiriert. Dem Puls der drei Musiker spürt man deutlich an, dass auch andere Musikrichtungen - von klassisch bis elektronisch - in ihren Adern fliessen. Dieses Gemisch strömt frei durch alle drei Klangkörper, ohne den Bezug zu verlieren. Dazwischen gibt es viel frisches Blut und reichlich Sauerstoff. Die Idee des Trios, verschiedene Einflüsse miteinander zu verweben und der Jazztradition gegenüber zu stellen, geht voll auf. Vein transportiert die Musik direkt ins Herz. "Der Pianist MICHAEL ARBENZ muss als verborgener Pianostar betrachtet werden. Er spielt in der Liga von Brad Mehldau und Jacky Terrasson, technisch virtuos und präzis, zerklüftet vielseitig, voller verrückter Einfälle zwischen knorrigen Hackakkorden und silbrig perlenden Läufen, harmonsich sperrig oder lieblich - ein Tanz mit den Geistern von Lennie Tristano und Thelonious Monk und seinen ganzen Phantasien", so schrieb kein Geringerer als der bekannte deutsche Jazzkritiker Ulrich Olshausen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nach einem Konzert des Trios VEIN.
 
Gefördert durch 'Migros Kulturprozent'
 
 
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Donnerstag 21.05.2009 - 20:30 Uhr
 
WOLFGANG MUTHSPIEL
 
WOLFGANG MUTHSPIEL (Gitarre), JEAN-PAUL BRODBECK (Piano), MATTHIAS PICHLER (Bass), ANDREAS PICHLER (Drums), KARL SCHÜLLER (Techn.)
 
Im Oktober 2007 holte der österreichische Ausnahmegitarrist WOLFGANG MUTHSPIEL den schweizer Pianisten JEAN-PAUL BRODBECK in seine Band, um ein neues Repertoire von Stücken und Klängen zu entwickeln. Spielfreudiger und geerdeter denn je zuvor klingt das neue Quartett, dessen Kompositionen und starke Grooves mit einem Drall in Richtung Rock und Hip Hop, einen vollen satten Bandsound entstehen lassen. MUTHSPIEL und BRODBECK haben sich gefunden und führen auf der Bühne einen fortwährenden, harmonisch-akkordischen Dialog miteinander. Das gesamte Programm wurde von MUTHSPIEL massgeschneidert auf die Bandmitglieder. Mit der bewährten Rhythmus-Section der Zwillingsbrüder ANDREAS PICHLER am Schlagzeug und MATTHIAS PICHLER am Bass entfalten sich die neuen Stücke der CD *Earth Mountain* (Material Records) ganz natürlich hin zu mitreissenden und energiegeladenen Sounds. Wer den Song *Elegy* hört wird schnell begreifen, warum es völlig richtig ist, dass ihn die Kritiker einen 'Ausnahme-Gitarristen' nennen. "Von Stück zu Stück, neun an der Zahl, werden Offenbarungen wahr. Mir scheint, dass Muthspiel in seinem musikalischen Genius nie leichter erkennbar war als jetzt, eben in *Elegy*, übrigens dem einzigen Titel, der nicht von ihm ist, sondern von BRODBECK. Wer Jazzgitarre liebt, wird entzückt sein bis ins Tiefste der Seele; wer 'nur' Jazz liebt, zeitgenössischen, hochkultivierten Jazz, der wird begeistert sein, ergriffen, mitgerissen, zutiefst betrübt und hellauf jauchzend, quer durch das ganze Spektrum an Stimmungen, die dieses Traumquartett heraufbeschwört." (Jazzpodium)
 
Mit freundlicher Unterstützung Kulturzentrum GEMS
 
 
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Donnerstag 07.05.2009 - 20:30 Uhr
 
ROGER HANSCHEL Quartet »Heavy Rotation«
 
ROGER HANSCHEL (Saxes), MARKUS SEGSCHNEIDER (Gitarre), DIETMAR FUHR (Bass), DANIEL SCHRÖTELER (Drums)
 
