line

 

Jazz Club Singen

Archiv der Veranstaltungen

logo
 
2010 2009
2008 2007 2006 2005 2004
2003 2002 2001 2000 1999
1998 1997 1996 1995 1994
1993 1992 1991 1990 1989
 
 
2010
 
Struber Z'tettRosebudDonny McCaslinCyro BaptistaVijay IyerDon ByronJazz für Kinder IVNicolas SimionAnke HelfrichPascal SchumacherErik FriedlanderÉric Séva |
 
 
line
 
 
Freitag 09.07.2010 - 20:30 Uhr
 
STRUBER Z'TETT »Plays the Music of Frank Zappa & More«
 
MIKE ALIZON (TenorSax), JEAN-MARC FOLTZ (Clarinet), SERGE HAESSLER (Trumpet), RAY HALBEISEN (AltoSax), BENJAMIN MOUSSAY (Rhodes), FRED NOREL (Violin), JÉRÉMY LIROLA (Bass), ERIC CHAMBARD (Drums), BERNARD STRUBER (Guitar)
 
Bei der Adaption von Werken ebenso beeindruckender wie schräger Gestalten der neueren Musikgeschichte wie etwa Sun Ra oder, in diesem Fall, Frank Zappa, wird man unweigerlich am Original gemessen. Und allzu oft heisst es dann auch völlig zu Recht, dass man's besser auch gelassen hätte. Im Fall von BERNARD STRUBERS Z'TETT aber kamen nicht nur ein paar lustige Soundspielereien zusammen, das Ganze ist eine konsequente Fortentwicklung der bisherigen fünf CDs des Ensembles, das auf dem Münsteraner Jazzfestival im letzten Jahr zu den Höhepunkten zählte. Der in Strassburg lebende Struber, Gitarrist und Maitre der Band, begann als Rockgitarrist, New-Orleans-Jazz-Pianist und Kirchenorganist! Geblieben ist über all die Jahre ein unverwüstliches Faible für Frank Zappa. In den 70ern arbeitete er als Musiker und Arrangeur und gründete 1987 mit 15 Musikern das Orchestre Régional de Jazz d'Alsace, aus dem dann 1997 das aktuelle Jazztett hervorging. Seither wird streng programmatisch aber stilistisch offen gearbeitet. Nachdem Zappa bisher neben Musikern wie Duke Ellington oder Miles Davis eher die Reservebank gedrückt hat, durfte er sich nun in die erste Reihe setzen. Und Struber verleiht dessen Werken dabei eine feine kammermusikalische Note, die eines lebenslangen Connaisseurs eben. Er gehört einer Generation an, die genauso den Rock wie den Jazz mag. Beides führt er ohne Zweifel mit unglaublicher Reife zusammen.
 
Mit freundlicher Unterstützung Kulturzentrum GEMS
 
 
line
 
 
Donnerstag 10.06.2010 - 20:30 Uhr
 
ROSEBUD »Plays the Music of Newport«
 
BEATE SAMPSON (Vocals), JASON SEIZER (Saxophone), JOHANNES HERRLICH (Trombone), GEOFF GOODMAN (Guitar/Banjo)
 
