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Jazz Club Singen

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2010
 
Anke HelfrichPascal SchumacherErik FriedlanderÉric Séva |
 
 
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Freitag 26.02.2010 - 20:30 Uhr
 
ANKE HELFRICH Trio
 
ANKE HELFRICH (Piano), HENNING SIEVERTS (Bass/Cello), DEJAN TERZIC (Drums)
 
ANKE HELFRICH ist eine Ausnahmemusikerin, nicht allein weil sie sich in der männerdominierten Jazzwelt durchgesetzt hat und akzeptiert wird. Es ist insbesondere ihr dynamisches und swingendes Pianospiel, in das sie harmonische und melodische Überraschungen so virtuos einflicht und dadurch dem Jazz neue Impulse gibt. Liest man Artikel über sie, wird meist zuallererst ihre Schönheit erwähnt. Dass erst im Anschluss auf ihr musikalisches Können eingegangen wird, spiegelt die Vorurteile wider, mit denen man ihr als Frau, die darüber hinaus gut aussieht, begegnet. Die Anerkennung ihrer musikalischen Leistungen belegen allein die zahlreichen renommierten Jazzpreise sowie Auszeichnungen, die sie für ihre Liveauftritte und Alben erhalten hat. Auf ihrem dritten Leaderalbum STORMPROOF (Enja) präsentiert die Pianistin neben Interpretationen von Monk-Stücken vornehmlich Eigenkompositionen. Als Hommage an Monk, der ihr facettenreiches Spiel am stärksten geprägt hat, wählte sie sein legendäres *Hackensack* als Eröffnungsstück aus. Ihr Trio, zu dem der Bassist und Cellist HENNING SIEVERTS sowie der Schlagzeuger DEJAN TERZIC gehören, verleiht dem Jazzklassiker selbstbewusst und kunstfertig eine neue, ganz persönliche Note. Es darf bei ihr swingen, es darf mit plinkerndem Fender Rhodes grooven, es darf frei schweben, es darf eigentlich alles passieren, nur beliebig und langweilig darf es nicht sein. In Helfrichs Spiel ist jede Note wichtig, jeder Lauf und sei er noch so flüchtig, hat seinen emotionalen Sinn. Ihre eigenen Stücke strotzen nicht vor harmonischen Hürdenläufen, sondern haben echte Themen. Bassist Henning Sieverts setzt nicht nur groovende Akzente. Seine Cello-Linien in *Sehnsucht* erzeugen dieselbe. Schlagzeuger Dejan Terzic lässt der Musik viel Raum zum Atmen. *Stromproof* ist ein früher Höhepunkt des Jazzjahres 2009 gewesen (Jazzpodium)
 
 
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Donnerstag 18.02.2010 - 20:30 Uhr
 
PASCAL SCHUMACHER Quartet
 
PASCAL SCHUMACHER (Vibraphon), FRANZ v. CHOSSY (Piano), CHRISTOPHE DEVISSCHER (Bass), JENS DÜPPE (Drums)
 
In typischen Jazzmetren bewege er sich nicht, sagt der Luxemburger Vibraphonist PASCAL SCHUMACHER im Begleittext seiner neuen CD HERE WE GONG (Enja). Aber was ist es, was an dieser Musik so fasziniert, die so unglaublich aktuell klingt und wenn man ganz ehrlich ist, eigentlich den Begriff des Swingens - nicht im historischen Sinn - als einer ständig in Bewegung befindlichen höchst ausdrucksvollen musikalischen Form erfüllt, nicht in 2 oder 4/4, sondern auch mit perkussiv geprägten wechselnden Rhythmen, ganz ohne den Eindruck erwecken zu wollen, es habe irgendetwas mit Südamerika oder dem Mittelmeer zu tun. Das Kollektiv, melodisch wie perkussiv geprägt von vier aussergewöhnlichen westeuropäischen jungen Musikern, steht ganz im Vordergrund. Und sie breiten sich aus, die vier, voller Virtuosität und einer manchmal geradezu unglaublichen Schönheit. Mag ja sein, dass die Musik nach eigenem Bekunden des Leaders von der New Yorker Underground Avantgarde à la Bang On A Can geprägt ist oder von aktueller britischer Popmusik, herausgekommen ist jedenfalls eine ganz eigene und höchst aktuell klingende mitreissende Musik, wie man sie auch von der jungen Generation höchst selten hört. Auf seinen Studienwanderwegen in Europa hat Pascal Schumacher auch seine drei Partner getroffen, den belgischen Bassisten CHRISTOPHE DEVISSCHER, den deutschen Pianisten FRANZ v. CHOSSY und den in Köln beheimateten Schlagzeuger JENS DÜPPE. Alle vier gehören heute zur ersten Garde europäischer junger aktueller Musik. Der Titel *Here We Gong* macht das, was man durch die ganze Aufnahme immer wieder spürt, den Balanceakt zwischen zeitgenössischer Musik, Improvisation und Pop deutlich. Mit seiner schlanken, modernen Ästhetik wird das Pascal Schumacher Quartett schnell die internationale Jazzszene erobern. In Frankreich (1. Preis und Publikumspreis in Avignon 2004) und Belgien (Django d'Or 2005 und bestes Album 2007) ist es längst angekommen.
 