Vor 22 Jahren war der Kölner Saxophonist ROGER HANSCHEL Gründungsmitglied des noch heute bestehenden Quartetts "Kölner Saxophon Mafia". Er ist sozusagen ein saxophonistischer Uraltmafioso, der jetzt mit seinem aktuellen eigenen Quartett "Heavy Rotation" Singen kommt. Mit dieser Band verfolgt er ein längerfristiges Projekt. Es besteht u.a. darin, den Einzugsbereich der Nebenflüsse seiner Musik zu vergrössern. Die grösseren dieser Nebenflüsse wären: der zeitgenössische Jazz mit seinem klanglichen, expressiven und kompositorischen Reichtum, die Konzentration auf Sound und Phrasierung und zeitgenössische Kammermusik. Das Projekt besteht darin, scheinbar grundverschiedene Ausdrucksweisen so zu behandeln, dass sie sich nicht übertönen oder überlagern, sondern sich anreichern und gegenseitig disziplinieren. "Heavy Rotation" bringt alles in einem Raum unter: die Sounds des Gitarristen MARKUS SEGSCHNEIDER und die Phrasierungs- und Artikulationskünste des Saxophonisten, die mehrsprachig-klangintensive Raffinesse der Rhythmus Fraktion - am Bass DIETMAR FUHR und am Schlagzeug DANIEL SCHRÖTELER - , Jazz-Spielweisen und Minimal-Beharrlichkeit, Arco Techniken und schwingend marschierende Pizzicati, klangsinnliche Schlagzeug-Arbeit, satte solistische Linienwerke und gruppendienliche Füllmengen. "Die Türen sind offen, die Musik rotiert mit Energie aus dem Geist des Rock, aufgeklärt vom zeitgenössischen Jazz, geformt von kompositorischer Intelligenz auf der Höhe der Zeit. Die Kammer dieser Musik hat eine erstaunliche Weite. Eine Musik bei der man nicht weghören kann. Anspruch und Unterhaltsamkeit paaren sich in idealer Weise." So schreibt das Jazzpodium über HANSCHELS CD *Heavy Rotation* (Shaa-music) und Dieter Dorer vom Villinger Jazzclub meint: "Die neue Scheibe ist sensationell".
 
 
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Donnerstag 23.04.2009 - 20:30 Uhr
 
LEE KONITZ & »Trio Minsarah«
 
LEE KONITZ (AltoSax), FLORIAN WEBER (Piano), JEFF DENSON (Bass), ZIV RAVITZ (Drums)
 
Der mittlerweile 81jährige Altsaxophonist LEE KONITZ war eine Schlüsselfigur in der Entstehung der "Cool Jazz School" von 1949. Er spielte sein Sax mit einer Sanftheit und emotionalen Zurückhaltung, die damals völlig neuartig waren. Dieser kühlen Botschaft blieb er bis heute treu: ein reisender Zauberer, der ständig aus dem Stegreif neue Melodielinien erfindet, immer, immer wieder. Er ist keiner, der durch Expressivität und Blue Notes die Gefühle des Zuhörers aufwühlt, kein Populist; er hat den schmalen Weg gewählt: Konzentration, Strenge, Stil. Sein Timing ist ein Wunder, seine Linien besitzen eine ganz eigene, rätselhafte Schönheit. Grosse Kunst des Unscheinbaren – eine lebende Legende. Ein halbes Jahrhundert nach dem "Jahr des Cool" gründeten drei junge Berklee-Stundenten ein aussergewöhnliches Trio: *Minsarah* (hebräisch: Prisma). FLORIAN WEBER am Klavier ist vielfacher Preisgewinner, Bassist JEFF DENSON erhielt u.a. den Berklee Outstanding Performer Award 2002 und ZIV RAVITZ war jahrelang der Hausdrummer im Camelot Jazz Club (Tel Aviv). Ihr Album *Minsarah* (Enja) wurde 2006 mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik gewürdigt. LEE KONITZ lernte die drei Senkrechtstarter in Köln kennen und ging nur allzu gerne mit ihnen nach Brooklyn ins Studio um die CD *Deep Lee* (Enja, Jazzthetik 5 Sterne) aufzunehmen und so seinem Lebenswerk eines der spannendsten Kapitel überhaupt hinzuzufügen. Er schätzt das Trio als die besten und inspirierendsten Begleiter, die er seit langer Zeit hatte. Die jungen Kollegen entpuppen sich als eine der mächtigsten Inspirationsquellen in KONITZ' langer Karriere. Es ist nicht einfach ein "Saxophon plus Trio", sondern ein Quartett von Individualisten, die einander inspirieren und füreinander schreiben.
 