Alte Songs in neuem Gewand - der Gitarrist und Banjospieler GEOFF GOODMAN ist ein äusserst eigenwilliger Musiker. Abseits von jeglichem Mainstream sitzt er zwischen allen Stühlen, wo er sich auch noch hörbar pudelwohl fühlt. Wenn einer zwischen engagierter Jazz-Avantgarde und eher schräg gestelltem Oldtime-Jazz, Tabla und Strings, griechischer Folklore und amerikanischen Cowboysongs, Folk, Country und Blues oszilliert, kann dabei leicht Chaos entstehen - oder aber jene kreative Alchemie, für die Geoff Goodmans ROSEBUD QUARTET steht (Rosebud = Rosenknospe!). Im Mittelpunkt des Konzertes steht die Musik, die mit den Newport-Festivals der frühen 60er Jahre ein gut Teil zur Politisierung junger Menschen beitrug. Das Festival fungierte als Schnittstelle von Alt und Jung, von Roots und Gegenkultur. Vergessene Bluesmusiker erlebten ihr Revival, Bob Dylan setzte mit der E-Gitarre Folkies unter Strom. Goodman erinnert mit der Sängerin BEATE SAMPSON ("eine zum Niederknien schöne Stimme" Jazzthetik) an die alten Zeiten: mit Songs von *Freight Train* bis *Down by the Riverside*, die noch Jahrzehnte später zum Pflichtrepertoire von Pfadfindern zählten. Doch Rosebud entstaubt den Kram gründlich und bastelt mit den Farben von Saxophon (ULRICH WAGENHEIM, aktuell: JASON SEIZER), Posaune (JOHANNES HERRLICH), Gitarre/Banjo und Stimme aus den alten Kamellen von Folkies und Protestlern herrliche Arrangements, an denen auch der Rootsfan Bill Frisell seinen Spass haben dürfte - bei einem Ohrwurm des legendären Fingerpickers Sam McGee zum Beispiel. Die Band verdrischt Dylans *Maggies Farm* mit verzerrter Gitarre, macht aus dem Teufelszeug von Skip James einen Blues-Riff-Kanon und lässt an jeder Ecke spüren, dass die Liebe zu den Wurzeln immer vorhanden ist. Das rührt schon an, wie da ein unbequemer Amerikaner der eigenen Tradition zuleibe rückt. Mit so viel verdrehtem Stolz, so viel verrückter Liebe und so viel grosser musikalischer Intelligenz.
 
 
line
 
 
Mittwoch 12.05.2010 - 20:30 Uhr
 
DONNY McCASLIN »New Trio«
 
DONNY McCASLIN (TenorSax), SCOTT COLLEY (Bass), ANTONIO SANCHEZ (Drums)
 
Das amerikanische Downbeat Jazzmagazin wählte im vergangenen Jahr den amerikanischen Tenorsaxophonisten DONNY McCASLIN zum Rising Star – in der Szene ein Ritterschlag. Es war eine Auszeichnung für die letzten Jahre, in denen er sich sukzessive in die erste Liga der Jazzmusiker spielte. Für lange Zeit war er Mitglied in Gary Burtons Quartett und Mitglied bei Steps Ahead – als Nachfolger des legendären Michael Brecker. Sein neues Trio ist mit SCOTT COLLEY am Bass und ANTONIO SANCHEZ am Schlagzeug hochkarätig besetzt. Scott Colley ist ein ebenso vielseitig interessierter Musiker und spielte schon öfters beim Jazzclub Singen. Antonio Sanchez, geboren in Mexico, gilt zur Zeit als einer DER Schlagzeuger der New Yorker Jazzszene schlechthin. Mit seiner stupenden Technik und seinem Gefühl für komplexe Rhythmen entwickelte er den Latin Jazz u.a. mit Danilo Perez weiter. Gerade in diesem Trio fühlt sich McCaslin einerseits frei zu spielen, andererseits auch herausgefordert. Da kommen die Einflüsse des Latin Jazz seines Vaters zum Ausdruck, aber auch seine grossen Vorbilder wie John Coltrane und Michael Brecker. Seine Musik ist nicht marktkonformes Mainstream-Gedudel, sondern repräsentiert traditionsbewusstes und dennoch modernes Musizieren. Das Repertoire besteht fast ausschliesslich aus Songs von McCaslin, intelligenten Skizzen, die Versatzstücke von Bebop, Latin und Fusion variantenreich kombinieren. "Wie Scott Colley am Bass seinen Chef mit Harmonie- und Motiv-Variationen füttert, wie Antonio Sanchez locker die komplexesten Akzentuierungen beimischt, ist ein Genuss für sich. So subtil wie virtuos spielen sich die drei über Bande nonstop melodische, harmonische und rhythmische Informationen zu: ein kreativer Trialog mit Modellcharakter.“ (Süddeutsche Zeitung)
 
Genau die richtige Band für das Jubiläumskonzert Nr. 400!!
 
 
line
 
 
Donnerstag 29.04.2010 - 20:30 Uhr
 
CYRO BAPTISTA »Banquet of the Spirits«
 
CYRO BAPTISTA (Percussion), BRIAN MARSELLA (Piano), EZRA BLUMENKRANZ (Oud/Bass), JIM KEIPER (Drums/Percussion)
 