 
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Donnerstag 28.01.2010 - 20:30 Uhr
 
ERIK FRIEDLANDER »Broken Arm Trio«
 
ERIK FRIEDLANDER (Cello), TREVOR DUNN (Bass), MICHAEL SARIN (Drums/Perc)
 
Es gibt im modernen Jazz und in der improvisierten Musik bis dato nur wenige herausragende Cellisten. In den Bebop Zeiten war das eigentlich nur der Bassist Oscar Pettiford, der immer wieder auch zum Cello griff. Heutzutage fallen einem Namen ein wie Ernst Reijsegger und Hank Roberts und ERIK FRIEDLANDER, der bereits zum zweiten Mal nach Singen kommt, diesmal mit seiner neusten Formation BROKEN ARM TRIO. Zu dieser Band gehören der mit allen Wassern gewaschene Bassist TREVOR DUNN und der herausragende Schlagzeuger und Perkussionist MICHAEL SARIN. Ob auf seinen Solo-Alben, bei John Zorn und vielen anderen Musikern, Erik Friedlander erkundet experimentierfreudig die Randzonen des Jazz. Er kombiniert Anklänge an die abstraktionsfreudige Klassik-Moderne mit Elementen aus der jüdischen Klezmer-Tradition oder greift Stilformen des amerikanischen Folk auf. Mit dem Broken Arm Trio (einer Anspielung auf Oscar Pettiford) gelingt Friedlander nichts geringeres als eine Neupositionierung des Cellos im Zentrum des Jazz. Hart swingend und mit einer technischen Virtuosität spielt sich das Trio hier durch zahlreiche Aspekte der Improvisationskultur.
"Erik Friedlander ist eine der dynamischsten Stimmen der zeitgenössischen Musik und gleichzeitig ein Trendsetter. Er ist bestimmt einer der 'Star Performer' auf seinem Instrument." (Jazzthetik)
Allen, die das Konzert in 2002 verpasst haben, bietet sich nun die einmalige Gelegenheit, diesen Musiker live zu erleben. Alle die damals dabei waren, kommen sowieso wieder.
 
 
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Freitag 15.01.2010 - 20:30 Uhr
 
ÉRIC SÉVA Quartet
 
ÉRIC SÉVA (Bariton/SopranSax), JEAN YVES JUNG (Piano), DIDIER ITHURSARRY (Akkordeon), PIERRE DUFOUR (Drums/Perc)
 
Der französische Bariton und Sopransaxophonist ÉRIC SÉVA war bereits zweimal zu Gast beim Jazzclub in Singen, auch wenn es dem einen oder anderen damals nicht aufgefallen ist. Er war Mitglied des Orchestre National de Jazz, das zwei herausragende Konzerte in Singen spielte. Nun kommt er endlich mit seinem eigenen Quartett ESPACES CROISÉS zum Jazzclub, im Gepäck seine neuste CD erschienen auf Harmonia Mundi, bereits die zweite CD des Quartetts. "Folkore Imaginaire" - seine erste - wurde von der Presse in Frankreich gefeiert und auf vielen begeisternden Auftritten in ganz Europa präsentiert. *Espaces Croisés* ist ein Rendezvous unterschiedlichster Einflüsse: moderner Jazz, französische Musette, Popjazzelemente, aber auch aussereuropäische Einflüsse werden hörbar. Die Musik von Éric Séva, der ausserdem häufig mit Dave Liebman zusammenarbeitete, ist dabei immer narrativ und einfühlsam. Sein tiefgründiger Ton, seine fein ausbalancierte Melodik, sein Lyrizismus und der Groove, der sein Saxophonspiel prägt, geben seinem Spiel eine unverwechselbare Note. Für sein jüngstes Projekt hat sich Séva zudem mit herausragenden Musikern umgeben: dem Pianisten WILLIAM LECOMTE (aktuell: JEAN YVES JUNG), dem Akkordeonisten und Bandoneonspieler LIONEL SUAREZ (aktuell: DIDIER ITHURSARRY) und dem Perkussionisten PIERRE-FRANCOIS 'TITI' DUFOUR. In der ungewöhnlichen Instrumentenkombination ergeben sich so reizvolle musikalische Kombinationen und Farbnuancen, welche dem Zuhörer immer wieder aufs Neue begeistern.
Wahrlich ein würdiger Einstieg ins Jazzjahr 2010, dem 21. Jahr des Jazzclub Singen.
 

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Text: R. Kolmstetter

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