Mit freundlicher Unterstützung Klavierhaus Faust aus Konstanz.
 
 
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Freitag 03.04.2009 - 20:30 Uhr
 
SUSI HYLDGAARD & ROY NATHANSON
 
SUSI HYLDGAARD (Acc./Piano/Vocals), ROY NATHANSON (Sax/Vocals), BILL WARE (Vibraphone), JANNIK JENSEN (Bass), BENITA HAASTRUP (Drums)
 
Die Dänin SUSI HYLDGAARD ist eine der profiliertesten Sängerinnen ihrer Generation. Das weiss man auch in Deutschland und seit 2003 auch in Singen, als sie zum ersten Mal beim JAZZ CLUB zu Gast war. Doch in das herkömmliche Bild einer Jazzsängerin scheint sie nicht zu passen. Im Studio und auf der Bühne hat sie mit sorgsam ausgewählten Kollegen zusammengearbeitet u.a. Nhop, Aldo Romano und Robert Wyatt. Am liebsten komponiert sie und begleitet sich an Klavier, Akkordeon und Vibraphon selbst. Fünf Alben sind so inzwischen auf dem deutschen Label Enja entstanden, ausgezeichnet mit Kompositionspreisen und auch einem Grammy! Zuletzt überraschte sie ihre Fans, als sie altbekannte Standards von Cole Porter bis Nat King Cole sang, natürlich auf ganz eigene Art und Weise, z.B. im intimen Duett mit einem Bassisten, inmitten elektronisch funkelnder Studiowelten und nicht zuletzt auch mit einer ausgewachsenen Big Band im Rücken. Für die Arrangements der NDR Bigband sorgten der Saxophonist ROY NATHANSON und der Vibraphonist BILL WARE, beide Gründer der legendären Jazz Passengers und seit zwanzig Jahren die Stammbesetzung der bilderstürmenden New-York-Downtown-Szene. Zum ersten Mal gab SUSI HYLDGAARD ihre Kompositionen aus der Hand und war begeistert von der Zusammenarbeit. "Ich bin sehr skandinavisch, was eine gewisse melancholische Atmosphäre in meiner Musik angeht. Amerikaner haben das nicht. Nicht, dass sie das nicht verstehen würden, aber sie finden in allem die positive Seite. Selbst die dunkelsten Songs machen so eine Menge Spass." Die drei haben sich so gut verstanden, dass sie nun für eine kurze Tournee durch Europa reisen, verstärkt durch den Bassisten JANNIK JENSEN und die Schlagzeugerin BENITA HAASTRUP, die zum ursprünglichen SUSI HYLDGAARD Trio gehören. Man darf echt gespannt sein auf diese dänisch-amerikanische Verbindung.
 
 
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Freitag 27.03.2009 - 20:30 Uhr
 
PASCAL NIGGENKEMPER Trio
 
PASCAL NIGGENKEMPER (Bass), ROBIN VERHEYEN (Tenorsax), TYSHAWN SOREY (Drums/Piano)
 