Seit er vor 30 Jahren aus seiner brasilianischen Heimat in die USA ging, gehört CYRO BAPTISTA dort zu den gefragtesten Percussionisten, mit einer Arbeitsliste, die Jobs für Laurie Anderson, Herbie Hancock über Arto Lindsay und Paul Simon, Cassandra Wilson bis John Zorn aufweist. Auf dem Label des New Yorker Saxophon Querbläsers Zorn erschien im 2009 das bereits dritte Album von Baptista. Begeisterte er bei Beat The Donkey und Love The Donkey noch mit einem temperamentvollen bunt-brasilianischen Percussionsfeuerwerk, wofür es Auszeichnungen von Downbeat und der New York Times gab, so entzieht sich die Musik seiner neuen Gruppe BANQUET OF THE SPIRITS nun jeglicher Kategorisierung, hat nicht mehr diese ausgelassene wilde Stimmung. Zwar klingen immer noch viele Formen von World Music, hier vor allem von Don Cherry und Codona, auch mal Bebop oder etwas Avantrock à la Naked City durch, doch in seiner Zusammenstellung zeigt sich das immer sehr eigen, jenseits des Gewohnten. Zwei Schwerpunkte sind allerdings überdeutlich: die Einbeziehung arabischer Musik aus Nordafrika und der Klänge vom Balkan. Von Baptistas neuem Quartet mit BRIAN MARSELLA am Piano, EZRA BLUMENKRANZ an der Oud und am Bass und JIM KEIPER an Schlagzeug und Percussion werden diese kongenial verbunden mit seiner speziellen brasilianischen Percussion. Erinnert der Opener seiner CD *Tutuboli* mit dem Forro-Rock Sound noch an seine früheren Tzadik Alben, so tauchen Baptista und Co. ab dem zweiten Stück ihre Füsse auch in die Brandung des Mittelmeers zwischen Griechenland und Algerien. Dabei kreieren sie eine wundervolle hypnotische Mixtur, die in der Gänsehaut erzeugenden Kombination arabischer Oudtöne und schräg-ironischer Soul-Jazz-Orgel lediglich ein Höhepunkt von vielen ist.
"Ein unbedingter Anwärter für die Bestenliste 2009 - 5 Sterne!!" (Jazzthetik)
 
 
line
 
 
Freitag 16.04.2010 - 20:30 Uhr
 
VIJAY IYER Trio
 
VIJAY IYER (Piano), STEPHAN CRUMP (Bass), MARCUS GILMORE (Drums)
 
VIJAY IYER ist ein amerikanischer Pianist der jüngeren Generation mit indischen Wurzeln und war mit dem Quartet seines Freundes Rudresh Mahanthappa vor zwei Jahren beim Jazzclub Singen zu hören - eine Sternstunde! Symptomatisch nun für die Situation des amerikanischen Jazz: Der Indoamerikaner Iyer, in den USA zwar bereits zum zweiten mal zum "Rising Star Jazz Artist" und "Rising Star Jazz Composer" und hierzulande mit seinem Trio soeben im Echo Jazz Awards als "Best Ensemble International" gekrönt, findet - exklusiv - einen Vertrag beim deutschen Label ACT und bringt dort sein erstes Piano-Trio-Album HISTORICITY raus: mit STEPHAN CRUMP am Bass und MARCUS GILMORE am Schlagzeug. Historicity, Geschichtlichkeit, erklärt er, bedeutet authentische Verwurzelung in der Geschichte sowie die Folgen der Verankerung im geschichtlichen Fluss. Der intelligente Iyer macht keinen Popjazz und auch keinen Ethnojazz. Als Pianist fühlt er sich am ehesten verwandt mit Andrew Hill, dem verkannten Mittler zwischen Monk und Cecil Taylor. Unterschwellig mit beeinflusst von indischer, afrikanischer und indonesischer Musik kreiert er modal und polymodal. Sein raffiniertes Spiel mit Lücken und häufigen Wechseln der polyrhythmischen Gangart ist am leichtesten erkennbar bei seiner Transformation von Bernsteins Song *Somewhere*. Er spielt ein höchst virtuoses Piano und befindet sich offenkundig immer noch in seiner Sturm- und Drangzeit; er strotzt geradezu vor Improvisationsideen, die er auch alle umsetzt. In langer Zusammenarbeit hat das Trio mit Crump und Gilmore (dem Enkel von Roy Haynes) einen ausserordentlichen Grad der spontanen Kommunikation und Tiefe erreicht. Trotz ihrer Jugend treten sie als Virtuosen und reife Solisten massgeblich in Erscheinung. Der Kritiker der Zeit schrieb: "Fliegend wechseln die Rollen im Zusammenspiel dieses Trios, das frei und gleichberechtigt ist, zugleich aber auch rücksichtsvoll und höchst diszipliniert. Utopisch eben, spannungsgeladen und immer wieder überraschend."
 