Der Bassist PASCAL NIGGENKEMPER, der seit einigen Jahren in New York lebt, wurde 1979 in Singen geboren und wuchs im schönen Worblingen auf. In den achtzigern besuchte er viele Konzerte des JAZZ CLUB Singen und so begann seine Liebe zum Jazz. Danach war er Mitglied in der Landesjugendbigband NRW und im Landesjazzorchester unter Leitung von Peter Herbolzheimer. Anschliessend ging er nach New York und konnte dort dank eines DAAD-Stipendiums sein Studium an der Manhattan School of Music abschliessen. Nun ist er endlich auf der Bühne seiner musikalischen Heimat beim JAZZ CLUB in Singen zu sehen und vor allem zu hören. Begleitet wird er dabei von seinen jungen Mitmusikern, die er alle in New York kennenlernte und mit denen er vor einigen Jahren sein eigenes Trio gründete. Der Drummer TYSHAWN SOREY begeistert mit seiner Vielseitigkeit und ist inzwischen gefragter Sideman in vielen amerikanischen Bands. Gespannt sein dürfen wir auch auf den belgischen Saxophonisten ROBIN VERHEEN sein. Er nahm einen ähnlichen Weg wie PASCAL und spielte bereits mit Grössen wie Branford Marsalis und Ravi Coltrane. Auf ihrer ersten gemeinsamen CD *Pasapas* (Konnex Records), die im Oktober 2008 herauskam, lassen sich die drei jungen Musiker - ohne Klischees kommunizierend - auf einen fesselnden Dialog ein. Das Resultat ist energetisch, packend und poetisch zugleich. Der Kritiker des Südkurier schrieb über ihr Konzert am Konstanzer Jazzherbst 2008: "Die drei jungen Musiker entführten das Publikum in eine subtil gestaltete Klangwelt. Vor allem Schlagzeuger TYSHAWN SOREY überzeugte mit einer sehr kreativen Leistung und perfekt abgetönten Klängen. Saxophonist ROBIN VERHEYEN und PASCAL NIGGENKEMPER am Bass lieferten den höchst virtuosen Sound, wobei sie auch in der Improvisation immer das angemessene Idiom fanden."
 
 
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Samstag 14.03.2009 - 14:00 Uhr
 
JAZZ FÜR KINDER II »Herr Hering und die Jazzband«
 
ALEXANDRA LEHMLER (Tenorsax), CLAUS KIESSELBACH (Vibraphon), MATTHIAS DEBUS (Bass), HERING CERIN (Schlagzeug), GERBURG MARIA MÜLLER (Moderation)
 
Am Anfang sind die Geräusche - Wind, Möven, Meer, Regen, Gewitter und mitten in diesem Krach kommt ein Elefant aus der Steppe, der tanzen kann. Dadurch finden alle Instrumente des Jazzquartetts von Herrn Hering schliesslich zu einer Melodie und schon sind die Kinder mitten im Jazz. Was ist Jazz? Wie klingt er? Und wie kann man hören, dass es Jazz ist? Anhand von bekannten Liedern, die ganz einfach zum mitsingen sind, finden die Kinder heraus, dass ein Rhythmuswechsel das Lied ganz anders klingen lässt. Und wenn aus dem Original von *Old Mac Donald* plötzlich ein Bossa-Nova oder ein Blues wird, dann wird klar, wie weit der Jazz schon um die Welt gereist ist. Schwerpunkt des Jazzkonzertes sind natürlich auch die Instrumente, die es zu erforschen gilt, z.B. das Vibraphon und das Saxophon, das Schlagzeug und der Kontrabass. Im Gespräch mit den Kindern werden alle diese Fragen musikalisch beantwortet und vor allem am Schluss gibt's eine herrliche Überraschung. Moderiert von GERBURG MARIA MÜLLER und musikalisch arrangiert von MATTHIAS DEBUS am Bass, ALEXANDRA LEHMLER am Saxophon, CLAUS KIESSELBACH am Vibraphon und HERING CERIN am Schlagzeug bietet das Kinder-Jazz-Konzert Musik – Spass mit Lern-Effekt. Übrigens: Papa und Mama dürfen natürlich auch mit rein und mitmachen und jeder ob klein oder gross zahlt nur 3 Euro Eintritt. Das ganze Spektakel dauert rund eine Stunde!
 