 
line
 
 
Freitag 26.03.2010 - 20:30 Uhr
 
DON BYRON »New Gospel Quintet«
 
DON BYRON (Clarinet/TenorSax), DK DYSON (Vocals), FRANK WILKINS (Piano), BRAD JONES (Bass), PHEEROAN AKLAFF (Drums)
 
Grenzen im Jazz gibt es für den Klarinettisten/Tenorsaxophonisten DON BYRON nicht. "Als ich Profimusiker wurde, dachte ich, dass der Jazz flexibler werden muss" sagt der 52jährige. Im Laufe seiner langen Karriere hat der afroamerikanische Virtuose immer wieder dazu beigetragen, Stile miteinander zu kombinieren oder sie in einen Jazz-Kontext zu setzen. Zuletzt hat sich Byron mit der Musik des Soul-Saxophonisten Junior Walker auseinandergesetzt, der in den 60er-Jahren Hits wie *Shotgun* und *Roadrunner* hatte. Andere Projekte beschäftigten sich mit Gospelmusik, mit dem jüdischen Klezmer-Star Mickey Katz, mit Swing und auch mit europäischen Kunstliedern des 19. Jahrhunderts. Don Byron, der eine klassische und eine Jazz-Ausbildung hat, kennt sich mit Schumann ebenso aus wie mit Neuer Musik und Free Jazz. Dabei gibt es in der amerikanischen Jazz-Szene nicht viele Musiker mit einem derart breiten musikalischen Spektrum wie das des 1958 in der New Yorker Bronx geborenen Holzbläsers. Von ihm darf man vor allem eines erwarten: das Unerwartete. Etwa das NEW GOSPEL QUINTET, mit dem er nach Singen kommt und zu dem die unglaubliche Sängerin DK DYSON, der Pianist FRANK WILKINS, der Bassist BRAD JONES und einer der aufregendsten Schlagzeuger des neuen Jazz PHEEROAN AKLAFF gehören. Hier beschäftigt sich Byron mit der Musik des Gospel-Pioniers Thomas A. Dorsey. Mahalia Jackson sang sein *Take My Hand, Precious Lord* - Martin Luther Kings Lieblingslied - und sogar Elvis und Johnny Cash verneigten sich vor Dorseys *Peace in the Valley*. Don Byron hat sich tiefgehend mit der Gospel-Tradition beschäftigt und hält sie nicht nur in den Klassikern von Thomas A. Dorsey und anderen am Leben, sondern setzt sie auch mit neuer, eigener Musik fort. Ihm geht es nicht um eine museale Bewahrung des Gospel, sondern um seinen Transfer in die Gegenwart.
 
 
line
 
 
Sonntag 14.03.2010 - 11:30 Uhr
 
JAZZ FÜR KINDER IV »Martin Schrack Quartett«
 
MARTIN SCHRACK (Piano), STEFAN KOSCHITZKI (Sax/Flute/Clarinet), AXEL KÜHN (Bass), FELIX SCHRACK (Drums)
 
Das MARTIN SCHRACK QUARTETT bietet ein spezielles Programm für eine "Jazz für Kinder" Veranstaltung an. Die Band stellt das Wesen der Jazzmusik in unterhaltsamer, witziger und ganz lockerer Form vor - Achtung, das ist keine Schulstunde! Immerhin, es wird beim Konzert schon einiges auch verbal erklärt, aber unmittelbar danach folgt die praktische Vorführung an den Instrumenten. Und - wo es geht, werden dabei die Kinder ins Geschenen miteinbezogen. Übrigens: Papa und Mama dürfen natürlich auch mit rein und mitmachen und jeder ob klein oder gross zahlt nur 3 Euro Eintritt. Beginn ist um 11.30 Uhr und das ganze Spektakel dauert rund eine Stunde!
 
In Zusammenarbeit mit Jugendmusikschule Singen & Kulturzentrum GEMS und gefördert durch den Jazzverband BW, die Landesbank BW & die Landesstiftung BW
 
 
line
 
 
Mittwoch 10.03.2010 - 20:30 Uhr
 
NICOLAS SIMION Group »Transylvanian Jazz«
 
NICOLAS SIMION (Saxophon/Klarinette), ZOLTAN LANTOS (Geige), MARTIN LUBENOV (Akkordeon), JURA WAJDA (Zymbalon), MARTIN GJAKONOVSKI (Bass), MIREK PYSCHNY (Drums)
 
Inspiriert von der grossen alten Tradition rumänischer Volksmusik erweitert der Komponist und Saxophonist NICOLAS SIMION mit TRANSYLVANIAN JAZZ seine umfangreiche und facettenreiche Diskografie. Das mit Unterstützung des Rumänischen Kulturinstituts verwirklichte Projekt gibt nicht zuletzt aufgrund der traditionellen Instrumentierung einmal mehr den Blick auf die musikalischen Wurzeln dieses hervorragenden Musikers frei. Für dieses Projekt konnte er folgende Musiker gewinnen: ZOLTAN LANTOS (Geige, Ungarn), MARTIN LUBENOV (Akkordeon, Bulgarien), JURA WAJDA (Zymbalon = Hackbrett, Tschechien), MARTIN GJAKONOVSKI (Bass, Mazedonien) und JONAS BURGWINKEL (Drums, Deutschland / aktuell: MIREK PYSCHNY). Er selbst spielt Sopran- und Tenorsaxophon, Klarinette und Bassklarinette sowie Caval, eine pentatonisch gestimmte rumänische Hirtenflöte.
"Dies ist das erste Projekt zu dem ich mehr Musiker eingeladen habe, die Folkinstrumente spielen, als konventionelle Instrumente. Die Songs haben einiges gemeinsam: Skalen, Rhythmen, Akkordwechsel, Melodien, Atmosphären. Und sie klingen organisch, wie ein Bild oder eine Landschaft mit all ihren Details und Kontrasten." Die meisten Stücke hat Simion speziell für dieses Projekt komponiert, Stücke, die von transsilvanischer Volksmusik inspiriert sind. Es scheint, dass, je länger er aus Rumänien weg ist, er sich umso mehr seinen musikalischen Wurzeln nähert. "Es ist schon eine ganz klare Entwicklung bei mir in die Richtung Ethno-Folk-Jazz", so Nicolas Simion.
"Wer einen völlig klischeefreien World- oder eben besser Ethno-Folk-Jazz hören möchte, bei dem der Jazz ausnahmsweise einmal kein Feigenblatt und keine blosse, zeitgeistig aufgehübschte Etikettierung darstellt, sondern tatsächlich das musikalische Mass ist, an dem sich dieses Material beweisen muss, dem sei Nicolas Simion wärmstens ans Herz gelegt. Seine Musik ist eine Bereicherung des europäischen Jazz." (Jazzpodium)
 
 
line
 
 
Freitag 26.02.2010 - 20:30 Uhr
 
ANKE HELFRICH Trio
 
ANKE HELFRICH (Piano), HENNING SIEVERTS (Bass/Cello), DEJAN TERZIC (Drums)
 