In Zusammenarbeit mit Jugendmusikschule Singen & Kulturzentrum GEMS und gefördert durch den Jazzverband BW, die Landesbank BW & die Landesstiftung BW
 
 
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Donnerstag 05.03.2009 - 20:30 Uhr
 
THEO JÖRGENSMANN
 
THEO JÖRGENSMANN (Klarinette), MARCIN OLES (Bass), BARTLOMIEJ OLES (Drums)
 
THEO JÖRGENSMANN zählt zu den führenden europäischen Klarinettisten, sowohl im Modernen Jazz wie auch in den Grenzgebieten zwischen Jazz und Neuer Musik. Auf dem Schweizer Hatology Label hat er bereits mehrere CDs und im letzten Jahr die CD *ALCHEMIA* (5 Sterne Jazzthetik) herausgebracht mit den aus dem polnischen Krakau stammenden Zwillingsbrüdern MARCIN (Bass) und BARTLOMIEJ OLES (Drums), die zu den jungen und wichtigen Vertretern der neuen Generation von europäischen Jazzmusikern gehören und mit denen er seit mehreren Jahren zusammen arbeitet. Ein äusserst versiertes, gewieftes Trio ist es inzwischen geworden, das eigene Kompositionen kollektiv und solistisch interpretiert. An Expressivität kann es so schnell kein anderes Trio mit diesem aufnehmen. Es pendelt gekonnt zwischen freiem Jazz und zeitgenössischer Kammermusik. Jörgensmann spielt quasi um sein Leben, nie aufgeregt und hektisch, eher konzentriert und überlegt. Spröde, hart, fast perkussiv ist sein Ton, expressiv bis in die Spitzen, trotz ungewöhnlicher Überblastechnik im Bop verwurzelt. "Zwischen Rolf Kühn und Perry Robinson" ordnet sich der ausserordentliche Klarinettist ein. Seine polystilistischen Improvisationen sind imposant. "In Deutschland führt Theo Jörgensmann die Tradition von Eric Dolphy fort. Dieser Musiker ist einer der deutschen Jazz-Solisten mit internationalem Ruf." (FAZ). "Bei ihm ist der musikalische Inhalt wichtig, die Form verliert sich im Hintergrund; kaum jemand ist weiter. Er schwankt, wenn er die Bühne verlässt - Menschen wie er können ohne ihre Musik nicht leben - und wir können das ebenso wenig." (Frankfurter Rundschau)
 
 
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Samstag 28.02.2009 - 20:30 Uhr
 
DREW GRESS »7 Black Butterflies«
 
DREW GRESS (Bass), CRAIG TABORN (Piano), TOM RAINEY (Drums), TIM BERNE (AltoSax), RALPH ALESSI (Trumpet)
 
"Singen. - Singen ist immer wieder eine Reise wert, zumindest wenn es um Jazz geht. Müsste man jedenfalls einen Konzertveranstalter nennen, der regelmässig Musiker einlädt, die als Geheimtipps oder als *on the edge of the time* gehandelt werden - der Jazzclub Singen würde einem schnell einfallen." (Chr. Märki). Auch das Quintett *7 BLACK BUTTERFLIES* um den 50jährigen US-Kontrabassisten DREW GRESS, der als Sideman schon öfter in Singen gastierte, gehört zu diesen Geheimtipps. Natürlich auch wegen der anderen vier Musiker, die ebenfalls schon in Singen waren. Am Piano CRAIG TABORN, am Altsaxophon TIM BERNE, an der Trompete RALPH ALESSI und am Schlagzeug TOM RAINEY. Wahrlich ein who's who der aktuellen New Yorker Szene. Alle besitzen sie in ihren kleinen Fangemeinden überall auf diesem Globus Kultstatus. Am eindrucksvollsten am Ende aber bleibt die Musik und die Art und Weise, wie Gress für seinen Klangkörper komponiert, zu hören auf seiner neusten CD *The Irrational Numbers* ( Premonition Records). Ja, Klangkörper ist das richtige Wort: Manchmal, in den Themenköpfen denkt man noch an eineherkömmliche "Band" mit Bläsern und Rhythmusgruppe in definierten Rollen; doch meist löst sich Gress von solchen Schematismen. In seinen komplexen, in zahlreichen Abschnitten fortschreitenden Stücken kann jedes Instrument jede Rolle übernehmen. Ein immenser Reichtum an Texturen, an Klangkonstellationen entfaltet sich, und jede Komposition scheint von anderen Verfahren getragen. Lyrischer Feinklang oder mit Cecil Taylorschem Furor gespielte Klavierkasskaden, kollektives Kochen zu fünft oder eine Soloexkursion von Tim Berne - fast nichts ist unmöglich in diesen Klängen, die von Bopartigem über Neue Musik und Noise bis hin zu Minimal alles in sich aufgenommen haben. Ein Wunder an Unberechenbarkeit - eine echte Entdeckung.
 
 
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Freitag 06.02.2009 - 20:30 Uhr
 
GEORGE SCHULLER's »Circle Wide«
 
GEORGE SCHULLER (Drums), statt Donny McCaslin: PETER APFELBAUM (Saxes), BRAD SHEPIK (Guitar), TOM BECKHAM (Vibraphone), DAVE AMBROSIO (Bass)
 
Der amerikanische Schlagzeuger GEORGE SCHULLER ist der jüngere Sohn des Komponisten, Theoretikers und Jazzförderers Gunther Schuller. Seit 1994 lebt er im Big Apple New York und arbeitet dort mit seinen eigenen Gruppen und z.B. mit Joe Lovano oder Dave Douglas. Als Teen war Keith Jarretts europäisches Quartett der 70er Jahre mit Garbarek sein Schlüsselerlebnis. Aber dann entdeckte er die lockere, rauhe Kreativität des amerikanischen Quartetts mit Dewey Redman. *CIRCLE WIDE* ist eine Band, die diesen Geist wieder aufgreift. Beeinflusst vom Jazz Ornette Colemans, Carla Bleys, Gospelmusik und Lateinamerika hat Jarrett damals eine Reihe attraktiver Ohrwürmer aufgeschrieben, die hier in dieser Band auf eigene Weise verarbeitet werden, doch mit jenen typischen fliessenden Wandlungen zwischen Grooves und freien Rhythmen und zwischen harmonischer Form und panmodaler Offenheit. Ganz bewusst wird auf der CD *LIKE BEFORE, SOMEWHAT AFTER* (Playscape, 5 Sterne), ein grosser Wurf des Jahrgangs 2008, auf einen Pianisten verzichtet und seine Funktion quasi aufgeteilt zwischen dem Gitarristen BRAD SHEPIK und dem Vibraphonisten TOM BECKHAM, das dem Ganzen etwas Luftiges verleiht. Das Herzstück der CD ist die 20-minütige Adaption von Jarretts *Survivors' Suite*. Für die hier typische vokale Natur des Spiels sorgt der enorm eloquente Saxophonist DONNY McCASLIN, an dem Dewey Redman seine helle Freude gehabt hätte, eine echte Entdeckung am Jazzhimmel. Die Flexibilität und das Feuer des Zweigespanns DAVE AMBROSIO am Bass und GEORGE SCHULLER am Schlagzeug würde auch Keith Jarrett begeistern. "Diese Band möchte man mal live erleben" (Jazz'n'more) - also nichts wie hin zum Jazzclub Singen!
 
 
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Mittwoch 21.01.2009 - 20:30 Uhr
 
ULRICH GUMPERT Quartett
 
ULRICH GUMPERT (Piano), BEN ABARBANEL-WOLFF (Saxophone), JAN RODER (Bass), MICHAEL GRIENER (Drums)
 