ANKE HELFRICH ist eine Ausnahmemusikerin, nicht allein weil sie sich in der männerdominierten Jazzwelt durchgesetzt hat und akzeptiert wird. Es ist insbesondere ihr dynamisches und swingendes Pianospiel, in das sie harmonische und melodische Überraschungen so virtuos einflicht und dadurch dem Jazz neue Impulse gibt. Liest man Artikel über sie, wird meist zuallererst ihre Schönheit erwähnt. Dass erst im Anschluss auf ihr musikalisches Können eingegangen wird, spiegelt die Vorurteile wider, mit denen man ihr als Frau, die darüber hinaus gut aussieht, begegnet. Die Anerkennung ihrer musikalischen Leistungen belegen allein die zahlreichen renommierten Jazzpreise sowie Auszeichnungen, die sie für ihre Liveauftritte und Alben erhalten hat. Auf ihrem dritten Leaderalbum STORMPROOF (Enja) präsentiert die Pianistin neben Interpretationen von Monk-Stücken vornehmlich Eigenkompositionen. Als Hommage an Monk, der ihr facettenreiches Spiel am stärksten geprägt hat, wählte sie sein legendäres *Hackensack* als Eröffnungsstück aus. Ihr Trio, zu dem der Bassist und Cellist HENNING SIEVERTS sowie der Schlagzeuger DEJAN TERZIC gehören, verleiht dem Jazzklassiker selbstbewusst und kunstfertig eine neue, ganz persönliche Note. Es darf bei ihr swingen, es darf mit plinkerndem Fender Rhodes grooven, es darf frei schweben, es darf eigentlich alles passieren, nur beliebig und langweilig darf es nicht sein. In Helfrichs Spiel ist jede Note wichtig, jeder Lauf und sei er noch so flüchtig, hat seinen emotionalen Sinn. Ihre eigenen Stücke strotzen nicht vor harmonischen Hürdenläufen, sondern haben echte Themen. Bassist Henning Sieverts setzt nicht nur groovende Akzente. Seine Cello-Linien in *Sehnsucht* erzeugen dieselbe. Schlagzeuger Dejan Terzic lässt der Musik viel Raum zum Atmen. *Stromproof* ist ein früher Höhepunkt des Jazzjahres 2009 gewesen (Jazzpodium)
 
 
line
 
 
Donnerstag 18.02.2010 - 20:30 Uhr
 
PASCAL SCHUMACHER Quartet
 
PASCAL SCHUMACHER (Vibraphon), FRANZ v. CHOSSY (Piano), CHRISTOPHE DEVISSCHER (Bass), JENS DÜPPE (Drums)
 
In typischen Jazzmetren bewege er sich nicht, sagt der Luxemburger Vibraphonist PASCAL SCHUMACHER im Begleittext seiner neuen CD HERE WE GONG (Enja). Aber was ist es, was an dieser Musik so fasziniert, die so unglaublich aktuell klingt und wenn man ganz ehrlich ist, eigentlich den Begriff des Swingens - nicht im historischen Sinn - als einer ständig in Bewegung befindlichen höchst ausdrucksvollen musikalischen Form erfüllt, nicht in 2 oder 4/4, sondern auch mit perkussiv geprägten wechselnden Rhythmen, ganz ohne den Eindruck erwecken zu wollen, es habe irgendetwas mit Südamerika oder dem Mittelmeer zu tun. Das Kollektiv, melodisch wie perkussiv geprägt von vier aussergewöhnlichen westeuropäischen jungen Musikern, steht ganz im Vordergrund. Und sie breiten sich aus, die vier, voller Virtuosität und einer manchmal geradezu unglaublichen Schönheit. Mag ja sein, dass die Musik nach eigenem Bekunden des Leaders von der New Yorker Underground Avantgarde à la Bang On A Can geprägt ist oder von aktueller britischer Popmusik, herausgekommen ist jedenfalls eine ganz eigene und höchst aktuell klingende mitreissende Musik, wie man sie auch von der jungen Generation höchst selten hört. Auf seinen Studienwanderwegen in Europa hat Pascal Schumacher auch seine drei Partner getroffen, den belgischen Bassisten CHRISTOPHE DEVISSCHER, den deutschen Pianisten FRANZ v. CHOSSY und den in Köln beheimateten Schlagzeuger JENS DÜPPE. Alle vier gehören heute zur ersten Garde europäischer junger aktueller Musik. Der Titel *Here We Gong* macht das, was man durch die ganze Aufnahme immer wieder spürt, den Balanceakt zwischen zeitgenössischer Musik, Improvisation und Pop deutlich. Mit seiner schlanken, modernen Ästhetik wird das Pascal Schumacher Quartett schnell die internationale Jazzszene erobern. In Frankreich (1. Preis und Publikumspreis in Avignon 2004) und Belgien (Django d'Or 2005 und bestes Album 2007) ist es längst angekommen.
 
 
line
 
 
Donnerstag 28.01.2010 - 20:30 Uhr
 
ERIK FRIEDLANDER »Broken Arm Trio«
 
ERIK FRIEDLANDER (Cello), TREVOR DUNN (Bass), MICHAEL SARIN (Drums/Perc)
 
Es gibt im modernen Jazz und in der improvisierten Musik bis dato nur wenige herausragende Cellisten. In den Bebop Zeiten war das eigentlich nur der Bassist Oscar Pettiford, der immer wieder auch zum Cello griff. Heutzutage fallen einem Namen ein wie Ernst Reijsegger und Hank Roberts und ERIK FRIEDLANDER, der bereits zum zweiten Mal nach Singen kommt, diesmal mit seiner neusten Formation BROKEN ARM TRIO. Zu dieser Band gehören der mit allen Wassern gewaschene Bassist TREVOR DUNN und der herausragende Schlagzeuger und Perkussionist MICHAEL SARIN. Ob auf seinen Solo-Alben, bei John Zorn und vielen anderen Musikern, Erik Friedlander erkundet experimentierfreudig die Randzonen des Jazz. Er kombiniert Anklänge an die abstraktionsfreudige Klassik-Moderne mit Elementen aus der jüdischen Klezmer-Tradition oder greift Stilformen des amerikanischen Folk auf. Mit dem Broken Arm Trio (einer Anspielung auf Oscar Pettiford) gelingt Friedlander nichts geringeres als eine Neupositionierung des Cellos im Zentrum des Jazz. Hart swingend und mit einer technischen Virtuosität spielt sich das Trio hier durch zahlreiche Aspekte der Improvisationskultur.
"Erik Friedlander ist eine der dynamischsten Stimmen der zeitgenössischen Musik und gleichzeitig ein Trendsetter. Er ist bestimmt einer der 'Star Performer' auf seinem Instrument." (Jazzthetik)
Allen, die das Konzert in 2002 verpasst haben, bietet sich nun die einmalige Gelegenheit, diesen Musiker live zu erleben. Alle die damals dabei waren, kommen sowieso wieder.
 
 
line
 
 
Freitag 15.01.2010 - 20:30 Uhr
 
ÉRIC SÉVA Quartet
 
ÉRIC SÉVA (Bariton/SopranSax), JEAN YVES JUNG (Piano), DIDIER ITHURSARRY (Akkordeon), PIERRE DUFOUR (Drums/Perc)
 
Der französische Bariton und Sopransaxophonist ÉRIC SÉVA war bereits zweimal zu Gast beim Jazzclub in Singen, auch wenn es dem einen oder anderen damals nicht aufgefallen ist. Er war Mitglied des Orchestre National de Jazz, das zwei herausragende Konzerte in Singen spielte. Nun kommt er endlich mit seinem eigenen Quartett ESPACES CROISÉS zum Jazzclub, im Gepäck seine neuste CD erschienen auf Harmonia Mundi, bereits die zweite CD des Quartetts. "Folkore Imaginaire" - seine erste - wurde von der Presse in Frankreich gefeiert und auf vielen begeisternden Auftritten in ganz Europa präsentiert. *Espaces Croisés* ist ein Rendezvous unterschiedlichster Einflüsse: moderner Jazz, französische Musette, Popjazzelemente, aber auch aussereuropäische Einflüsse werden hörbar. Die Musik von Éric Séva, der ausserdem häufig mit Dave Liebman zusammenarbeitete, ist dabei immer narrativ und einfühlsam. Sein tiefgründiger Ton, seine fein ausbalancierte Melodik, sein Lyrizismus und der Groove, der sein Saxophonspiel prägt, geben seinem Spiel eine unverwechselbare Note. Für sein jüngstes Projekt hat sich Séva zudem mit herausragenden Musikern umgeben: dem Pianisten WILLIAM LECOMTE (aktuell: JEAN YVES JUNG), dem Akkordeonisten und Bandoneonspieler LIONEL SUAREZ (aktuell: DIDIER ITHURSARRY) und dem Perkussionisten PIERRE-FRANCOIS 'TITI' DUFOUR. In der ungewöhnlichen Instrumentenkombination ergeben sich so reizvolle musikalische Kombinationen und Farbnuancen, welche dem Zuhörer immer wieder aufs Neue begeistern.
Wahrlich ein würdiger Einstieg ins Jazzjahr 2010, dem 21. Jahr des Jazzclub Singen.
 

line

 

Text: R. Kolmstetter

[ Jazz Club Singen - aktuelles Programm | Jazz Club Singen ]