Der Berliner Pianist ULRICH GUMPERT, ein Urgestein des deutschen Jazz und bekannt als Mitglied des Zentralquartett, hat mit dem Bassisten JAN RODER und dem Schlagzeuger MICHAEL GRIENER, jüngeren Musikern der Berliner Szene, und dem aus Washington stammenden Saxophonisten BEN ABARBANEL-WOLFF eine Band formiert, die die prägnanten Themen des Bandleaders mit hochenergetischen, spontanen Spielprozessen verzahnt. "ULRICH GUMPERT mit neuem Quartett – es war ein überwältigend gutes Konzert!! Mit dieser wunderbaren Rhythmusgruppe hat er ein echtes Schnäppchen gemacht. Die beiden sind perfekte Begleitmusiker, swingen was das Zeug hält, machen aber auch selber was los, z.B. wenn sich eine Ballade zur Hymne eignet und entsprechend rhythmisch unterfüttert werden muss, oder eine allzu süssliche Phrase die nötige Prise Laut und Stärke braucht. Und dann dieser charismatische junge Frontman am Saxophon. Der bislang unbekannte Tenorist ist ein begnadeter Melodiker. Er spielt seine Liedchen traumhaft schön an der Kippe zum Kitsch vorbei, eben auf Messers Schneide – also dort wo die Kunst passiert. Es ist die mit Begeisterung betriebene Traditionspflege, aus der sich eine teilweise hochartifizielle, zeitgenössisch interpretierte, moderne Jazzmusik entwickelt. Fernab vom Mainstream und doch den grossen amerikanischen Bebop-Heroen der sechziger Jahre verwandt. Es gibt keine Klangexperimente und auch keine Suche nach neuen Formen, alle spielen locker vom Hocker: kurz und schnörkellos wird das Thema vorgestellt und dann geht's ab. Am Ende des Konzerts gabs stehende Ovationen und es machte Freude, den mit dem Albert-Mangelsdorff-Preis 2005 (Deutscher Jazzpreis) ausgezeichneten ULRICH GUMPERT in solch alter Frische zu erleben. "Eine der angenehmsten Konzert-Überraschungen der letzten Zeit. Grosse Klasse!" (Frankfurter Rundschau)
 
 
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Freitag 09.01.2009 - 20:30 Uhr
 
CHRISTOPH STIEFEL
 
CHRISTOPH STIEFEL (Piano), THOMAS LÄHNS (Bass), MARCEL PAPAUX (Drums), RETO SUHNER (AltoSax/Klarinette)
 
Schon seit Jahren arbeitet der Schweizer Pianist CHRISTOPH STIEFEL (der bereits mit Charlie Mariano zu Gast beim Jazzclub Singen war) mit einem rhythmischen Konzept, das seine Band aus dem Meer der Klaviertrios deutlich herausragen lässt. Seine Isorhythmen, die grob gesagt auf minimalen rhythmischen und melodischen Verschiebungen basieren, sorgen für einen dichten und faszinierenden Klang, machen seine eigene Musik aber auch extrem schwer zu spielen. Mit dem Bassisten THOMAS LÄHNS und dem Schlagzeuger MARCEL PAPAUX ist es Stiefel vor Jahren gelungen, geeignete Leute zu finden, die seinem Konzept nicht nur folgen können, sondern es auch in unwiderstehliche Musik verwandeln. Auf der neuen CD *INNER LANGUAGE* (Neuklang/SunnyMoon) und beim Konzert in Singen kommt nun bei einigen Stücken ein vierter Mann hinzu, der Saxophonist RETO SUHNER. Dabei geht es nicht um einen Gastsolisten, sondern um eine Klangerweiterung, stellt Stiefel klar. Um dem Hörer zwischen den wie verhext klingenden Isorhythmen auch etwas Erholung zu gönnen - die drei sind nämlich ganz schlicht auch ein famoses Klaviertrio -, finden sich auf dem Album Perlen wie Milton Nascimentos *Travessia* und Wayne Shorters *Beauty and the Beast*. "Ich achte stark auf die Reihenfolge der Songs. Es geht mir darum für den Zuhörer eine schöne Balance zu finden." Operation gelungen. "Die Isorhythmen sind höchst faszinierend. Die drei Musiker treffen sich in groovender Interaktion und Kommunikation. Die Idealvorstellung des Piano-Trios als ein Gespräch zwischen drei gleichberechtigten Partnern wird hier Wirklichkeit - verdammt gutes Piano Trio." (Jazzthetik)
 

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Text: R. Kolmstetter

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